mini|Volksliederkarte, Paul HeyDatei:Wohlauf in Gottes schöne Welt.mid Wohlauf in Gottes schöne Welt ist ein deutsches Volks-, Wander- und Liebeslied. Den Text schrieb Julius Rodenberg (bis 1855 Julius Levy) vor 1854.Erstveröffentlichung in seiner Sammlung Lieder, Hannover 1854 Die Herkunft der Melodie ist unsicher; vielfach findet sich die Angabe „märkische Volksweise“.So zur Bearbeitung von Paul Zoll bei Schott.
Inhalt Das vierstrophige Gedicht Rodenbergs beginnt mit einer fröhlichen Selbstaufforderung zum Wandern „in Gottes schöne Welt“. Aber schon in der zweiten Strophe geht der Blick zurück zur „trauten“ Heimatstadt, und die Stimmung wird wehmütig. Das Plätschern des Bachs und der sanfte Wind werden in der dritten Strophe als Gruß der zurückgelassenen Geliebten wahrgenommen, bis die vierte den Blick entschieden wieder nach vorn richtet. Wie ein Leitmotiv durchzieht den Text der Abschiedsruf „Ade“, mit dem das Gedicht auch überschrieben ist. 1. Wohlauf in Gottes schöne Welt, lebe wohl, ade! Die Luft ist warm und grün das Feld, lebe wohl, ade! Die Berge glüh’n wie Edelstein, ich wandre mit dem Sonnenschein, 𝄆 lalalala, lalala, ins weite Land hinein! 𝄇
2. Du traute Stadt am Bergeshang, lebe wohl ade! Du hoher Turm, du Glockenklang, lebe wohl ade! Ihr Häuser alle, wohlbekannt, noch einmal wink’ ich mit der Hand, 𝄆 lalalala, lalala, und nun seitab gewandt! 𝄇 3. An meinem Wege fließt der Bach, lebe wohl, ade! Der ruft den letzten Gruß mir nach, lebe wohl, ade! Ach Gott, da wird’s so eigen mir, so milde weh’n die Lüfte hier, 𝄆 lalalala, lalala, als wär’s ein Gruß von dir! 𝄇
4. Ein Gruß von dir, du schönes Kind, lebe wohl, ade! Doch nun den Berg hinab geschwind, lebe wohl, ade! Wer wandern will, der darf nicht steh’n, der darf niemals nach hinten seh’n, 𝄆 lalalala, lalala, muss immer weiter geh’n! 𝄇
Melodie Rodenbergs Text folgt exakt dem Strophenbau von Goethes „Ich hab mein Sach auf Nichts gestellt“.Goethe: „Vanitas, vanitatum vanitas“, bei zeno.org Im Erstdruck ist Louis Spohrs kunstvolle Vertonung dieses Goethegedichts auch als Singweise für „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ angegeben., Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton), Hartmut Höll (Klavier)
Zum Volkslied wurde das Gedicht jedoch mit der heute allgemein verwendeten schwungvollen Melodie unbekannten Ursprungs. Mit dem Vierklang-Aufstieg der ersten Zeile und dem Sextaufschwung der fünften Zeile, gefolgt vom dreifachen punktierten Sekundabstieg – wie ein Winken –, passt sie gut zur ambivalenten Stimmung des Textes. Dabei wird dem „Ade“ jeweils ein „Lebe wohl“ vorangestellt sowie vor der letzten Zeile und deren Wiederholung ein „la la la la, la la la“ eingeschoben.„Wohlauf in Gottes schöne Welt“, lieder-archiv.de
Rezeption Seit der Wende zum 20. Jahrhundert findet sich „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ in vielen Liederbüchern,„Veröffentlichungen von ‚Wohlauf in Gottes schöne Welt‘ “, deutscheslied.com gefördert besonders von der Wandervogel- und Jugendbewegung. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es wegen seines jüdischen Textdichters unterdrückt und in Liederbücher nur anonym aufgenommen.Museumslandschaft Rodenberg: „ ‚Unzensiert‘, oder warum Julius Rodenberg in Vergessenheit geriet“, 23. Februar 2020 Ein Comeback erlebte es nach der Jahrhundertmitte durch zahlreiche Arrangements und Schallplattenaufnahmen.vgl. Suchergebnis bei YouTube
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Volkslied Kategorie:Wandern Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert)