Bei den bayerischen CL Bay 80 handelte es sich um Durchgangswagen für den Lokalbahnverkehr. Sie wurden im Wagenstandsverzeichnis der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) von 1897 unter der Blatt-Nr. 314 und in dem von 1913 unter der Blatt-Nr. 538 geführt.
Entwicklung Mit dem größer werdenden Streckennetz an Lokalbahnen (ab 1884 als solche bezeichnet) einher ging der Bedarf an passenden Wagen für den Personenverkehr. Diese Wagen erhielten Buchstaben „L“ als Gattungsmerkmal. Obwohl die Wagen alle einen Übergang hatten, bekamen sie aber nicht das Gattungs-Beizeichen „i“, da dieser Übergang wenig gesichert nur von den Personalen genutzt werden durfte. Ab 1880 wurden für diese Verkehre leichte Wagen mit einer äußeren Bretterverschalung beschafft die einheitliche Abmessungen hatten. Diese Wagen waren für den Militärtransport nicht geeignet.
Beschaffung In einer ersten Serie wurden in dem Zeitraum zwischen 1880 und 1886 insgesamt 232 Wagen der Gattungen BCL, CL und PPostL beschafft.Konrad: Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Seite 22 Diese hatten alle einen einheitlichen Grundriss, offene Endplattformen mit einfachen Eisenstangen als Sicherung an den Aufstiegen und nur durch Bügel gesicherte Personalübergänge. Von den Wagen der Gattung CL nach Blatt 538 wurden zwischen 1880 und 1886 in 8 Losen insgesamt 97 Wagen beschafft.
Verbleib Schon im WV von 1913 sind insgesamt 9 Wagen nicht mehr aufgeführt. Die übrigen Wagen kamen noch zur Reichsbahn. Über den weiteren Verbleib sind keine Daten bekannt. Sie wurde vermutlich in den 1930er ausgemustert. Laut Angabe in der Zusammenstellung der vorhandenen Personenwagen des Reichsbahn-Zentralamtes von 1932 gab es zu diesem Zeitpunkt noch 4 Wagen im Bestandsiehe Heft Kupplung No. 96, Juni 2019, Seite 13.
Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war komplett aus Profileisen aufgebaut und genietet. Die äußeren Längsträger hatten Doppel-T-Form mit einer Höhe von 200(?) MillimeternDieses Maß ist nicht exakt aus der Zeichnung ablesbar, sondern wurde im Vergleich mit anderen Wagen-Typen der gleichen Epoche ermittelt.. Die Querträger waren aus U-Profilen und nicht gekröpft. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen nach VDEV. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen geschlitzte Korbpuffer mit einer Einbaulänge von 612 Millimetern, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 Millimetern. Der konstruktive Aufbau des Untergestells ist der Zeichnung zum Wagen nach Blatt 510 zu entnehmen.
Laufwerk Die Wagen hatten genietete Fachwerkachshalter mit geraden Schenkeln. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Tragfedern waren 1.540 mm lang und bestanden aus je 7 Blättern mit den Maßen 76 mm × 13 mm. Die Räder hatten Speichenradkörper der bayerischen Form 37 mit einem Durchmesser von 924 mm.
Die Wagen hatten eine Handspindelbremse, welche sich auf einer der Plattformen am Wagenende befand. Die Bremsen wirkten einseitig nur auf die jeweils zu den Endplattformen weisenden Seiten der Räder. Zusätzlich wurden die Wagen auch mit den zu dieser Zeit bei den Lokalbahnen üblichen Luftsaugbremsen Typ Hardy ausgestattet. Diese fehlte nur an den drei Wagen 18289 bis 18291.
Wagenkasten Der Rahmen des Wagenkastens bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Dies war außen mit senkrechten hölzernen Nut-Feder Profilen verkleidet während auf der Innenseite die Wandverkleidung waagerecht war. Bei einigen Wagen wurde ein Abteil durch eine Zwischenwand abgeteilt. Diese hatten teils Schiebetüren oder Drehtüren. Das Dach war flach gerundet und ragte nur gering über die Seitenwand über. Es war über die offenen Endplattformen hinausgezogen. Die Wagen besaßen Auftritte in der Bauart der Vollbahnwagen und nicht die klappbaren Lokalbahnauftritte.
Ausstattung Der Wagentyp führte ausschließlich die 3. Klasse und hatte je nach Ausführung (mit oder ohne Röhrenofen) 36 oder 40 Sitzplätze. Klassentypisch bestanden die Sitze aus Holzlattenbänken. Für die beiden Endplattformen waren insgesamt 12 Stehplätze ausgewiesen. Für den Transport von Kleinvieh gab es (bis auf den Wagen mit No. 18 340)siehe Anmerkung auf dem Blatt 538 des WV von 1913 Unterkästen die zwischen den Rädern an den Längsträgern befestigt waren. Die Beleuchtung erfolgte durch Petroleum-Leuchten. Beheizt wurden die Wagen durch eine durchgehende Dampfheizung. Bei einigen Wagen diente ein zentraler Röhrenofen als Heizung. Dieser befand sich an Stelle der mittleren Doppelbank, so dass bei Einbau des Röhrenofens 4 Sitzplätze weniger zur Verfügung standen (siehe hierzu auch die Zeichnung zum Wagen nach Blatt 510). Belüftet wurden die Wagen durch je zwei statische Lüfter an den seitlichen Wagenwänden sowie durch versenkbare Fenster.
