mini |hochkant=1.5 |Globale Durchschnittstemperatur-Datensätze zeigen eine weitgehende Übereinstimmung über den Fortschritt und das Ausmaß der globalen Erwärmung: Die paarweisen Korrelationen sind größer als 99 %. mini |hochkant=1.5 |Veränderung der globalen CO₂-Konzentration und der Temperatur seit 1850. Die Primärachse links zeigt die CO₂-Konzentration in der Luft in ppm (rote Linie). Die Sekundärachse rechts zeigt die Temperaturabweichung in °C (blaue Linie) vom Mittelwert der Jahre 1850–1900 (s. o. Berkeley Earth). In der Wissenschaft herrscht ein starker wissenschaftlicher Konsens darüber, dass sich die Erde erwärmt und dass diese Erwärmung hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten – vor allem Treibhausgasemissionen – verursacht wird. Dieser wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel, der seit spätestens Anfang der 1990er Jahre bestehtJames Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 178., wird durch verschiedene Studien zu Standpunkten von Wissenschaftlern und durch Positionserklärungen von Wissenschaftsorganisationen gestützt, von denen viele ausdrücklich mit den Übersichtsarbeiten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) übereinstimmen. Darin heißt es, dass immer mehr Beobachtungen die Realität der globalen Erwärmung belegen und dass die in den letzten 50 Jahren beobachtete Erwärmung im Wesentlichen auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist.
Die systematische Analyse der wissenschaftlichen Literatur ist eine weitere Möglichkeit, den wissenschaftlichen Konsens zu messen. Fast alle aktiv veröffentlichenden Klimawissenschaftler unterstützen den Konsens über den menschengemachten Klimawandel. Dies wurde in vergleichenden Untersuchungen aktueller Publikationen immer wieder bestätigt. Eine Überprüfung wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Jahr 2019 ergab, dass der Konsens über die menschliche Ursache des Klimawandels bei 100 % liegt, und eine Studie aus dem Jahr 2021 kam zu dem Schluss, dass sich über 99 % der wissenschaftlichen Arbeiten bzgl. des menschengemachten Klimawandels einig sind. Der kleine Prozentsatz der Studien, die nicht mit dem Konsens übereinstimmen, enthält häufig Fehler oder kann nicht reproduziert werden.
Seit 2007 bezweifelt kein nationales oder internationales wissenschaftliches Gremium mehr die Existenz des menschengemachten Klimawandels. Das Bestreiten der Existenz des wissenschaftlichen Konsenses zum Klimawandel ist neben Trend-, Ursachen- und Folgenleugnung die vierte Hauptkategorie der Klimawandelleugnung.
Konsenspunkte Der aktuelle wissenschaftliche Konsens lautet:
Das Klima der Erde hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts deutlich erwärmt. Menschliche Aktivitäten (hauptsächlich Treibhausgasemissionen) sind die Hauptursache. Anhaltende Emissionen werden die Wahrscheinlichkeit und Schwere globaler Effekte erhöhen. Menschen und Nationen können individuell und gemeinsam handeln, um das Tempo der globalen Erwärmung zu verlangsamen und sich gleichzeitig auf den unvermeidlichen Klimawandel und seine Folgen vorzubereiten.
Es gibt viele Studien zum wissenschaftlichen Konsens. Zu den meistzitierten gehört eine Studie aus dem Jahr 2013 mit fast 12.000 Abstracts von Peer-Review-Artikeln zur Klimawissenschaft, die seit 1990 veröffentlicht wurden, von denen etwas mehr als 4.000 Artikel eine Ansicht zur Ursache der jüngsten globalen Erwärmung äußerten. Von diesen stimmen 97 % explizit oder implizit zu, dass globale Erwärmung stattfindet und vom Menschen verursacht wird. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass diese Erwärmung durch „menschliche Aktivitäten, insbesondere die Emissionen von Treibhausgasen“ in die Atmosphäre bedingt ist. Die rein natürliche Veränderung des Klimas hätte einen leichten kühlenden und keinen wärmenden Effekt zur Folge gehabt.
