Der Dreiländergarten (Eigenschreibweise auch DreiLänderGarten) ist ein rund 32 Hektar großer Landschaftspark in der baden-württembergischen Stadt Weil am Rhein. Der Name leitet sich von seiner Lage nahe am Dreiländereck mit der Schweiz und Frankreich ab. Vom 30. April bis 17. Oktober 1999 war das Gelände Teil der Landesgartenschau Grün 99. Der Dreiländergarten dient nicht nur als Naherholungsgebiet. Er ist auch Schauplatz für Kultur- und Sportveranstaltungen, Märkte und Messen sowie Standort mehrerer Kunstwerke im öffentlichen Raum. Teil des 600 Hektar großen, binationalen Landschaftsparks Wiese, der sich zwischen Weil am Rhein, Lörrach, Basel und Riehen erstreckt.Landschaftspark Wiese (PDF; 4,4 MB) – Karte und Informationen zum Landschaftspark Wiese, abgerufen am 7. Juli 2021.

Geschichte Vorgeschichte, Planung und Bau Das Motto „Grün 99“ als erste trinationale Gartenausstellung zusammen mit den Nachbarländern Schweiz und Frankreich, die mit zahlreichen Beiträgen ebenfalls teilnahmen, knüpft an die erfolgreich verlaufende Gartenbauausstellung Grün 80 an, die 1980 im benachbarten Basel stattfand.

Landesgartenschauen wurden in den 1980er Jahren als Planungsinstrument zur Strukturverbesserung der Gemeinden angesehen. Der damalige Oberbürgermeister Peter Willmann (1938–2007) und der damalige Bau-Bürgermeister Rainer Stickelberger begannen schon Mitte der 1980er Jahre mit entsprechenden Überlegungen, eine Gartenschau nach Weil am Rhein zu holen. Als 1992 auf Stickelberger Klaus Eberhardt nachfolgte, wurden Kontakte zur international angesehenen Architektin Zaha Hadid geknüpft, die den Landes-Pavillon Treffpunkt Baden-Württemberg gestalten sollte. Mit dem Zuschlag für die Grün 99, den die Stadt erhielt, wurden auch weitere flankierende Maßnahmen und Vorhaben durchgeführt. So verlegte die Stadt in den 1990er Jahren die durch das Stadtzentrum verlaufende B 3 und schuf die Voraussetzungen, dass die Zollfreistrasse durch Schweizer Gebiet angeschlossen wurde. So war eine durchgehende Verbindung, ohne den umständlichen Weg über den Tüllinger Berg, zur Nachbarstadt Lörrach geschaffen. Damit konnte der Innenstadtkern von Weil am Rhein verkehrsberuhigt werden und gleichzeitig die Gartenstadt saniert werden. Insgesamt wurden 42 Millionen Mark investiert und elf Förderprogramme verwendet. 23 Millionen Mark davon entfielen auf die Landesgartenschau selbst. Neben dem Aus- und Umbau der Straßenverkehrswege wurden die Regio-S-Bahn sowie die Sportanlagen saniert.Badische Zeitung: Wie die Grün 99 nach Weil am Rhein kam, Artikel vom 24. Juli 2019, abgerufen am 7. Juli 2021. Für den Park selbst wurde insbesondere der Bereich Mattfeld neu strukturiert.Gemeinsamer Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan 2022. Teilraum Weil am Rhein. (PDF), S. 37, abgerufen am 9. Juli 2021.

mini|hochkant=2|Luftbild in südliche Richtung vom heutigen Dreiländergarten während der Bauarbeiten (April 1998) Nach einer trinationalen Ausschreibung im September 1993 erhielt im Februar 1994 das Freiburger Landschaftsarchitekturbüro Krupp, Losert und Partner (faktorgruen) zusammen mit dem Büro Fahle & Barton ebenfalls aus Freiburg sowie italienischen Gartenbau- und Landschaftsarchitekten aus Genua den 1. Preis.

Seit Eröffnung Die im Zeitraum vom 30. April bis 17. Oktober 1999 abgehaltene Landesgartenschau wurde von insgesamt 855.000 Menschen besucht.bwgruen.de: Landesgartenschau Weil am Rhein 1999, abgerufen am 7. Juli 2021. Die Ausstellung wurde vom Weiler Oberbürgermeister Peter Willmann und dem Basler Regierungspräsidenten Hans Martin Tschudi feierlich eröffnet. Der Besucheranteil aus der Schweiz betrug 35 %, der aus Frankreich rund 15 %. Als Gesamtkosten wurden 12,5 Millionen Euro für die Grundstücks- und Erschließungskosten bilanziert. Dazu kamen noch weitere 3,5 Millionen Euro für flankierende Maßnahmen.bz-ticket.de: Bis heute faszinieren die Wassergärten, Artikel vom 10. Juni 2017, abgerufen am 19. Juli 2021.

