Die Hitzewelle und Waldbrände in Südeuropa und der Türkei 2021 begannen in der ersten Juliwoche 2021 in Südeuropa. Ursache der besonders großen Hitze war der Scirocco (ein heißer Wind aus südlichen bis südöstlichen Richtungen, der von der Sahara kommend über das Mittelmeer weht). Die Hitzewelle wird als Folge des Klimawandels diskutiert.
Ursachen Wetterlage Ende Juli veränderte der Jetstream seine gewohnte Bahn über Westeuropa und verlief weiter südlich, was zur Entwicklung eines Hochdruckgebiets über dem südlichen Balkan und einem allmählichen Temperaturanstieg führte. Gleichzeitig begünstigte diese atmosphärische Zirkulation den Transport feuchter und warmer Luftmassen in den Alpenraum, was in Norditalien, der Schweiz und Österreich zu hohen Niederschlagsmengen und teilweise zu lokalen Überschwemmungen führte. Regenwetter und für die Saison niedrigere Temperaturen kennzeichnete die Wetterlage für das restliche Mittel- und Nordeuropa. In der letzten Juliwoche verstärkte sich das Hochdruckgebiet über dem südlichen Balkan und Griechenland, was einen weiteren Temperaturanstieg bis in die ersten Augusttage zur Folge hatte. Dabei wurde die vom Nationalen Observatorium Athen für den 2. August prognostizierte Maximaltemperatur von 45 °C an mehreren Wetterstationen übertroffen.Στρατής Βουγιούκας, Γιώργος Παπαβασιλείου, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: Ο έντονος κυματισμός του αεροχειμάρου οδηγεί σε ένα ιστορικό κύμα καύσωνα., Nationales Observatorium Athen 30. Juli 2021 (griechisch)
Globale Erwärmung Die globale Erwärmung hat im Mittelmeerraum deutlich stärkere Auswirkungen als im weltweiten Durchschnitt. Die Temperaturen in der Region sind inzwischen etwa 1,5 Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter. Der globale Temperaturanstieg im selben Zeitraum lag bei durchschnittlich 1,1 Grad.Wolfgang Cramer, Guiot J, Fader M, Garrabou J, Gattuso J-P, Iglesias A, Lange MA, Lionello P, Llasat MC, Paz S, Peñuelas J, Snoussi M, Toreti A, Tsimplis MN, Xoplaki E (2018) Climate change and interconnected risks to sustainable development in the Mediterranean. Nature Climate Change 8, 972–980, doi:10.1038/s41558-018-0299-2 (zitiert nach medecc.org); siehe auch RISKS ASSOCIATED TO CLIMATE AND ENVIRONMENTAL CHANGES IN THE MEDITERRANEAN REGION - A preliminary assessment by the MedECC Network Science-policy interface - 2019 (pdf, 36 S.)Zusammenfassung der Studienergebnisse: spiegel.de vom 11. Oktober 2019: Forscher warnen vor dramatischem Temperaturanstieg am Mittelmeer Dadurch kommt es gemäß Forschungen über Waldbrände und dem neuesten Bericht des Weltklimarates immer mehr zu Phasen von so genanntem «Feuerwetter» mit trockenen, heißen und windigen Verhältnissen.Joachim Laukenmann: Südeuropa ist ein gutes Beispiel für das Feuer-Paradox. (Gespräch mit dem Spezialisten für Waldbrände Marco Conedera an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft). In: Tages-Anzeiger, 12. August 2021. Die Wissenschaftler warnen auch vor einem Massensterben der Meeresfauna, vor mehr und immer häufigeren Hitzewellen, mehr Dürreperioden und häufigeren Stürmen.
Betroffene Staaten + Übersicht der Todesopfer Staat Anzahl 1 2 8 Insgesamt (Stand: 5. August 2021) 11
Frankreich In Südfrankreich wurden tausende Anwohner und Touristen evakuiert, nachdem mehrere Waldbrände infolge großer Dürre und einer vorangegangenen Hitzewelle außer Kontrolle geraten waren. Unter anderem wurden 12 Campingplätze evakuiert. Mit Stand 17. August waren mehr als 5000 Hektar Wald verbrannt, rund 900 Feuerwehrleute kämpften gegen die Brände. Eingesetzt wurden auch zehn Löschflugzeuge und drei Löschhubschrauber. Mindestens 22 Menschen wurden verletzt, von denen 19 eine Rauchgasvergiftung erlitten.Tausende Menschen fliehen vor verheerenden Waldbränden. In: Spiegel Online, 17. August 2021. Abgerufen am 17. August 2021.
Griechenland Als Hitzewelle wird in Griechenland ein Zeitraum von mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen mit Temperaturhöchstwerten von 37 °C und Temperaturtiefstwerten von 26 °C definiert. Der Zustrom sehr heißer Luftmassen von Nordafrika nach Griechenland während der Sommermonate ist ein weit verbreitetes Phänomen. Allerdings hat in den vergangenen vier Jahrzehnten die Anzahl von Hitzewellen in Griechenland zugenommen.Σταύρος Ντάφης, Ιωάννης Κωλέτσης, Χρήστος Πετρόπουλος, Γιώργος Κύρος, Γιώργος Παπαβασιλείου, Στρατής Βουγιούκας, Αθανάσιος Καραγιαννίδης, Θοδωρής Γιάνναρος, Βασιλική Κοτρώνη, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: 6 ερωτήσεις για τον καύσωνα των 11 ημερών. meteo.gr, 8. August 2021 (griechisch) Im Zeitraum von 1981 bis 2021 gab es zehn länger anhaltende Hitzeperioden von mindestens 8-tägiger Dauer, davon erstmals zwei im Jahr 2007.Στρατής Βουγιούκας, Χρήστος Πετρόπουλος, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: Καύσωνες με μεγάλη διάρκεια την περίοδο 1981–2021. meteo.gr, 29. Juli 2021 (griechisch)
Nach aktualisierten Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS) mit Stand vom 12. August vernichteten die Brände in Griechenland innerhalb von zwei Wochen seit dem 29. Juli eine Fläche von mehr als 1000 km² Wald und Kulturland. Seit den Waldbränden von 2007 mit mehr als 2500 km² sowie 77 Todesopfern sind sie damit die zweitgrößten Waldbrandschäden. Im gleichen Zeitraum von 2008 bis 2020 belief sich die durchschnittliche jährliche Schadensfläche auf etwa 27,5 km². Seit Jahresbeginn 2021 waren mit Stand vom 12. August nahezu 1.143 km² verbrannt, davon mehr als 90 % innerhalb der vergangenen beiden Wochen, verglichen mit einem Durchschnitt von 96 km² für den Zeitraum von 2008 bis 2020. Die am stärksten betroffene Region war der Inselnorden Euböas mit nahezu der Hälfte der verbrannten Gebiete.Περισσότερα από ένα εκατ. στρέμματα κάηκαν μέσα σε δύο εβδομάδες. AMNA, 12. August 2021 (griechisch)
Hitzewelle mini|Landoberflächentemperatur bis ca. 50 °C, 2. Juli 2021 mini|Landoberflächentemperatur bis ca. 50 °C in Zypern, 2. August 2021
Der Sommer 2021 war in Griechenland durch extrem hohe Temperaturen mit zwei ausgeprägten Hitzewellen gekennzeichnet, bei denen landesweit neue Temperaturhöchstwerte erreicht wurden. Vielerorts lagen die Temperaturabweichungen an mehr als der Hälfte der Sommertage über den Werten für den Vergleichszeitraum von 2010 bis 2019. Die Messstation im thessalischen Trikala registrierte an 72 von 92 Sommertagen höhere Temperaturen als im Vergleichszeitraum, Ioannina in Epirus verzeichnete 69 Tage.Σταύρος Ντάφης, Γιώργος Κύρος, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: Αποκλίσεις θερμοκρασίας το καλοκαίρι του 2021. meteo.gr, 1. September 2021 (griechisch)
Bereits zwischen dem 22. Juni und 2. Juli verzeichnete Griechenland eine 11-tägige landesweite Hitzeperiode, eine der zehn längsten Hitzewellen seit 1981. Sehr hohe Temperaturen kennzeichneten in Griechenland das Wettergeschehen im letzten Junidrittel 2021. Extrem hohe Lufttemperaturen, schwache Winde in Verbindung mit einer starken Sonneneinstrahlung begünstigten die Erhöhung der Oberflächentemperatur des Meeres um bis zu 4 °C gegenüber der Normaltemperatur und erreichte in der nördlichen Ägäis 29 °C. Die nahezu landesweit herrschenden Hitzebedingungen über elf Tage begünstigten die Entstehung von Waldbränden, im gleichen Zeitraum registrierte die Feuerwehr 428 Waldbrände. Seit ihrer Inbetriebnahme wurden an neun Wetterstationen Temperaturhöchstwerte gemessen.Σταύρος Ντάφης, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος, Χρήστος Πετρόπουλος: Ο καύσωνας της περιόδου 22 Ιουνίου - 2 Ιουλίου 2021 σε αριθμούς, meteo.gr, 4. Juli 2021 (griechisch) Am 1. Juli wurden an 78 automatischen Messstationen 40 °C erreicht oder überschritten, die höchste Temperatur bei Chania auf Kreta mit 44,3 °C gemessen.Ιωάννης Κωλέτσης, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: Σάρωσε ο Λίβας στα ανατολικά και νότια – Ξεπέρασε τους 44 °C η θερμοκρασία την Πέμπτη 01/07. meteo.gr, 1. Juli 2021 (griechisch)
Im Monatsverlauf war der Juli 2021 im Durchschnitt zum Vergleichsmonat der 2010er-Dekade der wärmste auf den Ägäisinseln und der zweitwärmste auf dem griechischen Festland.Σταύρος Ντάφης, Γιώργος Κύρος, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: Ιούλιος 2021: Ο πιο θερμός Ιούλιος της δεκαετίας για τα νησιά του Αιγαίου, ο δεύτερος πιο θερμός για τα ηπειρωτικά. meteo.gr, 2. August 2021 (griechisch) Der nationale Wetterdienst hatte Ende Juli eine Wetterwarnung mit Prognosen einer bevorstehenden Hitzewelle mit der höchsten Warnstufe herausgegeben.Έκτακτο Δελτίο Επικίνδυνων Καιρικών Φαινομένων (ΕΔΕΚΦ), Griechischer Wetterdienst (griechisch) Ebenso warnte Meteoalarm, das Unwetterportal der Europäischen Wetteragentur EUMETNET, vor extrem hohen Temperaturen., Meteoalarm Am 27. Juli veröffentlichte das Nationale Observatorium Athen Daten, die eine Hitzewelle von extrem langer Dauer mit Temperaturen über 43 °Celsius auf dem Festland sowie hohen Nachttemperaturen prognostizierten. In der ersten Phase würden bis zum 4. August sehr heiße Luftmassen aus Nordafrika in etwa 1500 Meter Höhe nordostwärts befördert. Aufgrund großer Druckunterschiede ist in der zweiten Phase zusätzlich zum Heißlufttransfer eine Abwärtsbewegung der Luftmassen und damit eine weitere Erwärmung verbunden.Στρατής Βουγιούκας, Σταύρος Ντάφης, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος, Ιωάννης Κωλέτσης: Οι ατμοσφαιρικές διεργασίες που θα προκαλέσουν το ακραίο κύμα καύσωνα, meteo.gr, 27. Juli (griechisch) Nach einer weiteren Vorhersage des Nationalen Observatoriums vom 30. Juli sollten die hohen Temperaturen in Griechenland anhalten und am 2. August ihren Höhepunkt mit lokal über 45 °C erreichen. Die Autoren sprachen von einer „historischen Hitzewelle“.Γιώργος Παπαβασιλείου, Στρατής Βουγιούκας, Κωνσταντίνος Λαγουβάρδος: Ο έντονος κυματισμός του αεροχειμάρου οδηγεί σε ένα ιστορικό κύμα καύσωνα. meteo.gr, 30. Juli (griechisch)