Teuzzone ist ein mehrfach vertontes Libretto zu einer Opera seria in drei Akten von Apostolo Zeno. Erstmals aufgeführt wurde es in einer Vertonung von Paolo Magni und Clemente Monari am 9. Januar 1706 im Teatro Regio Ducale in Mailand.
Handlung
„Argomento“
Kurzfassung
Erster Akt. Der chinesische Kaiser Troncone kommt in einer Schlacht gegen Rebellen ums Leben. In seinem Testament bestimmt er seinen Sohn Teuzzone zu seinem Nachfolger und beauftragt den Reichsgouverneur Cino und den General Sivenio, dies durchzusetzen. Troncones Verlobte Zidiana beschließt, die Macht an sich zu reißen und dafür die Gefühle Cinos und Sivenios auszunutzen, die beide in sie verliebt sind. Sie verspricht Sivenio die Ehe, damit er Cino überredet, das Testament zu fälschen. Sivenio macht Cino weis, dass Zidiana ihn dann heiraten werde. Zidiana hingegen will eigentlich Teuzzone zum Mann nehmen, der ihr als Herrscher untergeordnet sein soll. Cino verliest ein gefälschtes Testament, das sie zur Thronfolgerin bestimmt. Der protestierende Teuzzone wird eingekerkert und auf Drängen Sivenios zum Tode verurteilt. Nur Teuzzones heimliche Verlobte Zelinda, eine tatarische Prinzessin, tritt für ihn ein. Sie gibt sich als Priesterin aus und warnt vor einem Frevel. Zidiana erkennt darin eine Möglichkeit, den heimlich Geliebten zu retten. Sie bittet Zelinda, ihn zu einer Ehe mit ihr zu überreden.
Zweiter Akt. Mit Hilfe seiner Getreuen will Teuzzone seine Ansprüche gewaltsam durchsetzen. Der Aufstand wird jedoch schnell niedergeschlagen. Zelinda informiert Zidiana über Teuzzones Verlobung, ohne allerdings zu erwähnen, dass sie selbst die Braut ist. Zidiana will Teuzzones Leben schonen. Da Sivenio und Cino nachdrücklich seinen Tod fordern, verlangt sie einen ordentlichen Prozess und verspricht, dessen Urteil anzuerkennen. Cino und Sivenio verurteilen Teuzzone daraufhin in einem unfairen Prozess zum Tode. Während Sivenio keinerlei Skrupel hat, machen sich bei Cino allmählich Gewissensbisse bemerkbar. Trotz ihres Versprechens zögert Zidiana mit ihrer Unterschrift. Sie will Teuzzone noch eine Gelegenheit geben, sich für sie zu entscheiden. Er bleibt jedoch standhaft. Zidiana unterschreibt schließlich, schickt dann aber Zelinda zu ihm, die einen letzten Versuch unternehmen will, ihn umzustimmen.
Dritter Akt. Zelinda versammelt ihre tatarischen Soldaten unter ihrem Vertrauten Argonte zu einem Gegenschlag. Sie offenbart Cino das Doppelspiel Zidianas und Sivenios. Es kommt zu einem heftigen Streit zwischen den beiden Würdenträgern. Zidiana erklärt ihnen, dass sie alle beide heiraten werde, da die chinesischen Gebräuche dies erlauben. Um Teuzzones Leben zu retten, versucht Zelinda ihn zu überreden, auf eine Ehe mit Zidiana einzugehen. Teuzzone lehnt dies weiterhin ab. Er würde den Tod vorziehen. Zelinda offenbart Zidiana, dass sie selbst Teuzzones Verlobte ist. Daraufhin beschließt Zidiana, beide beim Maifest den Göttern zu opfern. Vor der Opferzeremonie verliest Cino unter dem Vorwand, das Urteil zu verkünden, das echte Testament Troncones. Teuzzones Thronrecht ist somit bestätigt. Die Tataren nehmen Zidiana und die Verschwörer fest. Teuzzone vergibt allen außer Sivenio. Er wird nun Zelinda heiraten und über China herrschen.
Erster Akt
Ein nächtlich beleuchtetes Schlachtfeld mit dem königlichen Zelt
Szene 1. Die Chinesen unter Kaiser Troncone haben den Rebellen Ingo besiegt und den Frieden im Reich wiederhergestellt. Troncone wurde jedoch tödlich verwundet. Er verabschiedet sich von seiner trauernden Verlobten Zidiana, dem Reichsgouverneur Cino und dem General Sivenio.
Szene 2. Troncone ernennt seinen Sohn Teuzzone zum Nachfolger. Er überreicht Cino das versiegelte Testament und Sivenio das für Teuzzone bestimmte königliche Siegel. Mit seinen letzten Worten bittet er die Würdenträger, seinem Erben treu zu dienen.
Szene 3. Troncones Braut Zidiana trauert um den Verstorbenen (Arie Zidiana: „Occhi, non giova il piangere“). Dann spricht sie mit dem Hauptmann Egaro über ihre heimliche Liebe zu Teuzzone, an dessen Seite sie über China herrschen will. Sie weiß, dass sowohl Cino als auch Sivenio in sie verliebt sind, und will deren Gefühle für ihre Zwecke nutzen (Arie Egaro: „Sostenerti ancor sul trono“).
