Die Unsichtbare Bibliothek ist eine Buchreihe der britischen Autorin Genevieve Cogman. Die Bücher zählen zum Genre der Contemporary Fantasy und größtenteils zum Subgenre der Urban Fantasy.
Handlung Irene Winters erwirbt sehr seltene Bücher, oft unter Einsatz ihres Lebens und nicht selten auch illegal, für eine multidimensionale Bibliothek. Dadurch verankert sie Welten in der Ordnung und bewahrt sie vor dem Chaos. In Welten der Ordnung herrschen oft Drachen und sie sind meist hochtechnologisch. Die Naturgesetze lassen sich dort nicht überlisten. In Welten des Chaos herrschen meist Elfen. In diesen Welten ist die Realität sehr flexibel und die Kulissen erinnern eher an klischeehafte Romane und nicht selten wirkt dort Magie. Elfen und Drachen mögen einander nicht. Die Bibliothekare, die Menschen sind, verhalten sich neutral. Außer den Bibliothekaren wissen kaum Menschen von den anderen Welten oder den Drachen und Elfen.
Die Bibliotheksarbeit wird erleichtert durch den Gebrauch der sogenannten Sprache. Diese ermöglicht es den Bibliothekaren durch gesprochenes Wort oder Schrift die Realität geringfügig zu beeinflussen. In Welten des Chaos funktioniert die Sprache dabei besonders gut und hält länger an. Die Möglichkeiten der Sprache sind allerdings sehr begrenzt, und mit steigendem Wirkungsgrad sind sie mit starken Kopfschmerzen des verwendenden Bibliothekar verbunden.
Band 1: Die unsichtbare Bibliothek Irene Winters und ihr Assistent Kai, ein Drache aus hohem Hause, werden in ein alternatives London zur Zeit der Industrialisierung gesandt. Sie sollen ein Buch zurückholen. Als sie ankommen, ist das Buch jedoch bereits gestohlen worden. In der Welt herrscht das Chaos und das bedeutet, dass übernatürliche Wesen wie Werwölfe ihr Unwesen treiben. Trotz mehrerer Mordversuche überleben die beiden Hauptpersonen und freunden sich mit dem Detektiv Vale an. Zusammen stehlen sie das Buch zurück. Sie treffen dabei aber auf die Nemesis der Bibliothek, Alberich, der einst ein Bibliothekar war, sich jedoch von der Bibliothek getrennt hat und ein Wesen des Chaos wurde.
Da Alberich den ortsansässigen Bibliothekar getötet hat, erhält Irene Winters die Stelle, nachdem sie Alberich gestoppt haben.
Band 2: Die maskierte Stadt Kai wird in einer Welt des Chaos, einem alternativen Venedig, von Elfen entführt. Da sein Vater ein hochrangiger Drache ist, droht ein Krieg zwischen den beiden Wesensarten. Dies würde alle Welten ins Verderben stürzen und insbesondere die Menschen würden darunter leiden. Irene Winters schafft es gemeinsam mit dem Elfenbotschafter Silver, Kai zu retten und zurückzubringen. Dabei lernt Irene Winters viel über Drachen und Elfen.
Band 3: Die flammende Welt Alberich treibt erneut sein Unwesen. Er stiehlt Bücher aus den verschiedenen Welten und baut sich eine eigene Bibliothek. Dies schwächt die Bibliothek. Ihre Verbindungen zu den verschiedenen Welten brechen ein. Irene Winters schafft es mit der Hilfe einer Elfe, Alberichs Bibliothek zu finden, und sie setzt ihn und seine Bücher in Brand. Dadurch normalisieren sich die Verbindungen der Welten zur eigentlichen Bibliothek. Jedoch sind im Kampf gegen Alberich viele Bibliothekare gestorben, und die Bibliothek befindet sich durch den Personalmangel in einer kritischen Lage.
Band 4: Das dunkle Archiv Bei Hofe befiehlt die Drachenkönigin zwei rivalisierenden Drachen, dass sie ihr ein bestimmtes, seltenes Buch beschaffen sollen – wer das als Erstes schafft, erhält die begehrte politische Position, die frei geworden war. Die Drachenfrau ersucht daraufhin Hilfe bei Irene Winters. Diese lehnt ab, denn die Bibliothek ist politisch neutral. Sie erfährt jedoch, dass ein anderer Bibliothekar von dem konkurrierenden Drachen genötigt wurde, das Buch für ihn zu beschaffen. Irene macht sich also auf in die Welt, wo das Buch sein soll. Es handelt sich dabei um New York in den 1920er Jahren, also zur Zeit der Prohibition. Sie rettet ihren Kollegen und findet das Buch, das sie in die Sicherheit der Bibliothek bringt. Da der eine Drache unlautere Mittel verwendet hat, verliert er, und die Drachenfrau erhält die Stelle bei Hofe.
