Katharina Ottilie „Kitty“ Kornitzer (geb. 15. Jänner 1898 in Wien, Österreich-Ungarn als Katharina Ottilie EksteinGeburtenbuch IKG Wien, Band U, Nr. 67. Der Geburtsname wird zum Teil auch als Eckstein angegeben.; gest. nach dem 29. Mai 1941 in der Tötungsanstalt Hartheim) war eine österreichische Schriftstellerin.

Leben Kornitzer war die Tochter des Rechtsanwaltes Otto Ekstein und Marie Adolfine, geb. Kerpal (1876–1944). Am 17. November 1918 heiratete sie den Urologen Ernst Kornitzer (1889–1957).

Über ihr Leben ist wenig bekannt. Sie wurde am 23. Mai 1941 aus dem Pflegeheim Stejskal an die Anstalt Am Steinhof überstellt. Am 29. Mai 1941 wurde sie offiziell in das Generalgouvernement, tatsächlich jedoch in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert.Opferdatenbank Hartheim, Auskunft 19. April 2021. Es ist anzunehmen, dass sie bald darauf ermordet wurde. Eine Krankenakte ist weder in Hartheim noch im Bundesarchiv in Berlin überliefert.

Kornitzers Mutter wurde in Theresienstadt ermordet. Ihr Ehemann konnte 1939 flüchten, erhielt 1945 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und starb 1957 in Bellinzona.Report of the death of an American Citizen Abroad, Box Number: Box 1043: 1955–1959, Item No. 13, Service No 599. (Abgerufen über Ancestry.)

Werk Kornitzers erster und einziger Roman Dr. Gerda Mertens (1928) schildert die „seelischen Kämpfe eines jungen Mädchens“ auf dem Weg zur erwachsenen Frau. Nach einer Rezension werden ohne „Prüderie und Schönfärberei […] die Nöte der zum Weibtum Erwachsenden dargestellt“.

Die Neue Freie Presse lobte das „lebensbejahende, optimistische Buch“ als „warmherziges Plaidoyer“ für die Position junger Frauen und attestierte dem Werk „kühl abwägende Reife“.

Die Wiener Zeitung urteilte kritischer: Es handle sich um „eigenartige Jungmädchenliteratur; entstanden aus Bedrängnis, angefüllt mit Bedrängnis“. Das Buch wird biographisch als Versuch eines jungen Menschen, „Leid und Stürme seiner Jugend geistig und künstlerisch zu bändigen“, gedeutet. Der Verfasserin wird „unleugbar ein gewisses Geschick“ zugebilligt, aber ihr „Griff [sei] noch höchst unsicher und schwankend“.

Ab 1935 fand sich der Roman in der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums der Nationalsozialisten.Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums, Band 1, S. 67 (uni-muenster.de).

Veröffentlichungen

Dr. Gerda Mertens. Die Geschichte eines jungen Mädchens. Hesse & Becker, Leipzig 1928.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

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