mini|Grabmal von Christine Kotzebue Anna Christine Kotzebue geb. Krüger, auch Anna Christiane Kotzebue,So bei Beerdigte in Weimarisches Wochenblatt vom 7. März 1828, S. 110; auch z. B. im Register Hans Gerhard Gräf (Hrsg.): Goethes Briefwechsel mit seiner Frau, Bd. II: 1807-1816, Frankfurt am Main 1916, S. 488. (* 8. Juli 1736 in Wolfenbüttel; † 31. Januar 1828 in Weimar) war die Mutter von August von Kotzebue.

Christi(a)ne Krüger war eine Tochter aus der (ersten) Ehe des Kaufmanns und Stadtkämmerers Johann Anton Krüger († vor 1788) in Wolfenbüttel mit der verwitweten Anna Elisabeth geb. Eilers († vor 1741), geschlossen am 1. September 1735.

Aus der zweiten Ehe ihres Vaters hatte sie die Halbschwester Elisabeth Magdalene Juliane Krüger (* 3. März 1742; † 8. Dezember 1819)Todesanzeige und Gestorbene in Weimarisches Wochenblatt vom 10. Dezember 1819, S. 440, und vom 31. Dezember, S. 466., die sich 1770 mit dem Lehrer und Schriftsteller Carl August Musäus (1735–1787) verehelichte,Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 25. April 1770, S. 130f. und den Halbbruder Christoph Heinrich Krüger (* 3. Dezember 1745; † 25. Dezember 1796Kaiserlich privilegirter Reichs-Anzeiger vom 4. Januar 1797, Spalte 27f.), ab Juli 1771 in der Weimarer Regierung, ab 1791 Konsistorialrat und Amtmann im Amt Jena, ab 1794 Hofrat ebenda.Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 27. Juli 1771, S. 237, vom 16. April 1791, S. 117, und vom 7. Mai 1794, S. 145. Christoph Heinrich verehelichte sich 1772 mit Sophie Christine Caroline Schmid (1747–1810).Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 4. Juli 1772, S. 214. Der Ehe entstammten die Tochter Sophia Christina Carolina (* 10. März 1773; † 25. Mai 1836)Getauft am 12. März 1773 (Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 17. März 1773, S. 87); Todesanzeige in Beilage zur Weimarischen Zeitung Nr. 43 vom 28. Mai 1836, 3. Seite. und der Sohn Carl Christoph Heinrich (* Mai 1774;Taufe am 25. Mai 1774 (Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 28. Mai 1774, S. 170). † 1806 in Naumburg)Berufsbeginn 1798 (Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 24. Februar 1798, S. 61); letzte Erwähnung in Hochfürstl. S. Weimar- und Eisenachischer Hof- und Adreß-Calender, auf das Jahr 1806, S. 24 und 27.. Die Tochter ehelichte 1799 den Theologen Johann Friedrich Krause (* 26. Oktober 1770; † 31. März 1820Todesanzeige und Familiennachrichten in Weimarisches Wochenblatt vom 4. und 14. April 1820, S. 113f. und 125.). Ihr Bruder Carl Christoph ehelichte 1802 dessen Schwester Erdmuthe Dorothea Krause (* 11. Dezember 1778; † 3. April 1856). Das einzige Kind dieser Ehe starb nach einem Jahr.Weimarisches Wochenblatt vom 2. Januar 1805, S. 4. Nach Carl Christophs Tod 1806 heiratete die Witwe 1809 den Pfarrer Friedrich August Ludwig Nietzsche (1756–1826); ihr Sohn Carl Ludwig wurde der Vater des Philosophen Friedrich Nietzsche.Mitzschke 1910/1911, S. 2.

Aus der dritten Ehe ihres Vaters hatte sie die Halbschwester Elisabetha Henrietta Juliana Krüger (* etwa 1755; † Mai 1819Gestorbene in Weimarisches Wochenblatt vom 15. Juni 1819, S. 220.), die sich im August 1788 mit dem geschiedenen Bibliothekar Christian Joseph Jagemann (1735–1804) verehelichte.Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 3. September 1788, S. 283f.

Christi(a)ne heiratete am 12. Mai 1757 den Kanzleisekretär und späteren Legationsrat Carl Christian Kotzebue (1727–1761) in Braunschweig und zog mit ihm im Herbst 1758 nach Weimar.Wöchentliche Weimarische Anzeigen vom 18. November 1758, S. 182. Der Ehe entstammten drei Kinder: Carl Anton Ludwig, * 31. Mai 1758 in Wolfenbüttel, war das Opfer eines dauerhaften Gemütsleidens; † 14. Dezember 1832.Todesanzeige in Beilage zur Weimarischen Zeitung vom 22. Dezember 1832, Familien-Nachrichten. Caroline Amalie, * 1. Oktober 1759 in Weimar,Geburtsangabe in Wöchentliche Weimarische Anzeigen vom 6. Oktober 1759, S. 158. † 15. Januar 1844 in Bremen; heiratete im April 1778 den Juristen Johann Friedrich Gildemeister (1750–1812). Nach dessen Tod lebte sie noch einmal für mehrere Jahre in Weimar.Eine Anekdote findet sich in dem anonymen (von Wilhelm Ludecus (1768–1854) stammenden) Büchlein Aus Goethes Leben. Wahrheit und keine Dichtung, 1849, S. 80. August Friedrich Ferdinand, * 3. Mai 1761 in Weimar. Der vaterlos aufgewachsene Sohn wurde Schriftsteller und ab 1817 Staatsrat im Dienst des russischen Zaren.

August (von) Kotzebue (1785 geadelt) beherrschte zu seiner Zeit förmlich die Bühnen in ganz Europa; er verfasste über 200 Theaterstücke.Laut Annette Seemann waren es genau 227 Stücke (Annette Seemann: Weimar. Eine Kulturgeschichte, München 2012, S. 137 und 171. ISBN 978-3-406-63030-9). Er wurde von dem Burschenschafter Carl Ludwig Sand 1819 in Mannheim wegen seiner angeblich reaktionären, volksverräterischen Haltung ermordet.

Enrica von Handel-Mazzetti schrieb 1934 eine Novelle Christiana Kotzebue. Die Autorin unterstellte ihr einen Versöhnungsgedanken dergestalt, dass sie nach dem Tod ihres Sohnes nicht glauben könne, dass Sand ein unedler Mensch gewesen sein soll. Es ist gewissermaßen Teil des National-Kultes um Carl Ludwig Sand.Harro Zimmermann: Ein deutscher Gotteskrieger? Der Attentäter Carl Ludwig Sand: Die Geschichte einer Radikalisierung, Paderborn: Ferdinand Schöningh Verlag 2020, S. 234. ISBN 978-3-506-70309-5.

Christiane Kotzebue starb hochbetagt.Todesanzeige in Weimarisches Wochenblatt vom 5. Februar 1828, S. 57. Ihr Grab befindet sich auf dem Historischen Friedhof Weimar.Gertrud Ranft: Historische Grabstätten aus Weimars klassischer Zeit. 5. Auflage, Weimar 1990, S. 93. ISBN 3-7443-0010-2; Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der historische Friedhof zu Weimar. Ilmenau 2011, S. 39. ISBN 978-3-939399-08-7.

Literatur J. Gr. von Oeynhausen: Die Familie von Kotzebue. In: Vierteljahresschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, 13. Jg. 1885, S. 38‒70; hier: S. 53. (PDF) P. Mitzschke: August von Kotzebue und Friedrich Nietzsche. In: Roland. Verein zur Förderung der Stamm-, Wappen- und Siegelkunde. Monatsschrift. 11. Jg. 1910–1911, S. 1–2. Werner Deetjen: Amalie Kotzebues Liebes- und Ehestandsgeschichte. In Briefen mitgeteilt. In: Westermanns Monatshefte 127. Band, 2. Teil, 1920, S. 463‒468 und S. 594‒599. Wolfgang Huschke: Genealogische Streifzüge durch das klassische Weimar. In: Staat und Gesellschaft im Zeitalter Goethes. Festschrift für Hans Tümmler zu seinem 70. Geburtstag. Hg. Peter Berglar. Köln 1977 (ISBN 3-412-00477-4), S. 61‒93. (Krüger: S. 71–73.)

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