Der Citroën XM ist ein Pkw-Modell des französischen Automobilherstellers PSA Peugeot Citroën, das zwischen Frühjahr 1989 und Herbst 2000 von den Produktionsbändern lief. Die Limousine (Berline) wurde im französischen Rennes hergestellt, der im Herbst 1991 eingeführte Kombi (Break) beim Fahrzeughersteller Heuliez. Der XM wurde entweder der oberen Mittelklasse zugeordnet (nach Einteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes oder auto motor und sport) oder der Oberklasse (nach Aussagen des damaligen Citroën-Generaldirektors Xavier Karcher, sowie in zeitgenössischen Artikeln in u. a. mot und Der Spiegel).
Die von den Modellen Citroën DS, GS und vom Vorgänger CX bekannte Hydropneumatik war auch im XM vorhanden, wobei viele Ausführungen mit der weiterentwickelten Ausführung Hydractive ausgestattet waren. Sie machte den XM zum ersten Serien-Pkw mit elektronisch gesteuertem Fahrwerk.
Geschichte Der XM wurde von drei Designbüros entworfen: der Citroën-Designabteilung, der Peugeot-Designabteilung sowie dem externen Büro Bertone.
In Deutschland vorgestellt wurde der XM auf der IAA in Frankfurt im September 1989. Vom Auslieferungsbeginn im Mai bis Ende Juli 1989 liefen nach Angaben des damaligen Citroën-Generaldirektors Xavier Karcher bereits 12.500 Stück im Citroën-Werk Rennes vom Band, . Noch im selben Jahr wurden 2000 Exemplare in der Bundesrepublik Deutschland verkauft,In: Europa. Zeitschrift der Société européenne d'information et de communication, Nr. 41, 1990. wobei nach Karcher für das Jahr 1990 rund 10.000 Einheiten geplant waren. Insgesamt rechnete er mit einem Absatz von rund 50.000 für das erste Jahr und für das Jahr 1990. Davon sollten rund die Hälfte im Heimatmarkt Frankreich und die andere Hälften auf den Exportmärkten abgesetzt werden, wovon im größten Exportland Deutschland eine maximale Absatzmenge von 15.000 Stück pro Jahr geplant waren. Im Vergleich dazu waren es beim Vorgängermodell CX (in dessen stärkstem Verkaufsjahr 1978) 16.000 Stück.
1990 wurde der XM zum Auto des Jahres gewählt, 1991 wurden die höchsten Zulassungszahlen verzeichnet. In den Jahren 1991 und 1992 wählten die Leser der Zeitschrift auto motor und sport den XM zum .Citroen XM Break. Ein echter Platzgewinn. In: Die Zeit, Heft 13, 1992.
Die erste Serie (Y3) wurde von Mai 1989 bis Juni 1994 hergestellt, während die zweite (Y4) von Juli 1994 bis Oktober 2000 vom Band lief. Äußerlich erkennbar ist die zweite Serie an dem vorn nun mittig statt links angebrachten Markenemblem sowie einem geänderten Heckspoiler.
Werkseitig gab es den XM anfangs nur als Schräghecklimousine. Ab November 1991 war er auch in einer Kombiversion als Break erhältlich. Bis zu dessen Einführung wurde weiterhin der CX Break angeboten, der vom Karosserieunternehmen Heuliez gebaut wurde.
Ab Produktionsstart Januar 1990 (die Auslieferung erfolgte im Frühjahr) wurde eine Vierstufen-Automatik von ZF für die Vier- und Sechszylindermotoren angeboten. Serienmäßig waren bereits ein Katalysator sowie ein ABS von Bendix in der dritten Generation verbaut.
Höherwertige Ausstattungen der Limousine umfassen eine zweite innere Heckscheibe aus Glas, die bei geöffneter Heckklappe die Fondpassagiere vor Zugluft schützte. Als wurden Klimaanlage und elektrisch verstellbare Sitze angeboten, was insgesamt zu längeren Produktions- und Montagezeiten geführt hatte.
