Neoregelia sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa 113 Arten sind in Brasilien verbreitet.

Beschreibung mini|Illustration aus Gartenflora, Tafel, 211 von Neoregelia carolinae

Vegetative Merkmale Neoregelia-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Es sind überwiegend epiphytisch lebende Arten. Derbe Laubblätter sitzen an einer gestauchten Hauptachse und bilden Trichter, in denen Wasser gesammelt wird. Die parallelnervigen Laubblätter sind leicht bewehrt.

Generative Merkmale Die Blütenstände besitzen stark gestauchte Achsen und so sitzen alle Blüten in einem „Köpfchen“ zusammen im Trichter im Wasser. Der Name Nidularium war schon für eine weitere Bromelien-Gattung belegt – Nest-Bromelien wäre sonst ein schöner Name für diese Gattung. Das Dekorativste an den Neoregelien sind ihre Hochblätter, sie sind einfach die innersten Blätter der Blattrosetten und meist lange Zeit schön rot gefärbt.

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die drei Kronblätter sind meistens blau oder weiß.

Die Blütenformel lautet: oder

Es werden Beeren gebildet.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Neoregelia wurde 1934 von Lyman Bradford Smith in Contributions from the Gray Herbarium of Harvard University, 104, S. 78 aufgestellt. Der Gattungsname Neoregelia ehrt den deutschen Botaniker Eduard August von Regel, aber der Name Regelia war schon für eine Myrtengewächs-Gattung belegt und so musste sie in Neoregelia umbenannt werden. Typusart ist Billbergia meyendorffii : Bot. Zeit., 15, 713, 1857; Regelia meyendorffii in Öfvers. Förh. Kongl. Svenska Vetensk.-Akad. 47: 543. 1890; Neoregelia carolinae : Contr. Gray Herb., 124, 9, 1939.

Durch molekulargenetische Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass einige Arten aus der Gattung Neoregelia s. l. näher mit Aechmea-Arten verwandt sind als mit den anderen Neoregelia-Arten, deshalb mussten diese Arten aus der Gattung Neoregelia ausgegliedert werden. 2021 wurde die Gattung Hylaeaicum durch Leme et al. in Re-evaluation of the Amazonian Hylaeaicum (Bromeliaceae: Bromelioideae) based on neglected morphological traits and molecular evidence. in Phytotaxa, Volume 499, Issue 1, S. 1–60 aufgestellt.

Es gibt seit 2021 nur etwa 113 Neoregelia-Arten, hier eine Liste aller Arten, Unterarten und Varietäten (Stand 2021):

mini|Blütenstand mit dreizähligen, radiärsymmetrischen Blüten von Neoregelia angustibracteolata mini|Habitus und Blütenstand von Neoregelia bahiana mini|Kurzer Blütenstandsschaft und Blütenstand mit dreizähligen, radiärsymmetrischen Blüten von Neoregelia bahiana in aufgeschnittenen Exemplar mini|Neoregelia carolinae mini|Neoregelia compacta mini|Neoregelia correia-araujoi mini|Blütenstand mit dreizähliger Blüte von Neoregelia cruenta mini|Habitus und Blütenstand von Neoregelia cyanea mini|Habitus der kleinbleibenden, kolonienbildenden Art Neoregelia fluminensis mini|Habitus und Blütenstand von Neoregelia kautskyi mini|Habitus und Blütenstände von Neoregelia macwilliamsii mini|Blütenstand und Blüten von Neoregelia olens mini|Habitus und Blütenstand von Neoregelia princeps mini|Blütenstand mit dreizähligen Blüten im Detail von Neoregelia rubrovittata mini|Habitus und Blütenstand von Neoregelia sanguinea mini|Habitus und Blütenstand von Neoregelia spectabilis

Neoregelia abendrothae : Dieser Endemit gedeiht im unberührten tropischen Regenwald an der Basis des Dedo de Deus Peak nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia altocaririensis : Sie wurde 2020 erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur epiphytisch im Kronendach nur in der hygrophilen Ausprägung des Mata Atlântica wachsend in einer Höhenlage von etwa 910 Metern im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gefunden. Neoregelia amandae : Sie ist in Brasilien verbreitet. Neoregelia ampullacea (Syn.: Nidularium ampullaceum ): Sie ist in Brasilien verbreitet. Diese kleinbleibende Art bildet schnell Pflanzengruppen durch viele Kindel. Neoregelia angustibracteolata : Sie gedeiht epiphytisch im Halbschatten in Höhenlagen von etwa 1300 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo. Neoregelia angustifolia : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo vor. Neoregelia atroviridifolia : Sie wurde 1982 anhand eines im Botanischen Garten Halle kultivierten Exemplars erstbeschrieben. Das Exemplar stammt aus Brasilien; mehr ist zum Verbreitungsgebiet nicht bekannt. Neoregelia azevedoi : Sie gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von 250 bis 350 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia bahiana (Syn.: Neoregelia diamantinensis , Neoregelia hatschbachii , Neoregelia pabstiana ): Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Bahia bis São Paulo vor. Neoregelia binotii : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat São Paulo vor. Neoregelia bragarum : Sie gedeiht epiphytisch, lithophytisch oder terrestrisch in Höhenlagen von 900 bis 1700 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia brevifolia : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo vor. Neoregelia brigadeirensis : Sie gedeiht lithophytisch in Höhenlagen von 1200 bis 1500 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Neoregelia brownii : Sie gedeiht epiphytisch und lithophytisch in Höhenlagen von etwa 1300 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Neoregelia burle-marxii : Die zwei Unterarten kommen nur im brasilianischen Bundesstaat São Paulo vor: Neoregelia burle-marxii subsp. burle-marxii Neoregelia burle-marxii subsp. meeana Neoregelia camorimiana : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro vor. Neoregelia capixaba : Dieser Epiphyt kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo vor. Neoregelia carcharodon : Es gibt zwei Varietäten: Neoregelia carcharodon var. atroviolacea : Sie gedeiht lithophytisch in Höhenlagen von etwa 600 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia carcharodon var. carcharodon: Sie gedeiht epiphytisch im Regenwald nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo vor. Neoregelia carinata : Sie wurde 1999 aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro erstbeschrieben und gedeiht epiphytisch. Neoregelia carolinae Neoregelia carolinae f. carolinae: Sie kommt im Regenwald in Höhenlagen von 0 bis 1200 Metern in den brasilianischen Bundesstaaten Rio de Janeiro, Guanabara und vielleicht Bahia vor. Neoregelia carolinae f. tricolor (Syn.: Neoregelia carolinae var. tricolor ): Es handelt sich um eine in Kultur entstandene Form, die nur vegetativ vermehrt werden kann. Neoregelia cathcartii : Sie gedeiht in Höhenlagen von etwa 1067 Metern nur im Bundesstaat Aragua in Venezuela. Neoregelia chlorosticta (Syn.: Neoregelia chlorosticta , Neoregelia chlorosticta , Neoregelia marmorata sensu , Neoregelia sarmentosa var. chlorosticta ): Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 0 bis 1200 Metern in den brasilianischen Bundesstaaten Rio de Janeiro bis Paraná. Neoregelia coimbrae : Sie gedeiht epiphytisch nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia compacta (Syn.: Nidularium compactum , Neoregelia schubertii ): Sie gedeiht im Küstengebüsch, in der Restinga, nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia concentrica : Sie gedeiht in Regenwäldern in Höhenlagen von 0 bis 800 Metern in den brasilianischen Bundesstaaten Rio de Janeiro und Guanabara. Neoregelia coriacea : Sie wurde anhand eines in den Gärten von Schönbrunn kultivierten Exemplars, das wohl aus Brasilien stammt, erstbeschrieben. Neoregelia correia-araujoi : Sie gedeiht epiphytisch nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia crispata : Sie gedeiht epiphytisch nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Neoregelia cruenta (Syn.: Neoregelia longebracteata , Neoregelia rubrospinosa ): Sie gedeiht auf Sand und auf Felsen in niedrigwachsenden Sträuchern und Mangroven etwa auf Meeresniveau in den brasilianischen Bundesstaaten Rio de Janeiro sowie São Paulo. Neoregelia cyanea : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von etwa 400 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Neoregelia dactyloflammans : Sie wurde 2011 aus dem brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo erstbeschrieben. Neoregelia dayvidiana : Sie wurde 2009 aus dem brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo erstbeschrieben. Neoregelia desenganensis : Sie wurde 2013 aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro erstbeschrieben. Neoregelia diversifolia : Sie gedeiht lithophytisch nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo. Neoregelia doeringiana : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat São Paulo vor. Neoregelia dungsiana : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia eltoniana : Dieser Endemit gedeiht auf etwa Meeresniveau in der Restinga nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia farinosa (Syn.: Neoregelia farinosa ): Sie kommt in den brasilianischen Bundesstaaten Espírito Santo sowie Rio de Janeiro vor. Neoregelia fluminensis : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia fosteriana : Sie gedeiht epiphytisch nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia gavionensis : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro vor. Neoregelia gigas : Sie gedeiht epiphytisch oder terrestrisch in der Sonne in einer strauch- bis baumartigen Vegetation in den oberen Bereichen von Hügeln nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo. Neoregelia guttata : Sie wurde 2003 aus dem brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur als Epiphyt in einer Höhenlage von etwa 900 Metern gefunden. Neoregelia hoehneana : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat São Paulo vor. Neoregelia ibitipocensis : (Syn.: Wittrockia ibitipocensis ) Sie wurde 1998 erstbeschrieben. Sie gedeiht in Höhenlagen oberhalb von 1000 Metern in den brasilianischen Bundesstaaten Minas Gerais sowie Rio de Janeiro. Neoregelia ilhana : Sie wurde 2010 aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur epiphytisch in dichten Beständen an den unteren Bereichen von Baumstämmen wachsend in montanen bis hochmontanen Gebieten des Mata Atlântica in einer Höhenlage von etwa 1410 Metern gefunden. Neoregelia indecora : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro vor. Neoregelia inexspectata : Sie gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von etwa 1450 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo. Neoregelia insulana : Sie wurde 2013 aus dem brasilianischen Bundesstaat São Paulo erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht lithophytisch auf Granitfelsen in voller Sonne in großen, dichten Gruppen am Rand einer Mata-Atlântica-Vegetation wenige Meter über dem Hochwasserstand nur auf der Insel Ilha de Alcatrazes. Neoregelia johannis : Sie stammt aus Brasilien. Neoregelia johnsoniae : Sie wurde 1989 anhand eines kultivierten Exemplars, das aus der peruanischen Region Loreto stammt, erstbeschrieben. Neoregelia kautskyi : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo. Neoregelia kerryi : Sie gedeiht epiphytisch und lithophytisch im Mata Atlântica in Höhenlagen von 500 bis 600 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Neoregelia kuhlmannii : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro vor. Neoregelia lactea : Dieser Endemit gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von etwa 950 Metern nur im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Neoregelia laevis : Sie gedeiht epiphytisch und terrestrisch in Wäldern in Höhenlagen von 2 bis 7000 Metern in brasilianischen Bundesstaaten von Rio de Janeiro bis vielleicht Rio Grande do Sul.: Neoregelia laevis f. maculata : Die Erstbeschreibung erfolgte 2001 aus dem brasilianischen Bundesstaat Paraná. Sie wurde an Bäumen am Straßenrand gesammelt.