mini|Schwarzdruck eines Entwurfs der ersten Briefmarke der Tschechoslowakei („Hradschin“, 1918)
Schwarzdruck bezeichnet in der Philatelie den Sonderdruck einer Briefmarke, der in schwarzer Farbe beziehungsweise Grautönen gedruckt und in der Regel weder perforiert noch gezähnt ist. Schwarzdrucke besitzen keinen Frankaturwert. Sie werden mit den Originaldruckformen der jeweiligen Briefmarkenausgabe hergestellt und dienen vor allem dokumentarischen, publizistischen oder sammlerischen Zwecken.
Der englische Fachbegriff lautet black print beziehungsweise blackprint.
Verwendung
Schwarzdrucke wurden ursprünglich insbesondere zur Veröffentlichung neuer Briefmarkenausgaben in Zeitungen und Zeitschriften verwendet, da sich Briefmarkenmotive in schwarzem Druck besser reproduzieren ließen. Später entwickelten sie sich zu einem eigenständigen Sammelgebiet. Sie erscheinen unter anderem als Beilagen philatelistischer Jahrbücher, auf Erläuterungsblättern oder als Erinnerungs- und Ausstellungsdrucke bei philatelistischen Veranstaltungen.
Von gewöhnlichen schwarzweißen Reproduktionen unterscheiden sich Schwarzdrucke dadurch, dass sie mit den originalen Druckformen der jeweiligen Briefmarkenausgabe hergestellt werden.
Österreich
In Österreich werden seit Dezember 1946 Schwarzdrucke offizieller Briefmarkenausgaben hergestellt. Zunächst betraf dies ausschließlich im Stichtiefdruck hergestellte Briefmarken. Schwarzdrucke sind den jeweiligen Briefmarken bildgleiche Drucke in schwarzer Farbe, meist ohne Zähne.
Die Schwarzdrucke erschienen unter anderem auf Erläuterungsblättern, die überwiegend an Persönlichkeiten und geladene Gäste verteilt wurden. Bis 2001 wurden diese auf Blättern im Format DIN A4 ausgegeben, danach im Format A5. Ende 2004 wurde die Ausgabe österreichischer Schwarzdrucke auf Erläuterungsblättern eingestellt.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Philatelie