Der XM wurde in Form von Sondervarianten von einem Karosseriehersteller als sechstürige Stretchlimousine angeboten, von Heuliez wurden Break-Fahrzeuge zu Krankenwagen und von Rappold zu Leichenwagen umgebaut. Letztere waren rückbaufähig in die Serienversion ausgeführt.
Die Verkaufszahlen brachen jedoch bereits 1992 ein, weil diverse Probleme vor allem mit der Elektronik auftauchten. Die Elektronik wurde in der Y3-Serie allein zweimal überarbeitet.
Modellpflege Ab Februar 1993 wurde Hydractiv durch Hydractive II ersetzt. Der größte Unterschied ist, dass im „Sport“-Modus das Fahrwerk nicht dauerhart ist, sondern dass die Kennlinien verschoben werden und somit der Rechner schon bei kleineren Ereignissen auf „hart“ schaltet, und dann auch länger als im Komfortmodus.
Eine optische und vor allem technische Überarbeitung erfolgte im Juli 1994. Diese Y4 genannte zweite Serie des XM gilt als ausgereift und zuverlässig. Obwohl es den XM in vielen Versionen bis hin zu den luxuriös ausgestatteten Pallas und EXCLUSIVE gab, konnte er nur einen relativ kleinen Kundenkreis erschließen; der anfangs beschädigte Ruf konnte sich nicht mehr recht erholen, obwohl dieses Auto bei seinem Erscheinen eine damals außergewöhnliche Fülle von anspruchsvoller Technik und Komfort bot.
Im Frühjahr 2000 wurde die Produktion des XM Break eingestellt, während die der Limousine im Herbst 2000 endete.Vgl. Auto Katalog, Nr. 44, Modelljahr 2001. Insgesamt wurden 333.405 XM gebaut.
Ottomotoren Der Vierzylinder-Ottomotor des XM (Y3) mit 2,0 Litern Hubraum wurde (in Deutschland) als Einspritzer mit 89 kW (121 PS), später auch aufgeladen als Turbo C.T. () mit 104 kW (141 PS), sowie ab Sommer 1994 dann im Y4 mit einer erhöhten Leistung von 108 kW (147 PS) angeboten.
Außerdem gab es einen V6-Motor mit 3,0 Litern Hubraum und 123 kW (167 PS), von dem ab Sommer 1990 auch eine Version mit 24 Ventilen und folgenden Leistungsmerkmalen hergestellt wurde: 147 kW (200 PS), 0–100 km/h in 8,0 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 235 km/h. Der Hubraum dieser Motoren von knapp 3000 cm³ wurde im Laufe der Bauzeit leicht reduziert, wodurch der XM in einigen Ländern in eine geringere Steuerkategorie fiel. Dieser sogenannte PRV-V6 ist als Europa-V6 bekannt, weil er als Gemeinschaftsentwicklung von Peugeot, Renault und Volvo (PRV) europaweite Verbreitung fand und auch bei einigen kleinen Herstellern zum Einsatz kam u. a. im DeLorean DMC-12, bekannt aus der Filmreihe Zurück in die Zukunft.
mini|3,0-l-V6-24V-Motor mit 140 kW/190 PS (1997) Im Juli 1994 wurde der Zweiliter-Vierzylinder gegen einen neuentwickelten 16-Ventiler mit 97 kW (132 PS) getauscht. Ab April 1997 gab es komplett neue Ottomotoren. Der neue V6 24V (Motorbezeichnung ES9J4) hatte – anders als der PRV-V6 – keine Steuerkette mehr, sondern wie alle anderen XM-Motoren eine Ventilsteuerung über Zahnriemen. Verbaut wurde dieser Motor ebenfalls im Xantia, in den Peugeot-Modellen 406/607, im Renault Laguna sowie in abgewandelter Form im Renault Espace.
Der Turbomotor C.T. wurde zuletzt auch mit der Steuernorm D3 angeboten. Die meisten 4-Zylinder-Ottomotoren, die V6-Ottomotoren mit 123 und 140 kW sowie die 2,1-Liter-Dieselmotoren waren auf Wunsch in Verbindung mit einer Vierstufen-Automatik von ZF lieferbar. Der 140-kW-Motor hatte dabei als einziger eine Adaptivautomatik (ZF 4HP20).
Der PRV-V6 (12V und 24V) war mit der selbstrückstellenden und geschwindigkeitsabhängigen Lenkung DIRAVI ausgerüstet, wie sie erstmals 1970 der SM und später auch der CX hatten. Diese Besonderheit fiel mit dem Jahreswechsel 1997/1998 weg.
Dieselmotoren Verfügbar waren drei Vierzylinder-Dieselmotoren: Mit dem 2,1-Liter-Saugdiesel mit 60 kW (82 PS) zum Verkaufsstart wurde eine Höchstgeschwindigkeit 172 km/h erreicht, mit dem Frühjahr 1990 kam ein 2,1-Liter-Turbodiesel mit 80 kW (109 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h hinzu. Dass zu diesem Zeitpunkt kein 2,5-Liter-Turbodiesel angeboten wurde, begründete Xavier Karcher im Interview 1989: Dennoch wurde 1994 im Zuge der Modellüberarbeitung ein 2,5-Liter-Turbodiesel mit 95 kW (129 PS) nachgeliefert, womit der XM eine Höchstgeschwindigkeit von 190 bzw. 208 km/h erreichte. Der große Dieselmotor stammte von Fiat, wo er in reinen Nutzfahrzeugen wie Ducato und Daily eingesetzt wurde.
Technische Daten Ottomotoren 2.0 2.0 i2.0 i 16V 2.0 i TCT3.0 i V6 3.0 i V6 24V Bauzeitraum 05.1989–06.199407.1994–10.200009.1992–06.199407.1994–10.200005.1989–12.199607.1990–03.199704.1997–10.2000 Motorkenndaten MotorkennungXU10 2CXU10 MZXU10 J2(RFZ)XU10 J2Z(RFU)XU10 J4R(RFV)XU10 J2TE(RGY)XU10 J2TE(RGX)ZPJ/ZZPJ4/Y3ES9 J4(XFZ) Motortyp R4-Ottomotor V6-Ottomotor Anzahl Ventile pro Zylinder 24 2 4 Ventilsteuerung OHC, ZahnriemenDOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen2 × OHC, Kette2 × OHC, Kette2 × DOHC, Zahnriemen GemischaufbereitungVergaserSaugrohreinspritzung KatalysatorNeinJaNein Ja Motoraufladung – Turbolader, Ladeluftkühler – Kühlung Wasserkühlung Bohrung × Hub 86,0 mm × 86,0 mm 93,0 mm × 73,0 mm87,0 mm × 82,6 mm Hubraum 1998 cm³ 2975 cm³2946 cm³ Verdichtungsverhältnis 8,8:110,4:18,5:18,0:1 9,5:110,5:1 max. Leistung bei min−184 kW(114 PS)/580079 kW(107 PS)/560094 kW(128 PS)/560089 kW(121 PS)/560097 kW(132 PS)/5500104 kW(141 PS)/4400–6200108 kW(147 PS)/5300123 kW(167 PS)/5600147 kW(200 PS)/6000140 kW(190 PS)/6000 max. Drehmoment bei min−1168 Nm/2250164 Nm/2250175 Nm/4800170 Nm/4000180 Nm/4200225 Nm/2200–4400235 Nm/2500235 Nm/4600260 Nm/3600267 Nm/4500 Kraftübertragung Antrieb Vorderradantrieb Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe Getriebe, optional – 4-Stufen-Automatikgetriebe–4-Stufen-Automatik-getriebe Messwerte (Berline) Höchstgeschwindigkeit193 km/h190 km/h205 km/h(202 km/h)201 km/h(197 km/h)205 km/h(203 km/h)212 km/h215 km/h(208 km/h)222 km/h(220 km/h)235 km/h228 km/h(230 km/h) Beschleunigung, 0–100 km/h12,2 s12,4 s11,5 s(14,4 s)11,9 s(14,8 s)10,8 s(14,2 s)9,8 s9,3 s(11,2 s)9,7 s(10,9 s)8,6 s7,8 s(10,2 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)7,9 l S8,5 l S8,1 l S(8,5 l S)8,8 l S7,4 l S(7,6 l S)8,9 l S8,0 l S9,6 l S(10,1 l S)10,2 l S8,0 l S(8,4 l S) Messwerte (Break) Höchstgeschwindigkeit –192 km/h(190 km/h)198 km/h(190 km/h)202 km/h204 km/h(202 km/h)217 km/h(215 km/h) –225 km/h Beschleunigung, 0–100 km/h –13,0 s(14,0 s)11,8 s(15,4 s)9,8 s10,5 s(12,6 s)10,9 s(12,5 s) –8,8 s(10,7 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) –9,1 l S7,4 l S(7,6 l S)9,1 l S8,0 l S9,9 l S(10,4 l S) –8,0 l S(8,4 l S)
Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.
Dieselmotoren 2.1 D12 2.1 Turbo D122.5 Turbo D12 Bauzeitraum09.1989–06.199611.1989–06.1994 07.1994–10.2000 Motorkenndaten MotorkennungXUD11 A/L(PJZ)XUD11 ATE(PHZ)XUD11 BTE(P8C)DK5 ATE/L(THY) Motortyp R4-Dieselmotor Anzahl Ventile pro Zylinder 3 Ventilsteuerung OHC, Zahnriemen Gemischaufbereitung Wirbelkammereinspritzung Motoraufladung – Turbolader, Ladeluftkühler Kühlung Wasserkühlung Bohrung × Hub86,0 mm × 92,0 mm 85,0 mm × 92,0 mm92,0 mm × 92,0 mm Hubraum2138 cm³ 2088 cm³2446 cm³ Verdichtungsverhältnis22,5:1 21,5:122,0:1 max. Leistung bei min−160 kW(82 PS)/4600 80 kW(109 PS)/430095 kW(129 PS)/4300 max. Drehmoment bei min−1145 Nm/2000245 Nm/2000250 Nm/2000285 Nm/2000 Kraftübertragung Antrieb Vorderradantrieb Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe Getriebe, optional – 4-Stufen-Automatikgetriebe– Messwerte (Berline) Höchstgeschwindigkeit173 km/h192 km/h(190 km/h)192 km/h(188 km/h)201 km/h Beschleunigung, 0–100 km/h17,6 s12,9 s(15,1 s)12,9 s(14,0 s)12,1 s Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)6,7 l D6,5 l D(7,1 l D)5,6 l D(6,5 l D)5,9 l D Messwerte (Break) Höchstgeschwindigkeit168 km/h184 km/h(182 km/h)184 km/h(180 km/h)192 km/h Beschleunigung, 0–100 km/h19,0 s13,8 s(16,0 s)14,2 s(15,4 s)13,1 s Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)6,9 l D6,6 l D(7,2 l D)5,6 l D(6,6 l D)5,9 l D
Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.
Produktionszahlen und Nachfolger Wenngleich eine Produktion von 333.405 Einheiten erreicht wurde, blieb der Wagen in den Stückzahlen deutlich hinter denen seines Vorgängers zurück. Die technischen und gestalterischen Innovationen des Wagens haben jedoch das Avantgarde-Image von Citroën weiter fortgeführt. Nach der Einstellung des XM war der in der Mittelklasse angesiedelte C5 die größte Citroën-Limousine. Erst mit dem im Herbst 2005 vorgestellten C6 gab es einen Nachfolger für den XM.