Die Hochschule für Künste Bremen (kurz HfK Bremen, ) ist eine staatliche Kunst- und Musikhochschule in Bremen mit Promotionsrecht. Die älteste Vorläufer-Institution wurde 1873 gegründet.

Es gibt zwei Fachbereiche: Der Fachbereich Kunst und Design befindet sich im Speicher XI in der Bremer Überseestadt, der Fachbereich Musik im ehemaligen Schulgebäude des Alten Gymnasiums in der Dechanatstraße in der Altstadt. Damit gehört die HfK Bremen neben der Universität der Künste Berlin und der Folkwang Universität der Künste in Essen zu den wenigen Kunsthochschulen in Deutschland, in denen die beiden Bereiche Bildende Kunst und Musik gemeinsam vertreten sind.

Studiengänge Voraussetzung für das Studium sind in der Regel das Abitur sowie die bestandene künstlerische Aufnahmeprüfung.

Fachbereich Kunst und Design mini|Der Speicher XI in der Überseestadt – Standort der Hochschulleitung und des Fachbereichs Kunst und Design der HfK Bremen.

Digitale Medien (Bachelor und Master), Kooperationsstudiengang mit der Universität Bremen,Digitale Medien Kooperationsstudiengänge an der Universität Bremen und der HFK Bremen Lehrgebiete: AV-Medien Elektroakustische Komposition Grundlagen Gestaltung Digitaler Medien Interaction Design Interaktion und Raum Interface Design Intermediales Gestalten Kultur- und Mediengeschichte /-theorie Sound Studies Stilles Bild Temporäre Architektur Angebote aus der Medieninformatik [ Universität ]

Freie Kunst (Diplom und Meisterschüler-Studium), Studienschwerpunkte bzw. Klassen: Malerei Zeichnen, Druckgrafik Figurative Malerei Plastik Bildhauerei, Plastik Bildhauerei mit klassischen Werkstoffen Intermediale Fotografie Künstlerische Raum- und Körperkonzepte Zeitmedien allg. Wissenschaften

Integriertes Design (Bachelor und Master), Studienschwerpunkte: Grundlagen der Gestaltung Kommunikationsgestaltung/Corporate Design Interaction Design Typografie – Illustration Zeichnen Stilles Bild–analog und digital Bewegtes Bild Interface Design Produktdesign/CAD 3-D-Design / Produkte und Systeme Konstruktive Geometrie Temporäre Architektur Modedarstellung Modedesign / Experimenteller Entwurf Modellentwurf/Schnittgestaltung/CAD Modedesign / Unikate und Programme

Fachbereich Musik mini|Das ehemalige Schulgebäude des Alten Gymnasiums in der Dechanatstraße in der Altstadt – Standort des Fachbereichs Musik der HfK Bremen.

Der Fachbereich der Musik ging aus dem Konservatorium der Freien Hansestadt Bremen und der Akademie für Alte Musik hervor und bietet die Studiengänge Instrumental- und Gesangsausbildung, Musikerziehung und Kirchenmusik an. Der Fachbereich Musik verfügt über Konzert- und Musiksäle, Ensemble- und Unterrichtsräume, moderne Übungsräume sowie eine Mensa. Außerdem besitzt der Fachbereich Musik ein Aufnahmestudio und ein elektronisches Studio sowie einen Jazzkeller, der Spielstätte des „Jazzclub Bremen“ ist. Jeden Dienstag im Semester finden in dem Kellergewölbe Konzerte und Sessions mit Musikern der Hochschule und lokalen sowie nationalen Musikern statt. Insgesamt finden pro Jahr etwa 300 öffentliche Konzerte aller Musikrichtungen statt.

Bachelor of Music (BM) Künstlerische Ausbildung Instrumentales Hauptfach Gesang Alte Musik Jazz Komposition

Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung Instrumentales Gesang Jazz Elementare Musikpädagogik Musiktheorie (Instrumental- und Gesangspädagogik / Komposition)

Master of Music (MM) Künstlerische Ausbildung Instrumentales Hauptfach Gesang Chorleitung Komposition / Elektroakustische Komposition Alte Musik Jazz

Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung Instrumental- / Gesangspädagogik Elementare Musikpädagogik Musiktheorie

Kirchenmusik (Schwerpunkt: Alte Musik)Im August 2014 wurde der Studiengang Kirchenmusik in Die Rote Liste des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 1 von Schließung bedroht eingestuft. , abgerufen am 31. August 2014. Evangelische Kirchenmusik Katholische Kirchenmusik

Weitere Studiengänge Lehramt Musik (Bachelor und Master of Education MEd) Ausbildungsangebot Jungstudium für hochtalentierte Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen Weiterbildungsstudium

