Als Gilbweiderich (Lysimachia), auch Gelbweiderich oder Felberich genannt, bezeichnet man eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Myrsinengewächse (Myrsinoideae) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die seit 2009 etwa 200 Arten sind hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet.
Beschreibung mini|hochkant|Illustration aus English botany, or, Coloured figures of British plants, 1863 des Bewimperten Gilbweiderich (Lysimachia ciliata)
Erscheinungsbild und Blätter Bei Lysimachia-Arten handelt es sich meist um ausdauernde krautige Pflanzen, seltener auch um Halbsträucher, die selbstständig aufrecht bis niederliegend wachsen. Neuerdings gehören auch einige einjährige Arten zu dieser Gattung. Die vegetativen oberirdischen Pflanzenteile besitzen häufig Drüsen, die man als Punkte oder Striche erkennen kann.
Die meist gegenständig oder in Quirlen, seltener wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind einfach und ganzrandig.
Blütenstände, Blüten und Früchte Blüten einzeln in den oberen Blattachseln oder in seiten- oder endständigen, rispigen, trugdoldigen oder traubigen Blütenständen zusammen, die oft zu kopfigen Bündeln verkürzt sind. Es sind Tragblätter vorhanden.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünf- oder selten sechs- bis neunzählig mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf, selten sechs bis neun Kelchblätter sind nur kurz verwachsen. Die meist fünf, selten sechs bis neun Kronblätter sind nur kurz glocken- oder fast radförmig verwachsen. Die Kronzipfel sind in der Knospendeckung einsinnig (monostroph) gedreht, und zwar im gleichen Drehsinn der Knospendeckung wie beim verwandten Alpenveilchen. Die Farben der Kronblätter sind meistens gelb, seltener weiß oder rosafarben. Die fünf Staubblätter sind frei oder an der Basis zu einem Ring verwachsen und mehr oder weniger stark mit der Kronröhre verwachsen.
Die fast kugelige Kapselfrucht öffnet sich bei Reife meist mit Klappen, bei wenigen Arten bleibt sie geschlossen.
Systematik und Verbreitung Taxonomie Die Gattung Lysimachia wurde durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band I, 1753, Seite 146 und Genera Plantarum, 5. Auflage, 1754, Seite 72 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Lysimachia bezieht sich auf den griechischen Feldherrn Lysimachos, einem der von Alexander dem Großen eingesetzten Diadochen; die Legende behauptet, dass Lysimachos als Erster eine Lysimachia-Art entdeckte. Synonyme für Lysimachia sind: Apochoris , Steironema , Naumburgia , und seit 2009 zusätzlich Anagallis , Asterolinon , Centunculus , Glaux , Pelletiera sowie Trientalis .
mini|hochkant|Purpurblütiger Gilbweiderich (Lysimachia atropurpurea) mini|hochkant|Lysimachia azorica mini|hochkant|Laubblätter und Blütenstand von Lysimachia barystachys mini|hochkant|Bewimperter Gilbweiderich (Lysimachia ciliata) mini|hochkant|Schnee-Gilbweiderich (Lysimachia clethroides) mini|hochkant|Gedrängtblütiger Gilbweiderich (Lysimachia congestiflora) mini|hochkant|Lysimachia daphnoides mini|hochkant|Lysimachia davurica mini|hochkant|Iberischer Gilbweiderich (Lysimachia ephemerum) mini|hochkant|Lysimachia filifolia mini|hochkant|Blütenstand von Lysimachia fraseri mini|hochkant|Blütenknospe und Blüte von Lysimachia glutinosa mini|hochkant|Blüten von Lysimachia hillebrandii mini|hochkant|Lysimachia lichiangensis mini|hochkant|Strand-Milchkraut (Lysimachia maritima) mini|hochkant|Lysimachia mauritiana mini|hochkant|Lysimachia maxima mini|hochkant|Lysimachia paridiformis mini|hochkant|Lysimachia phyllocephala mini|hochkant|Lysimachia procumbens mini|hochkant|Lysimachia quadriflora mini|hochkant|Lysimachia quadrifolia mini|hochkant|Lysimachia remyi mini|hochkant|Lysimachia terrestris mini|hochkant|Straußblütiger Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora) mini|hochkant|Lysimachia verticillaris
Arten und ihre Verbreitung Das Hauptverbreitungsgebiet der Gattung Lysimachia liegt in gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel. Einige Arten der Gattung Lysimachia s. l. kommen in Afrika, Madagaskar, Australien und Südamerika vor. Die größte Artenvielfalt erreicht die Gattung Lysimachia in Ostasien. In China gibt es 138 Arten in der Gattung Lysimachia s. str. In Mitteleuropa kommen Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia), Punktierter Gilbweiderich (Lysimachia punctata), Straußblütiger Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora), Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) in der Gattung Lysimachia s. str. vor.
