mini|Gigliola Staffilani (2013)
Gigliola Staffilani (* 24. März 1966 in Martinsicuro) ist eine italienisch-amerikanische Mathematikerin am Massachusetts Institute of Technology.
Leben und Wirken Staffilani erwarb 1989 an der Universität Bologna einen Laurea (entsprechend Bachelor) und an der University of Chicago 1991 einen Master und 1995 bei Carlos Eduardo Kenig einen Ph.D. in Mathematik mit der Dissertation The initial value problem for some dispersive differential equations. Nach Lehrtätigkeiten an der Stanford University, der Princeton University und der Brown University wechselte sie 2002 an das Massachusetts Institute of Technology, wo sie seit 2006 eine ordentliche Professur innehat.
Staffilani befasst sich mit nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen von dispersivem Typ.Eintrag zu Staffilani bei der American Academy of Arts and Sciences Dabei gelangen ihr mit Terence Tao, James Colliander, Markus Keel und Hideo Takoka (dem sogenannten „I-Team“) einige Durchbrüche, die auch in der Fields-Medaillen-Laudatio von Terence Tao hervorgehoben wurden.Laudatio auf Terence Tao (PDF, 52 kB); abgerufen am 8. November 2022. So gelang ihr mit dem I-Team 2003 der Nachweis der globalen Wohlgestelltheit des Anfangswertproblems der Korteweg-de-Vries-Gleichung auf und mit periodischen Randbedingungen.Colliander, Keel, Staffilani, Takoka, Tao, Sharp global well-posedness for KdV and modified KdV on R and T, Journal of the American Math. Soc., Band 16, 2003, S. 705–749 2008 bewiesen sie die globale Wohlgestelltheit des Anfangswertproblems für eine Form der nichtlinearen Schrödingergleichung (fünften Grades in der Selbstwechselwirkung, defokussierend) in drei Dimensionen und einige andere Eigenschaften, die die Existenz globaler klassischer Lösungen sicherstelltenColliander, Keel, Staffilani, Takaoka, Tao, Global well-posedness and scattering for the energy-critical nonlinear Schrödinger equation in , Annals of Mathematics, Band 167, 2008, S. 767–865, Arxiv Damit bewiesen sie einige lange offene Vermutungen und führten neue Techniken ein (Fast-Erhaltungssätze,Staffilani, KdV and Almost Conservation Laws, Arxiv 2002 Wechselwirkungs-Morawetz-Ungleichung). Außerdem bewiesen sie, dass der symplektische Fluss der Korteweg-de-Vries-Gleichung, ein unendlich dimensionales Hamiltonschen System, auf dem Kreis nicht quetscht (anschaulich: er kann keine Kugel in die Form eines dünnen Zylinders quetschen).Colliander, Keel, Staffilani, Takaoka, Tao, Symplectic nonsqueezing of the KdV flow, Acta Mathematica, Band 195, 2005, S. 197–252, Arxiv 2004 Ein entsprechendes Resultat im endlich dimensionalen Fall stammte 1985 von Michail Leonidowitsch Gromow. Sie übertrugen Gromows Nicht-Quetschungs-Resultat auf den unendlich dimensionalen Fall nichtlinearer partieller Differentialgleichungen, was schon von S. Kuksin und Jean Bourgain begonnen wurde. 2008 wiesen sie Frequenzkaskaden der kubischen nichtlinearen Schrödingergleichung auf dem zweidimensionalen Torus nach und damit schwach turbulentes Verhalten.Colliander, Keel, Staffilani, Takaoka, Tao, Weakly turbulent solutions for the cubic defocusing nonlinear Schrödinger equation, Arxiv 2008, veröffentlicht als: Transfer of energy to high frequencies in the cubic defocusing nonlinear Schrodinger equation, Inventiones Mathematicae, Band 181, 2010, S. 39–113
In der mathematischen Physik leitete sie mit Benjamin Schlein und Kay Kirkpatrick die zweidimensionale nichtlineare (kubische) Schrödingergleichung als Beschreibung des Vielteilchenproblems von Bosonen in zwei Dimensionen mit kurzreichweitiger Abstoßung ab.Kirkpatrick, Schlein, Staffilani, Derivation of the two dimensional nonlinear Schrodinger equation from many body quantum dynamics, American J. Math., Band 133, 2008, S. 91–130, Arxiv Mit Igor Rodnianski und Yanir Rubinstein wies sie globale Wohlgestelltheit des Anfangswertproblems des Flusses der Abbildung durch die eindimensionale Schrödingergleichung nach.Rodnianski, Rubinstein, Staffilani, On the global well-posedness of the one-dimensional Schrodinger map flow, Analysis & PDE, Band 2, 2009, S. 187–209, Arxiv 2008
Gigliola Staffilani hat laut Datenbank Scopus einen h-Index von 29, laut Google Scholar einen von 35 (jeweils Stand Februar 2026).
Staffilani ist mit dem Mathematiker Tomasz Mrowka verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder.
Auszeichnungen (Auswahl) 2013 Fellow der American Mathematical Society 2014 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 2017 Guggenheim-Stipendium 2021 Mitglied der National Academy of Sciences 2027 Noether Lecture
Weblinks Gigliola Staffilani und Lebenslauf (PDF; 143 kB; Stand Mai 2021) beim Massachusetts Institute of Technology (mit.edu) Gigliola Staffilani bei MIT Mathematics (math.mit.edu) Personal Profile of Prof. Gigliola Staffilani beim Mathematical Sciences Research Institute (msri.org) Interview mit Gigliola Staffilani bei MaddMaths!
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Massachusetts Institute of Technology) Kategorie:Fellow der American Mathematical Society Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Italiener Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau