Hella Unger (* 6. Jänner 1875 in Wien als Helene Unger; † 5. August 1934 ebendort) war eine österreichische Bildhauerin und Medailleurin. Bekannt war sie für Plaketten mit Kinderporträts.

Leben und Werk mini|Wien, Hietzinger Friedhof, Medaillon Karl von Siegl (1900) mini|hochkant|Athen, Skulptur Otto Benndorf (1908) mini|hochkant|Wiener Zentralfriedhof, Grab von Charles Wilda (1909) mini|hochkant|Marmorbüste Otto Benndorf im Arkadenhof der Universität Wien (1929) Hella Unger wurde in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Ihr Vater war der Maler und Radierer William Unger (1837–1932), die Schwester die Kunsthandwerkerin Else Unger (1873–1936) und ihre Tante die Malerin Johanna Unger (1837–1871). Wie ihre ältere Schwester studierte sie an der Wiener Kunstgewerbeschule, jedoch bei dem Bildhauer und Medailleur Stefan Schwartz..

Unger entwarf für die Firma E. Bakalowits Söhne. Auf der Winter-Ausstellung 1903/04 des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie wurden Blumenvasen und Jardinièren von ihr ausgestellt. In Kooperation mit der Fa. Hacker Mor. Metallwaren entstanden Beleuchtungskörper für elektrisches Licht (Zinn, versilbert).1903–1904 Winter-Ausstellung, K.K. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie. Ausstellungskatalog, Wien 1903, S. 21, 58 (Digitalisat); Eduard Leisching: Die Winterausstellung des K. K. Österreichischen Museums. In: Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie 7, 1904, S. 46. 51. 52 (Digitalisat). Auf der Internationalen Wissenschaftlichen und Gewerblichen Ausstellung ‘Die Kinderwelt‘ in St. Petersburg wurden ihre Plastiken präsentiert, dort erhielt sie auch eine Silbermedaille in der Gruppe Kunst.Österreich auf der Internationalen Wissenschaftlichen und Gewerblichen Ausstellung 'Die Kinderwelt' in St. Petersburg, 1903/1904, Bericht der Österr. Kommission, S. 13. Anhang S. XV (Digitalisat). Unger zeigte 1904 einen Blumenaufsatz für elektrisches Licht in Bronze und farbigem Glas auf der Frühjahrsausstellung des Mährischen Kunstgewerbemuseums in Brünn.Julius Leisching: Der gedeckte Tisch. In: Kunstgewerbeblatt. Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart NF 16, 1905, S. 11–13 (Digitalisat). In einer Ausschreibung der Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Medaillenkunst und Kleinplastik, die vom Bildhauer Josef Groh gewonnen wurde, erhielt sie neben Josef Tautenhayn, ihrem früheren Lehrer Stefan Schwartz, Rudolf Cizek und Johanna Mischl eine der fünf Anerkennungen.Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie 1904, S. 522 (Digitalisat).

1906 nahm die Künstlerin an am Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zu Ehrenpreisen für die Herkomer-Konkurrenz teil. Ihr Entwurf mit dem Motto 48 wurde zur Ausführung angenommen.Allgemeine Zeitung Jg. 109, 1 – 2 ## 27. Februar 1906, S. 6 (Digitalisat). Auf der Jahresausstellung 1907 im Künstlerhaus am Karlsplatz stellte Unger den Entwurf Rast (Gips), eine Bronzeplakette Kinderporträt sowie das Porträt des Herrn Sektionschef Otto Benndorf aus.Katalog der Jahres-Ausstellung in Wien. Verlag der Genossenschaft der Bildenden Künstler Wien, 1907, S. 39, 40, 42 (Digitalisat). 1907 nahm sie an der Münz- und Medaillenkundeausstellung im Künstlerhaus Wien mit Plaketten teil: Silvia, Gertl, Fanno, Porträtplaketten der Kinder der Frau Marie Leibenfrost (Bronzeguss auf weißem Onyx) sowie Tochter des Herrn Louis Ruault Frappart (Silberguss auf weißem Onyx).Katalog der Kaiserjubiläums-Ausstellung der Österreichischen Gesellschaft für Münz- und Medaillenkunde in Wien. Wien 1908, S. 62 (Digitalisat). Nach einem Wettbewerb des Verbandes Österreichischer Kunstgewerbemuseen erhielt Unger den Auftrag zur Anfertigung einer Plakette anlässlich des Regierungsjubiläums des Fürsten Johann von und zu Liechtenstein.Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie 11, 1908, S. 111 (Digitalisat).

Hella Unger war 1910 Gründungsmitglied der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) und gehörte zeitweise zum Komitee. Auf der gemeinsamen Ausstellung der VBKÖ und der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession im November/Dezember 1910 Die Kunst der Frau zeigten die Kuratoren Werke von Künstlerinnen aus mehreren Jahrhunderten. Unger präsentierte hier vier Bronzeplaketten, ein Kinderporträt aus Marmor und eine Gipsbüste (Porträt des Professors B.). Ihre Plakette mit Kinderbildnis wurde im Bildteil des Ausstellungskataloges abgebildet.XXXVII. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession, Wien : I. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs: Die Kunst der Frau: Novemb.-Decemb. 1910. S. 7, 12, 29, 36, 38, Abbildung. Auch über Österreich hinaus wurde die Ausstellung beachtet. The International Studio urteilteThe International Studio. Illustrated magazine of fine and applied art 43, 1911; # 169 to 172, S. 65 (Digitalisat).