Zur Abschlussfeierlichkeit der Landesgartenschau, der knapp 40.000 Besucher beiwohnten,Paßlick: Die «Grün 99» in Weil am Rhein. Sechs Monate Natur, Erlebnis und Kultur. S. 156. fand neben einem Feuerwerk auch eine Darbietung des traditionellen Chienbäse aus Liestal statt.Paßlick: Ein Garten als Zeitreise: der Dreiländergarten in Weil am Rhein, S. 48. Zur Grün 99 fanden insgesamt 1800 Veranstaltungen und 600 Gruppenführungen statt.

Im Jahr der Landesgartenschau gründete sich der Förderverein DreiLänderGarten, der den Zweck der Pflege und Entwicklung des Geländes verfolgt. Im Rahmen einer Baumpflanzinitiative der Stadt Weil am Rhein, die sich zum Ziel gesetzt hat 1000 Bäume in zehn Jahren neu zu pflanzen, hat der Förderverein im November 2020 im Dreiländergarten 20 und im Areal des Laguna Badelandes weitere 28 Bäume gesetzt.Weiler Zeitung: 50 Bäume an einem Tag, Artikel vom 12. November 2020, abgerufen am 29. Juli 2021.

Lage Der fast ebenerdige Dreiländergarten liegt südlich des Innenstadtzentrums von Weil am Rhein auf einem Niveau von rund . Das Gebiet rechtsseitig des Wiesentals liegt etwa 15 bis 20 Höhenmeter niedriger als das Stadtgebiet und ist Teil des rund 600 Hektar großen binationalen Landschaftsparks Wiese,Website des Landschaftsparks Wiese, abgerufen am 20. Mai 2021. eines Grünraums mitten im Siedlungsgebiet von Basel, Riehen, Weil am Rhein und Lörrach. Der Fluss Wiese fließt wenige hundert Meter am Dreiländergarten vorbei und mündet in Basel in den Rhein. Unweit des Mündungsbereichs befindet sich das Dreiländereck zwischen Frankreich, Schweiz und Deutschland, welches rund 1,5 Kilometer Luftlinie vom Park entfernt liegt und namensgebend für den Dreiländergarten ist. Durch den Dreiländergarten fließt der Krebsbach, der im nördlich anschließenden Mooswald entspringt und später in die Wiese mündet.

Verkehrswege und Wegenetz mini|B 317 als Nordrand des Dreiländergartens (rechts) Der Dreiländerpark liegt eingerahmt von der Weiler Innenstadt im Norden und dem Stadtteil Otterbach im Westen. Entlang der nördlichen Begrenzung verläuft die Bundesstraße 317 und weiter nördlich unmittelbar parallel dazu die Bahnstrecke Weil am Rhein–Lörrach. Von der B 317 zweigt am Ostrand des Parks die Kreisstraße 6330 (Nonnenholzstraße) ab, verläuft quer durch die Parkanlage und mündet im Südteil Otterbachs in den südlichsten Teil der Bundesstraße 3 unmittelbar am Grenzübergang zur Schweiz. Südwestlich bildet ein Waldstück den Abschluss des Parks, nach Süden bzw. Südosten schließen sich dem Park das Mattfeld und die Kiesgrube Käppelin an.

mini|Dr.-Peter-Willmann-Allee Allein die Hauptwege im Dreiländergarten sind über sieben Kilometer lang. Die Wege dienen in erster Linie Fußgängern und Spaziergängern und sind teilweise gepflastert, fein geschottert oder asphaltiert. Markante Hauptachse ist die Dr.-Peter-Willmann-Allee, die sich inklusive des Vorplatzes am Haupteingang bis zum Ostteil des Parks rund 1,5 Kilometer erstreckt. Die meisten anderen Wege führen rechtwinklig dazu durch den Park. Vom Haupteingang zweigt ein in einer leichten Kurvenform abgehender Weg diagonal zum Platz der 3 Länder. Weitere Wege führen teilweise kurvig über das Parkgelände, im Ostteil gibt es am Kieswerk eine ovale Wegführung am Hadid-Pavillon, deren beide Hauptachsen 280 und 150 Meter messen. Das Innere des Ovals enthält weitere Wege.

Neben dem breiten Haupteingang, der über einen gepflasterten Vorplatz erreichbar ist, gibt es einen weiteren Osteingang vom Ortsteil Otterbach über den Holzmattenweg, der direkt zu den Wassergärten führt. Im Nordosten ist der Park über das kleine Waldgebiet Mooswald und einer Unterführung von dem Quartier Gartenstadt aus erreichbar. Ebenfalls im Norden ist ein Zugang mittig über den Schlaichturm und einer über eine von Osten herangeführte Rampe, dessen Weg ebenfalls am Schlaichturm vorbei zum Sportzentrum und Badeland führt. Darüber hinaus führen zahlreiche kleinere Wege von Südosten über den Landschaftspark WieseSiehe hierzu Jakob Schmitz, Ernst-Jürgen Schröder: Der Landschaftspark Wiese und Gateway Basel Nord in grenzüberschreitender Perspektive. In: Regio Basiliensis : Basler Zeitschrift für Geographie, Band 64–65 (2023–2024), S. 17–29 PDF aus der Schweiz in den Dreiländergarten.

