Bei dem Bombenanschlag in Budapest am 23. Dezember 1991 verübte die palästinensische Terror-Organisation „Bewegung für die Befreiung Jerusalems“ mit Unterstützung deutscher Terroristen der Rote Armee Fraktion einen Anschlag auf einen mit 29 jüdischen Auswanderern aus der Sowjetunion und zwei Begleitpersonen besetzten Bus.

Wegen einer zu frühen Zündung wurden bei diesem Anschlag trotz einer 25-Kilo-Autobombe lediglich sechs Menschen verletzt, davon vier Businsassen und zwei Polizisten.

Ein Urheber des Anschlags war der 1999 in Wien getötete RAF-Terrorist Horst Ludwig Meyer. 2004 wurde Meyers ehemalige Lebensgefährtin und RAF-Terroristin Andrea Klump wegen Beihilfe zu versuchtem Mord in 32 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt. Das Ziel des Anschlags war die Ermordung möglichst vieler Juden auf dem Weg in ihre neue Wahlheimat Israel. Zumeist handelte es sich bei den Ausreisewilligen um junge Familien mit Kindern, exponierte Persönlichkeiten waren nicht unter den Fahrzeuginsassen. Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers und Historikers Jan Gerber zeigt gerade dieser Anschlag deshalb besonders deutlich die Bereitschaft zu antisemitischen und antizionistischen Straftaten in den linksterroristischen Gruppierungen, die sich im Nachklang der 68er-Bewegung bildeten.Interview mit Jan Gerber. Folge Nr. 7 in der der Poscast-Reihe „Mensch oder Schwein“. Die RAF und der Schatten des Nationalsozialismus in Wiesbaden. Download unter

Einzelnachweise

Kategorie:Terroristischer Sprengstoffanschlag Kategorie:Ereignis 1991 Kategorie:Geschichte (Budapest)