Diese wissenschaftliche Überzeugung wird in Systematischen Übersichtsarbeiten, von nationalen oder internationalen wissenschaftlichen Gremien und durch Meinungsumfragen unter Klimawissenschaftlern erfasst. Einzelne Wissenschaftler, Universitäten und Laboratorien tragen durch ihre mit Peer-Review geprüften Veröffentlichungen zur wissenschaftlichen Gesamtmeinung bei, und die allgemeine Gesamtmeinung und relative wissenschaftliche Sicherheit sind in diesen validierten Berichten und Erhebungen zusammengefasst.
Nationale und internationale Akademien der Wissenschaften und wissenschaftliche Gesellschaften haben aktuelle wissenschaftliche Arbeiten zur globalen Erwärmung bewertet. Diese Bewertungen stimmen im Allgemeinen mit den Schlussfolgerungen des Intergovernmental Panel on Climate Change überein.
Einige wissenschaftliche Gremien haben Regierungen spezifische Richtlinien empfohlen, und die Wissenschaft kann eine Rolle bei der Information über eine wirksame Reaktion auf den Klimawandel spielen. Politische Entscheidungen können jedoch Werturteile erfordern und werden daher nicht in das wissenschaftliche Gutachten aufgenommen.
Kein wissenschaftliches Gremium von nationalem oder internationalem Rang vertritt eine Meinung, die von einem dieser Hauptpunkte abweicht. Das letzte nationale oder internationale wissenschaftliche Gremium, das eine abweichende Meinung vertrat, war die American Association of Petroleum Geologists. 2007 aktualisierte sie ihre Stellungnahme auf ihre aktuelle unverbindliche Position. Einige andere Organisationen, vor allem solche mit dem Schwerpunkt Geologie, nehmen ebenfalls unverbindliche Positionen ein.
In jüngeren Übersichtsarbeiten gilt das Bestreiten der Existenz des wissenschaftlichen Konsenses zum Klimawandel neben Trend-, Ursachen- und Folgenleugnung als vierte Hauptkategorie der Klimawandelleugnung.
Übersichtsarbeiten Systematische Übersichtsarbeiten sind Auswertungen wissenschaftlicher Literatur, die die Ergebnisse einer Reihe von Einzelstudien zusammenstellen, um ein breites Verständnis zu erreichen oder den Wissensstand zu einem bestimmten Thema zu beschreiben.
Sechster Sachstandsbericht des IPCC
hochkant=1.5|mini|Anstieg der globalen Oberflächentemperaturen im Zeitraum 1850 bis 2020 im Vergleich zu 1850–1900 gemäß sechstem Sachstandsbericht des IPCC. Schwarz: beobachteter Anstieg, rot: menschliche und natürliche Treiber, grün: nur natürliche Treiber. Der IPCC hielt in seinem ab 2021 erschienenen sechsten Sachstandsbericht fest, es sei „unbestritten, dass der Mensch die Atmosphäre, die Ozeane und das Land erwärmt hat“ und dass bereits „weitreichende und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, den Ozeanen, der Kryosphäre und der Biosphäre“ eingetreten seien. „Das Ausmaß der jüngsten Veränderungen im Klimasystem als Ganzes und der gegenwärtige Zustand vieler Aspekte des Klimasystems“ sei inzwischen „beispiellos über viele Jahrhunderte bis Jahrtausende“, zudem wirke sich dieser explizit als „menschengemachter Klimawandel“ bezeichnete Effekt bereits auf eine Vielzahl von Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Erde aus. Gemäß Bericht nahm die global gemittelte Oberflächentemperatur zwischen den Zeiträumen von 1850 bis 1900 und 2011 bis 2020 um 1,09 °C (Unsicherheitsspanne: 0,95 bis 1,20 °C) zu, wobei nach bester Schätzung 1,07 °C menschengemacht seien. Diese Erwärmung wird sich zunächst weiter fortsetzen und sowohl das 1,5- als auch das 2-Grad-Ziel überschreiten, sofern nicht die Emissionen von Kohlenstoffdioxid und weiteren Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten stark reduziert werden. Der Bericht hält zudem fest, dass „aus physikalisch-wissenschaftlicher Sicht die Begrenzung der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung auf ein bestimmtes Niveau eine Begrenzung der kumulativen CO2-Emissionen“ erfordert. Dafür müssten „mindestens Netto-Null-CO2-Emissionen erreicht werden“, zugleich aber auch andere Treibhausgasemissionen stark verringert werden.Climate Change 2021. The Physical Science Basis. Summary for Policymakers. Website des IPCC. Abgerufen am 23. Oktober 2021.