Szene 4. Zidiana verspricht Sivenio die Ehe, wenn er ihr dabei hilft, die Macht zu ergreifen (Arie Zidiana: „Dirò ad altri: mio tesoro“).
Szene 5. Sivenio überredet Cino, Troncones Testament zu Zidianas Gunsten zu fälschen. Als Lohn werde er die Hand Zidianas erhalten (Arie Sivenio: „Puoi, se’l brami“).
Szene 6. Cino sieht die Erfüllung seiner Wünsche in greifbarer Nähe. Er ist bereit, dafür seine Rechtschaffenheit und die Vernunft zu opfern (Arie Cino: „L’alma godea tranquilla“).
Tag; weites von Palmen umgebenes Feld; königliches Zelt im tatarischen Stil
Szene 7. Argonte, Hofmeister und Vertrauter der tatarischen Prinzessin Zelinda kehrt aus der Stadt zurück und betrachtet die schlafende Prinzessin, die offenbar geweint hat (Arie Argonte: „Spunta il sol; né ancora al dì“). Zelinda erwacht und erzählt von einem Albtraum, in dem ihr Geliebter Teuzzone bei seiner Thronbesteigung von einer Schlange getötet wurde.
Szene 8. Teuzzone erscheint unversehrt, und die beiden begrüßen sich freudig (Duett: „Mi usciria per gran diletto“). Die beiden haben sich seit sechs Monaten nicht mehr gesehen. Teuzzone verspricht, sie zu seiner Königin zu machen (Teuzzone: „Da uno sguardo del tuo ciglio“ – Zelinda: „Se regnar vuoi col mio affetto“).
Szene 9. Vor der Trauerfeier treffen Cino, Sivenio, Egaro, Volk und Soldaten ein, um den verstorbenen König zu ehren (Chor: „Dagl’Elisi, ove gioite“ – Cino: „Avello felice“ – Sivenio: „O palma beata“ – Teuzzone/alle: „Tomba diletta“).
Szene 10. Zidiana beginnt mit ihrer Intrige, indem sie Cino die Ehe verspricht und zugleich Sivenio zuflüstert, dass sie eigentlich ihn meine (Arie Zidiana: „Sarai mio; lo dico a te“).
Szene 11. Zelinda und Argonte habe die Szene aus einem Versteck belauscht. Sie wollen bedachtsam vorgehen. Argonte soll sich im Hintergrund bereithalten, ihr beizustehen (Arie Zelinda: „Numi eterni, gli affetti innocenti“).
Königlicher Saal mit einem Thron und Sitzplätzen
Szene 12. Teuzzone verspricht Zidiana, sie weiterhin wie eine Königin und Mutter zu ehren (Arie Teuzzone: „Alma, al pianger troppo avvezza“). Zidiana reicht dies nicht (Arie Zidiana: „Se avessi più scettri“).
Szene 13. Vor der Verlesung des Testaments bittet Cino den Gott Amída um einen weisen Thronfolger. Die anderen schließen sich dem Wunsch an (Chor: „O vita, o mente“). Zidiana, Teuzzone, Sivenio und Cino schwören, die alten Gesetze zu befolgen und den proklamierten Thronerben zu akzeptieren („Alma bella che vedi il mio core“). Anschließend verliest Cino das gefälschte Testament, das zu Teuzzones Erstaunen Zidiana zur Kaiserin erklärt. Alle ehren sie, und Zidiana nimmt auf dem Thron Platz. Teuzzone hingegen protestiert öffentlich gegen diesen Verrat und schwört Rache (Arie Teuzzone: „Io vassallo? Io giurar fede?“).
Szene 14. Zidiana, Cino, Sivenio und Egaro lassen Teuzzone einkerkern. Widerstrebend folgt Zidiana dem Rat Sivenios und verurteilt ihn zum Tode.
Szene 15. Zelinda erhebt sich zu Teuzzones Verteidigung. Sie warnt Zidiana davor, ihre Regentschaft mit einem Verbrechen zu beginnen. Ohne ihren Namen zu nennen, stellt Argonte sie den anderen als Priesterin des Gottes Amída vor, der jeden Frevel erkennen und unverzüglich strafen könne. Zidiana gibt nach, befiehlt Cino aber, Teuzzone gut zu bewachen (Arie Cino: „L’onor del tuo cenno“).
Szene 16. Zidiana offenbart Zelinda ihre Liebe zu Teuzzone und bittet sie, zu ihm zu gehen, um ihn zu beschwichtigen. Er solle regieren, doch „durch sie“ (Arie Zidiana: „Vanne… Digli… Sì, digli ch’io tacqui“).
Szene 17. Zelinda weiß jetzt, dass sie in der Königin eine Rivalin hat. Argonte kann sie nicht beruhigen. Dennoch will Zelinda versuchen, Teuzzone sein rechtmäßiges Königreich zu verschaffen (Arie Zelinda: „Non si serva con mia pena“).
