Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 2021 begannen am 15. Mai 2021 und endeten am 7. Juli 2021 mit dem 4:1-Erfolg der Tampa Bay Lightning gegen die Canadiens de Montréal. Die Lightning verteidigten somit ihren Titel aus dem Vorjahr, während sie nach 2004 ihren insgesamt dritten Titel gewannen. Wie im letzten Jahr wurde Nikita Kutscherow bester Scorer der Playoffs, während sein Landsmann Andrei Wassilewski die Conn Smythe Trophy als MVP der Postseason erhielt.

Ursprünglich war der Beginn der Playoffs für den 8. Mai 2021 geplant, der jedoch um eine Woche verschoben wurde, da acht Partien der Vancouver Canucks aufgrund eines COVID-19-Ausbruchs nachgeholt werden mussten. Dies hatte nicht nur zur Folge, dass sich Playoffs und reguläre Saison zeitlich überlappten, sondern auch, dass die Mannschaften teilweise deutlich zeitversetzt in die Postseason starteten. Der Modus wurde derweil erneut deutlich geändert und orientierte sich an dem rein auf Divisions basierenden Format der Hauptrunde. Während in Kanada zu Beginn noch vor leeren Rängen gespielt wurde und die Zuschauerzahlen auch im Verlauf begrenzt blieben, erlaubten die Behörden in den USA einigen Teams sogar, ihre Arenen auf volle Kapazität zu füllen.

Erstmals seit 1966 waren alle in diesem Jahr qualifizierten Mannschaften bereits in den Playoffs des Vorjahres vertreten, was jedoch hauptsächlich an der erhöhten Teilnehmerzahl der Playoffs 2020 lag. Darüber hinaus zogen mit den Lightning, den Islanders und den Golden Knights drei von vier Halbfinalisten des letzten Jahres auch in dieser Postseason in die Runde der letzten Vier ein, was erstmals seit 1992 geschah. Derweil verpassten die Buffalo Sabres zum zehnten Mal in Folge die Playoffs, womit sie einen gemeinsam von Edmonton und Florida gehaltenen NHL-Negativrekord einstellten.

Modus Der Modus der Playoffs 2021 entsprach im Wesentlichen dem der Jahre 1982 bis 1993. Wie bereits in der regulären Saison wurde möglichst innerhalb der jeweiligen Divisions gespielt, um Reisekilometer und vor allem Grenzübertritte zu minimieren. In den ersten beiden Runden spielte jede der vier Divisions ihren Sieger aus, wobei die vier besten Teams jeder Division qualifiziert waren und initial der Erste auf den Vierten und der Zweite auf den Dritten traf. Anschließend wurden die vier Divisionssieger nach den in der Hauptrunde erspielten Punkten neu gesetzt und traten nach dem gleichen Prinzip (1 gegen 4, 2 gegen 3) gegeneinander an, sodass hier das zuvor übliche, Conference-basierte Format verlassen wurde. Die beiden Sieger spielten dann im Finale um den Stanley Cup. Ob die Mannschaften ab dem Halbfinale klassische Heimspiele austragen oder auf das im Vorjahr erprobte Prinzip der „Bubble“ – eines alleinigen Austragungsortes für alle Teams – zurückgegriffen wird, blieb vorerst unklar, wobei die Teams letztlich in ihren Heimspielstätten auflaufen konnten.

Alles Serien wurden nach dem üblichen Best-of-Seven-Modus ausgetragen, während auch die weiteren klassischen Playoff-Regularien wie die fortlaufende Overtime mit Sudden Death unverändert blieben.

Qualifizierte Teams North Division N1: N2: N3: N4:

East Division E1: E2: E3: E4: Central Division C1: C2: C3: C4:

West Division W1: W2: W3: W4:

Playoff-Baum

Erste Runde North Division (N1) Toronto Maple Leafs – (N4) Canadiens de Montréal Im ersten Aufeinandertreffen der beiden kanadischen Original-Six-Vertreter seit 1979 setzten sich die Canadiens de Montréal mit 4:3 gegen die Toronto Maple Leafs durch. Trotz insgesamt 18:14 Toren und einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung mussten die Maple Leafs die sechste Erstrunden-Niederlage in Folge hinnehmen. Zudem verloren sie saisonübergreifend acht Partien in Folge, in denen sie die Serie mit einem Sieg selbst hätten erfolgreich beenden können. In einer vergleichsweise defensiv geführten Serie überzeugten sowohl Carey Price für die Canadiens als auch Jack Campbell für die Maple Leafs, die nicht auf Frederik Andersen setzten, mit Fangquoten von über 93,0 %. Topscorer und bester Torschütze des Aufeinandertreffens wurde Torontos William Nylander mit fünf Toren und acht Scorerpunkten, während Montréals Tyler Toffoli auf fünf Punkte kam. Darüber hinaus fiel John Tavares als Kapitän der Maple Leafs nach nur knapp drei Minuten Eiszeit im ersten Spiel für den Rest der Serie verletzungsbedingt aus.

(N2) Edmonton Oilers – (N3) Winnipeg Jets Die Edmonton Oilers und Winnipeg Jets traten in dieser Form erstmals in den Playoffs gegeneinander an, nachdem man sich zuletzt im Jahre 1990 als erstes Franchise der Winnipeg Jets gegenüberstand. Die Jets setzten sich mit 4:0 durch, wobei ihnen der erste Sweep der Franchise-Geschichte gelang. Die Oilers hingegen scheiterten zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde, obwohl sie mit Connor McDavid und Leon Draisaitl erneut die beiden besten Scorer der Hauptrunde in ihren Reihen hatten. Auch in der Postseason führten beide die Scorerliste der Oilers an, während bei den Jets unter anderem Mark Scheifele und Blake Wheeler mit je fünf Punkten überzeugten. Mit einer Fangquote von 95,0 % übertraf Winnipegs Connor Hellebuyck derweil sein Gegenüber Mike Smith (91,2 %) deutlich.

East Division (E1) Pittsburgh Penguins – (E4) New York Islanders Wie bereits in der ersten Runde der Playoffs 2019 setzten sich die New York Islanders gegen die Pittsburgh Penguins (4:2) durch, wobei sich die Teams zum insgesamt sechsten Mal in den Playoffs gegenüberstanden. Offensiv überzeugten für die Islanders unter anderem Anthony Beauvillier und Jean-Gabriel Pageau mit jeweils sieben Scorerpunkten, während bei den Penguins mit Kris Letang ein Abwehrspieler bester Scorer (6) wurde. Insbesondere Sidney Crosby und Jake Guentzel traten mit nur je zwei Punkten vergleichsweise wenig in Erscheinung. Auf der Torhüterposition verlor New York mit der etatmäßigen, aber verletzungsbedingt angeschlagenen Nummer 1 Semjon Warlamow die Spiele 2 und 3, während dessen Landsmann Ilja Sorokin eine Fangquote von 94,3 % und einen Gegentorschnitt von 1,95 verzeichnete. Dem gegenüber zeigte Tristan Jarry auf Seiten der Penguins mit 88,8 % und 3,18 nur unterdurchschnittliche Leistungen.

(E2) Washington Capitals – (E3) Boston Bruins Erstmals seit 2012 trafen in den Playoffs wieder die Washington Capitals und die Boston Bruins aufeinander, wobei sich Boston letztlich deutlich mit 4:1 durchsetzte. Wie so häufig in den vergangenen Jahren war es erneut die Angriffsreihe um Patrice Bergeron, David Pastrňák und Brad Marchand, die mit insgesamt 13 erzielten Scorerpunkten den Unterschied für die Bruins machte. Auf Seiten der Capitals, bei denen Zdeno Chára auf seinen langjährigen Arbeitgeber traf, kam kein Akteur auf fünf oder mehr Punkte, Alexander Owetschkin und T. J. Oshie verzeichneten je derer vier. Im Tor der Bruins überzeugte Tuukka Rask mit einer Fangquote von 94,1 %, während die Capitals mit Ilja Samsonow (89,9 %), Craig Anderson (92,9 %) und Vítek Vaněček (75,0 %) gleich drei Torhüter einsetzten.