Zu ihren Schülerinnen gehörte die österreichische Bildhauerin und Keramikerin Hanna (Johanna) Blaschczik.

Unger wurde auf dem Friedhof Ober St. Veit bestattet.

Ausstellungen 1903/04 Winter-Ausstellung der Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, Wien 1903/04 Internationale Wissenschaftliche und Gewerbliche Ausstellung Die Kinderwelt in St. Petersburg 1904 Frühjahrsausstellung Der gedeckte Tisch im Mährischen Kunstgewerbemuseum BrünnKunstgewerbeblatt. Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart NF 15, 1903-1904, S. 197 (Digitalisat). 1904 Herbstausstellung im Künstlerhaus Wien Karl Hartmann: Die Herbstausstellung im Wiener Künstlerhause. In: Beilage zu Die Christliche Kunst. Monatsschrift für alle Gebiete der christlichen Kunst und Kunstwissenschaft. 1. Jahrgang, Heft 5, Februar 1905, S. II (Digitalisat). 1905 Frauen-Kunstausstellung im Mährischen Gewerbe-Museum, BrünnAllgemeine Zeitung 1905 = Jg. 108, 5 – 6 ## 25. Mai 1905 (Digitalisat); Die Werkstatt der Kunst. Organ für die Interessen der bildenden Künstler 4, 1904/1905, S. 482 (Digitalisat). 1906 Ausstellung der Kunstgewerbeschule WienKunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie. S. 487, 495 (Digitalisat). 1907 Künstlerhaus Jahresausstellung WienKarl M. Kuzmany: Wiener Ausstellungen. In: Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur 22, 1906-1907, S. 459 (Digitalisat). 1908 Kaiserjubiläums-Ausstellung der Österreichischen Gesellschaft für Münz- und Medaillenkunde im Künstlerhaus Wien 1910 Die Kunst der Frau in der Wiener Secession 1911 Jubiläumsausstellung der Künstler-Genossenschaft WienThe Studio Bd. 53, Nr. 219, S. 192 (Digitalisat).

Arbeiten (Auswahl) 1900 Bronzemedaillon Karl von Siegl an dessen Grab, Wien, Hietzinger Friedhof vor 1903 Jardinière aus GlasMAK Sammlung online. vor 1904 Blumenaufsatz für elektrisches Licht in Bronze und farbigem GlasKunstgewerbeblatt. Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart NF 16, 1905, S. 13 (Digitalisat). 1906 Gips-Plastik Der DespotKunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie 1906, S. 495 (Digitalisat); MAK Sammlung online. 1906 Silbernes Autofahrer-Modell für einen Preis der Herkomer-Konkurrenz 1906Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie 1906, S. 487 (Digitalisat); MAK Sammlung online. 1908 Plakette anlässlich des Regierungsjubiläums des Fürsten Johann von und zu Liechtenstein vor 1908 NaturstudieR. Meyer-Hamburg: Die K. K. Kunstgewerbeschule in Wien auf der Ausstellung in London im August 1908. In: Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift herausgegeben vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie 12, 1909, S. 110 (Digitalisat). 1908 Halbfigur aus Bronze Otto Benndorf, Athen, Vorgarten des Österreichischen Archäologischen InstitutsHubert D. Szemethy: Denkmäler, Straßen, Medaillen. Spuren der Erinnerung an die ersten Professoren des Archaeologisch-Epigraphischen Seminars der Universität Wien. In: Marianne Klemun, Hubert D. Szemethy, Fritz Blakolmer (Hrsg.): Science Tracing: Spuren und Zeichen im öffentlichen Raum. Kulturhistorisches Wissen der Universität Wien. Böhlau, Wien 2021, ISBN 978-3-205-21391-8, S. 90-91 (Digitalisat). 1909 Grabmal Charles Wilda, Wien, Zentralfriedhof vor 1910 Plakette KinderkopfDie Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur 26, 1910-1911, S. 201 (Digitalisat). 1929: Marmorbüste Otto Benndorf, Wien, Arkadenhof der UniversitätHubert D. Szemethy: Denkmäler, Straßen, Medaillen. Spuren der Erinnerung an die ersten Professoren des Archaeo logisch-Epigraphischen Seminars der Universität Wien. In: Marianne Klemun, Hubert D. Szemethy, Fritz Blakolmer (Hrsg.): Science Tracing: Spuren und Zeichen im öffentlichen Raum. Kulturhistorisches Wissen der Universität Wien. Böhlau, Wien 2021, ISBN 978-3-205-21391-8, S. 92-93; Denkmal Otto Benndorf bei monuments.univie.ac.at.

Weblinks

Blog Friedhofskunst zu Hella Unger

Einzelnachweise

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