mini|Heilig-Geist-Kirche in Greppin Die Liste profanierter Kirchen im Bistum Magdeburg führt, geordnet nach den bis zum 31. August 2023 bestehenden Dekanaten, Kirchen und Kapellen auf, die im Bistum Magdeburg und im vormaligen Erzbischöflichen Kommissariat Magdeburg profaniert wurden. Sie wurden oder werden verkauft, umgewidmet, umgebaut oder abgerissen.

Prolog Ökonomische Zwänge durch Rückgang der Kirchensteuereinnahmen sowie Priestermangel und Rückgang der Zahl praktizierender Katholiken im Bistum Magdeburg führen dazu, dass einerseits Gemeinden zu größeren Pfarreien zusammengeführt werden, andererseits aber auch Kirchen geschlossen werden. Teilweise werden dann Räumlichkeiten der evangelischen Kirche mitgenutzt.

Aber auch in den Jahren vor der Gründung des Bistums Magdeburg nahm die Zahl der Gläubigen und der Priester schon ab, die Gläubigen wurden mobiler, und der Bauunterhalt wurde in der DDR schwieriger, so dass auch damals schon einzelne kleinere Gotteshäuser aufgegeben wurden.

Dekanat Dessau mini|Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Hundeluft (2008) mini|Ehemalige Maria-Regina-Kirche in Quellendorf (2024) mini|St.-Antonius-von-Padua-Kirche in Zschornewitz (2015) Annaburg, St. Joseph: Die am 20. Dezember 1959 geweihte Kirche wurde per Dekret vom 24. April 2024 mit letzter Messe am 1. Mai 2024 profaniert. Brehna, St. Michael: 1956 wurde in einem gemieteten Raum in der Karl-Marx-Straße eine Kapelle eingeweiht, die bereits das Patrozinium des Erzengels Michael trug. Diese wurde durch eine Barackenkapelle in der Straße der DSF ersetzt, die am 24. März 1974 eingeweiht wurde. Nachdem diese Kapelle Baumängel aufwies, wurde sie durch ein auf dem Grundstück Badstraße 4 neuerbautes Gemeindehaus mit einer Kapelle ersetzt,Bärbel Helbig: St. Michael: Gemeindehaus eingeweiht. Mitteldeutsche Zeitung, 30. September 2003, abgerufen am 9. Februar 2024. die am 29. September 2003 geweiht wurde. Per Dekret vom 22. November 2023 wurde die Kapelle profaniert, der letzte Gottesdienst fand am 30. November 2023 statt.Nr. 20 Dekret über die Profanierung der Kapelle „St. Michael“ in Brehna. Amtsblatt des Bistums Magdeburg 2/2024, abgerufen am 9. Februar 2024. Elster (Elbe), Heilige Familie: 1960 wurde eine erste Kapelle eingeweiht, die in einem Nebengebäude einer ehemaligen Molkerei eingerichtet worden war. 1989 erfolgte auf einem Gartengrundstück an der Molkereistraße die Grundsteinlegung für eine neue Kapelle. Bis 2012 fanden in der Kapelle noch regelmäßige Gottesdienste statt,Nachrichten aus der katholischen Pfarrei St. Marien, Wittenberg. Nr. 135, abgerufen am 6. Juli 2024. (PDF) bis 2016 wohnte ein Pensionär vor Ort, der am 27. November 2016 den letzten Gottesdienst in der Kapelle feierte. Die Kapelle wurde von Bischof Feige am 14. Juni 2019 nachträglich profaniert. Eutzsch, Kapelle: Pfingsten 1957 wurde in der Dorfstraße eine katholische Kapelle eingeweiht, die im Saal eines Gasthauses eingerichtet worden war. Bis Weihnachten 1999 fanden dort die Gottesdienste statt, dann wurde der Raum wieder profanem Gebrauch zugeführt. Greppin, Heilig Geist: Die 1917 geweihte Kirche wurde im letzten Gottesdienst am 5. Juni 2017 profaniert. Gröbzig, St. Michael, 24. Dezember 1967 geweiht, 1. April 2000 Pfarrvikarie aufgelöst und in die Pfarrei Görzig eingegliedertAmtliche Mitteilungen des Bistums Magdeburg 5/2000, S. 25, Nr. 68: Dekret über die Auflösung der Pfarrvikarie „St. Michael“, Gröbzig., Kapelle aufgegebenhttps://www.st-maria-koethen.de/%C3%BCber-uns/unsere-kirchen/thema/Kapelle%20St.%20Michael%20Geschichte Güterglück, Kapelle: Die 1948 gegründete Kuratie nutzte zunächst die evangelische St.-Benedikt-Kirche, am 9. September 1962 folgte die Benediktion einer katholischen Kapelle. 