300px|mini|rechts|Grabstätte des Rochus III. von Rochow und seiner Frau Julie, geborene Gräfin zu Stolberg-Stolberg, in Brauna (Sachsen); hinten links mittig. Rochus III. von Rochow-Plessow (* 2. Oktober 1828 in Plessow bei Werder (Havel); † 8. Juni 1896Stadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden I, Sterbe-Nebenregister 1896, Nr. 1038. in Dresden) war Ehrenkämmerer des PapstesIllustrirte Zeitung, 106, Nr. 2764, Johann Jacob Weber, Leipzig 1896-06-20, S. 759. Online, Ehrenritter des Malteserordens und königlich preußischer Major,Anton Bettelheim (Hrsg.). Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Band 3, Georg Reimer, Berlin 1900, S. 29. Online PublizistZeit- und Lebensbilder, Hrsg. Johannes Janssen, Band 2, 4. Auflage, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1889, S. VII f. Online und Politiker.

Leben Rochus entstammte dem alten evangelischen Landadel und war der jüngste Sohn des Hans Karl Dietrich von Rochow auf Plessow (1797–1857) und der Wilhelmine, geborene von Schack (1801–1848). Rochus Vater war Gutsherr auf alt ererbten Besitz bei Potsdam, Hofmarschall und Major d. R.Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels 1857. Hrsg. K. Fr. Rauer, Selbstverlag, Berlin 1857, S. 189. Online Die Mutter war eine Tochter des Generals Wilhelm Georg von Schack. Geschwister waren der früh durch ein Duell bekannt gewordene Politiker Hans von Rochow auf Gut Plessow und Gut Stülpe und der damalige Regierungsrefendar Adolf Friedrich V. von Rochow (1826–1864) auf Krahne mit Rotscherlinde, der auch als Autor wirkte.Siehe: Ansbacher Morgenblatt. 1856 (Charfreitag). Zwölfter Jahrgang, Nr. 70, Carl Brügel, Ansbach, Freitag, den 21. März 1856, S. 275. Online. Entgegen dem klassischen Schulweg seiner Cousins aus der Stülper Nebenlinie sowie seiner älteren Plessower Brüder ging Rochus III. nicht auf das Internat der Brandenburger Ritterakademie. Er war seit 1842 gleich beim Kadettenkorps in Potsdam. Von Rochus vier Schwestern verstarben zwei sehr früh. Schwester Luise Wilhelmine (1822–1915)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel 1917, Achtzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 755. Online lebte lange in Bel-Air in der Schweiz und war zum Schluss die älteste Vertreterin der 19. Familiengeneration des Adelsgeschlechts von Rochow. Schwester Elisabeth (1826–1904) war mit August von Waldow-Stubbenhagen liiert. Mit seinem Bruder Hans war er Mitglied im Verband der Familiengeschichtsforscher, mit Hauptaugenmerk auf Genealogie und Heraldik.Alfred Freiherr von Eberstein, Botho Freiherr von Eberstein: Hand-und Adressbuch der Genealogen und Heraldiker unter besonderer Berücksichtigung der Familiengeschichtsforscher, in: Handbuch für den deutschen Adel, Band I. Abtheilung, Hrsg. Emil von Maltitz, Mitscher & Röstell, Berlin 1889, S. 126. Online Der einflussreiche Ritterschaftsrat Friedrich Ludwig VII. von Rochow-Plessow war sein Neffe.

Militärzeit Rochus III. war königlicher Leibpage und Offiziersanwärter beim Königlich Preußischen 1. Garde-Ulanen-Regiment in Potsdam, 1848 Sekondeleutnant, 1857 erhielt man den Dienstgrad Rittmeister. Zeitgleich war er auch mit seinen Brüdern Mitglied des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur zu Berlin.Verzeichnis der Mitglieder des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur zu Berlin im Jahre 1858. Gebr. Unger Hofbuchdruckerei, Berlin 1858, S. 13. Online 1866 nach der Schlacht bei Königgrätz nahm er seinen Abschied mit dem Charakter eines Majors.Altwig v. Arenstorff: 75 Jahre des Königlich Preußische 1. Garde-Ulanen-Regiments 1819–1894, Offiziersausgabe, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898, S. 426. KVK-DetailHorst Conrad: Stand und Konfession. Der Verein der katholischen Edelleute. Band: Die Jahre 1857–1918, Hrsg. Verein katholischer Edelleute Deutschlands, Rheinberg 2008, S. 155. PDF/Online

Familie Am 30. Mai 1865 heiratete er Julie Luise Marie Anna Gräfin zu Stolberg-Stolberg (1842–1879), eine Tochter des Reichstagsabgeordneten Cajus zu Stolberg-Stolberg. Das Paar lebte zunächst in Potsdam, zuletzt dauerhaft seit 1870 in Dresden, und zwischendurch auf Schloss Brauna bei Kamenz in Sachsen. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Marie (1866–1915). Marie übernahm in Tradition des Vaters die Unterstützung des Potsdamer Krankenhauses St. Josef, ging 1887 nach Frankreich in das Kloster „Der Töchter christlicher Liebe“ als Krankenpflegerin. Nach dem Tode des Vaters erhielt sie von der Familie von Rochow eine Abfindung. Sie starb als Nonne in Rom. Julie und Rochus sind auf dem herrschaftlichen Friedhof in Brauna beerdigt, Tochter Marie auf dem deutschen Friedhof im Vatikan. Rochow selbst konvertierte bereits 1852 zum katholischen Glauben und legte dieses Bekenntnis in Breslau ab.David August Rosenthal: Konvertitenbilder aus dem neunzehnten Jahrhundert. Band 1;3, Fr. Hurter, Schaffhausen 1872, S. 24. Online Als Theodor Fontane ihn kennenlernte bemerkte der kurz, „katholisch geworden; Bruder des Plessower’s“. Seine selbstverfasste Vita als Konvertit erschien kurz nach seinem Tode, unter dem Titel „Glückliche Fahrt“.Rochus von Rochow: Glückliche Fahrt, Verlag Pflugmacher, Leipzig 1897, S. 1–52. KVK Zum Lebensabend hin war Rochow Vorsitzender des Geschlechtsverbandes seiner Familie und im Ausschuss der Deutschen Adelsgenossenschaft. mini|hochkant|Kapelle St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci. Malteserritter und Wohlfahrt Rochus III. von Rochow war führend in der Katholischen Gemeinde zu Potsdam und somit ebenso an der Gründung und dem Ausbau des Potsdamer Krankenhauses St.Josef beteiligt. Als Ehrenritter des souveränen Malteserordens finanzierte Rochow ein so genanntes Freibett für Bedürftige in einem schlesischen Krankenhaus und war dann allgemein Delegierter für die vom Verein der Schlesischen Malteser-Ritter gestifteten Krankenhausbetten in Berlin und Potsdam zuständig.Handbuch des Vereins der Schlesischen Malteser-Ritter. Verlag Schles. Volkszeitungs-Buchdruckerei (G. P. Aderholz Buchhandlg.), Breslau 1891, S. 42–43. PDF/Online

Publizist und Politiker Er war Redakteur des Katholischen Volksblattes aus Sachsen, dessen Leitung er 1874 übernahm und gab parallel eine katholische Beilage des doch zu jener Zeit eher protestantisch geprägten Deutschen Adelsblattes heraus. Später war Rochow ein enger Mitarbeiter des Kommissars der General-Versammlungen der Katholiken Deutschlands, Karl Fürst zu Löwenstein. Als einer der führenden Persönlichkeiten der Ultramontanen Partei ist er mehrfach als Kandidat zum Reichstag vorgeschlagen gewesen. Er kandidierte konkret für die Wahlkreise 4 und 5 (Dresden-Altstadt, Friedrichstadt, Neustadt und Umgegend).An die katholischen Reichstagswähler des 4. und 5. Wahlkreises (Dresden-Altstadt, Friedrichstadt, Neustadt und Umgegend rechts und links der Elbe): Wiederum naht die Gelegenheit, in der Erfüllung unserer Pflicht als Reichstagswähler am 28. October ... Wählen wir also ... Herrn Major a. D. Rochus von Rochow in Dresden. In: Wahlaufruf, Verlag Franz Kreutzer, Dresden 1884-10-15, S. 1. Online

Literatur Adolf Friedrich August von Rochow: Nachrichten zur Geschichte des Geschlechts derer von Rochow und ihrer Besitzungen. Ernst und Korn, Berlin 1861, S. 184. Vorfahren i. d. Vorseiten/Online Rochus von Rochow-Stülpe/Familienverband: Vita/Nachrufe, In: R. von Mosch: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des christlichen Adels. Organ d. D.A.G. №. 24, XIV. Jahrgang, 1. Aus dem Standes-Leben, u. 2. Familien-Nachrichten, Verlag d. Berliner Buch- u. Zeitungs-Druckerei Union GmbH, Berlin, Sonntag, den 14. Juni 1896, S. 477–479. Online

Quellen (Auswahl) Rochus v. Rochow (1828-1896), Kgl. Preuß. Major a. D. zu Dresden, In: BLHA 37 (Gutsarchiv) Stülpe-Plessow C.2.8 Nachlassregulierung des Rochus von Rochow († Dresden 9. Juni 1896) zu Dresden (Handakte des Justizrats Winterfeld, Berlin); 1896-1899 (Akte), In: BLHA Rep. 37 (Gutsarchiv) Stülpe-Plessow Film 221.

Weblinks BBAW | Acta Borussica | Praktiken der Monarchie: Rochus III. von Rochow-Plessow-Index Vita in der von Rochow’schen Familienchronik Gräflicher Friedhof Brauna

Einzelnachweise

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