mini|Reichsgraf Johann Christoph Herrmann von Schwerin (1776–1858). Erwarb Lemmersdorf 1840. LemmersdorfVgl. Lemmersdorf/Uckermark; Lemmersdorf-preußisches Kirchdorf (Neumark); Lemmersdorf-bayrisches Dorf im Rentamt Amberg., In: P. A. Winkopp: Neuestes Staats-, Zeitungs-, Reise-, Post- und Handlungs-Lexicon oder geographisch-historisch-statistisches Handbuch. Band 3,1; Verlag Kleefeld, Leipzig 1805, S. 453. ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Hetzdorf der amtsfreien Gemeinde Uckerland im Landkreis Uckermark in Brandenburg.
Geographie Der Ort liegt einen Kilometer nordnordwestlich von Hetzdorf und sieben Kilometer südsüdwestlich von Strasburg (Uckermark). Die Nachbarorte sind Fahrenholz im Nordosten, Kleisthöhe im Osten, Hetzdorf im Südosten, Gneisenau im Süden, Schlepkow im Südwesten, Wolfshagen im Westen sowie Amalienhof und Hornshagen im Nordwesten.
Im Ort sind einige vorgeschichtliche Funde wie Schmucknadeln sind vorzuweisen.Albert Voss, Gustav Stimming (Hrsg.): Vorgeschichtliche Altenthümer. Vorwort Rud. Virchow, Verlag P. Lunitz, Brandenburg a. d. H./Berlin 1887, S. III–IV.Vgl. Zeitschrift für Ethnologie. Organ der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Sechsunddreißigster Jahrgang 1904, A. Asher & Co., Berlin 1904, S. 582.
Orts- und Gutsgeschichte Nach Ernst Fidicin wird das Dorf 1375 ersterwähnt im Landbuch Kaiser Karl’s IV, als Lambertsdorf und war noch 1536 eine wüste Feldmark. Später kam die Namensführung Lommersdorf auf.Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg, oder Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter, Stiftungen und Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karl’s IV. Band IV (Kreis Prenzlau, Kreis Templin, Kreis Angermünde), J. Guttentag, Berlin 1864, S. 64.
Im Dorf entwickelte sich über ein gutsherrliches Vorwerk frühTopographisches Reise-Post- und Zeitungs-Lexicon von Deutschland. 1. Band, Neuauflage, Weidmanns Erben und Reich, Leipzig 1782, S. 706. ein eigenständiger Gutsbezirk. Lemmersdorf galt dann als churbrandenburgisches adliches Dorf in der Ukermark.Friedrich Jacob Floerken: Johann Georg Krünitz ökonomische-technologische Encyklopädie, oder allgemeines System. Band 77, Joachim Pauli, Berlin 1799, S. 120. Gut Lemmersdorf war lange im Besitz der Familie von Gloeden (auch Glöden), bis 1773. Dann war die Familie von Arnim vor Ort,C. Frhr. von Rodde: Familiengeschichtliche Blätter. Zeitschrift zur Förderung der Familiengeschichtsforschung für Adel und Bürgerstand. Nr. 83/84 der Gesamtfolge, 7. Jahrgang, Nr. 11/12; 3. Band, Nr. 23/24, Hrsg. v. Rodde/Zentralstelle für Deutsche Familien- und Personenforschung, [Leipzig], Dezember 1909, S. 282. gefolgt vom Ritterschaftsrat Hermann von Stülpnagel. Dieser war wie fast alle Gutsherren sogleich der Gerichtsherr des Ortes.Extra-Blatt zum 41sten Stück des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. Potsdam. Den 13. Oktober 1837, S. 390. Zwischenzeitlich besaß es via Contrakt über 75.000 Thlr. dann die briefadelige Familie von Gundlach, vertreten durch den Landwirt Hans Karl (Carl) von Gundlach-Leizen (* 1812; † 1864).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1920. Vierzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1919, S. 330 f. Siehe FamilySearch (Kostenfrei). auf Brunstorf bei Marlow. Von ihm erwarb es 1840 der Reichsgraf Herrmann von Schwerin, für 95.000 Thlr.