Geschichte Vor dem Zusammenschluss zur Hochschule für gestaltende Kunst und Musik als Fachhochschule im Jahr 1979, die 1988 in die künstlerisch wissenschaftliche Hochschule für Künste überging, hatten sich mehrere Institutionen unabhängig voneinander entwickelt:

Vorläufer Fachbereich Kunst und Design Seit 1823 gab es in Bremen eine Zeichenschule für Künstler und Handwerker. Die 1855 folgende Gewerbeschule bestand nur bis 1857. In den 1860er Jahren bestand eine Zeichenschule für angehende Künstler und Handwerker in der Großenstraße, die seit 1866 Gewerbliche Zeichenschule hieß.

In der Hochphase des Historismus wurde 1873 unter Leitung von August Töpfer die Technische Anstalt für Gewerbetreibende in Bremen gegründet und damit die eigentliche Vorläufer-Institution der heutigen Hochschule für Künste. Die Anstalt befand sich im Gebäude der Gewerbebank an der Kaiserstraße (heute Bürgermeister-Smidt-Straße). Seit 1878 gehörte zu der Anstalt auch eine Mustersammlung sowie in der Zeit von 1880 bis 1916 das Gewerbemuseum Bremen. Die Technische Anstalt entwickelte sich zur Staatlichen Kunstgewerbeschule und wurde 1922 zusammen mit der Höheren Fachschule für Handwerk in einem neuen Gebäude Am Wandrahm 23 nach den Plänen von Rudolf Jacobs untergebracht. Geleitet wurde die Kunstgewerbeschule seit 1912 lange Jahre von Erich Kleinhempel. Wilhelm Wagenfeld, ein Protagonist des modernen Industriedesigns und späterer Bauhaus-Schüler, erhielt hier ab 1916 bis 1919 seine erste künstlerische Ausbildung.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1934 aus der Kunstgewerbeschule die Nordische Kunsthochschule (NKH) mit dem Worpsweder Maler Fritz Mackensen als Gründungsrektor. Nach 1946 firmierte diese Institution dann als Staatliche Kunstschule mit dem Zusatz Meisterschule für das gestaltende Handwerk. Sie hatte um die 300 Studierende. Von 1946 bis 1952 war Willy Menz Leiter der Schule, bis er nach Differenzen mit der senatorischen Behörde zurücktrat. 1968 erhielt die Kunstschule einen Erweiterungsbau. 1969 wurde sie zur Akademie für Gestaltung. In Umsetzung des Hochschulrahmengesetzes zum neuen Bremer Hochschulgesetz erfolgte 1970 die Umwandlung zur Hochschule für Gestaltung im Range einer Fachhochschule.

Vorläufer Fachbereich Musik Ursprung des Fachbereiches Musik in seiner heutigen Struktur sind das Konservatorium der Freien und Hansestadt Bremen, die davon unabhängig seit 1973 von der Gesellschaft Norddeutsche Musikpflege veranstalteten und von Nikolaus Harnoncourt geleiteten Norddeutschen Sommerakademien für alte MusikNorddeutsche Sommerakademie. In: Weser-Kurier vom 23. Mai 1973 Seite 17 und die aus Letzteren von Thomas Albert entwickelte und 1986 institutionalisierte Akademie für Alte Musik.Neue Akademie stellt sich vor. In: Kurier am Sonntag vom 30. März 1986 Seite 6

Konservatorium der Freien und Hansestadt Bremen 1878 wurde die professionelle Musikausbildung in Bremen etabliert – zunächst im privaten Rahmen und ab 1893 als Conservatorium der Musik. 1942 wurde die Städtische Singschule in Nordische Musikschule umbenannt, was eine Parallele zur Nordischen Kunsthochschule darstellen sollte. 1948 entstand daraus die Bremer Musikschule.

