mini|hochkant|Walter Roderer (1962) Walter «Rodi» Jakob Roderer«Ich bin ein Gefühlsmensch». In: Schweizer Illustrierte. 18. Juni 2010 (Archiv). (* 3. Juli 1920 in St. Gallen; † 8. Mai 2012 in Illnau;Walter Roderer ist gestorben. In: NZZ Online. 8. Mai 2012. heimatberechtigt in Trogen und Zürich) war ein Schweizer Volksschauspieler, Kabarettist und Theaterunternehmer.

Leben Walter Roderer wurde als Sohn eines Textilkaufmanns geboren. Er lernte im Gymnasium Griechisch und Latein, da er Pfarrer werden wollte. Nach der Matura studierte er vier Semester lang Germanistik in Zürich, musste jedoch das Studium aus finanziellen Gründen aufgeben, als sein Vater arbeitslos wurde.

mini|Die kleine Niederdorfoper 1956 Er übernahm für dreissig Franken pro Abend Nebenrollen am Zürcher Schauspielhaus und arbeitete daneben in der Fabrik und als Vertreter von Bohnerwachs. Nachdem er fürs Cabaret Fédéral entdeckt worden war und in Schweizer Filmen wie Oberstadtgass mitgespielt hatte, gründete er 1957 ein eigenes Tourneetheater. Mit 1288 Aufführungen des Mustergatten stellte Roderer einen Theaterrekord auf.

Seit 1985 wurde es sein wohl grösster Erfolg auf der Bühne wie auch als Film Ein Schweizer namens Nötzli ist bis heute eine der kommerziell erfolgreichsten Schweizer Kinoproduktionen, auf den die Fortsetzung Der doppelte Nötzli folgte.

In Deutschland wurde Roderer aufgrund seiner Mitwirkung in der Dudu-Filmreihe wahrgenommen.

Roderer verabschiedete sich 1993 von der Bühne. Zuvor hatte er in der Deutschschweizer Presse eine Anzeigenkampagne zum damals geplanten EWR-Beitritt der Schweiz geschaltet. Darin rief er seine Landsleute auf, bei der für Ende 1992 terminierten EWR-Volksabstimmung gegen den Beitritt zu stimmen. Roderers Argumentation trug ihm in rechtskonservativen Kreisen Beifall ein, diskreditierte ihn jedoch bei den Beitrittsbefürwortern.

1996 starb Roderers erste Ehefrau, die Ungarin Lenke Mekkey (* 1918). 1986, 2004 und 2007 erlitt Roderer mehrere Herzinfarkte. Am 29. Februar 2004 starb seine langjährige Bühnenpartnerin und zweite Ehefrau Ruth Jecklin (* 11. November 1934) an Krebs. Im Juli 2010 wurde bekannt, dass er im Januar 2005 seine sechzig Jahre jüngere Grossnichte Anina geheiratet hat, um damit ihre Zukunft finanziell absichern zu können.Walter Roderer hat seine Grossnichte geheiratet. In: SF 1 glanz & gloria. 18. Juli 2010 (Archiv).Heimlich Grossnichte geheiratet. In: SonntagsBlick. 18. Juli 2010. Roderer erhielt 1983 und 1988 den Prix Walo als Publikumsliebling,. Prix Walo, abgerufen am 11. Mai 2012. 2007 den Ehren-Prix Walo 2006 für sein Lebenswerk. Prix Walo. sowie 2010 bei der Verleihung des Schweizer Fernsehpreises den Lifetime Award für sein Lebenswerk.«Schweizer Fernsehpreis 2010 – die Gewinner». In: SF 1 glanz & gloria. 26. März 2010, abgerufen am 28. März 2010 (Archiv).

Roderer lebte in Illnau, wo der Walter Roderer-Weg nach ihm benannt wurde.Bild Walter Roderer-Weg auf wandersite.ch. Er verstarb 91-jährig in seinem Haus.

Theater Der verkaufte Grossvater (1982) Der Mustergatte (1984) Buchhalter Nötzli (1985)

Filmografie Kinofilme 1953: Zwiespalt des Herzens (Die Venus vom Tivoli) 1956: In allen Gassen wohnt das Glück (Oberstadtgass) 1957: Die Angst vor der Gewalt (Der 10. Mai) 1959: Der Mustergatte 1959: Hast noch der Söhne ja…? 1960: Der Herr mit der schwarzen Melone 1962: Der 42. Himmel 1963: Ferien vom Ich 1965: Diamantenbillard (Un milliard dans un billard) 1966: Der Würger vom Tower 1973: Ein Käfer auf Extratour 1975: Das verrückteste Auto der Welt 1988: Ein Schweizer namens Nötzli 1990: Der doppelte Nötzli

Fernsehen 1958: Der Mustergatte 1961: Charleys Tante 1968: Zimmer 13 – Geschichten aus einem Hotel 1971: Professor Sound und die Pille 1971: Das sexte Programm 1974: Im Auftrag von Madame 1979: Der Lückenbüsser 1982: Der verkaufte Grossvater 1985: Der Mustergatte 1991: Calafati Joe – Der Typ vom Prater

Hörspiele 1958: Abendstunde im Spätherbst

Lieder und Sketche En Saudiarabische Schlittehund Fackelumzug mit Hansjörg Bahl Fundbüro DJ Antoine feat. MISH – One Day, One Night

Werke Sie müend mi verstoh …, … gelled Sie! Erinnerungen eines ernsthaften Humoristen. Reinhardt, Basel 1987, ISBN 3-7245-0605-8. (Autobiografie)

Literatur

Benedikt Eppenberger, Daniel Stapfer: Mädchen, Machos und Moneten. Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounternehmers Erwin C. Dietrich. Mit einem Vorwort von Jess Franco. Scharfe Stiefel, Zürich 2006, ISBN 3-033-00960-3. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 587 f. Michael Wenk: Walter Roderer – Ein Leben in Bildern. Huber & Co. AG, Frauenfeld 2007, 214 S., ISBN 978-3-7193-1439-2. Michael Wenk: Der doppelte Nötzli. Ein Nachruf zum Tode des Schweizer Volksschauspielers Walter Roderer. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. Mai 2012.

Video / Audio Blick zurück auf Roderers Karriere. Video in: Schweizer Fernsehen vom 3. Juli 2010 (14 Minuten) Ausschnitte zum 90. Geburtstag. Video in: Schweizer Fernsehen, Sendung SommerLacher vom 4. Juli 2010 (31 Minuten) Sendung Doppelpunkt. Roger Schawinski im Gespräch mit Walter Roderer. In: Radio 1 vom 22. Januar 2012 (MP3; 53,6 MB, Archiv) Hanspeter Bäni: Nötzlis Abgang – Walter Roderers letzte Monate. Reportage in: Schweizer Fernsehen, Reporter vom 13. Mai 2012 (23 Minuten) Sketch Bassgeige (12 Minuten) Ade Buchhalter Nötzli. In: 10vor10 vom 9. Mai 2012 (3 Minuten)

Weblinks

Walter Roderer bei cyranos.ch Walter Roderer ist tot. In: Tages-Anzeiger/Newsnet. 8. Mai 2012 Silvio Temperli: Privat kein Kompaniechalb. In: Tages-Anzeiger. 10. Mai 2012 (Nachruf, Archiv)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Kabarettist (Schweiz) Kategorie:Komiker Kategorie:Autobiografie Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Mann