Die Aechmea sind eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie Bromelioideae in der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). In dieser Gattung gibt es etwa 250 bis 300 Arten. Das griechische Wort aechme bedeutet Lanzenspitze und so findet man gelegentlich die Bezeichnung Lanzenbromelien für diese Gattung. Die bekannteste Art der Gattung ist Aechmea fasciata, sie wird auch Lanzenrosette genannt.

Beschreibung und Ökologie mini|links|Illustration von Aechmea distichantha mini|Illustration von Aechmea longifolia mini|Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3304 von Aechmea purpureorosea

Erscheinungsbild und Blätter Die Aechmea-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Trichter- bzw. Zisternenbromelien wachsen meist als Epiphyten. Es gibt Arten ganz unterschiedlicher Größe: von der kleinen Aechmea recurvata mit Trichterdurchmesser und Höhe von etwa 20 Zentimetern bis zu Arten mit 2 Metern Trichterdurchmesser und Blütenständen, die über 2 Meter hoch sind. Die derben Blätter sind immer am Rande bewehrt (wie bei allen Vertretern der Bromelioideae). In den Blatttrichtern sammeln sich oft größere Mengen an Wasser. In vielen Trichtern gibt es kleine Biotope mit mehreren Tierarten sowie Algen und Wasserpflanzen.

Blütenstände und Blüten Die Blüten sitzen zu vielen in meistens ansehnlichen, lange haltbaren Blütenständen (Infloreszenzen), sie können einfach oder zusammengesetzt sein. An den Blütenständen sitzen oft auffällig gefärbte Hochblätter (Brakteen); es dominiert die Farbe Rot (meistens mit einem Blauanteil).

Die Blüten sind dreizählig. Die Farbe der Blütenhüllblätter (häufig sind sie blau oder bläulich-rot) und die starke Nektarabsonderung zeigen, dass Kolibris die Bestäuber sind. Die drei Kelchblätter sind zu einer kurzen Röhre verwachsen und besitzen meist eine Stachelspitze, selten sind sie stumpf. Die drei Kronblätter sind röhrig verwachsen. Zwei kleine Schüppchen an den Kronblättern (Ligulae) bilden ein Merkmal, das Botaniker zur Abgrenzung von anderen Gattungen der Unterfamilie nutzen. Es sind zwei Kreise mit je drei, meist freien fertilen Staubblättern vorhanden; sie sind meist kürzer als die Kronblätter. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen.

Die Blütenformel lautet: .

Früchte und Samen Die Früchte sind Beeren; im reifen Zustand sind sie oft stark gefärbt; hier dominieren Rot bis Blau. Die Früchte werden von Tieren (vor allem von Vögeln, seltener von Fledertieren und Affen) gefressen. Die Samen werden unverdaut wieder ausgeschieden und gelangen mit dem Kot auf Äste.

Systematik Die Gattung Aechmea wurde 1794 durch Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón y Jiménez aufgestellt.Flora Peruviana, et Chilensis, S. 47 Der Gattungsname Aechmea nom. cons. ist nach den ICBN-Regeln (Vienna ICBN Art. 14.4 & App. III) konserviert gegenüber Hoiriri , der schon Juli/August 1763 in Fam. pl. 2, S. 67, 584 veröffentlicht wurde.

Die Gattung Aechmea wurde früher in acht Untergattungen gegliedert.Lyman Bradford Smith & Robert Jack Downs: Bromelioideae (Bromeliaceae), in Flora Neotropica, Monograph No. 14, Part 3, 1979, S. 1766–1779. Die Reaktivierung der Untergattung Chevaliera zur Gattung Chevaliera wurde in folgenden Bearbeitung der Gattung Aechmea nicht anerkannt. So bleibt es bei acht Untergattungen: Untergattung Aechmea Untergattung Chevaliera : Sie enthält nur drei Arten. Untergattung Lamprococcus Untergattung Macrochordion Untergattung Ortgiesia: Die 21 Arten sind nur im südöstlichen Brasilien verbreitet. Untergattung Platyaechmea (Syn.: Aechmea subgen. Hoplophytum ) Untergattung Podaechmea Untergattung Pothuava