Fünfter Sachstandsbericht des IPCC
Der Fünfte Sachstandsbericht des IPCC (AR5) folgte dem gleichen allgemeinen Format wie der Vierte Sachstandsbericht, mit drei Arbeitsgruppenberichten und einer systematischen Übersichtsarbeit. Der Bericht der Arbeitsgruppe I (WG1) wurde im September 2013 veröffentlicht. In der Zusammenfassung des Berichts für politische Entscheidungsträger heißt es, dass die Erwärmung des Klimasystems „eindeutig“ ist. Sie finde in einem Maße statt, das über Jahrzehnte bis Jahrtausende beispiellos sei. Treibhausgasemissionen, die hauptsächlich durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum getrieben werden, haben zu Treibhausgaskonzentrationen geführt, die seit mindestens 800.000 Jahren beispiellos sind. Diese sind zusammen mit anderen anthropogenen Triebkräften „extrem wahrscheinlich“ (Wahrscheinlichkeit von mehr als 95 %) seit Mitte des 20. Jahrhunderts die vorherrschende Ursache der beobachteten globalen Erwärmung.
In der Zusammenfassung heißt es weiter:
Weitere Kernschlussfolgerungen sind im Folgenden zusammengefasst:
„Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig, und seit den 1950er Jahren sind viele der beobachteten Veränderungen über Jahrzehnte bis Jahrtausende beispiellos.“ „Die atmosphärischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas sind auf ein Niveau gestiegen, das mindestens in den letzten 800.000 Jahren beispiellos war.“ Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar. Es ist äußerst wahrscheinlich (95–100 % Wahrscheinlichkeit), dass der menschliche Einfluss zwischen 1951 und 2010 die dominierende Ursache für die globale Erwärmung war. „Zunehmende Ausmaße der globalen Erwärmung erhöhen die Wahrscheinlichkeit schwerer, weitreichender und irreversibler Auswirkungen.“ „Ein erster Schritt zur Anpassung an den zukünftigen Klimawandel besteht darin, die Anfälligkeit und die Exposition gegenüber der gegenwärtigen Klimavariabilität zu verringern.“ „Die Gesamtrisiken der Auswirkungen des Klimawandels können verringert werden, indem die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Klimawandels begrenzt werden“ Ohne neue Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels deuten die Projektionen auf einen Anstieg der globalen Mitteltemperatur zum Jahr 2100 um 3,7 bis 4,8 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau (Medianwerte; der Bereich liegt zwischen 2,5 und 7,8 °C einschließlich Klimaunsicherheit) hin. Der derzeitige Verlauf der globalen Treibhausgasemissionen ist nicht mit einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 oder 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau vereinbar. Die im Rahmen des Abkommen von Cancún gemachten Zusagen stimmen weitgehend mit kosteneffektiven Szenarien überein, die eine „wahrscheinliche“ Chance (66–100 % Wahrscheinlichkeit) einer Begrenzung der globalen Erwärmung (im Jahr 2100) auf unter 3 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau bieten.
The Guardian formulierte über die Veröffentlichung des Berichts:
The New York Times berichtete:
Vierter Sachstandsbericht des IPCC
mini|Zeitraffervideo der NASA: Die globalen Durchschnittstemperaturen sind gestiegen, wobei kühlere Temperaturen (in Blau dargestellt) sich im Allgemeinen zu wärmeren Temperaturen (in zunehmend intensiven Rottönen) geändert haben. Im Februar 2007 veröffentlichte der IPCC eine Zusammenfassung des bevorstehenden Vierten Sachstandsberichts (AR4). Laut dieser Zusammenfassung ist der vierte Sachstandsbericht zu dem Ergebnis gekommen, dass menschliches Handeln „sehr wahrscheinlich“ die Ursache der globalen Erwärmung ist, was einer Wahrscheinlichkeit von 90 % oder mehr entspricht. Die globale Erwärmung wurde in diesem Fall durch einen Anstieg der durchschnittlichen globalen Temperaturen um 0,75 Grad in den letzten 100 Jahren gezeigt.
Im vierten Sachstandsbericht des IPCC heißt es:
Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig, wie der Anstieg der globalen durchschnittlichen Luft- und Meerestemperaturen, das weit verbreitete Schmelzen von Schnee und Eis und der Anstieg des globalen durchschnittlichen Meeresspiegels zeigen.