Horst Brandstätter (* 27. Juni 1933 in Zirndorf; † 3. Juni 2015 in FürthPlaymobil-Chef Horst Brandstätter gestorben. Nordbayern.de, 8. Juni 2015) war ein deutscher Unternehmer. Er brachte in den 1970er Jahren das Systemspielzeug Playmobil auf den Markt.
Leben Brandstätter verlor mit sieben Jahren im Zweiten Weltkrieg seinen Vater Karl und verbrachte anschließend seine Kindheit und Jugend in Kinderheimen.Horst Brandstätter – Chef von Playmobil: Der Vater der Plastikmännchen
1954 trat Horst Brandstätter in das Unternehmen seines Onkels, geobra Brandstätter, in Zirndorf bei Fürth ein. Gründer des Unternehmens war Horst Brandstätters Großvater Georg Brandstätter. Hergestellt wurden damals vor allem Spielzeugtelefone, Spardosen und Kaufladenartikel, zunächst aus Blech, später aus Kunststoff.
Im Jahr 1958 verzeichnete man mit Hula-Hoop-Reifen einen ersten Erfolg. Danach expandierte die Firma mit verschiedenen Produkten aus dem Spielzeug- und Freizeitbereich, wobei Kunststoff der hauptsächlich verwendete Werkstoff war.
In den 1960er Jahren eröffnete Brandstätter in Dietenhofen eine neue Produktionsstätte, da damals Busse die Mitarbeiter von den Dörfern nach Zirndorf bringen mussten. Seither wird dieser Standort ständig erweitert.
1964 gründete er die HOB GmbH & Co. KG zum Bau von Plattenspielern und Wechselsprechanlagen. 1981 trat sein Sohn Klaus Brandstätter in das Unternehmen ein und veränderte die Produktion in Richtung Hard- und Software, insbesondere für Fernsteuerung. – Pressemitteilung vom 21. November 2007
Im Jahre 1971 eröffnete Brandstätter die erste Auslandsproduktion Brand Malta in Hal Far auf Malta.
Die Ölkrise Anfang der 1970er Jahre veranlasste Brandstätter zur Schaffung eines ausbaufähigen Systemspielzeugs mit hohem Spielwert bei möglichst geringem Rohstoffverbrauch. Er dachte an eine Fahrzeugserie für Kleinkinder, in der auch schlichte Figuren sitzen können. Dem Entwickler Hans Beck war dieser Ansatz zu einfach und er entwickelte eine Reihe von gleichartigen Grundfiguren, die sich lediglich durch die Farbgebung und die Zugabe entsprechender Ausstattungsteile unterschieden: das Systemspielzeug Playmobil. Die ersten Figuren wurden 1974 auf der Internationalen Spielwarenmesse vorgestellt. Bis zum Jahresende 1974 hatte die Firma damit bereits 3,5 Mio. D-Mark umgesetzt, bis dahin waren 300.000 „Klickys“ hergestellt worden. 1990 eröffnete die Firma in Zirndorf eine neue Zentrale für Verwaltung, Marketing, Entwicklung und Vertrieb. Seit 2000 werden neben Playmobil auch „Lechuza“-Pflanzgefäße und -Gartenmöbel hergestellt.
Horst Brandstätter war Gründer der Stiftung „Kinderförderung von Playmobil“ und des Freizeitparks Playmobil FunPark, die auf aktive Beschäftigung und körperliche Bewegung von Kindern ausgerichtet sind.
Das Wirtschaftsmagazin Forbes bezifferte Horst Brandstätters Vermögen im Jahr 2015 auf ca. 1,3 Milliarden US-Dollar.The World's Billionaires, abgerufen am 4. Oktober 2015 (englisch)
Am 3. Juni 2015 starb Horst Brandstätter mit 81 Jahren. Er war Vater zweier Söhne und vierfacher Großvater. Er war zweimal geschieden.
Nachruf
Auszeichnungen Bundesverdienstkreuz am Bande, 1993 Ehrenbürger seiner Heimatstadt Zirndorf, 1997 Manager des Jahres des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), 1999 Bayerischer Verdienstorden, 2003 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 2008 Ehrenbürger von Dietenhofen (Fertigungsstandort), 2013
Literatur
Weblinks Horst Brandstätter auf der Seite von Playmobil Horst Brandstätter auf der Seite von Lechuza
Einzelnachweise
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