Birx ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Kaltennordheim hat. Nach ihr ist der Birxgraben benannt.

Geografie Birx liegt im äußersten südwestlichen Zipfel von Thüringen, nur einen Kilometer vom Dreiländereck Thüringen–Hessen–Bayern entfernt. Die Entfernung vom Ort zur ehemaligen innerdeutschen Grenze beträgt nur 0,2 km.

Der Ort liegt auf dem Südabfall des Hochplateaus zwischen den Erhebungen Dungberg (773 m) und Grabenberg (796 m). Nahe dem Ort entspringt in mehreren Quellen der Bach des Birxgrabens, eines rechten Zuflusses zur Ulster, in deren Einzugsgebiet sich der Ort befindet. Wenige hundert Meter östlich des Ortes befindet sich die Rhein-Weser-Hauptwasserscheide. Etwa 1,7 km südöstlich der Ortslage befindet sich das Schwarze Moor. Birx und alle seine Nachbarsiedlungen befinden sich im Biosphärenreservat Rhön.

Nachbargemeinden Im Nordosten liegt das Thüringer Dorf Frankenheim/Rhön, auf hessischer Seite liegen im Ulstertal u. a. die Ehrenberger Ortsteile Melperts, Seiferts und Thaiden, auf bayerischer Seite im Südosten die Stadt Fladungen mit ihren Ortsteilen.

Geschichte Birx wurde bereits 783 urkundlich erwähnt. Nach örtlicher Überlieferung soll der heilige Bonifatius aus Fulda die Gründung des Ortes bewirkt haben. Der 750 m hoch gelegene Ort wurde wahrscheinlich zur Gründerzeit „Perkühes“ (Berghaus) genannt. Später im 9. Jh. taucht der Name etwas verändert als „Percuhis“ auf. Nach alten Überlieferungen kaufte der Graf Berthold von Henneberg 1302 Wald, Wiesen und Wege nebst Zinsen von dem Kapitel zu Würzburg für 150 Heller. Der Ort kam 1569 durch einen Vergleich zum Amt Kaltennordheim der Grafschaft Henneberg, später gehörte er zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Zwischen 1500 und 1806 lag der Ort im Fränkischen Reichskreis.

Birx gehörte seit 1815 zum Eisenacher Oberland und war einer der entlegensten Orte im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Kirche in Birx wurde 1870 im neuromanischen Stil aus Buntsandstein erbaut. Die „Birxmühle“ war eine stattliche Mahlmühle, etwa 800 m südwestlich der Ortslage Birx auf der thüringischen Seite der Landesgrenze. 1961 wurde der letzte Besitzer enteignet und musste den Ort verlassen, 1962 wurde das Gebäude abgerissen. Gegenüber der Mühle, auf der hessischen Seite der Grenze, erinnert ein Steinkreuz an eine dort verübte Mordtat vor vielen Jahrhunderten.

Bis zur Wende 1989 war der Ort in einem spitzen Winkel von drei Seiten von den DDR-Grenzanlagen umgeben und hatte nur nach Nordosten Zugang zur DDR.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus dem Bürgermeister sowie 6 weiteren gewählten Gemeinderatsmitgliedern. Wählergemeinschaft Birx 6 Sitze (Stand: Kommunalwahl vom 25. Mai 2014)Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen - endgültiges Ergebnis: Birx, abgerufen am 6. Juni 2017

Bürgermeister Steffen Hohmann (WG Birx) wurde mit 79,8 % der Stimmen am 6. Juni 2010 erstmals zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt und 2016Bürgermeisterwahlen 2016 in Thüringen, abgerufen am 3. Oktober 2017 und 2022 wiedergewählt.Bürgermeisterwahlen 2022 in Thüringen, abgerufen am 20. Juli 2022

Bildergalerie

mini|Die evangelische Martin-Luther-Kirche von 1870.

Religion

In Birx wurde 1870 eine neuromanische ev. Martin-Luther-Kirche aus Sandsteinquadern errichtet. Das Kirchenbauwerk steht in der Seifertser Straße 13. Sie ist Filialkirche von Frankenheim.

Nach dem 17. Jahrhundert wurde eine kleine Holzkirche erbaut, die 1870 durch die heutige neuromanische Steinkirche ersetzt wurde. Die Turmspitze ist oben sechseckig mit Kopf und Kreuz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Martin-Luther-Kirche

Nach dem 17. Jahrhundert wurde eine kleine Holzkirche erbaut, die 1870 durch die heutige neuromanische Steinkirche ersetzt wurde. Die Turmspitze ist oben sechseckig mit Kopf und Kreuz.

Denkmale Die Reste der Grenzanlagen auf einer Anhöhe der Landesgrenze werden als Mahnmal deutscher Geschichte bezeichnet.

Naturdenkmäler Südöstlich des Orts befindet sich auf bayerischer Seite das Schwarze Moor, ebenso der Birxgraben.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Der Ort liegt an der L1123 (auf hessischer Seite als L3476 bezeichnet) zwischen Seiferts (circa drei Kilometer westlich) und Frankenheim/Rhön (circa zwei Kilometer nordöstlich).

Wasser und Abwasser Die Wasserver- und Abwasserentsorgung wird durch den Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen sichergestellt.

Literatur Walter Höhn: Thüringische Rhön. Städte, Dörfer und Landschaften zwischen Werra und Ellenbogen. Michael Imhof, Petersberg 2005, ISBN 3-86568-060-7, S. 124 f.

Weblinks

Gemeinde Birx bei der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Schmalkalden-Meiningen Kategorie:Ort in der Rhön Kategorie:Ersterwähnung 783