Rudolf Pleissner (* 10. Dezember 1889 in Chemnitz; † 26. April 1977 in Karl-Marx-Stadt) war ein deutscher Maler.
Leben und Werk Pleissner war der Sohn eines Chemnitzer Volksschullehrers. Seine Schwester war Marie Pleissner. Er machte eine Maurerlehre und studierte ab von 1908 bis 1913 bei Hugo von Habermann an der Akademie der Bildenden Künste München.Matrikeldatenbank - Akademie der Bildenden Künste München (adbk.de) 1913 war er auf der Frühjahrsausstellung der Münchner Secession vertreten.Rudolf Pleissner | Database of Modern Exhibitions (DoME) | European Paintings and Drawings 1905–1915 (univie.ac.at) Von 1914 bis 1918 war Pleissner als Offizier im Ersten Weltkrieg, wobei er schwer verwundet wurde. Ab 1919 arbeitete er in Chemnitz als freischaffender Maler und Grafiker mit Verbindung zur Kunsthütte Chemnitz und bemühte sich darum, als Buchillustrator Fuß zu fassen. Er unternahm Studienreisen nach Italien, vor allem Florenz, Spanien und Frankreich. Pleissner trat der SPD bei und gehörte ab 1924 der Künstlergruppe Chemnitz an. 1929 entwarf er ein Wahlplakat für die Deutsche Demokratische Parteihttps://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/grundrechte/katalog/36-37.pdf, deren Vorstand seine Schwester angehörte. In der Zeit des Nationalsozialismus war Pleissner Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und bis 1943 an mindestens 13 Ausstellungen beteiligtMartin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000, u. a. 1934 an der Sächsischen Kunstausstellung in Dresden, 1940 und 1941 an der Großen Deutsche Kunstausstellung in München und 1943 an der Kunstausstellung Gau Sachsen in Dresden. 1940 und 1941 erschienen in der nun klar nazistisch ausgerichteten Kunsthütte Chemnitz Bücher mit Illustrationen Pleissners. Pleissner wurde nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Krieg teil und geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er nach Chemnitz zurückkam.
Er betätigte sich dort neben seiner Arbeit als freier Künstler kulturpolitisch. U.a. wurde er Mitglied, später Ehrenmitglied und erster Vorsitzender des Verbands Bildender Künstler der DDR im Bezirk Chemnitz. Ab 1955 lebte und arbeitete er in Berlin. Er fertigte u. a. als Auftragsarbeiten Porträts von Persönlichkeiten, die in der DDR politisch relevant waren.
Fotografische Darstellung Pleissners
Józef Rosner (1892–1971): Porträt Rudolf Pleissner (1929)
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Pleissners (unvollständig)
Beeskow; Kunstarchiv Beeskow Chemnitz: Kunstsammlungen am Theaterplatz Dresden: Galerie Neue Meister Oelsnitz: Bergbaumuseum Oelsnitz
Weitere Werkbeispiele Tafelbilder München Karlsplatz (Öl, 1920er Jahre)https://www.neumeister.com/kunstwerksuche/kunstdatenbank/ergebnis/411-210/Rudolf-Pleissner/ (abgerufen am 14. Mai 2021) Ansicht vom Potsdamer Platz bei Nacht (Öl; 1920er Jahre)https://bassenge.com/lots/114/74260#mz-expanded-view-276555472654 (abgerufen am 14. Mai 2021) Böhmisches Sommeridyll (Öl, 1940)https://www.lot-tissimo.com/de-de/auction-catalogues/auktionshaus-mehlis/catalogue-id-srauktio10022/lot-b6c10bd5-1991-4a74-83da-aa3b016e9e74 (abgerufen am 14. Mai 2021) Bildnis eines Geigers (Öl; 1940 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung) Bildnis des Schauspielers Weinig als Oberst Kottwitz (Öl; 1941 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung)https://www.gdk-research.de/ews/ete?action=query&desc=Plei%C3%9Fner+&refine=Suchen Der neue Hut (vor 1948, Öl)
Bildnis „Charlier“ (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung im Katalog Frau am Fenster (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Aufbau (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Demonstration für den Frieden (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Selbstbildnis (Öl; 1950 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)
Barrikadenkampf 1948 in Berlin (Öl, 60 × 70 cm; 1952 auf der Ausstellung „Berliner Künstler“) Bildnis Karl Marx (Öl; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung als Titelseite des Katalogs. Aufbruch der Chemnitzer Arbeiter zum Maiaufstand in Dresden 1849 (Ölskizze als Vorarbeit zu einem Historienbild; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung im Katalog Generalintendant Otto Kessler (Öl, 100 × 80 cm; auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122462/df_hauptkatalog_0211308_018 Dr. Martin Fröhlich (Öl; 1953)http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122460/df_hauptkatalog_0211308_011Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Bild als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung. Der Katalog der Ausstellung verzeichnet das Bild jedoch nicht. Bildnis Otto Grotewohl (Öl; um 1953)http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122461/df_hauptkatalog_0211374_035 Hochofenarbeiter (1956, Öl auf Hartfaser, 60,3 × 59,7 cm) Hermann Schlimme (1967, Öl)Monika Flacke: Auftragskunst der DDR 1949 - 1990. Klinkhardt & Biermann, München, 1995 (Abbildung)
Druckgrafik
Frauenporträt (Radierung, 1920er Jahre)https://www.abebooks.com/signed/Original-Radierung-Motiv-Frauenportr%C3%A4t-Plei%C3%9Fner-Karl-Rudolf/17261417939/bd (abgerufen am 14. Mai 2021)
Buchillustrationen Conrad Ferdinand Meyer: Die Hochzeit des Mönchs. Kunsthütte zu Chemnitz., Chemnitz, 1940 (Auf Veranlassung des Kulturrates Waldemar Ballerstedt neu gedruckt)zur Person Ballerstedt: https://www.translatetheweb.com/?from=en&to=de&ref=SERP&dl=de&rr=UC&a=https%3a%2f%2flettersfromomi.blogspot.com%2f2021%2f01%2frepressions-holocaust-and-labor-camp_23.html# Conrad Ferdinand Meyer Gustav Adolfs Page. Kunsthütte zu Chemnitz., Chemnitz, 1940 Wilhelm Raabe: Die schwarze Galeere. Kunsthütte zu Chemnitz., Chemnitz, 1941 (mit Nachwort von Waldemar Ballerstedt)
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen 1921 Chemnitz, Kunsthütte
1965 Chemnitz, Städtische Kunstsammlung (mit Carl Lange)
Ausstellungsbeteiligungen in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR
1948, 1950 und 1953: Chemnitz bzw. Karl-Marx-Stadt („Mittelsächsische Kunstausstellung“) 1949 und 1953: Dresden, 2. und Dritte Deutsche Kunstausstellung 1952: Bautzen, Görlitz und Zittau („Berliner Künstler“) 1958: Berlin, Bezirkskunstausstellung
Postum 1984/1985 Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“) 1987: Berlin, Ephraim-Palais („Das Bild der Stadt Berlin von 1945 bis zur Gegenwart“) 1989: Berlin, Akademie-Galerie im Marstall („Bauleute und ihre Werke. Widerspiegelungen in der bildenden Kunst der DDR“)
Literatur
Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 712
Einzelnachweise
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