Georges Sar(r)i [] (); (* 23. Mai 1923 in Athen; † 9. Juni 2012 ebenda), bürgerlich Georgia Sarivaxevani (), war eine griechische Schriftstellerin und Schauspielerin.

Leben und Werk Saris Mutter war Französin und ihr Vater Grieche, er stammte aus Kleinasien, aus Ayvalik (in der heutigen Türkei). Schon früh beschäftigte sich Sari mit dem Theater und studierte während der deutschen Besetzung an der Schauspielschule von Dimitris Rontiris in Athen. Parallel dazu war sie im Widerstand bei der Gruppe EPON () aktiv, der Jugendorganisation der Nationalen Befreiungsfront EAM (). Sie musste 1947 während des Bürgerkriegs Griechenland verlassen und emigrierte nach Paris. Dort setzte sie ihre Ausbildung zur Schauspielerin bei Charles Dullin fort. In Paris heiratete sie den ägyptischen Chirurgen Markellos Karakostas, mit dem sie zwei Kinder bekam.

1962 kehrte sie mit der Familie nach Griechenland zurück und trat sowohl im Theater als auch in Kinofilmen auf. Mit der Machtübernahme der Junta 1967 hörte sie zusammen mit anderen Schauspielern aus Protest mit ihrer Arbeit beim Theater auf und widmete sich dann dem Schreiben. Ihr erstes Werk (Vagias Schatz) wurde 1969 veröffentlicht. 1984 machte der staatliche Fernsehsender ERT aus Vagias Schatz eine Fernsehserie.

Sari gilt heute als eine der wichtigsten griechischen Kinder- und Jugendbuchautoren der Gegenwart. Ihr gesamtes Werk kennzeichnet eine persönliche, autobiografische Schreibweise. Sie behandelt sowohl den gesellschaftlichen Alltag als auch historische und politische Ereignisse. (Der Geburtstag) beschreibt beispielsweise die Machtergreifung der Junta und die Unterdrückung während der Diktatur aus den Augen eines heranwachsenden Mädchens. Ihr Roman (Ninette) handelt von einem Mädchen, dessen Leben von der Oktoberrevolution und der Kleinasiatischen Katastrophe beeinflusst wird. In E.V. - Ewig Vereint beschreibt sie ihre Freundschaft zu Alki Zei, einer anderen bekannten Schriftstellerin.

Saris Roman (Wenn die Sonne …) wurde ins Französische übersetzt. Sie selbst übertrug zahlreiche französische Werke ins Griechische; ihre Übersetzungen umfassen Werke von Eugène Ionescu, Simone de Beauvoir, Jules Verne und Marguerite Duras.

Auszeichnungen Als Schauspielerin wurde Sari 1960 beim Internationalen Filmfestival von Thessaloniki für ihre Darstellung in einer Nebenrolle in (Verbrechen hinter den Kulissen) ausgezeichnet.

1988 wurde Saris Roman (Chegia) für den Hans-Christian-Andersen Preis vorgeschlagen. Ihr Roman (Ninette) erhielt 1994 den Nationalen Literaturpreis () für das beste griechische Kinder- und Jugendbuch. Von 1972 an bis zu ihrem Lebensende 2012 war sie Ehrenmitglied des griechischen Schriftstellerverbands ().

Sari wurde auf dem Ersten Friedhof Athen beigesetzt.

2023 wurde die achte Grundschule von Nikea nach ihr benannt.

Werke Romane , 1969 (Vagias Schatz) , 1970 (Die Lüge) , 1971 (Wenn die Sonne … ins Französische übersetzt von Francine Aubry, Quand le soleil … ISBN 978-2883290532) , 1974 (Roter, verknoteter Faden …) , 1977 (Der Geburtstag) , 1979 (Die engen Schuhe) , 1983 (Die Sieger) , 1987 (Chegia) , 1989 (Lauf der Dinge) , 1989 (Gegenleistung) , 1990 (Wie schade, wie ungerecht) , 1993 (Ninette) , 1994 (Zoom) , 1995 (E.V. - Ewig Vereint) , 1996 (Eine Liebe für Zwei, verfasst zusammen mit Argyro Kokoreli) , 1998 (Der Tanz des Lebens) , 2000 (Sofia) , 2001 (Verdeckte Karten, verfasst zusammen mit ihrer Tochter Melina Karakosta) , 2002 (Mein Herr) , 2003 (Mit Familie) , 2003 (Der Krieg, Maria und der obdachlose Hund) , 2004 (Abendschule) , 2004 (Dann …) , 2005 (Brief aus Odessa) , 2009 (Die vorletzte Stufe)

Kinderbücher , 1973 (Der Fastnachtstanz) , 1980 (Frikos, mein Däumling) , 1982 (Unsere kluge Lehrerin) , 1983 (Der Harlekin) , 1986–1987 (Frau Klokló, 8 Bände) , 1988–1990 (Totós und Totína, 8 Bände) , 1993 (Die Schwätzerin) , 2002 (Die kleine Tulpe) , 2010 (Der Knopf und die Nadel)

Theaterstücke (, , und ), 1988 (Das Lampenfieber, enthält die vier Stücke: Der Eingebildete - Giannis, der Soldat - Der Marschall - To Gaitanaki)

Filmografie 1958: (Die letzte Lüge von Michalis Cacoyannis) 1958: (Der Mensch im Zug von Dinos Dimopoulos) 1960: (Verbrechen hinter den Kulissen von Dinos Katsouridis) 1962: (Phaedra von Jules Dassin) 1964: (Enttäuscht wandere ich aus von Errikos Thalassinos) 1964: (Verrat von Kostas Manousakis) 1965: (Der Block von Adonis Kyros) 1969: (Aphrodites Insel von Giorgos Skalenakis) 1976: (Happy Day von Pantelis Voulgaris) 1980: (Eleftherios Venizelos von Pantelis Voulgaris) 1987: (Geburtsort von Takis Papagiannidis)

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Einzelnachweise

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