mini|Am Osterdeich 17 befand sich ab 1951 die Bremer Musikschule

Aus der Bremer Musikschule wurde 1965 das Konservatorium der Freien Hansestadt Bremen e. V., eine staatlich finanzierte private Ersatzschule im Range einer Fachschule unter Aufsicht eines aus Vertretern der Senatsverwaltung, des Generalmusikdirektors (Fachaufsicht), Vereinsmitgliedern und des Direktors besetzten Kuratoriums. Die Leiter des Konservatoriums waren ab 1946 Paul Zingel, Hermann Grevesmühl, Hellmut Schnackenburg und bis 1979 Hans Joachim Kauffmann. Anders als 1970 die staatliche Akademie für Gestaltung wurde mit dem ersten Bremer Hochschulgesetz das Konservatorium nicht zur Fachhochschule, denn Direktor Kauffmann lehnte sowohl den Status Fachhochschule als unzureichend wie auch die damit verbundene Selbstverwaltung im Rahmen einer demokratischen Rektoralverfassung ab. Seine gegenüber dem Kuratorium und damit auch gegenüber Senat und der Wissenschaftsdeputation vertretene Position als einzig denkbare „Fruchtbare Endlösung“, das Konservatorium in einem Schritt in eine singuläre Musikhochschule mit Direktoralverfassung ohne demokratische Selbstverwaltung umzuwandeln, fand in den Gremien keine Unterstützung, so dass das Konservatorium in den Novellierungen des Bremer Hochschulgesetzes bis 1978 keine Beachtung und Erwähnung fand.

Im Rahmen der von Horst Werner Franke betriebenen Hochschulentwicklung (u. a. der Universität) stellte sich 1976 die Frage der zukünftigen Musiklehrerausbildung in Bremen. Im Auftrag von Franke ließ Staatsrat Reinhard Hoffmann eine Expertengruppe des Deutschen Musikrates das Konservatorium begutachten. Ein erstes Gutachten musste wegen falscher Basisdaten verworfen werden. Das zweite Gutachten bestätigte dem Konservatorium mit wenigen Einschränkungen im Ganzen ein Fachhochschul-Niveau.

Das in Novellierung befindliche Hochschulgesetz wurde daraufhin um den Passus „… und das Konservatorium“ erweitert, wodurch das Konservatorium 1979 als Fachbereich Musik in die Hochschule für Gestaltung eingegliedert wurde und als eines der letzten Konservatorien in Deutschland (Fach-)Hochschulstatus erhielt, während es in der Zeit zuvor nur den Status einer privaten Fachschule hatte.

Akademie für Alte Musik mini|Schloss Schönebeck

Rundfunkanstalten der ARD waren Wegbereiter der Alten Musik. Vor allem Wolfgang Buchner als verantwortlicher Redakteur bei Radio Bremen entdeckte und förderte seit den 1960er-Jahren bedeutende Pioniere dieser Gattung, unter ihnen Nikolaus Harnoncourt, Gustav Leonhardt und die in Berlin ansässige Musicalische Compagney unter der Leitung von Holger Eichhorn. Mit der Gründung von Pro Musiqua Antiqua durch Hans Otte 1960 bereitete der Sender der Alten Musik eine Festival-Bühne (seit 2009 musicadia –Tage für Alte Musik im Sendesaal).Eine vitale Alternative – ein Blick auf 40 Jahre Alte Musik in Deutschland – Goethe-Institut

Die Gesellschaft Norddeutsche Musikpflege veranstaltete dann im September 1973 auf Schloss Schönebeck die erste Norddeutsche Sommerakademie für alte Musik in Bremen unter der Gesamtleitung von Nikolaus Harnoncourt, dem Leiter des Wiener Concentus Musicus. Bei einem Senatsempfang im Kaminsaal des Rathauses für die nahezu 100 Teilnehmer aus 12 Nationen begrüßte der Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst Moritz Thape – in dieser Periode auch für die Hochschulentwicklung in Bremen zuständig – ausdrücklich die von den Teilnehmern geleistete Arbeit für die Pflege der Alten Musik.Norddeutsche Sommerakademie. In: Weser-Kurier vom 23. Mai 1973

Mit dieser Veranstaltung von hohem protokollarischen Rang stärkte Thape das durch die Aktivitäten von Radio Bremen gebildete kulturelle Fundament für das dann 1986 von Thomas Albert gegründete Ausbildungsinstitut Akademie für Alte Musik auch zukunftsweisend durch die politische Verankerung.

Durch die Sommerakademie für Alte Musik, die Bemühungen der Gesellschaft Norddeutsche Musikpflege und der Norddeutschen Orgelakademie, Kurse und andere Aktivitäten des „Forum Alte Musik Bremen“ war die Zeit zur Gründung der Akademie für Alte Musik Bremen, auf www.alte-musik-bremen.de (engl.) 1986 gekommen. In einer Pressekonferenz stellten Thomas Albert und Elisabeth Hahn, Professorin an der Bremer Hochschule für gestaltende Kunst und Musik das Projekt vor und gaben deren Gründung als Verein in freier Trägerschaft – ideell und praktisch aber nicht finanziell unterstützt vom Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst – bekannt.Umfassende Ausbildung angestrebt. In: Weser-Kurier vom 30. Januar 1986 Seite 18

mini|Heimstatt der „Akademie für Alte Musik“ von 1986 bis 1993