Es gibt 150 bis 180 Arten in der Gattung Lysimachia s. str. Hier eine Auswahl:
Lysimachia adoensis Lysimachia albescens : Sie kommt in Yunnan vor. Lysimachia alfredii : Sie kommt in China vor. Lysimachia alpestris : Sie kommt in China vor. Lysimachia andina : Sie kommt in Peru sowie Ecuador vor. Lysimachia ardisioides : Sie kommt in Taiwan und auf den Philippinen vor. Lysimachia aspera : Sie kommt in Guangxi vor. Lysimachia asperulifolia : Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 300 Metern nur in den US-Bundesstaaten North Carolina sowie South Carolina. Purpurblütiger Gilbweiderich (Lysimachia atropurpurea ): Er kommt auf der Balkanhalbinsel, auf Inseln in der Ägäis und in der Türkei vor. Lysimachia auriculata : Sie kommt in China vor. Lysimachia azorica (Syn.: Lysimachia nemorum subsp. azorica ): Dieser Endemit kommt nur auf den Azoren vor. Lysimachia baoxingensis : Sie kommt in Sichuan vor. Schwerähriger Gilbweiderich (Lysimachia barystachys ): Er ist im östlichen Russland, Japan, Korea und China verbreitet. Lysimachia biflora : Sie kommt in China vor. Lysimachia brachyandra : Sie kommt in China vor. Lysimachia breviflora : Sie kommt in Yunnan vor. Lysimachia brittenii : Sie kommt in China vor. Lysimachia candida : Sie kommt in Myanmar, Vietnam, Japan und in China vor. Lysimachia capillipes : Sie kommt auf den Philippinen und in China vor. Lysimachia carinata : Sie kommt in China vor. Lysimachia cauliflora : Sie kommt in Yunnan vor. Lysimachia chapaensis : Sie kommt in Vietnam und in Yunnan vor. Lysimachia chekiangensis : Sie kommt in Zhejiang vor. Lysimachia chenopodioides : Sie kommt in China, Myanmar, Indien, Bhutan und Nepal vor. Lysimachia chikungensis : Sie kommt in China vor. Lysimachia chingshuiensis : Sie kommt in Taiwan vor. Lysimachia christinae : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Sichuan, Yunnan und Zhejiang vor. Lysimachia chungdienensis : Sie kommt in Sichuan und Yunnan in Höhenlagen zwischen 2000 und 3200 Metern vor. Bewimperter Gilbweiderich (Lysimachia ciliata ): Er ist in Höhenlagen von 0 bis 1100 Metern in Nordamerika von Alaska und Kanada bis zu den Vereinigten Staaten weitverbreitet. Lysimachia circaeoides : Sie kommt in China vor. Schnee-Gilbweiderich (Lysimachia clethroides ): Er ist in Ostasien (Russland, Korea, Japan, Taiwan) und in China verbreitet. Sie ist in den USA und in Nordwesteuropa ein Neophyt. Gedrängtblütiger Gilbweiderich (Lysimachia congestiflora ): Er ist in Asien (Indien, Nepal, Sikkim, Bhutan, Myanmar, Thailand, Vietnam, Taiwan und China) verbreitet. Lysimachia cordifolia : Sie gedeiht in Höhenlagen von 2000 bis 3000 Metern nur im nordwestlichen Yunnan. Lysimachia cousiniana : Sie kommt in Algerien und in Tunesien vor. Lysimachia crassifolia : Sie kommt in Guangxi vor. Lysimachia crispidens : Sie kommt in China vor. Lysimachia crista-galli : Sie kommt in China vor. Lysimachia daphnoides : Von diesem seltenen Endemiten sind nur noch drei Fundorte auf der Hawaiianischen Insel Kauaʻi bekannt. Lysimachia davurica (Syn.: Lysimachia vulgaris var. davurica ): Sie kommt in China, Japan, Korea, in der Mongolei, in Sibirien und in Russlands Fernem Osten vor. Lysimachia debilis : Sie kommt in Indien, Myanmar, Nepal, Pakistan, Thailand und in Tibet vor. Lysimachia decurrens : Sie kommt in Bhutan, Japan, Laos, Indien, Indonesien, auf den Philippinen, in Sikkim, Thailand, Vietnam, Taiwan, China und auf Inseln im Pazifik vor. Lysimachia delavayi : Sie gedeiht in Höhenlagen von 2100 bis 2900 Metern nur im nördlichen Yunnan. Lysimachia deltoidea : Sie kommt in zwei Varietäten in Indien, Sri Lanka, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und in China vor. Lysimachia dextrorsiflora : Sie kommt in Anhui und Fujian vor. Lysimachia drynarifolia : Sie kommt in Höhenlagen von 1400 bis 3500 Metern in Sichuan sowie Yunnan vor. Lysimachia dubia : Sie kommt in Südosteuropa und in Vorderasien vor. Lysimachia dushanensis : Sie kommt im nördlichen Guangxi und im südlichen Guizhou vor. Lysimachia engleri : Sie kommt in zwei Varietäten im südwestlichen Sichuan und in Yunnan in Höhenlagen von 2200 bis 2400 Metern vor. Iberischer Gilbweiderich (Lysimachia ephemerum ): Er kommt in Marokko, Portugal, Spanien und Frankreich vor. Lysimachia erosipetala : Sie kommt im westlichen Sichuan in Höhenlagen von 1900 bis 2300 Metern vor. Lysimachia esquirolii : Sie kommt im südlichen Guizhou vor. Lysimachia evalvis : Sie kommt in Bhutan, Indien, Myanmar, Nepal, Sikkim und im südöstlichen Tibet vor. Lysimachia excisa : Sie kommt im südwestlichen Sichuan und im nordwestlichen Yunnan in Höhenlagen von 2400 bis 3500 Metern vor. Lysimachia filifolia : Es sind nur drei Fundorte auf den hawaiianischen Inseln Oʻahu sowie Kauaʻi bekannt. Lysimachia filipes : Sie kommt in Guangxi vor. Lysimachia fistulosa : Sie kommt in zwei Varietäten im nördlichen Guangdong, in Guangxi, Guizhou, im westlichen Hubei, in Hunan, im südlichen Jiangxi, im östlichen Sichuan und im nordöstlichen Yunnan vor. Lysimachia foenum-graecum : Sie kommt im nördlichen Guangdong, in Guangxi, im südwestlichen Hunan und im südöstlichen Yunnan vor. Lysimachia fooningensis : Sie kommt im nordwestlichen Guangxi, im südwestlichen Guizhou, im südöstlichen Yunnan und in Vietnam vor. Lysimachia forbesii (Syn.: Lysimachia koolauensis , Lysimachia longisepala , Lysimachiopsis forbesii ): Sie kam auf der hawaiianischen Insel Oʻahu nur in den Koʻolau Mountains vor und ist ausgestorben. Lysimachia fordiana : Sie kommt in Guangdong, Guangxi und im südöstlichen Yunnan vor. Fortune-Gilbweiderich (Lysimachia fortunei ): Er ist in Japan, Korea, Vietnam und in China verbreitet. Lysimachia fraseri : Sie kommt in den südöstlichen US-Bundesstaaten Alabama, Georgia, Illinois, Kentucky, North Carolina, South Carolina sowie Tennessee vor. Lysimachia fukienensis : Sie kommt im westlichen Fujian, im nordöstlichen Guangdong, im östlichen und im südlichen Jiangxi und im südlichen Zhejiang vor. Lysimachia gesnerioides : Sie kommt in Yunnan und in Vietnam vor. Lysimachia glanduliflora : Sie kommt im südlichen Henan, im nördlichen Hubei und im nordwestlichen Jiangxi vor. Lysimachia glaucina : Sie kommt im nördlichen Yunnan in Höhenlagen von 2000 bis 2400 Metern vor. Lysimachia glutinosa : Sie kommt in Hawaii vor. Lysimachia graminea : Sie kommt in Alabama vor. Lysimachia grammica : Sie kommt in Anhui, Henan, Hubei, Jiangsu, Jiangxi, im südlichen Shaanxi und in Zhejiang vor. Lysimachia grandiflora : Sie wurde nur einmal in Wäldern im nordöstlichen Yunnan gefunden. Lysimachia hemsleyana : Sie kommt in Anhui, Fujian, im südlichen Henan, in Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, im südlichen Shaanxi, im östlichen Sichuan und in Zhejiang vor. Lysimachia hemsleyi : Sie kommt im westlichen Guizhou, im südwestlichen Sichuan und im zentralen und nördlichen Yunnan in Höhenlagen von 1600 bis 2600 Metern vor. Lysimachia henryi : Er gedeiht in zwei Varietäten in Höhenlagen von 300 bis 1600 Metern in den chinesischen Provinzen Hubei, Guizhou, Sichuan sowie Yunnan. Lysimachia heterobotrys : Sie kommt im südwestlichen Guangxi vor. Lysimachia heterogenea : Sie kommt in Anhui, Fujian, Guangdong, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi und Zhejiang vor. Lysimachia hillebrandii : Sie kommt in Hawaii vor. Lysimachia huchimingii : Sie wurde 2012 aus Sichuan erstbeschrieben.