mini|hochkant=0.85|Katrin Steffen (2024)
Katrin Steffen (* 1967) ist eine deutsche Historikerin mit besonderem Schwerpunkt auf Neuere Geschichte Osteuropas sowie der jüdischen Geschichte und Kultur in Polen.
Leben Katrin Steffen studierte osteuropäische und neuere Geschichte sowie Slawistik an den Universitäten Gießen und Mainz, der TU, der Humboldt-Universität und der FU Berlin. Von 1996 bis 1999 arbeitete sie an einer deutsch-polnischen Quellenedition zur Vertreibung und Zwangsaussiedlung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg mit. Sie promovierte 2002 in Neuerer Geschichte an der FU Berlin mit einer Untersuchung jüdischer Identitätsentwürfe in einem tendenziell antisemitischen Klima in Polen der Zwischenkriegszeit. Ihre Dissertation wurde 2004 unter dem Titel Jüdische Polonität. Ethnizität und Nation im Spiegel der polnischsprachigen jüdischen Presse 1918–1939 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht veröffentlicht.Rezension von Gertrud Pickhan, in: WerkstattGeschichte 40, 2005, S. 126–128 (pdf). Von 2002 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut Warschau. 2007/2008 war sie Stipendiatin der Max Weber Stiftung am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nordost-Institut in Lüneburg. 2017 übernahm sie eine Gastprofessur an der L’École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris. Sie schloss 2019 ihre Habilitation an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg ab, die im November 2021 unter dem Titel Blut und Metall. Die transnationalen Wissensräume von Ludwik Hirszfeld und Jan Czochralski im 20. Jahrhundert im Wallstein-Verlag veröffentlicht wurde. (abgerufen am 4. Juli 2021). Von 2020 bis 2025 hatte sie eine DAAD-Professur für Europäische und Jüdische Geschichte und Kultur an der University of Sussex inne.Profil Katrin Steffen, Universität Sussex, abgerufen am 4. Juli 2021. Seit 2025 ist sie Stellvertreterin der Direktorin am Nordost-Institut.
Katrin Steffen gehörte zu der 2017 gegründeten zivilgesellschaftlichen Initiative, die die Errichtung eines Mahnmals in Berlin für die Opfer im besetzten Polen forderte.Katrin Steffen: Alle gehören einbezogen, in: TAZ, 12. Dezember 2017.Deutsche Amnesie (Veranstaltung), Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau, 3. November 2020.
Akademische Ämter Seit 2006: Herder-Forschungsrat Seit 2009: Expertenrat für das Deutsch-Polnische Geschichtsbuch 2015: Berufung in den Redaktionsbeirat der Zeitschrift Holocaust Studies. A Journal of Culture and History 2016: Berufung in den Wissenschaftlichen Beirat der polnischen Zeitschrift Rocznik Lubelski. Czasopismo lubelskiego oddziału Polskiego Towarzystwa Historycznego
Schriften (Auswahl) Monografien Jüdische Polonität. Ethnizität und Nation im Spiegel der polnischsprachigen jüdischen Presse 1918–1939 (= Schriften des Simon-Dubnow-Instituts Leipzig, Bd. 3), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 978-3-525-36981-4.Rezension von Hans-Jürgen Bömelburg, in: Osteuropa, Bd. 54, Nr. 11 (November 2004), S. 105–107 (Voransicht). Blut und Metall. Die transnationalen Wissensräume von Ludwig Hirszfeld und Jan Czochralski im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-5013-7.
Herausgeberschaft Mit Claudia Kraft: Europas Platz in Polen. Polnische Europa-Konzeptionen vom Mittelalter bis zum EU-Beitritt (= Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Bd. 11), Fibre Verlag, Osnabrück 2007, ISBN 978-3-929759-85-3. Mit Imke Hansen, Joachim Tauber: Lebenswelt Ghetto. Alltag und soziales Umfeld während der nationalsozialistischen Verfolgung (= Veröffentlichungen des Nordost-Instituts, Bd. 3), Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-447-06882-6. Mit Jürgen Heyde, Karsten Holste, Dietlind Hüchtker, Yvonne Kleinmann: Dekonstruieren und doch erzählen. Polnische und andere Geschichten. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1772-7, darin: Polnische Geschichte oder universelle Erzählung? Der Film Ida, S. 121–129. Mit Tomasz Wiślicz et al.: Imaginations and Configurations of Polish Society. From the Middle Ages through the Twentieth Century. Wallstein Verlag, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-1904-2. Blut und Metall. Die transnationalen Wissensräume von Ludwik Hirszfeld und Jan Czochralski im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-5013-7.
Buchbeiträge und Artikel
Dieser Untaten muss gedacht werden. In Berlin wird ein Denkmal für die polnischen Opfer der nationalsozialistischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg errichtet. Es ist auch eine Notwendigkeit für die deutsche Erinnerungskultur. FAZ, Bilder und Zeiten, 25. Juli 2026 Fatal Alliances: The Entanglement of Antisemitic and Anti-Feminist Dynamics of Exclusion in Germany and Poland. Polin: Studies in Polish Jewry 38, 268-288(2026). DOI:10.3828/polin.2026.38.268
Occupation as Social Practice and Ambiguous Space. The Lives of Ludwik Hirszfeld and Jan Czochralski in Warsaw, 1939–44. In: Acta Poloniae Historica [online]. 8. August 2022, T. 125, S. 99–132, DOI:10.12775/APH.2022.125.05. Der Holocaust in der Geschichte Ostmitteleuropas. In: Anna Kaminsky, Dietmar Müller, Stefan Troebst (Hrsg.): Der Hitler-Stalin-Pakt 1939 in den Erinnerungskulturen der Europäer, Wallstein Verlag, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-0937-1, S. 489–517. Juden. Bilder eines imaginierten Kollektivs. In: Hans Henning Hahn, Robert Traba (Hrsg.): Deutsch-Polnische Erinnerungsorte, Band 1: Geteilt / Gemeinsam, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2015, ISBN 978-3-506-77338-8, S. 741–777. Umstrittene jüdische Polonität. Sprache und Körper als Unterscheidungsmythen in der polnischen Kultur. In: Yvonne Kleinmann, Achim Rabus (Hrsg.): Aleksander Brückner revisited. Debatten um Polen und Polentum in Geschichte und Gegenwart, Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1771-0, S. 99–122.Rezension von Maria Rhode, Europa-Universität Viadrina Frankfurt 2018 (Volltext zum Download). Transnational Parallel Biographies. The Lives of Ludwik Hirszfeld and Jan Czochralski and their Contribution to Modern European Science. In: Jahrbuch des Dubnow-Instituts 16, 2017, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, ISBN 978-3-525-37071-1, S. 391–418.
Weblinks Indexeintrag für Katrin Steffen in der Datenbank der Deutschen Biographie ikgn.de profiles.sussex.ac.uk sussex.academia.edu
Einzelnachweise
Kategorie:Osteuropahistoriker Kategorie:Hochschullehrer (University of Sussex) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Frau