Ein späterer Besitzer war Alfred Graf zu Solms-Sonnenwalde, der es 1854 von seinem Schwiegervater Herrmann von Schwerin erhielt.W. Riehl, J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz. F. Sala & Co./Selbstverlag Scheu, Berlin 1861, S. 272. Ihm folgte dann seine Ehefrau.Gothaischer Genealogischer Hofkalender nebst diplomatisch-statistischem Jahrbuch. 1885. Hundertzweiundzwanzigster Jahrgang, II. Abt. Justus Perthes, Gotha 1884, S. 197. Sie war im ausgehenden 19. Jahrhundert kurzzeitig Gutsherrin,Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer. etc. etc. Band 8a: Provinz Brandenburg. 10. Ausgabe (Jahrgang), C. Leuchs & Co., Nürnberg 1894, S. 182. Amalie Gräfin zu Solms-Sonnenwalde, geb. Gräfin von Schwerin-Wolfshagen. Die Gutsherrin führte den Betrieb nicht selbst, dieser war damals verpachtet. Gräfin Solms wohnte in Berlin-Mitte und teils auf Schloss Sonnewalde in der Niederlausitz. Gut Lemmersdorf hatte damals einen Umfang von 506 ha. Davon waren 192 ha Forsten.Paul Ellerholz, E. Kirstein, Traug. Müller, W. Gerland, Georg Volger: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reich. I. Das Königreich Preußen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Verlag Nicolai R. Stricker, Berlin 1896, S. 216 f. In den 1920er Jahren bis zur Bodenreform war der OffizierHans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow-Stuer et al.: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1952. Band I, Band 2 Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1958, , S. 416 ff. Alfred Graf von Schwerin (1859–1946) Gutsbesitzer in Lemmersdorf, Größe des Gutes hier 531 ha.Ernst Seyfert, Hans Wehner, GF Hofgrefe: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Band Provinz Brandenburg. . Verzeichnis. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher, Band VII, 4. Auflage, Selbstverlag, Leipzig 1929, S. 255. Der Major war mit Anita von Düring (1870–1954) verheiratet und hatte seit 1925 zwei Adoptivsöhne,Gothaischer Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. 115. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 519. den späteren Reichsminister Lutz Graf Schwerin von Krosigk und Wilfried Graf Schwerin von Krosigk.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. 115. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 519. Anita von Schwerin blieb im Osten und lebte zuletzt in Eberswalde.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow-Stuer, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1958. Band III, Band 18 Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1958, , S. 405 f.
Das Gutshaus Lemmersdorf ist erhalten geblieben und saniert. Im Gutspark befinden sich vier seltene Baumexemplare.Monumentale Bäume im Gutspark in Lemmersdorf/Uckerland, Brandenburg, Deutschland. In: Monumentale Bäume.
Lemmersdorf war ab dem 17. Jahrhundert in Hetzdorf eingepfarrt.
Literatur
Werner Lippert, Gerd Heinrich: Geschichte der 110 Bauerndörfer in der nördlichen Uckermark. Ein Beitrag zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Mark Brandenburg. In: Mitteldeutsche Forschungen, Band 57; Böhlau, Köln/Wien 1968, S. 217. Lemmersdorf in der Provinz Brandenburg. Kr. Prenzlau, In: Louis Gollmert, Wilhelm Graf von Schwerin, Leonhard Graf von Schwerin (Hrsg.): Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin. Band 1, Wilhelm Gronau, Berlin 1878, S. 39.
Quellen Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA)/Online-Recherche/Volltextsuche/etwa 80 dir. Nennungen: Lemmersdorf, u. a.: Handakte des Kriegsrates Schmucker bzw. des Justizkommissars Barthel aus der Vertretung der Gebrüder Karl Otto und Ludwig Achim von Arnim in ihrer Eigenschaft als Besitzer des Gutes Lemmersdorf in der Uckermark; 1811–1812 (Akte), In: BLHA Rep. 37 (Gutsarchiv) Bärwalde-Wiepersdorf 1886
Weblinks Lemmersdorf, In: RRB-Landschleicher, Sendung 18. Dezember 2022 , Berlin 2024. Scheibennadel (Lemmersdorf), In: Rudolf Virchow: Das Gräberfeld von Koban im Lande der Osseten, Kaukasus. Verlag A. Asher, Berlin 1883, S. 34.
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1375 Kategorie:Gemeindeauflösung 2001 Kategorie:Geographie (Uckerland) Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark