Buggenhagen ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald, gelegen auf einem Landvorsprung am Peenestrom. Sie wird seit dem 1. Januar 2005 vom Amt Am Peenestrom mit Sitz in Wolgast verwaltet. Bis zum 31. Dezember 2004 war Buggenhagen Teil des Amtes Ziethen. Buggenhagen ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden in Vorpommern.

Geografie

Geografische Lage Buggenhagen befindet sich im Lassaner Winkel und liegt etwa drei Kilometer südlich von Lassan im Naturpark Insel Usedom. Südlich der Gemeinde verläuft der Peenestrom. In der Umgebung befinden sich viele Wälder und Gewässer. Größere Seen im Lassaner Winkel sind der Pinnower See, der Straßensee, der Schlowersee, der Berliner See und der Schloßsee. Weiterhin befindet sich östlich von Buggenhagen die Verbindung des Stettiner Haffs mit dem Achterwasser und der Krumminer Wiek. Größte Waldgebiete sind die Große Heide und das Große Moorholz direkt am Peenestrom, welche mit dem Seidenbruch teilweise unterhalb des Meeresspiegels liegen.

Die größten Erhebungen in der Gemeinde sind der Orgelberg (19 m), der Hasenberg (19 m) und der Kieksberg (25 m). Die bebaute Ortslage befindet sich etwa zwischen 0 und 15 m ü. NHN.

Gemeindestruktur Ortsteile Buggenhagen Jamitzow Klotzow Wangelkow

Wüstungen und Wohnplätze Silberkuhl (Wohnplatz) Klotzower Fähre (Wüstung)

Geschichte

Buggenhagen mini|links|Buggenhagen im „Wolgast District“ in der schwedischen Matrikelkarte von 1694 mini|Till-Richter-Museum im Herrenhaus Buggenhagen

Der Ort Buggenhagen wurde erstmals 1618 in der Lubinschen Karte als Bugenhage genannt. Seit 1679 wird die heutige Schreibweise verwandt.Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Band 2: Festland. In: Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Band 2. Hrsg.: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik. Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6, S. 16 ff.

Der Name Buggenhagen stammt vom Adelsgeschlecht derer „von Bughe“. Erwähnt wurde erstmals 1250 in der Gegend eine Burg des Ritters Berend von Bughe (Buggenhagen). 1260 erhielten die Buggenhagens den Lehnbrief vom Herzog. Buggenhagen ist damit vermutlich der älteste Ortsteil der heutigen Gemeinde. Diese Nennungen beziehen sich aber auf die Familie.

Diese Aussage ohne Beleg ist fraglich. Die von Bugh (Bughe, Buch usw.) wurden laut PUB erst 1282 und ausschließlich auf Rügen genannt.Pommersches Urkundenbuch (PUB), II. Band, Teil 2 (Zweite Abtheilung) 1278–1286. Hrsg.: Rodgero Prümers. Verlag Theodor von der Nahmer, Stettin 1885, S. 484; kpbc.umk.pl Die von Buggenhagen werden ab 1284 und nochmals 1291 genannt und Urkunden in Lassan, also in der Gegend von Buggenhagen und waren dort besitzlich.Pommersches Urkundenbuch (PUB), II. Band 2, Teil 2 (Zweite Abtheilung). Hrsg.: Rodgero Prümers. Verlag Theodor von der Nahmer, Stettin 1885, S. 520; kpbc.umk.plPUB, III. Band, Teil 1 (Erste Abtheilung) 1287–1295. Hrsg.: Rodgero Prümers. Friedr. Nagel Buchhandlung, Stettin 1888, S. 136; kpbc.umk.pl

Innerhalb der Familie wechselten die Güter oftmals den Besitzer. Die Linie auf Buggenhagen hatte an Besitzungen: Gut Buggenhagen mit der Pertinenz Silberkuhl und das Gut Züssow Klotzow mit der Pertinenz Wangelkow.

1865 hatte Buggenhagen 109 Einwohner in 19 Familien, der Ort hatte 1 Schule, 12 Wohn- und 14 Wirtschaftsgebäude.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen, Greifswalder Kreis. Band IV. Theil Band II. Verlag Dietze, Anklam 1868, S. 895; digitale-sammlungen.de 1871 sind 121 Einwohner zu konstatieren.

Das Herrenhaus Buggenhagen wurde laut Preußischem Urmeßtischblatt von 1835 in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Das Schloss Buggenhagen ist ein zweigeschossiges Gebäude mit hohem Dach und Ziergiebeln. Ende 19. Jh. um vier Achsen verlängert und danach erfolgte der Umbau zur Dreiflügelanlage in U-Form. Das Herrenhaus liegt mitten im ausgedehnten Park abgeschieden vom eigentlichen Gutsgelände. Der Park schließt den Schlosssee mit ein. Es hatte, südlich im Park gelegen, einen Vorgängerbau, der archäologisch nachgewiesen ist, Reste sind noch in dem Messtischblatt (MTB) 1920 verzeichnet. Für 1939 weist das letztmalige amtliche Landwirtschaftliche Adressbuch für die Provinz Pommern zum Rittergut Buggenhagen 743 ha aus. Dazu gehörte noch das Rittergut Klotzow mit 824 ha und das Gut Wangelkow mit 329 ha. Der landwirtschaftliche Betrieb war schon mit Lanz-Bulldog ausgestattet. Die letztgenannten Güter waren seitens der Gutsherrschaft an die Familie Irene Dittmer verpachtet.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 war der Ort im Besitz der Adelsfamilie von Buggenhagen. Letzter Vertreter war der Rittmeister a. D. Hans Detloff von Buggenhagen (1879–1943).

Von 1995 bis 2002 wurde es als Hotel genutzt. Seit 2014 dient es als Till-Richter-Museum: Jedes Jahr werden ein oder mehrere junge Künstler eingeladen, einige Monate lange Werke zu schaffen, die anschließend ausgestellt werden.Schloss Buggenhagen. Till-Richter-Museum; abgerufen am 1. Januar 2024.

Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Jahr 1815 gehörte Buggenhagen zu Schwedisch-Pommern, danach zum Königreich Preußen. Seit 1990 gehört Buggenhagen zum Land Mecklenburg-Vorpommern.

Jamitzow mini|Altes Schloss Jamitzow um 1917, abgebrannt

Der Ortsteil Jamitzow wurde 1315 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich aus dem slawischen von „Lämmerwiese“ ab. Es war von 14. bis zum 16. Jahrhundert im Besitz der Familie von Köller. Henning und Arnold wurden in der Urkunde von 1315 genannt. Die Adelsfamilie geriet zwischenzeitlich in pekuniäre Schwierigkeiten. Die Witwe des Kurd von Köller-Jamitzow verkaufte aus der Not ihrer Kinder 1469 mit Genehmigung des Landesherrn dem Kloster Marienkrone Stralsund für 100 Mark eine wiederlösbare Rente.Hermann Hoogeweg: Die Stifter und Klöster der Provinz Pommern, Band II, Nr. Marienkrone, Verlag Leon Saunier, Stettin 1925, S. 755. Reprint: Klaus D. Becker, Potsdam 2019, ISBN 3-88372-209-X; google.de/books Im 16. Jahrhundert ging der Besitz an die Familie von Neuenkirchen über. Die überlebende Tochter Barbara von Neuenkirchen erbte das Gut und heiratete Joachim von Owstin aus der Linie Quilow.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen, Greifswalder Kreis. Band IV., Theils Band II. Verlag Dietze, Anklam 1868, S. 900; digitale-sammlungen.de

Bei Niemeyer ist die Erstnennung von Jamitzow als „Jamesouw“ erst 1496 angegeben. Im Jahr 1618 wurde das Dorf in der Lubinschen Karte mit „Jamzow“ bezeichnet. Es erstreckte sich früher weiter in Richtung Peene und wurde häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Deshalb wurde es auf den heutigen Standort verlegt.

Um 1631 errichtete Jochen Kuno von Owstin das Herrenhaus. Erbe wurde der Sohn Joachim Rüdiger von Owstin auf Jamitzow, späterer königlich schwedischer Vizepräsident des Obertribunals Wismar.Johann Gottfried Dienemann: Nachrichten vom Johanniterorden, insbesondere von dessen Herrenmeisterthum in der Mark, Sachsen, Pommern und Wendland, wie auch von der Wahl und Investitur des jetzigen Herrenmeisters, Prinzen August Ferdinands, in Preussen Königl. Hoheit, nebst einer Beschreibung der in den Jahren 1736, 1737, 1762 und 1764 gehaltenen Ritterschläge. 1767. Band VII, Nummer: Tafel von Eickstätt. von Owstin-Jamitzow, Hrsg. Johann Erdmann Hasse. Verlag George Ludewig Winter, Berlin 1767, S. 269. google.de/books Er und seine nachfolgenden Generationen nutzten es als Wohnsitz, bis es 1910 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Die Linie starb 1698 aus,Nils Jörn: Servorum Dei gaudium - Das ist Treuer Gottes Knechte Freuden-Lohn. Lebensbeschreibungen aus dem Umfeld des Wismarer Tribunals, in: Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte, Band 3, Hrsg. Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Lehrstuhl für Nordische Geschichte, Selbstverlag, Greifswald 2003, S. 217–219. ISBN 3-86006-214-X, Detail und so gelangte das Rittergut in den Besitz der Familien von Normann, 1829 von Krauthoff sowie durch Hochzeit an die Freiherren von Romberg. Luise von Krauthoff-Jamitzow hatte sich 1870 mit dem preußischen Premierleutnant Richard Freiherr von Romberg (1841–1874) verbunden, der so zum Jamitzower Gutsbesitzer wurde. Das Gut erbte die Tochter Elisabeth von Romberg.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1877, 27. Jahrgang. In: „Der Gotha“ – Hofkalender, Freiherrliche Häuser nach alphabetischer Ordnung. Romberg, Justus Perthes, Gotha 1876, S. 715–716; ub.uni-duesseldorf.de

1865 hatte Jamitzow 120 Einwohner in 24 Familien, der Ort hatte 16 Wohn- und 13 Wirtschaftsgebäude.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen, Greifswalder Kreis. Band IV., Theils Band II. Verlag Dietze, Anklam 1868, S. 858; digitale-sammlungen.de

1905 war Gut Jamitzow mit 818 ha im EigentumPaul Niekammer: Pommersches Güter-Adressbuch. 1905. Verzeichnis sämtlicher Güter mit Angabe der Guts-Eigenschaft, des Grundsteuer-Reinertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Handbuch der Königlichen Behörden nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet, Regierungsbezirk Stralsund, Kreis Greifswald, in: Niekammer’s Güter Adressbücher. Band I. 2. Auflage. Selbstverlag, Stettin 1904–1912, S. 202–203; martin-opitz-bibliothek.de der brandenburgischen Adelsfamilie von Klitzing. 1911 ließ der neue Besitzer, Konsul Franz Frischen das Haus abreißen und ein neues Gebäude nach Plänen des Berliner Architekten Heinz Lassen mit 50 Zimmern für 350.000 Reichsmark errichten. Frischen starb am 26. März 1917 und wurde zunächst in Jamitzow beigesetzt, bevor seine Gebeine nach Düsseldorf überführt wurden. Nach dem Pommerschen Güter-Adressbuch von 1921 war dann der Rittmeister Kurt Eichwede der Jamitzower Gutsherr. Letzte Gutsherrin war nach dem Gothaischen Hofkalender von 1942 Maria Clementine Erna Gräfin von Lüttichau, verwitwete Gräfin von Schweinitz, geborene von Kramsta (1882–1969). Sie war gleichzeitig Besitzerin des Gutes Bulau in Niederschlesien. Gut Jamitzow umfasste 1939 belegbare 818 ha Land. Betreut wurde der Besitz vor Ort von Administrator Siegfried Callies. Administratoren wurden zumeist durch die Kreditgeber in der Land- und Forstwirtschaft dem Eigentümer anheim gegeben.

Im März 1929 brannte das Schloss ab, wurde aber wieder aufgebaut. Das neue Haus ist ein Klinkerbau, mit einer seltenen rundbogigen mittigen Tordurchfahrt. 1947 brannte der zugehörige Marstall ab.

Klotzow mini|Klotzow

Klotzow wurde erstmals urkundlich 1267 als Clotsow genannt. Ab 1631 erfolgten dann die Nennungen überwiegend mit dem aktuellen Namen. Der slawische Name wird mit „dumpfes Geräusch“ gedeutet.

Klotzow war ein Rittergut der Familie von der Lüe (auch Lühe) um 1425. Danach gehörte es nebst der Pertinenz Wangelkow der Familie von Neuenkirchen und der Familie von Mevius. 1669 ging der Besitz an Baltzer von Horn auf Ranzin. Bis 1795 blieb es in der Familie von Horn, die dann an Graf Wilhelm von Mellin verkaufte. Schließlich kam das Gut mit Pertinenz nach den intensiven Forschungen von Carl Gesterding bereits 1798Carl Gesterding: Genealogien und beziehungsweise Familienstiftungen Pommerscher, besonders ritterschaftlicher Familien, Erste Sammlung. IX. Die Familie von Buggenhagen, Zwölfte Generation. No. 34–43. Verlag G. Reimer, Berlin 1842, S. 180–181; ub.uni-duesseldorf.de an die Familie von Buggenhagen. Erwerber war damals der Kurator der Universität Greifswald und Kommandeur des Wasaordens, der Buggenhagener Grundherr Ernst Christoph von Buggenhagen.

1865 hatte Klotzow, aber mit Fähre 133 Einwohner in 25 Familien, der Ort hatte 13 Wohn- und 14 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Fabrik (?). Vor 1939 agierte die Landwirtin Irene Dittmer als Pächterin des Rittergutes Klotzow, 824 ha. Am 1. Januar 1951 wurde Klotzow eingemeindet.

Wangelkow