Reichspropagandaämter bestanden unter dieser Bezeichnung mit Wirkung zum 1. August 1937 als deutsche Reichsbehörden.Erlass des Führers und Reichskanzlers über die Änderung von Behördenbezeichnungen im Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vom 9. September 1937, RGBl. 1937, S. 1009 Sie gingen nach entsprechendem Erlass von Adolf Hitler aus den Landesstellen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) hervor. Gem. Art. 9 der Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945 mussten alle von Deutschland beherrschten Funk- und Fernnachrichtenverkehrseinrichtungen und sonstigen Draht- und drahtlosen Nachrichtenmittel ihren Sendebetrieb einstellen.Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands und der Übernahme der obersten Regierungsgewalt hinsichtlich Deutschlands durch die Regierungen des Vereinigten Königreichs, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken und durch die Provisorische Regierung der Französischen Republik vom 5. Juni 1945. documentArchiv.de, abgerufen am 6. August 2021.

Struktur und Leiter der Reichspropagandaämter (1939) Im Juli 1933 waren als Unterbau des RMVP 13 Landesstellen, deren Sprengel etwa denen der Landesarbeitsämter entsprachen, und 18 Reichspropagandastellen errichtet worden, die das Gebiet der Landesstellen nochmals unterteilten. Seit 1934 befand sich in jedem Gau der NSDAP eine Landesstelle des RMVP. Deren Leiter erhielten den Titel Landeskulturwalter und waren in Personalunion zugleich Leiter der jeweiligen Gaupropagandaleitung der NSDAP. Der Theorie nach sollten die Landesstellen die im Ministerium getroffenen politischen Entscheidungen in den einzelnen Gauen überwachen und durchführen, in der Praxis waren deren Leiter durch die genannte Personalunion jedoch häufig mehr von ihrem jeweiligen Gauleiter abhängig als vom Ministerium. 1937 wurden die Landesstellen in Reichspropagandaämter umbenannt und zu Reichsbehörden erhoben. Nach dem Anschluss Österreichs gab es insgesamt 42 Reichspropagandaämter mit 1400 hauptamtlichen Mitarbeitern.Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Bestand) Deutsche Digitale Bibliothek, Bestandsbeschreibung des Bundesarchivs, abgerufen am 6. August 2021.

Gaupropagandaleiter "Den Leitern und Referenten dieser Dependancen des Goebbels-Ministeriums oblagen wichtige Funktionen in der Medienlenkung auf Landes- bzw. Gauebene. Sie hatten die Presseanweisungen des Propagandaministeriums gegenüber der Regional- und Lokalpresse durchzusetzen, die berufsständischen Lenkungsmechanismen der Reichskulturkammer zu überwachen sowie Stimmungs- und Wirkungsanalysen zu liefern." Mathias Friedel: Goebbels’ Propagandisten in Hessen - Das Reichspropagandaamt Hessen-Nassau und seine Mitarbeiter in Medien im Nationalsozialismus. Seiten 53–82.

Baden: Adolf Schmid in Karlsruhe Bayerische Ostmark: Hans Kolbe in Bayreuth Berlin: Werner Wächter in Berlin Düsseldorf: Hermann Brouwers in Düsseldorf Essen: Arnold Fischer in Essen Franken: Hans Bäselsöder in Nürnberg Halle-Merseburg: Wilhelm Maul in Halle (Saale) Hamburg: Erich Schmidt in Hamburg Hessen-Nassau: Willi Stöhr in Frankfurt am Main Kärnten: Ottokar Drumbl in Klagenfurt Koblenz-Trier: Albert Urmes in Koblenz Köln-Aachen: Richard Ohling in Köln Kurhessen: Heinrich Gernand in Kassel Kurmark: August Heinrich Scherer in Berlin Magdeburg-Anhalt: Fritz Ihlenburg in Dessau Mainfranken: Waldemar Vogt in Würzburg Mecklenburg: Alexander Sondermann in Schwerin München-Oberbayern: Otto Nippold in München Oberdonau: Ferry Pohl (bis 1941) in Linz Osthannover: Friedrich Schmonsees in Lüneburg Ostpreußen: Joachim Paltzo in Königsberg in Preußen Pommern: Kuno Popp in Stettin Saarpfalz: Rudolf Trampler in Neustadt an der Weinstraße Sachsen: Heinrich Salzmann in Dresden Salzburg: Artur Salcher in Salzburg Schlesien: Fischer in Breslau Schleswig-Holstein: Gustav Schierholz in Kiel Schwaben: Georg Traeg in Augsburg Südhannover-Braunschweig: Herbert Huxhagen (bis 1940) und Kurt Parbel (1941 bis 1944) in Hannover Thüringen: Wilhelm Brüstlin in Weimar Weser-Ems: Ernst Schulze in Oldenburg Westfalen-Nord: Fritz Schmidt in Münster Westfalen-Süd: Hermann Brust in Bochum Wien: Wilhelm Maul (kommissarisch) in Wien Württemberg-Hohenzollern: Adolf Mauer in Stuttgart

Literatur Stefan Hartwig: Konflikt und Kommunikation. Medienarbeit, Kriegsberichterstattung und Propaganda. Lit, Münster u. a. 1999, ISBN 3-8258-4513-3.

Einzelnachweise

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