Jewgenija Filippowna Derjugina (* 26. Oktober 1923 in Simferopol; † 7. Mai 1944 in Balaklawa) war ein Maat der 83. Marinebrigade der Sowjetischen Marine und eine landesweit bekannte sowjetische Sanitäterin im Zweiten Weltkrieg. Während der Schlacht um Sewastopol soll sie über 100 verwundete Soldaten und Kommandeure vom Gefechtsfeld getragen haben.
Leben Jewgenija Derjugina besuchte in Simferopol die Mittelschule und studierte dann am Schiffsbautechnikum in Sewastopol und besuchte Kurse zur Ausbildung als Krankenschwester. Sie sollte evakuiert werden und im Hinterland ihr Studium fortsetzen. Sie weigerte sich und erreichte, dass sie in der Schlacht um Odessa in einer Marineinfanteriekompanie als Sanitätsinstrukteur eingesetzt wurde. Sie arbeitete in der Aufklärung hinter den feindlichen Linien. Bei Odessa erhielt sie auch ihre erste Auszeichnung „Für Tapferkeit“.
Von Odessa wurde sie auf einem Kriegsschiff nach Sewastopol evakuiert und kurierte dort ihre Verwundung aus. Bald nahm sie aber wieder teil an der Verteidigung Sewastopols, bei Balaklawa. Dort soll sie über 100 verwundete Soldaten und Kommandeure vom Gefechtsfeld getragen haben und wurde dabei selbst dreimal verwundet. Die Festung verließ sie schwimmend als eine der letzten. Nach mehreren Stunden wurde sie und ihre Gruppe, die sich gegenseitig halfen, von einem sowjetischen Wachboot aufgenommen und zur Kaukasusküste gebracht. Sie wurde mit ihrer Brigade nach Noworossijsk evakuiert und nahm dort an den Kämpfen beim „Kleinen Land“ teil. Im April/Mai 1944 nahm Jewgenija Derjugina mit einem Angriffsbataillon der 83. Brigade der Marineinfanterie an der Schlacht um die Krim teil. Innerhalb weniger Tage (vom 3. bis 7. Mai) trug sie 89 Verwundete aus der Frontlinie.
Tod Jewgenija wurde beim Sturm auf den Berg Sapun von einem Scharfschützen erschossen. Sie wurde in Balaklawa beerdigt und ihre Asche später auf Bitte ihrer Verwandten nach Simferopol überführt.
Auszeichnungen Orden des Vaterländischen Krieges 1. Grades (postum) Orden des Roten Sterns Medaille „Für Tapferkeit“ Medaille „Für die Verteidigung Odessas“ Medaille „Für die Verteidigung Sewastopols“ Medaille „Für Verdienste im Kampf“
Gedenken Nach Jewgenija Derjugina sind Straßen in Sewastopol (seit 6. Mai 1969)Улица Жени Дерюгиной, Севастополь und SimferopolУлица Жени Дерюгиной, Симферополь (seit 1975) benannt.
Derjugina ist auf einem großen Gemälde des Dioramas „Sturm auf den Berg Sapun am 7. Mai 1944“ abgebildet.Diorama „Sturm auf den Berg Sapun am 7. Mai 1944“, Krymologia (russ.)
Ihr zu Ehren wurde die medizinische Fachschule in Sewastopol nach ihr benannt.medizinische Fachschule „Schenja Derjugina“ Sewastopol (russ.)
Literatur Autorenkollektiv: Der Kampfweg der sowjetischen Seekriegsflotte. Berlin 1976, S. 410.
Weblinks Санинструктор Женя Sanitätsinstrukteur Schenja in Журнал Здоровье (Zeitschrift Gesundheit) 1984/11 (russ.) Дерюгина, Евгения Филипповна Derjugina, Jewgenija Filippowna auf Krymologia (Enzyklopädie der Krim, russ.) Подвиг Жени Дерюгиной Die Heldentat von Schenja Derjugina, Krim24, 8. Mai 2015 (Archiv, russ.) Information in der Datenbank Memorial
Einzelnachweise
Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) Kategorie:Person (militärisches Sanitätswesen) Kategorie:Träger des Ordens des Vaterländischen Krieges I. Klasse Kategorie:Träger des Ordens des Roten Sterns Kategorie:Träger der Medaille „Für die Verteidigung Odessas“ Kategorie:Träger der Medaille „Für Verdienste im Kampf“ Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Frau