Durch den Dreiländerpark führen mehrere ausgewiesene Radwege, die sich vor allem auf die Hauptachsen beschränken. Im Wesentlichen werden die Radwege im Park für die Verbindung zwischen Weil am Rhein und Riehen beziehungsweise Basel genutzt. Eine weitere wichtige Radverbindung ist die Anbindung von Otterbach mit der Gartenstadt/Leopoldshöhe. Der Weg führt vorbei am Schlaichturm über eine Rampe in das höher gelegene Zentrum von Weil am Rhein. Durch den Park führt in Ost-West-Richtung auch die sechste Etappe des touristischen Kultur-Themenradwegs 2 Ufer 3 Brücken. Der 33 Kilometer lange Radweg führt von der elsässischen Petite Camargue nach Saint-Louis und weiter über die Dreiländerbrücke, die Stadt Weil und den Dreiländergarten nach Lörrach.Museen-Tour Süd (33 km), abgerufen am 21. Juli 2021.

Beschreibung Wassergärten mini|Wassergärten Unmittelbar am westlich gelegenen Haupteingang des Parkes beginnen die Wassergärten. Die künstlich angelegten Wasserflächen weisen der Form nach eine von Norden nach Süden aufspreizende Bogenform auf und sind beidseitig von Wegen gesäumt. Sie werden von der Dr.-Peter-Willmann-Allee unterbrochen und haben an ihrer Ostseite mehrere kleinere Halbinseln, die in die Wasserflächen ragen. Diese Halbinseln sind teilweise mit Schilf bewachsen und bieten neben Sitzmöglichkeiten und verschlungenen Wegen auch der Tierwelt im Park ein Habitat. In den Wassergärten sind diverse Tiere wie Fische, Muscheln, Krebse, Wasservögel und Schildkröten heimisch. Die Schildkrötenpopulation wurde mit ausdrücklicher Genehmigung des Regierungspräsidiums angesiedelt und umfasst etwa 50 Exemplare, darunter auch mindestens zwei Schnappschildkröten. Die Wassergärten wurden im Sommer 2017 mit Hilfe des Technischen Hilfswerks umfassend gesäubert und die teilweise locker gewordenen Ufersteine instand gesetzt.Badische Zeitung: Die Wassergärten in Weil am Rhein wurden herausgeputzt, Artikel vom 29. August 2017, abgerufen am 19. Juli 2021.

Am westlichen Uferweg befinden sich am Wegesrand spezielle Pflanzen-Rankgerüste aus Metall, die den darunter befindlichen Bänken als Schattenspender dienen sollen. Die beiden Wasserbecken werden vom Grundwasserbrunnen im benachbarten Nonnenholz-Wald gespeist. Da die wasserrechtliche Genehmigung dafür ursprünglich fehlte, wurde das Genehmigungsverfahren 2019 nachgeholt.Badische Zeitung: Warum die Weiler Wassergärten ohne Wasser waren, Artikel vom 23. Mai 2019, abgerufen am 19. Juli 2021. Am nördlichen Ende des südlichen Wassergartens befindet sich die Skulptur Phoenix.

Gärten der Vergangenheit mini|Gärten der Vergangenheit Östlich der südlichen Wassergärten befindet sich ein kreissektorförmig angelegter Garten, der von Bäumen und Sträuchern umsäumt ist. Der Abschnitt beherbergt neben der Nachbildung einer keltischen Grabungsstätte einen Römergarten, einen dem Schlossgarten von Villandry und dem Eisenbahner-Garten der Eisenbahnersiedlung „Gartenstadt Leopoldshöhe“ nachempfundenen barocken Gemüsegarten. Der Römer-Garten nimmt Bezug auf die Grabungsstätte im nahen Augusta Raurica.Paßlick: Ein Garten als Zeitreise: der Dreiländergarten in Weil am Rhein, S. 24. In der Spitze des Kreissektors ist ein Trompetenbaum in einen Tetraedergerüst gepflanzt, dessen doppelte Bedeutung zur Zahl Drei zum einen Bezug auf das Dreiländereck und der trinationalen Gartenschau nimmt. Zum anderen soll die dreiseitige Pyramide die Dimensionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als Installation darstellen.Paßlick: Ein Garten als Zeitreise: der Dreiländergarten in Weil am Rhein, S. 25. In den „Gärten der Vergangenheit“ befindet sich auch ein kleines Rosarium.

Einrichtungen und Bauwerke