mini|Deikun als Köchin Stupendjewa in Iwan Turgenews Das Mädchen vom Lande am Moskauer Künstlertheater. Aufgenommen von Karl Andrejewitsch Fischer, herausgegeben von A. A. Goroschankin (1912) Lidija Iwanowna Deikun-Blagonrawowa (, geb. Deikun ; * in Nischyn, Russisches Kaiserreich; † 24. September 1980 in Moskau) war eine russische bzw. sowjetische Theater- und Film-Schauspielerin, Theaterregisseurin und Schauspiellehrerin.

Leben Lidija Deikun-Blagonrawowa ließ sich bis 1910 von Alexander Iwanowitsch Adaschew zur Schauspielerin ausbilden und erlangt im selben Jahr den Abschluss am Staatlichen Institut für Theaterkunst (GITIS). Anschließend erhielt sie ein Engagement beim Moskauer Kunsttheater (MchAT) und gehörte ab 1913 zum ersten Ensemble des Hauses. 1918 begann ihre Laufbahn als Regisseurin mit einer Inszenierung von Gabriele D’Annunzios La figlia di Jorio, in der u. a. Serafima Germanowna Birman auftrat.Profil Deikun-Blagonrawowas auf der Internetseite des Tschechow-Kunsttheaters Moskau (russisch), abgerufen am 1. Juli 2021 Von 1924 bis 1936 war Deikun-Blagonrawowa im zweiten Ensemble des MChAT als Darstellerin und Regisseurin aktiv,Biografie Deikun-Blagonrawowas auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 2. Juli 2021 1930 trat sie in der Uraufführung von Alexander Afinogenows Чудак (Tschudak) auf.Autobiografie Serafima Birmans auf teatr-lib.ru (russisch), abgerufen am 1. Juli 2021 1934 inszenierte sie außerdem am Moskauer Theater der Transportarbeiter Alexander Ostrowskis Tolles Geld. Von 1936 bis 1940 stand sie beim Gogol-Zentrum unter Vertrag, brachte nebenbei aber auch 1937 Alexander Ostrowskis Нахлебник (Nachlebnik) am Theater des Oblast Moskau auf die Bühne. Dort gab sie auch die Hauptrolle in einer Bearbeitung des Romans Die Mutter von Maxim Gorki. Zwischen 1940 und 1944 gehörte sie dem Theater der Revolution an, trat 1940 jedoch ebenfalls am Moskauer Komödientheater auf. Deikun-Blagonrawowa porträtierte insbesondere energische, ausdauernde und bodenständige Figuren.

Auf der Leinwand war sie erstmals 1917 in dem ein Jahr zuvor produzierten Kurzfilm Цветы запоздалые (Zwety saposdalyje) von Boris Michailowitsch Suschkewitsch zu sehen. In der Adaption einer Erzählung Anton Tschechows gab Deikun-Blagonrawowa die Mutter der Hauptfigur. Dem folgte 1918 die Komödie Заживо погребённый (Saschiwo pogrebjonny). Neben zwei weiteren Werken in diesem Genre war sie 1937 in На Дальнем Востоке (Na Dalnem Wostoke) nach Pjotr Andrejewitsch Pawlenkos Roman На Востоке (Na Wostoke) zu sehen. Ihren Abschied vor der Kamera gab die dunkelhaarige Mimin 1946 als Kräuterheilerin in Die steinerne Blume.Filmografie Deikun-Blagonrawowas auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 1. Juli 2021

Von 1932 bis 1949 trat sie auch als Schauspiellehrerin am GITIS in Erscheinung. Ab 1944 war Deikun-Blagonrawowa außerdem Leiterin der Schtschepkin-Theaterschule sowie diverser Studios innerhalb des GITIS. Seit 1946 hatte sie eine Professur inne. Zu ihren Schülerinnen gehörte Albina Matwejewna Umerla.Biografie Albina Umerlas auf stuki-druki.com (russisch), abgerufen am 1. Juli 2021

Deikun-Blagonrawowa trug seit 1933 den Titel Verdiente Künstlerin der RSFSR.

Vereinzelten Angaben zufolge gehörten sie und ihr Ehemann Arkadi Iwanowitsch Blagonrawow in den 1920er Jahren der anarcho-mystizistischen Gruppierung Russischer Templerorden an.biografischer Abriss über Deikun-Blagonrawowa auf hrono.ru (russisch), abgerufen am 2. Juli 2021

Theaterarbeit (Auswahl) Moskauer Kunsttheater, 1. Ensemble Der lebende Leichnam – von Leo Tolstoi Peer Gynt – nach Henrik Ibsens dramatischem Gedicht Der blaue Vogel – von Maurice Maeterlinck Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste – von Alexander Ostrowski Das Friedensfest – von Gerhart Hauptmann Hamlet – von William Shakespeare

Moskauer Kunsttheater, 2. Ensemble Alle Tage ist kein Sonntag – von Alexander Ostrowski In der Schlucht – von Anton Tschechow

Filmografie 1917: Цветы запоздалые (Zwety saposdalyje) (Kurzfilm) 1918: Заживо погребённый (Saschiwo pogrebjonny) 1925: Der Schneider von Torshok (Sakroischtschik is Torschka) 1937: На Дальнем Востоке (Na Dalnem Wostoke) 1940: Старый наездник (Stary najesdnik) 1946: Die steinerne Blume (Kamenny zwetok)

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Einzelnachweise

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