Bemerkungen Das Thema der teilweise vorhandenen Trennwände hängt vermutlich mit der Trennung nach Geschlechtern zusammen. Dies ist zumindest den diversen Fotos von Lokalbahnwagen der gleichen Epoche zu entnehmen. Die abgetrennten Abteile konnten sicherlich auch für den Schüblingstransportdarunter ist die Beförderung von Gefangenen zu verstehen genutzt werden.
Für den Einbau der Luftsaugbremsen Typ Hardy gibt es keinen Nachweis auf den Zeichnungen.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern
Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche (mit Direktionsangaben) Fahrwerk Ausstattung Zusatzinfos Bau-jahr Her- steller ab1876 ab1893 ab1897 ab1913 DR(ab 1923) DRG(ab 1930) Ausge-mustert letzt.Heimat-Bf. Anz.Ach-sen LüP(mm) Unt.Gest. LA. Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile(Sitze je Klasse) BemerkungBlatt-Nr.aus WV vonGattungP.IIIPlan1893P.III3141897C.L.5381913C.L.CL Bay 80(siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4.mit herausnehmbarem Röhrenofen an Stelle einer 4-er Doppelbank188020 59118 25618 252<191323.650EPlHbrPtr.D43620 59218 25718 25318 25320 59318 25818 25418 25420 59418 25918 25518 255Zwischenwand m. Drehtüre20 59518 26018 25618 25620 59618 26118 25718 257188220 60518 26218 25818 25823.650EPlHbrPtr.D43620 60618 26318 25918 25920 60718 26418 26018 260Zwischenwand m. Drehtüre20 60818 26518 26118 26120 60918 26618 26218 26220 61018 26718 26318 26320 61118 26818 26418 26420 61318 26918 26518 265Zwischenwand m. Drehtüre188220 62718 27018 26618 26623.650EPlHbrPtr.D43620 62818 27118 26718 26720 62918 27218 26818 26820 63018 27318 269<191320 63118 27418 27018 270Zwischenwand m. Drehtüre20 63218 27518 27118 27120 63318 27618 27218 27220 63418 27718 27318 273Zwischenwand m. Drehtüre20 63518 27818 27418 27420 63618 27918 27518 27520 63718 28018 27618 27620 63818 28118 27718 27720 63918 28218 27818 27820 64018 28318 27918 27920 64118 28418 28018 28020 64218 28518 28118 281188321 03118 28618 28218 28223.650EPlHbrPtr.D43621 03218 28718 28318 28321 03318 28818 28418 28421 03418 28918 28518 28521 03518 29018 28618 28621 03618 29118 28718 28721 03718 29218 28818 28821 03818 29318 28918 28921 03918 29418 29018 29021 04018 29518 29118 29121 04118 29618 292<191321 04218 29718 293<1913 Blatt-Nr.aus WV vonGattung P.III Plan1893P.III 3141897C.L. 5381913C.L.CiL Bay 80(siehe jeweilige Legende) A 1. 2. 3. 4.Heizung unter den Sitzbänken, dadurch 4 Sitze mehr188421 77918 29818 29418 29423.650EPlPtr.D440Zwischenwand m. Schiebetüre21 78018 29918 29518 295Zwischenwand m. Schiebetüre21 78118 30018 296<1913188421 91318 30118 29718 29723.650EPlHbrPtr.D440Zwischenwand m. Schiebetüre21 91418 30218 29818 298Zwischenwand m. Drehtüre21 91518 30318 29918 299Zwischenwand m. Drehtüre21 91618 30418 30018 300Zwischenwand m. Drehtüre21 91718 30518 30118 301Zwischenwand m. Drehtüre21 91818 30618 30218 302Zwischenwand m. Drehtüre21 91918 30718 30318 303Zwischenwand m. Drehtüre21 92018 30818 30418 304Zwischenwand m. Drehtüre21 92118 30918 30518 305Zwischenwand m. Drehtüre21 92218 31018 30618 306Zwischenwand m. Drehtüre21 92318 31118 307<191321 92418 31218 30818 308Zwischenwand m. Drehtüre188421 92518 31318 30918 30923.650EPlHbrPtr.D440Zwischenwand m. Drehtüre21 92618 31418 31018 31021 92718 31518 31118 31121 92818 31518 312<191321 92918 31618 313<191321 93018 31818 31418 31421 93118 31918 31518 31521 93218 32018 31618 31621 93318 32118 31718 31721 93418 32218 31818 31821 93518 32318 31918 31921 93618 32418 32018 32021 93718 32518 32118 32121 93818 32618 32218 32221 93918 32718 32318 32321 94018 32818 32418 32421 94118 32918 32518 32521 94218 33018 32618 32621 94318 33118 32718 32721 94418 33218 32818 32821 94518 33318 32918 32921 94618 33418 330<1913188522 29918 33618 33218 33223.650EPlHbrPtr.D44022 30018 33718 33318 33322 30118 33818 33418 33422 30218 33918 33518 335188622 42118 34018 33618 33623.650EPlHbrPtr.D44022 42218 34118 33718 33722 42318 34218 33818 33822 42418 34318 33918 33922 42518 34418 34018 34022 42618 34518 34118 34122 42718 34618 34218 34222 42818 34718 34318 34322 42918 34818 34418 34422 43018 34918 34518 34522 43118 35018 34618 34622 43218 35118 34718 347188622 56618 35218 34818 34823.650EPlHbrPtr.D440
Anmerkungen
Einzelnachweise
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 538 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913
Literatur
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen)