Firefly – Der Aufbruch der Serenity, Originaltitel Firefly („Glühwürmchen“), ist eine US-Fernsehserie von Joss Whedon, die 2002 und 2003 auf dem US-Fernsehsender Fox ausgestrahlt wurde. Sie handelt von den Erlebnissen der Besatzung des kleinen, unabhängigen Transport-Raumschiffs Serenity (engl. „Gelassenheit“, „Seelenfrieden“), die in den abgelegenen Siedlungsgebieten der Menschheit im All versucht, durch kleine Transportaufträge und Gaunereien zu überleben. Da in diesen Gebieten die Technisierung relativ gering ist, sind die Verhältnisse ähnlich den in Western dargestellten Zuständen des Westens der USA zu Siedlerzeiten. Firefly ist damit ein Space Western, also ein Genremix aus Science-Fiction und Western.
Die Serie wurde nach der Ausstrahlung von 11 Folgen aus dem Programm genommen, obwohl 14 Folgen produziert worden waren. Aufgrund sehr guter DVD-Verkäufe wurde jedoch ein auf der Serie basierender Kinofilm namens Serenity – Flucht in neue Welten produziert, der Ende 2005 weltweit in die Kinos kam. Das deutschsprachige DVD-Paket erschien am 14. November 2005 – rechtzeitig zum deutschen Kinostart von Serenity Ende November. Die deutschsprachige DVD des Kinofilms Serenity erschien am 2. März 2006. Die Serie wurde ab dem 12. September 2009 auf Super RTL ausgestrahlt.
2026 wurde eine neue Zeichentrickserie mit Mitwirkung der Originalbesetzung angekündigt.
Produktion mini|280px|Die Darsteller auf der Serenity-Flanvention 2005: Adam Baldwin, Ron Glass, Summer Glau, Alan Tudyk, Sean Maher, Jewel Staite, Morena Baccarin und Nathan Fillion Vor 2002 hatte Joss Whedon mit Buffy und Angel zwei erfolgreich auf kleinen Networks laufende Fernsehserien kreiert und über Jahre hinweg Kritikerlob und gute Einschaltquoten erhalten. Daher wurde er vom US-Fernsehsender Fox engagiert, eine neue Serie zu entwerfen. Sein Entwurf war eine Science-Fiction-Serie mit starken Western-Elementen, allerdings ohne die sonst zumeist eingebrachten Aliens.
Whedons erster Entwurf eines Pilotfilms traf bei den Senderverantwortlichen auf wenig Gegenliebe. Zwar wurde das Konzept der Serie akzeptiert, man wünschte sich aber einen eher actiongeladenen Einstieg. In der Folge kam es zu weiteren unterschiedlichen Ansichten über die Serie zwischen den Kreativen und dem Sender. Auch die Einschaltquoten entsprachen nicht den Erwartungen des Senders. So kam es, dass 14 Episoden produziert wurden, die Ausstrahlung jedoch nach 11 Folgen eingestellt wurde.
Kurz darauf wurden alle 14 Episoden als DVD-Set veröffentlicht. Da Firefly immer auf eine engagierte, wenn auch kleine, Fangemeinde zählen konnte, verkauften sich die DVDs überdurchschnittlich gut (200.000 Exemplare wurden während der ersten vier Verkaufsmonate ausgeliefert). Dies wiederum hatte zur Folge, dass es Joss Whedon gelang, eine auf Firefly basierende Filmidee an die Universal Studios zu verkaufen. Der Film Serenity – Flucht in neue Welten lief im September 2005 in den USA und Großbritannien und im November 2005 in Deutschland an. In Deutschland wurde er im März 2006 auf DVD veröffentlicht.
Hintergrundwelt miniatur|Planetensystem der Allianz miniatur|Flagge der Allianz Firefly spielt zu Beginn des 26. Jahrhunderts: Nachdem die Menschheit sich weiterhin vermehrt und die Ressourcen der Erde verbraucht hat, brach sie mit Generationenraumschiffen ins All auf und erreichte ein anderes Planetensystem. Dessen Dutzende von Welten und Hunderte von Monden wurden durch Terraforming bewohnbar gemacht und kolonisiert. Dabei sind die zuerst kolonisierten und zentralen Planeten bereits stark technisiert und hoch entwickelt, während die äußeren Welten und Monde sich noch im Aufbauzustand befinden.
Die stark kontrollierende Staatsmacht, die sogenannte Allianz (Allied Planets), hat sechs Jahre vor dem Beginn der Haupthandlung einen siegreichen Vereinigungskrieg gegen die unabhängigen Welten geführt. Im Verlauf dieses Krieges wurden die Kämpfer der unabhängigen Welten (aufgrund ihrer Uniformen auch Browncoats genannt) schließlich in der Schlacht von Serenity Valley auf dem Planeten Hera vernichtend geschlagen (eine offensichtliche Anlehnung an den Amerikanischen Bürgerkrieg). Dennoch sind die äußeren Welten trotz des Sieges der Allianz nur unter bedingter Kontrolle durch die Regierungstruppen, und es herrschen dort oft Verhältnisse wie im Wilden Westen der amerikanischen Pionierzeit. Vielerorts gibt es lokale Machthaber, die mit Hilfe einiger Bewaffneter ganze Gemeinden und Gebiete kontrollieren. Trotz der hoch entwickelten Technologie leben auch nicht alle Menschen im Wohlstand.
Über die Einzelheiten der Allianz und ihres Herrschaftsgebietes wird in der Serie nur relativ wenig ausgesagt; im Kinofilm Serenity wird erwähnt, dass ein Parlament existiert. Insgesamt stellt die Allianz eine Mischung aus einem autoritären System und einer Demokratie dar: Joss Whedon sagte, dass vor allem die Verlierer die Allianz als etwas Unheilvolles sehen, während sie objektiv betrachtet kein totalitäres System darstellt. Allerdings ist die Allianz durchaus ein Regierungssystem, das zu drastischen Mitteln greift, um seine Ziele zu erreichen. Das Auftreten von Allianzangehörigen entspricht dem in Stil und Eigenschaften.
In der Tat trifft die Bezeichnung Science-Fiction-Western genau den Kernaspekt der Serie. Einziger Ausweg und Möglichkeit für diejenigen, die sich mit der Allianz nicht abfinden wollen, ist das Ausweichen auf die Randwelten. Diese Taktik wählt der Protagonist der Serie, Malcolm Reynolds, der im Unabhängigkeitskrieg auf der Verliererseite gekämpft hatte und den vor allem die Schlacht von Serenity Valley stark geprägt hat.
Die gesellschaftliche Oberschicht auch der zentralen Planeten erinnert ebenfalls an die amerikanische Gründerzeit: Ehrenduelle (siehe auch Satisfaktion) sind erlaubt, das soziale Ansehen ist sehr wichtig. Es gibt außerdem ein sozial sehr angesehenes, staatlich geduldetes Kurtisanenwesen (Companions), das über seine eigene Struktur verfügt.
Die Allianz scheint zweisprachig zu sein: englisch und chinesisch, wobei sich in der Alltagssprache eine Einheitssprache aus den verschiedenen Sprachbereichen der „Erde von einst“ gebildet zu haben scheint. Auch Alarmmeldungen vom Bordcomputer der Serenity werden in Englisch und Chinesisch ausgegeben. Ebenso sind starke asiatische kulturelle Einflüsse erkennbar. So tragen viele Figuren Kimonos und auf vielen Handelsposten wird vornehmlich asiatisches Essen angeboten.
Weiterhin existieren einflussreiche Konzerne, am bekanntesten ist der Multikonzern Blue Sun Corporation, der offenbar Einfluss auf große Teile der Allianzregierung ausübt.
Serenity Die Serenity ist ein kleines, eigentlich veraltetes Transportschiff der Firefly-Klasse. Den Schiffsklasse-Namen (Firefly) hat sie vom Heckantrieb, der ihr das Aussehen eines Glühwürmchens verleiht. Den Namen Serenity verdankt das Schiff der Schlacht von Serenity Valley auf Hera, in dem Zoë und Malcolm für die Browncoats gekämpft hatten. Die Serenity kann von einem einzelnen Piloten vom Cockpit aus gesteuert werden, es existiert aber auch ein Sitz für einen Copiloten. An Bord befinden sich ein großer Laderaum mit einer Laderampe, eine Krankenstation, separate Crewquartiere und eine Schiffsmesse mit Kombüse, die auch als Aufenthaltsraum dient. Die Serenity verfügt über keine Bewaffnung. Das Schiff hat zwei Shuttles, die als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden können.
Auch die Ausstattung der Serenity unterstreicht die Einstufung der Serie als Science-Fiction-Western. So gibt es beispielsweise in der Messe einen großen Holztisch, an dem die Crew zum Essen zusammenkommt. Die einzelnen Kabinen der Crewmitglieder sind trotz der Enge sehr persönlich ausgestattet und im Maschinenraum hat Schiffsmaschinistin Kaylee eine Hängematte angebracht.