Szene 18. Argonte ist beeindruckt von Zelindas Liebe und Tatkraft (Arie Argonte: „Amor, che non ha ingegno“).
Zweiter Akt
Platz mit Wappen
Szene 1. Teuzzone will die Thronräuber durch einen Aufstand ihm ergebener Soldaten besiegen (Arie Teuzzone: „Sparsi a l’aure ite, o vessilli“).
Szene 2. Zelinda fleht Teuzzone an, nicht auf Gewalt zu setzen, da er kaum eine Chance auf Erfolg habe (Arie Zelinda: „Morte vuoi? Va’ pur, crudele“). Da er sich nicht davon abbringen lässt, wollen Argonte und Zelinda mit ihren Tataren an seiner Seite kämpfen. Teuzzone lehnt das ab. Sie solle stattdessen für ihn beten (Arie Teuzzone: „Pria di partir da voi, luci adorate“).
Szene 3. Zelindas Gefühle schwanken zwischen Hoffnung und Furcht (Arie Zelinda: „Sì, diventi la speranza“).
Szene 4. Argonte betet zu den Göttern, dass Gerechtigkeit und Unschuld siegen werden (Arie Argonte: „Vizio esulta e virtù sta languendo“).
Ort des Tribunals mit kleinen Sitzen
Szene 5. Zidiana befiehlt ihren Wachen, Teuzzone mit allen Mitteln zu bekämpfen (Arie Zidiana: „Troverò qualche conforto“).
Szene 6. Zidiana kann nicht verstehen, warum Teuzzone ihre Liebe zurückweist und sie stattdessen bekriegt. Sie fragt Zelinda nach ihrer Einschätzung. Zelinda behauptet, sie habe noch nicht mit Teuzzone sprechen können, da die Kämpfe bereits ausgebrochen seien.
Szene 7. Egaro berichtet Zidiana, dass Teuzzone besiegt und festgenommen wurde. Zidiana bittet Egaro, sicherzustellen, dass sein Leben geschont und er ihr persönlich übergeben werde.
Szene 8. Zelinda teilt Zidiana (die ihre Identität noch immer nicht kennt) mit, dass Teuzzone schon lange mit der Tatarenprinzessin Zelinda verlobt sei (Arie Zelinda: „Sì facile al tuo amor“).
Szene 9. Egaro informiert Zidiana darüber, dass Teuzzone lebe, Sivenio und Cino aber seinen Tod fordern (Egaro: „Chi vi oltraggiò, begl’occhi“).
Szene 10. Sivenio und Cino beglückwünschen Zidiana für den Sieg („Non più teme, non più orrori“). Dann versuchen sie sie davon zu überzeugen, dass Teuzzone eine Gefahr darstelle, solange er am Leben sei. Zidiana verlangt für seine Hinrichtung das Urteil eines ordentlichen Prozesses. Ein solches werde sie unterzeichnen. Insgeheim hofft sie, Teuzzone dadurch zu retten (Arie Zidiana: „Soffri costante“).
Szene 11. Sivenio überzeugt den zögernden Cino von der Notwendigkeit eines Unrechtsurteils.
Szene 12. Vor dem Prozess spricht sich Teuzzone selbst Mut zu (Arie Teuzzone: „Tempo è già di armarti, o core“). Er erinnert die Ankläger an sein Geburtsrecht und weist auf die Unrechtmäßigkeit der Anklage hin. Cino und Sivenio verurteilen ihn direkt zum Tode. Teuzzones Willen können sie jedoch nicht brechen (Arie Teuzzone: „Prova sia di mia innocenza“).
Szene 13. Sivenio drängt Cino, das Urteil zu unterschreiben (Arie Sivenio: „La dolce mia vendetta“).
Szene 14. Cino zweifelt daran, dass Zidiania es ehrlich mit ihm meint. Vielleicht hat er seine Rechtschaffenheit vergeblich aufgegeben (Arie Cino: „Troppo offendo il bel che adoro“).
Königliches Kabinett
Szene 15. Zelinda bittet Zidiana, Gnade walten zu lassen.
Szene 16. Sivenio legt Zidiana das Urteil zur Unterschrift vor. Sie zögert jedoch und verspricht schließlich, es noch vor Sonnenuntergang zu unterschreiben (Arie Sivenio: „Troppo siete disdegnosi“).
Szene 17. Zidiana lässt Teuzzone zu einer geheimen Unterredung kommen, die Zelinda belauschen soll (Arie Zelinda: „Penso ma mi confondo“).
Szene 18. Egaro führt Teuzzone herein. Zidiana erklärt ihm ihre Liebe und lässt ihm die Wahl zwischen dem Tod und dem Thron. Teuzzone entscheidet sich für den Tod und verlangt, in den Kerker zurückgebracht zu werden (Arie Teuzzone: „Né la tua sorte“).
Szene 19. Zidiana sieht keine Möglichkeit mehr, Teuzzone zu retten. Sie unterschreibt das Urteil. Da schlägt Zelinda vor, selbst noch einmal mit ihm zu reden, um ihn umzustimmen. Sie werde ihn ihr dann überlassen (Arie Zelinda: „Sarà il tuo core“).