mini|Die viskösen Eigenschaften des Meeresschleims werden von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Meeresstation Tjärnö in Schweden getestet.
Meeresschleim oder Meeresrotz ist eine Ansammlung von organischen Substanzen an der Meeresoberfläche und in den oberen Wasserschichten. Diese sind von schleimiger oder gelatinöser Konsistenz und bestehen aus den Resten von Mikroorganismen, hauptsächlich Algen. Meeresschleim ist trotz seines für den Menschen ekelhaften Aussehens an sich nicht krankheitserregend, es können jedoch Keime in die Substanz einwandern.
Ursachen Meeresschleim kann überall im Meer entstehen, wird aber großflächig vor allem an den Küsten beobachtet, wo es durch den Eintrag von Abfällen und Schadstoffen aus Industrie und Städten zu einer Überdüngung und damit zu überdurchschnittlichem Wachstum des Phytoplanktons kommt. Die Gefahr, die von dem Schleimteppich ausgeht, besteht aus der Abschottung der tieferen Schichten vom Licht und Stoffaustausch. Im Lauf der Zeit sinkt das organische Material zu Boden und seine Zersetzung führt zu Sauerstoffmangel in der Tiefe, was zum Umkippen des gesamten Ökosystems führen kann.
Vorkommen mini|Schleimplage im Marmarameer 2021 Stark belastet ist das Marmarameer (Binnenmeer zwischen Schwarzem Meer und Ägäis). Siehe: Schleimplage im Marmarameer.
Einzelnachweise Ian R. Jenkinson, Xiao Xia Sun, Laurent Seuront: Thalassorheology, organic matter and plankton: towards a more viscous approach in plankton ecology. Journal of Plankton Research, 37, 6, November/Dezember 2015, S. 1100–1109
Weblinks
Muharrem Balcı im Interview mit Samiha Shafy: Meeresschleim in der Türkei: „Wir verlieren durch den Schleim viele Meereslebewesen“. Zeit online vom 11. Juni 2021. Abgerufen am 18. Juni 2021. Sea of Marmara algal bloom, dubbed 'sea snot', alarming Turkish scientists and fishermen, ABC News, 5. Juni 2021, Quelle: AFP 60 Prozent der Arten weg: Schleimalgen „töten“ Marmarameer. Auf: n-tv.de, 14. September 2021, Quelle: sba/dpa Glitschig-gelber Schaum am Ufer: Algenschleim durchzieht die Adria. Auf: n-tv.de, 26. Juli 2024, Quelle/Autor: ntv.de, Christoph Sator, dpa
Kategorie:Hydrologie Kategorie:Meeresbiologie