Die jüdische Gemeinde in Hettenleidelheim bestand vom 18. Jahrhundert bis 1896. Ab diesem Zeitpunkt gehörten die jüdischen Einwohner zur jüdischen Gemeinde Wattenheim und als diese 1930 aufgelöst wurde zur jüdischen Gemeinde Eisenberg.

Geschichte Bereits im Jahr 1573 wird ein jüdischer Einwohner auf dem Gebiet von Hettenleidelheim genannt. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu und erreichte 1848 ihren höchsten Stand. Daraufhin erlangte die jüdische Gemeinde, die bis zu diesem Zeitpunkt zur Kultusgemeinde in Neuleiningen gehört hatte, den Status einer eigenständigen Kultusgemeinde. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es wie in fast allen jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz zu Abwanderungen in die größeren Städte. Ab 1896 gehörten die jüdischen Einwohner dann zur jüdischen Gemeinde Wattenheim und ab 1930 zur jüdischen Gemeinde in Eisenberg.Stefan Fischbach, Ingrid Westerhoff: „… und dies ist die Pforte des Himmels“. Synagogen Rheinland-Pfalz und Saarland. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Staatliches Konservatoramt des Saarlandes, Synagogue Memorial Jerusalem. (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland, 2). Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3313-7, S. 184.

Entwicklung der jüdischen Einwohnerzahl Jahr Juden Jüdische Familien Bemerkung15731177121808101825291835351848431864421871401875321885221900121929519354 Quelle: alemannia-judaica.de; jüdische-gemeinden.de; „… und dies ist die Pforte des Himmels“

Einrichtungen Synagoge

Die Synagoge in Hettenleidelheim wurde 1854 in einem Gebäude in der Borngasse (heutige Hauptstraße 118) errichtet. Nach der Auflösung der Kultusgemeinde 1896 wurde die Synagoge nicht mehr genutzt und 1898 an einen Geschäftsmann verkauft. Bis heute wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und wird als Wohnhaus genutzt.

Friedhof Die Toten wurden zuerst auf dem alten jüdischen Friedhof in Hettenleidelheim und ab 1864 auf dem neuen jüdischen Friedhof in Hettenleidelheim beigesetzt.

Schule Der Betsaal war zeitgleich der Schulsaal der jüdischen Gemeinde und die Wohnung des Vorbeters. Es war ein eigener Religionslehrer angestellt, der auch die Aufgaben des Vorbeters und Schochet innehatte.

Opfer des Holocaust Das Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945 und die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer von Yad Vashem führen 13 Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft Hettenleidelheim (die dort geboren wurden oder zeitweise lebten) auf, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.

Name Vorname Todeszeitpunkt Alter Ort des Todes Bemerkung QuellenKalterRebekka20. November 194082 JahreInternierungslager GursDeportation ab Baden am 22. Oktober 1940 nach Internierungslager GursYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11536017) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelAlbert6. Juli 194353 JahreKonzentrationslager AuschwitzDeportation am 20.–21. Januar 1942 ab Dresden nach Ghetto Riga. 1943 Deportation nach Konzentrationslager AuschwitzYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 7686981 und Nr. 11595427) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelArthur25. November 19416 JahreFort IX KownoDeportation ab Frankfurt am Main am 22. November 1941 nach Fort IX KownoYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11595439 und Nr. 1208831) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandWollmannRosa (Rosalie)15. November 194094 JahreInternierungslager GursDeportation ab Baden am 22. Oktober 1940 nach Internierungslager GursYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11658843) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelBerta12. September 194376 JahreGhetto TheresienstadtDeportation ab Frankfurt am Main am 18. August 1942 nach Ghetto Theresienstadt (Transport XII/1, Zug Da 503. Deportationsnummer 587 im Transport) Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11595447, Nr. 1208827 und Nr. 4903184) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelErwin25. November 19415 JahreFort IX KownoDeportation ab Frankfurt am Main am 22. November 1941 nach Fort IX KownoYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11595473 und Nr. 1208833) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelHeinrichunbekanntunbekanntVernichtungslager TreblinkaDeportation am 1. September 1942 von Frankfurt am Main nach Ghetto Theresienstadt. Deportation ab Theresienstadt am 29. September 1942 nach Vernichtungslager TreblinkaYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1208840 und Nr. 11595490) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelHenriette25. November 194137 JahreFort IX KownoDeportation ab Frankfurt am Main am 22. November 1941 nach Fort IX KownoYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1208830 und Nr. 11595496) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichel Isaak 5. November 194281 JahreGhetto TheresienstadtDeportation ab Frankfurt am Main am 18. August 1942 nach Ghetto TheresienstadtYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1208826, Nr. und Nr. 11595512) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelMarthaunbekanntunbekanntKonzentrationslager AuschwitzDeportation am 2. September 1942 ab Sammellager Drancy nach Konzentrationslager AuschwitzYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1817883 und Nr. 11595545) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelRenate25. November 194141 JahreFort IX KownoDeportation ab Frankfurt am Main am 22. November 1941 nach Fort IX KownoYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1511687 und Nr. 11595564) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMichelSimon25. November 194144 JahreFort IX KownoDeportation ab Frankfurt am Main am 22. November 1941 nach Fort IX KownoYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1208828 und Nr. 11595587) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandSchwarzschildRosaunbekanntunbekanntRaasikuDeportation ab Frankfurt am Main am 24. September 1942 nach Raasiku.Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11631032 und Nr. 1208841) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandIn der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todesort Riga angegeben (Datensatz 1208831). Im Datensatz 11595439 wie auch im Gedenkbuch Fort IX Kowno. In der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todesort Riga angegeben (Datensatz 1208833). Im Datensatz 11595473 wie auch im Gedenkbuch Fort IX Kowno. In der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todesort Minsk angegeben (Datensatz 1208840). Im Datensatz 11595490 und im Gedenkbuch Treblinka. In der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todesort Riga angegeben (Datensatz 1208830). Im Datensatz 11595496 wie auch im Gedenkbuch Fort IX Kowno. In der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todeszeitpunkt der 10. November 1942 angegeben (Datensatz 1208826). Im Datensatz 11595512 wie auch im Gedenkbuch der 5. November 1942. In der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todesort Riga angegeben (Datensatz 1511687). Im Datensatz 11595564 wie auch im Gedenkbuch Fort IX Kowno. In der Datenbank von Yad Vashem wird, basierend auf einem 1996 von einem Einwohner aus Hettenleidelheim eingereichten Gedenkblatt, als Todesort Riga angegeben (Datensatz 1208828). Im Datensatz 11595587 wie auch im Gedenkbuch Fort IX Kowno.

Einzelnachweise

Hettenleidelheim Gemeinde