Central Division (C1) Carolina Hurricanes – (C4) Nashville Predators Erstmals überhaupt trafen in den Playoffs die Carolina Hurricanes und die Nashville Predators aufeinander, wobei Carolina mit einem 4:2 in die nächste Runde einzog. Die Predators scheiterten damit zum dritten Mal in Folge in der ersten Runde der Postseason. Sebastian Aho, Kapitän der Hurricanes, wurde mit sieben Punkten bester Scorer der Begegnung, gefolgt von seinen Mitspielern Jordan Staal und Martin Nečas sowie den Predators Mikael Granlund und Ryan Ellis mit je fünf Punkten. Die beiden Torhüter, Rookie Alex Nedeljkovic für Carolina und Juuse Saros für Nashville, begegneten sich mit Fangquoten von jeweils knapp über 92 % auf Augenhöhe. Bemerkenswert war, dass die letzten vier Partien dieser Serie allesamt in die Overtime gingen.

(C2) Florida Panthers – (C3) Tampa Bay Lightning In der ersten Playoff-Begegnung der beiden Lokalrivalen aus Florida gewannen die Tampa Bay Lightning als amtierender Stanley-Cup-Sieger gegen die Florida Panthers mit 4:2. In einer offensiv geführten Serie mit durchschnittlich fast sieben Treffern pro Spiel wurden Nikita Kutscherow (11) für Tampa und Jonathan Huberdeau (10) für Florida zu den einzigen beiden Spielern der ersten Runde, die zweistellige Scorerpunkte erreichten. Auf Seiten der Lightning überzeugten zudem erneut die Leistungsträger des Vorjahres in Person von Steven Stamkos, Alexander Killorn und Victor Hedman mit je acht Punkten sowie Torhüter Andrei Wassilewski mit einer Fangquote von 92,9 %. Dem gegenüber setzten die Panthers mit Sergei Bobrowski (84,1 %), Chris Driedger (87,1 %) und Spencer Knight (93,3 %) gleich drei verschiedene Torhüter ein, von denen nur der Rookie Knight in den letzten beiden Partien statistisch überzeugen konnte.

West Division (W1) Colorado Avalanche – (W4) St. Louis Blues Die Colorado Avalanche setzten sich als punktbestes Team und somit Presidents’-Trophy-Gewinner ungefährdet mit 4:0 gegen die St. Louis Blues durch. Es war das zweite Aufeinandertreffen beider Mannschaften in den Playoffs nach 2001, dem gleichen Jahr, in dem der Avalanche zuletzt ein Sweep gelang. Für Colorado waren es erneut die Leistungsträger um Nathan MacKinnon, Gabriel Landeskog und Mikko Rantanen, die mit insgesamt 24 Scorerpunkten den Unterschied machten. Auf Seiten der Blues, die insgesamt nur sieben Tore verzeichneten, kam kein Spieler über drei Punkte hinaus. Auch auf der Torhüterposition war Colorados Philipp Grubauer mit einer Fangquote von 93,6 % seinem Gegenüber in Person von Jordan Binnington (89,9 %) deutlich überlegen. Ab der dritten Partie mussten die Avalanche zudem auf Nazem Kadri verzichten, der nach einem Check gegen den Kopf von Justin Faulk für acht Spiele gesperrt wurde.

(W2) Vegas Golden Knights – (W3) Minnesota Wild Die Vegas Golden Knights entschieden ihre erste Playoff-Begegnung mit den Minnesota Wild mit 4:3 für sich. Trotz statistischer Überlegenheit (20:13 Tore) und zwischenzeitlicher 3:1-Führung in der Serie benötigten sie letztlich die volle Distanz von sieben Spielen, um Minnesota die fünfte Erstrunden-Niederlage in Folge zuzufügen. Offensiv traten für Vegas vor allem der zur Trade Deadline erworbene Mattias Janmark mit sechs Scorerpunkten und einem Hattrick in der entscheidenden siebten Partie sowie Kapitän Mark Stone mit vier Toren in Erscheinung, während bei den Wild kein Akteur auf mehr als drei Punkte kam. Im Tor zeigten sowohl Marc-André Fleury für Vegas (93,1 % Fangquote) als auch Cam Talbot für Minnesota (92,3 %) überzeugende Leistungen und beendeten insgesamt drei der sieben Partien mit einem Shutout.

Zweite Runde North Division (N3) Winnipeg Jets – (N4) Canadiens de Montréal