1980 oder 1995 wurde die Kuratie wieder aufgelöst, und zu dieser Zeit vermutlich auch die auf dem Grundstück Bahnhofstraße 65 befindliche Kapelle wieder aufgegeben. Holzdorf, St. Mariä Himmelfahrt: Nachdem die 1950/51 durch Umbau einer Scheune eingerichtete Kapelle zu klein geworden war, wurde 1954/55 an der Großkorgaer Straße die Kirche erbaut. Am 21. Dezember 1955 wurde sie geweiht, 2004 wieder abgerissen.Andreas Richter: Entscheidung: Kirche verschwindet aus dem Ortsbild. Mitteldeutsche Zeitung, 5. Februar 2004. Hundeluft, Mariä Himmelfahrt: 1951 wurde eine Scheune zu einer Kirche umgebaut, die am 3. Oktober 1952 konsekriert wurde. Per Dekret vom 26. Juni 2024 wurde die Profanierung der Kirche angeordnet, die am 19. Oktober 2024 erfolgte. Das Kirchengebäude soll verkauft werden. Jeßnitz (Anhalt), St. Norbert: Die am 1. November 1955 geweihte Kirche wurde am 5. Juni 2003 profaniert, nach dem Verkauf wird das Kirchengebäude für Veranstaltungen genutzt. Muldenstein, Auferstehung Christi: 1962 wurde ein Wochenendhaus als Wohnhaus für den Seelsorger von Muldenstein errichtet, in dessen Keller eine Kapelle eingerichtet wurde, die am 24. Dezember 1963 ihre Benediktion erhielt. Am 28. Februar 2007 fand die Profanierung der Kapelle statt, sie befand sich auf dem Grundstück Roßdorfer Straße 30 und befindet sich heute in Privatbesitz. Oranienbaum, Christkönig: Nach vorhergehenden Gottesdiensten im Schloss und der protestantischen Stadtkirche wurde am 15. Mai 1960 eine Kirche konsekriert, die per Dekret vom 26. Mai 2026 am 5. Juli 2026 profaniert wurde; die Gottesdienste finden seitdem wieder in der Stadtkirche statt. Preußlitz, Allerheiligste Dreifaltigkeit, 26. April 1950 geweiht, aufgegeben Quellendorf, Maria Regina: Die am 13. November 1955 geweihte Kirche, die teilweise auch als Kapelle bezeichnet wurde, stand auf dem Grundstück Siedlung 22. Nach dem Weggang ihres letzten Kuratus entwickelte sie sich zu einem Zentrum der Schönstattbewegung in der DDR. Per Dekret vom 23. Februar 2017 wurde sie profaniert, die letzte Heilige Messe fand am 16. April 2017 statt.Nr. 82 Dekret über die Profanierung der Kapelle Maria Regina in Quellendorf. Amtsblatt des Bistums Magdeburg 5/2017, abgerufen am 30. Oktober 2023. Straach, St. Hedwig: Zunächst wurde 1950 in einem Raum der Wohnung des Kuratus eine Kapelle eingerichtet, in der am 17. Dezember 1950 die erste Heilige Messe stattfand. Eine größere, am 15. November 1959 benedizierte Kapelle bestand in einer angemieteten Scheune an der Berkauer Straße.Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 31, Teil 11, Die Zeit von der Potsdamer Konferenz bis zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 1945–1949. St. Benno Verlag, Leipzig 1989, S. 313–316. Thalheim, Kapelle, vor 1951 errichtet, aufgegeben Zschornewitz, St. Antonius von Padua: In der am 3. November 1929 geweihten Kirche fand am 13. Juni 2015 der letzte Gottesdienst statt, die Kirche wurde zum Verkauf angeboten.

Dekanat Egeln mini|St.-Josef-Kirche in Barneberg (2010) mini|Ehemalige Christkönig-Kirche in Cochstedt (2021) mini|Gemeindehaus mit Kapelle Maria Königin in Erxleben (2010) mini|Heilig-Kreuz-Kirche in Hornhausen (2010) mini|Ehemalige St.-Bernward-Kirche in Neuwegersleben (2010) mini|Ehemalige Heilig-Kreuz-Kirche in Sandersleben (2013) mini|Ehemalige St.-Josef-Kirche in Zuckerdorf Klein Wanzleben (2018) Aschersleben, St. Michael: Die 1863 geweihte Kirche wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für die gewachsene Pfarrei zu klein, so dass die Pfarrei 1976 die ehemalige Franziskanerkirche (Heilig-Kreuz-Kirche) erwarb und die St.-Michael-Kirche 1979 zum Gemeindehaus umbaute. Atzendorf, Herz Jesu: Die am 20. Oktober 1901 geweihte Kirche wurde am 18. März 2012 profaniert und noch im gleichen Jahr versteigert. Zuletzt gehörte die Kirche zur Pfarrei St. Marien Staßfurt-Egeln. Der Gebäudekomplex mit dem Pfarrhaus und der Kirche wird heute von einem Transportunternehmen als Filiale genutzt. Barby, Kapelle: In Barby wurde eine Kuratie und ein Pfarrhaus eingerichtet, in welchem 1956 eine Kapelle geweiht wurde. Katholische Gottesdienste fanden auch in der gegenüberliegenden St.