Band 5: Das tödliche Wort Die Bibliothek soll unter Federführung von Irene Winters einen Friedensvertrag zwischen Drachen und Elfen aushandeln. In einem alternativen Paris des Fin de Siècle treffen hochrangige Vertreter der Drachen, Elfen und der neutralen Bibliothek ein. Die Verhandlungen laufen gut, bis der Verhandlungsführer der Drachen ermordet wird. Irene Winters klärt mit Hilfe von Vale das Verbrechen auf: Der Täter entpuppt sich als hochrangiger Drache, der die Friedensverhandlungen verhindern wollte.
Die Verhandlungen führen dazu, dass drei Repräsentanten ausgesucht werden sollen, die bei Konflikten zwischen Drachen und Elfen in Aktion treten sollen. Irene Winters repräsentiert dabei die Bibliothek und Kai die Drachen. Ein Elfenvertreter wurde jedoch noch nicht gewählt.
Band 6: Die verborgene Geschichte Mister Nemo ist ein Elf, der mit kostbaren und seltenen Gütern handelt. Er besitzt ein Buch, das die Bibliothek braucht, um eine Welt vor dem Absturz ins Chaos zu retten. Irene und Kai reisen daraufhin zu Nemo, um mit ihm zu verhandeln. Dieser verlangt, dass sie beim Diebstahl eines Gemäldes in einem alternativen Wien mitmachen. Die Welt wird dabei von Drachen beherrscht. Zusammen mit einem Team aus Drachen und Elfen stehlen sie das Gemälde. Es stellt sich heraus, dass das Gemälde, Das Floß der Medusa mit Drachengestalten statt Menschen, ein Geheimnis der Drachen enthüllt. Hinzu kommt, dass die Auftraggeberin zum Diebstahls keine geringere ist als die Schwester von Kai, die sich gegen die Drachenherrschaft auflehnt.
Irene Winters schafft es, das Gemälde den Drachen wieder auszuhändigen und ein politisches Chaos zu verhindern.
Band 7: Das geheime Gewölbe Irene Winters bekommt mit der Nichte von Lord Silver eine neue Bibliotheksassistentin. Catherine ist gleichzeitig die Friedensvertrag-Repräsentantin der Elfen. Die beiden sowie Kai und Vale werden zum Ziel mehrerer missglückender Mordanschläge. Als Verursacher entlarven sie den eigentlich verstorbenen und durch Nekromantie scheinbar zurück ins Leben gerufenen Lord Guantes und seine Frau. Doch hinter allem steckt der körperlose Alberich, der mit Irene ein neues Gefäß für seinen Geist sucht. In einem Gewölbe unter der Sagrada Família gelingt es ihnen, die Pläne von Alberich zu durchkreuzen – und Irene erfährt, dass der auf Abwege geratene Bibliothekar mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr leiblicher Vater ist. Der Epilog deutet an, dass die Bibliothek nicht das ist, was sie zu sein scheint.
Band 8: Das verbotene Kapitel Im letzten Band der Serie verschwinden plötzlich Welten. Irene entdeckt mit Alberichs Hilfe, dass die Bibliothek dahinter steckt. Er opfert sich, damit sie aus der verschwindenden Welt fliehen können.
In Mythen findet Irene schließlich die Wahrheit heraus: um den unberechenbaren Kräften von Chaos und Ordnung zu entkommen, floh ein mächtiger Elfe (der Geschichtenerzähler) und ein mächtiger Drache. Sie fraternisierten mit einer Menschenfrau und sie drei gründeten zusammen die Bibliothek, die sie fortan beherrschten. Am Anfang war die Aufgabe der Bibliothek das Gleichgewicht in den Welten herzustellen. Doch mit der Zeit korrumpierte die Menschenfrau mit ihrer Habgier die anderen beiden. Sie wollte die Welten beherrschen und besitzen.
Es stellt sich heraus, dass dieses Trio Welten verschwinden lässt, die sich gegen ihr Abkommen stellen. Irene und ihre Freunde versuchen das Trio aufzuhalten. Dieses jedoch kann die Bibliothekare durch die Tätowierung auf dem Rücken nach Belieben steuern. Unterstützung erhält Irene allerdings durch die Bibliothek; diese scheint teilweise ein eigenes Bewusstsein entwickelt zu haben und versucht mit der wenigen Macht, die sie kontrolliert, sich selbst wieder zu dem zu machen, was sie einmal war: ein Ort für Literatur, die Welten stabilisieren soll.