Die Reaver Reaver sehen menschlich aus, verstümmeln sich allerdings selbst. Sie sind Kannibalen, die „unaussprechliche Gräueltaten“ an ihren Opfern verüben, bevor sie diese töten. Menschen, die diese Vorfälle beobachten, werden in der Regel wahnsinnig und selbst zu Reavern. Die Allianz leugnet die Existenz der Reaver, die meisten Menschen halten sie für eine Legende. Ihre Herkunft wird im Kinofilm enthüllt: Die Reaver sind Menschen, welche durch eine chemische Substanz namens Pax psychisch manipuliert wurden. Diese Chemikalie wurde auf dem Planeten Miranda eingesetzt, um den Menschen ihre Aggression zu nehmen. Allerdings führte sie bei 99,9 Prozent der Menschen nicht nur zur erwünschten Friedfertigkeit, sondern zu absoluter Untätigkeit und damit zum Tod und bei den restlichen 0,1 Prozent (in der deutschen Synchronisation irrtümlich als zehn Prozent übersetzt), etwa 30.000 Personen, zu extremer Aggressivität, woraus die Reaver resultierten.
Personen Stammbesatzung Captain Malcolm „Mal“ Reynolds hat vor sechs Jahren im Vereinigungskrieg auf der Seite der Verlierer gekämpft. Nach deren Kapitulation kaufte er sich die Serenity. Seiner Crew gegenüber besitzt er den unangefochtenen Führungsanspruch – aber auch die unbedingte Loyalität – eines militärischen Anführers. Um die Besatzung der Serenity finanziell über Wasser zu halten, bedient er sich kleiner Transportjobs. Auch Schmuggel und Diebstahl führt er durch, wobei er aber seiner eigenen Moral folgt. Er ist gut im Umgang mit verschiedenen Waffen, aber auch im Nahkampf ein starker Gegner. Obwohl Reynolds sich stets zynisch gibt, ist er doch in Wahrheit ein Gentleman. Er ist stolz auf seinen Kampf im Krieg. Jedes Jahr am Vereinigungstag, dem Tag, als die Allianz die Außenplaneten in der Schlacht von Serenity Valley schlug, findet er eine allianzfreundliche Bar, in der er „in Ruhe etwas trinken will“. Leider kommt es dabei jedes Mal unerklärlicherweise zu einer Schlägerei. Zoë Washburne (geb. Alleyne) hat unter Malcolm Reynolds im Krieg gekämpft und sich ihm danach angeschlossen. Sie ist die rechte Hand des Captains und die beste Soldatin, an deren Seite er je gekämpft hat. Als Karriere-Soldatin ist sie im Umgang mit Waffen vertraut und scheut physische Auseinandersetzungen nicht. An Bord hat sie ihren Ehemann kennengelernt. Hoban „Wash“ Washburne ist der Pilot der Serenity. Nachdem er angeheuert hat, haben er und Zoë geheiratet. Wash ist ein Witzbold und, obwohl kräftig, seiner Frau körperlich unterlegen. Zudem fehlt ihm in Konfliktsituationen die Entschlossenheit seiner Frau. Seine Fähigkeiten als Pilot sind jedoch bemerkenswert. Jayne Cobb ist ein Söldner. Sein Weltbild ist recht simpel strukturiert und beruht auf dem Recht des Stärkeren. Einzig im Austausch gegen finanzielle Sicherheit ist er bereit, sich anderen zu unterwerfen. Dabei ist er schlau genug, zu erkennen, dass er auf sich allein gestellt nicht weit kommen würde und ordnet sich daher zumeist einem Kommando unter. Jayne ist körperlich durchtrainiert und verfügt über eine umfangreiche Waffensammlung. Seiner Lieblingswaffe, die man mehrmals in Aktion sehen kann, hat er den Namen „Vera“ gegeben. Er folgt im Prinzip einem einfachen Ehrenkodex, den er jedoch in Gefahrensituationen oder für entsprechende Entlohnung beiseitezuschieben bereit ist. Auch wenn er oft Streit mit dem Captain hat, steht er doch bei Kämpfen an dessen Seite. Seine Loyalität generell jedoch darf angezweifelt werden und wird oft auf eine harte Probe gestellt. Kaywinnit Lee „Kaylee“ Frye ist die Schiffsmechanikerin. Sie hat eine emotionale Bindung zu „ihrem“ Schiff und sprüht vor Lebensfreude. Obwohl sie keine formale Ausbildung hat, besitzt sie ein außergewöhnliches Talent, mit Maschinen umzugehen und schafft es fast immer mit Leichtigkeit, die Serenity am Laufen zu halten. Sie verkörpert ein typisches „Landei“, liebt frisches Obst und besonders Erdbeeren. Es wird eine beginnende Romanze mit dem Schiffsarzt Simon Tam angedeutet.
Die ständigen Schiffsgäste