Ilse Scharge-Nebel (geb. Nebel; * 29. September 1904 in Löbau; † 21. August 1988 in GardelegenEva Labouvie: Frauen in Sachsen-Anhalt. Böhlau Verlag, 2019. S. 481) war eine deutsche Glasgestalterin.
Leben und Werk Ilse Nebel studierte von 1922 bis 1927 an der Dresdener Kunstgewerbeakademie. Danach arbeitete sie vorübergehend als Grafikerin und Malerin, dann als Glasgraveurin in Stein-Schönau hatte sie von 1928 bis 1930 in Bautzen eine Werkstatt für Glasgravur und Porzellanmalerei. Nach der Heirat mit dem Goldschmied Otto Scharge betrieb sie ab 1930 als freischaffende Glasgestalterin mit ihm eine große Werkstatt in Halle. „Durch die von ihr genutzte Technik des Diamantstippens und -ritzens erwachen Tiere und Pflanzen mittels feinster Punkte und Linien auf durchsichtigem Untergrund zum Leben.“22. August 2020 – Kunst erleben – Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (kunstmuseum-moritzburg.de) Damit erfuhr sie schon in den 1930er Jahren öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung. So schrieben Velhagen & Klasings Monatshefte 1937: „Die Arbeiten von Ilse Scharge – Nebel in Halle zeichnen sich durch Leben und Phantasie aus, und schon die Abbildungen lassen erkennen, wie erregend sich das Licht in den Gravuren brechen wird.“.Band 52, S. 381 Im selben Jahr brachte die Zeitschrift des BDM einen Bildbericht „Vom ‚Stippen‘ und ‚Reißen‘ einer alten Glaskunst“ und druckte auf dem Deckblatt u. a. ein Foto: „Die Glaskünstlerin Ilse Scharge-Nebel am Kupferrad“.Das Deutsche Mädel: Die Zeitschrift des Bundes Deutscher Mädel in der HJ. Jahrgang 1937, Augustheft, Reichsausgabe
Ilse Scharge-Nebel fertigte auch Entwürfe für namhafte Glasmanufakturen, u. a. für die Karlsbader Kristallglasfabriken, die Theresienthaler Krystallglasfabrik, Ludwig Moser & Söhne in Karlsbad und die Oberlausitzer Glaswerke in Weißwasser.
In der DDR war Ilse Scharge-Nebel neben Ilse Decho und Irmgard Kotte-Weidauer die wichtigste Glaskünstlerin. Sie war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.easydb.archive
Ehrungen
1936: Goldmedaille auf der Triennale di Milano 1937: Gold- und Silbermedaille auf der Weltausstellung in Paris 1940: Gold- und Silbermedaille auf der Triennale di Milano 1984: Hans-Grundig-Medaille
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken, die Ilse Scharge-Nebel entworfen oder hergestellt hat (unvollständig)
Arnstadt: Schlossmuseum Arnstadt Berlin: Kunstgewerbemuseum Coburg: Kunstsammlung der Veste Coburg Dresden: KunstgewerbemuseumScharge-Nebel - SucheSKD-Datenbank ist z. Z. nicht erreichbar. Düsseldorf: Museum Kunstpalast Halle (Saale): Kunstmuseum Moritzburg Leipzig: Grassi-Museum für Angewandte KunstObjekte [Durchblättern] :: Person/Institution: Ilse Scharge-Nebel (1904-1988). :: museum-digital:sachsen Stuttgart: Landesmuseum WürttembergIlse Scharge-Nebel (1904-1988): museum-digital:baden-württemberg
Weitere Werkbeispiele
Schale Fische (1936, Glas, Diamant gestippt, Höhe 11,29 cm) Fußschale (Kristallglas; Diamant gestippt und geritzt; Form 1931/1932, Dekor 1940; im Bestand des Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale)22. August 2020, auf kunstmuseum-moritzburg.de Taufbecher (Kristallglas, gestippt, 1954; Grassi-Museums)
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1963: Leipzig, Grassimuseum (mit Otto Scharge und Günther Laufer) 1964/1965: Eisenach, Thüringer Museum (mit Otto Scharge und Günter Laufer) 1969/1970: Schmalkalden, Schlossmuseum (mit Otto Scharge) 1984: Erfurt, Galerie am Fischmarkt 1994: Halle, Staatliche Galerie Moritzburg (mit Otto Scharge)
Ausstellungsbeteiligungen 1938: München, Haus der Deutschen Kunst (Deutsche Architektur- und Kunsthandwerkausstellung) 1948: Halle/Saale (Große Kunstausstellung Sachsen-Anhalt) 1965: Leipzig, Grassimuseum („Kunsthandwerk im Grassimuseum“) 1967: Leipzig, Grassimuseum („Kunsthandwerk im Grassimuseum“) 1958/1959, 1967/1968 und 1972/1973: Dresden (Vierte und VI. Deutsche Kunstausstellungen der DDR und VII. Kunstausstellung der DDR) 1989: Berlin, Kunstgewerbemuseum („Kunsthandwerk der Gegenwart. Zeitgenössische Arbeiten aus der DDR in der Sammlung des Berliner Kunstgewerbemuseums“)
Literatur Walter Funkat: Kunsthandwerk in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1970 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 820 De Gruyter. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 101, 2018, S. 381/382
Weblinks Ilse Scharge-Nebel, katalog.arthistoricum.net/ Ilse Scharge-Nebel, Bildindex der Kunst & Architektur
Einzelnachweise
Kategorie:Glaskünstler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Frau