Am Ende schafft es Irene sich ins Herz der Bibliothek zu kämpfen. Dort wurde die Bibliothek gegründet und ihre „Verfassung“ steht auf Wänden und Boden in der Sprache geschrieben. Sie ändert die Verfassung und sorgt somit dafür, dass Bibliothekare und das Trio nicht nach ihrem Tod noch am Leben gehalten werden. Dadurch verschwinden die Geister des Trios als auch der Bibliothekare und die Bibliothek wird wieder zu dem, was sie bei ihrer Gründung seien sollte: ein Ort für Literatur aus allen Welten, der diese im Gleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos verankert.
Hauptpersonen Irene Winters Irene wurde als Kind von zwei Bibliothekaren adoptiert. Ihr Geburtsname ist Ray. „Winters“ ist ein Deckname, den Kai im ersten Teil von Mylady de Winter ableitet. Sie ist sehr kompetent und ehrgeizig. Sie erscheint wie eine Frau Mitte dreißig, ist jedoch älter, als sie aussieht, da sie eine lange Zeit in der Bibliothek war, wo man nicht altert. Später stellt sich heraus, dass ihr Vater kein anderer als der ehemalige Bibliothekar Alberich ist. Irenes bevorzugte Form der Literatur sind Detektivromane.
Nach dem ersten Band wird sie zur ortsansässigen Bibliothekarin im alternativen London. Später wird sie zur Vertreterin der Bibliothek des Friedensvertrags zwischen Drachen und Elfen.
Kai Kai ist ein Drache (Element: Wasser) und sein Vater ist ein einflussreicher König. Er selbst ist noch jung und hat viele ältere Geschwister, was ihn zu einem weniger wichtigen Mitglied der Herrscherfamilie macht. Bereits im ersten Teil versucht er Irene zu verführen, wird von ihr aufgrund des Lehrer/Schüler-Verhältnisses jedoch abgewiesen. Als dieses Verhältnis zu Ende des vierten Bandes aufgelöst wird, beginnen er und Irene dann doch eine einvernehmliche Beziehung. Er ist der Vertreter der Drachen des Friedensvertrages.
Peregrine Vale Vale ist ein Detektiv im alternativen London und erinnert stark an Sherlock Holmes. Er ist mit Irene und Kai befreundet und hilft ihnen oft bei kniffligen Problemen. Seine Schwester Columbine spielt auf Mycroft Holmes an, während die Elfe Lady Guantes im siebten Teil die Position von Professor Moriarty einnimmt.
Lord Silver Lord Silver ist Botschafter von Lichtenstein und ist ein mächtiger Elf, er folgt dem Archetyp des Verführers und Freigeistes. Er ist mit Kai und Irene bekannt, sie können sich aber gegenseitig nicht ausstehen, obwohl sie sich oft gegenseitig helfen.
Catherine Catherine ist Silvers Nichte und eine Teenager-Elfe, die sich mit Silver überhaupt nicht versteht. Sie will dem Archetyp der Bibliothekarin folgen und die erste Elfe werden, die in die Bibliothek gelangt, was sie am Ende auch schafft (sofern man den Geschichtenerzähler nicht gelten lässt). Ihr Geburtsname ist Talita.
Alberich Alberich ist die Nemesis der Bibliothek und aller Bibliothekare. Er will die Bibliothek vernichten, ist dem Chaos verfallen und gilt als völlig wahnsinnig. Später stellt sich zwar heraus, dass sein Handeln zumindest teilweise durchaus Gründe hatte, das macht ihn allerdings nicht weniger brutal: Um ohne die Bibliothek am Leben bleiben zu können, zieht er unter anderem anderen Bibliothekaren die Haut ab und schlüpft in ihre Gestalten. Sein eigentliches Wesen scheint nach zu vielen Pakten mit den Elfen mehr Ähnlichkeit mit einem schwarzen Loch zu haben als mit einem Menschen.
Alberich ist ein Genie, was die Benutzung der Sprache angeht. Er kann darauf basierende Abwehr-, Lähmungs- und Ortungszauber verfassen, die auch ohne ihn wirken und die er so seinen Verbündeten überlassen kann. Außerdem kann er über verschiedene Welten hinweg schriftlich kommunizieren und sogar Portale zwischen Welten aufbauen, beides Fähigkeiten, die der Bibliothek eigentlich exklusiv zur Verfügung stehen. Er kann sowohl die Sprache als auch Elfenmagie benutzen.