-Johannis-Kirche statt, einer ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche, die seit der Reformation evangelisch ist und von der katholischen Kuratie gepachtet wurde. Per Dekret vom 26. Februar 2019 wurde die Kapelle profaniert, der letzte Gottesdienst fand am 30. März 2019 statt. Das Pfarrhaus wird heute als Wohnhaus genutzt. Zuletzt gehörte die Kapelle zur Pfarrei St. Marien und St. Norbert Schönebeck. Barneberg, St. Josef: Die 1952 geweihte Kirche wurde errichtet, weil die Katholiken von Barneberg durch die DDR-Behörden am Besuch der grenznahen Kirche in Hötensleben gehindert wurden. 2007 wurde die letzte Heilige Messe gefeiert. Die an der Rudolf-Breitscheid-Straße gelegene Kirche gehörte zuletzt zur Pfarrei St. Marien in Oschersleben. Am 24. November 2010 erfolgte die Profanierung der Kirche, das Gebäude wird heute von einem Handwerksunternehmen genutzt.Barneberg auf Internetpräsenz der Pfarrei Oschersleben, abgerufen am 19. Mai 2021. Belsdorf, Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe: Im bei Wefensleben gelegenen Belsdorf erfolgte 1954 im Klassenraum der ehemaligen Dorfschule am Allerweg die Einrichtung einer Kapelle, in der am 26. Dezember 1954 die erste Heilige Messe stattfand.Erwin Wobbe: Eine kleine Kapelle in Belsdorf. In: Tag des Herrn. Ausgabe 37/1955 vom 10. September 1955, S. 152. Ungefähr in den 1980er Jahren wurde die Kapelle wieder aufgegeben, das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. Cochstedt, Christkönig: Die 1938 erbaute Kirche gehörte zuletzt zur Pfarrei St. Marien Staßfurt-Egeln und wurde am 9. März 2014 profaniert, das Gebäude kam 2014 im Zuge einer Versteigerung in Privatbesitz. Druxberge, Hl. Joseph der Arbeiter: Die 1969 im Haus Bauernstraße 10 eingerichtete Kapelle wurde am 30. November 1969 geweiht.Chronik der Kirchengemeinde/Pfarrei Eilsleben Sie bestand noch bis mindestens Anfang 1990 und wurde vermutlich Anfang der 1990er Jahre wieder profaniert. Zur Errichtung einer katholischen Kirchengemeinde kam es in Druxberge nicht, die Kapelle gehörte stets zur Pfarrei Eilsleben. Das Gebäude, in dem sich die Kapelle befand, befindet sich in Privatbesitz. Erxleben, St. Maria Königin: 1996 wurde an der Hörsinger Straße das Gemeindehaus mit der Kapelle St. Maria Königin erbaut, es gehörte zuletzt zur Pfarrei St. Marien in Oschersleben. Zuvor nutzte die katholische Kirche von 1953 bis 1996 die evangelische St.-Godehard-Kapelle des Schlosses Erxleben. Am 22. August 2019 fand in der Kapelle von 1996 der letzte Gottesdienst statt. Per Dekret vom 11. Juli 2019 wurde die Kapelle profaniert.Amtsblatt des Bistums Magdeburg August/September 2019, abgerufen am 3. September 2019. Förderstedt, St. Theresia vom Kinde Jesu: Die 1939 geweihte Kirche wurde am 19. Juni 2011 profaniert, an privat verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. Zuletzt gehörte die Kirche zur Pfarrei St. Marien Staßfurt-Egeln. Frose, St. Joseph: Da das nahegelegene Königsaue samt seiner St.-Josefs-Kirche ab 1964 dem Braunkohletagebau weichen musste, erwarb man 1965 im nahegelegenen Frose das Grundstück Königsauer Straße 57, auf dem eine neue St.-Josephs-Kapelle erbaut wurde, die am 28. Oktober 1968 benediziert wurde. Am 1. Oktober 1968 wurde der Sitz der Kirchengemeinde Königsaue nach Frose verlegt. Zum 15. September 1998 wurde die Pfarrvikarie St. Josef aufgelöst und in die Pfarrei St. Michael in Aschersleben eingegliedert.Amtliche Mitteilungen des Bistums Magdeburg 10/1998, S. 63, Nr. 112: Dekret über die Auflösung der Pfarrvikarie „St. Josef“ in Frose. Die Kapelle wurde um 2012 profaniert und ist zu einem Wohnhaus umgebaut worden. Groß Bartensleben, Kapelle: Am 25. Dezember 1956 wurde die im Obergeschoss des Wohnhauses Dorfstraße 30 eingerichtete Kapelle geweiht, die inzwischen wieder aufgegeben worden ist. Großmühlingen, Herz Jesu: Am 22. Oktober 1950 wurde die in einem bereits vorhandenen Saal eingerichtete Kapelle geweiht. Die Kapelle wurde inzwischen wieder aufgegeben, das Gebäude abgerissen und auf dem an der Ecke Breiter Weg/Schulstraße gelegenen Grundstück ein Wohnhaus erbaut.