Arten

In der Gattung gibt es 250 bis 300 Arten. (inklusive der Untergattung Chevaliera) mit allen gültigen Arten, Unterarten, Varietäten und Formen:mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea biflora mit gelben Hochblättern mini|Blütenstand mit roten Hochblättern am Blütenstandsschaft einer Aechmea bromeliifolia var. bromeliifolia mini|Habitus und Blütenstände von Aechmea calyculata mini|Blütenstandsschaft mit roten Hochblättern und einfacher Blütenstand von Aechmea castelnavii mini|Habitus und Fruchtstand von Aechmea castelnavii mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea caudata mit gelben Blüten mini|Habitus und Blütenstand von Aechmea chantinii: Die weißen Streifen auf den Blättern sind Zonen mit vielen Saugschuppen mini|Blütenstand einer Aechmea dactylina mini|Blütenstand einer Aechmea distichantha mini|Habitus und Blütenstand von Aechmea fendleri mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea flavorosea mit rosafarbenen Hochblättern und gelben Blüten mini|Aechmea kentii: Habitus und Blütenstand. Die Blätter sind teilweise während der Blütezeit leuchtend rot gefärbt mini|Laubblätter und Blütenstand einer Aechmea kuntzeana mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea miniata var. discolor mini|Blütenstand mit nach unten gebogenen Hochblättern von Aechmea nallyi mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea nudicaulis mini|Blütenstand einer Aechmea paniculigera mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Aechmea phanerophlebia mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea pimenti-velosoi mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea purpureorosea mini|Aechmea recurvata var ortgiesii, durch die gestauchte Blütenstandsachse stehen die Blüten nestartig zwischen den während der Blütezeit rotgefärbten Blättern mini|Habitus und Blütenstand einer Aechmea rubens mini|Blütenstand einer Aechmea serrata mini|Fruchtstand einer Aechmea spectabilis mini|Blütenstand einer Aechmea tessmannii mini|Verzweigter Blütenstand und bewehrter Blattrand von Aechmea tillandsioides mini|Habitus, stark bewehrte Laubblätter und Blütenstand von Aechmea tocantina mini|Blütenstand einer Aechmea weilbachii var. weilbachii f. pendula mini|Habitus von Aechmea zebrina im Habitat in Ecuador

Aechmea abbreviata : Sie gedeiht als Epiphyt in Wäldern in Höhenlagen von 1000 bis 1100 Metern in Ecuador nur in Napo. Aechmea aculeatosepala : Sie gedeiht als Epiphyt in artenarmen Wäldern in Höhenlagen von etwa 1200 Metern in Ecuador in Canar, Morona-Santiago sowie Napo. Aechmea aenigmatica : Sie wurde 2011 aus dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca erstbeschrieben. Sie gedeiht in kleinen Beständen auf Felsen im mesophytischen Bergwald in Höhenlagen von etwa 1600 Metern. Aechmea aguadocensis : Sie wurde 2009 aus dem brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht terrestrisch in Höhenlagen von etwa 625 Metern in einem fragmentierten Gebiet des Mata Atlântica, das Inselberge umgibt. Aechmea aiuruocensis : Sie wurde 2011 aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais erstbeschrieben. Sie gedeiht terrestrisch oder lithophytisch im Mata Atlântica in Höhenlagen von 1700 bis 2000 Metern. Aechmea alba (Syn.: Aechmea pabstii ): Sie gedeiht terrestrisch oder epiphytisch in krautigen, strauchigen und bewaldeten Restingas sowie dichten ombrophilen Wäldern in Höhenlagen von 500 bis 700 Metern in den brasilianischen Bundesstaaten Bahia sowie Minas Gerais. Aechmea alegrensis : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo vor. Aechmea alopecurus : Sie kommt in Brasilien vor. Aechmea amicorum : Sie wurde 2009 aus Brasilien erstbeschrieben. Sie gedeiht terrestrisch in offenen Restinga-Wäldern in Höhenlagen von bis zu 50 Metern in den brasilianischen Bundesstaaten Bahia sowie Espírito Santo. Aechmea ampla : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia vor. Aechmea andaquiensis : Sie wurde 2018 aus kolumbianischen Caquetá erstbeschrieben. Aechmea andersonii (Syn.: Aechmea andradei ): Sie wurde 1998 aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia erstbeschrieben. Sie gedeiht als Epiphyt im feuchten Wald. Aechmea angustifolia (Syn.: Aechmea boliviana , Aechmea brachyclada , Aechmea cumingii , Aechmea cylindrata , Aechmea cylindrica , Aechmea dryanderae , Aechmea eggersii , Aechmea inconspicua , Aechmea leucocarpa ) Sie gedeiht hauptsächlich als Epiphyt in Höhenlagen von 0 bis 2000 Metern in Costa Rica, Kolumbien, Bolivien, Venezuela und Brasilien. Aechmea anomala : Sie gedeiht als Epiphyt im Regenwald in Höhenlagen von 230 bis 250 Metern in Kolumbien nur in Narino und in Peru nur in Amazonas. Aechmea apocalyptica : Sie gedeiht als Epiphyt im Dickicht und im Araucaria-Wald in Höhenlagen von 900 bis 1000 Metern. Sie kommt in den südlichen brasilianischen Bundesstaaten São Paulo sowie Santa Catarina vor. Aechmea aquilega (Syn.: Aechmea hellae ): Sie soll in Costa Rica, Trinidad und Tobago Venezuela, in den Guyanas sowie in Brasilien vorkommen: Aechmea aquilega var. aquilega f. alba : Sie wurde 1999 erstbeschrieben und bisher nur in Höhenlagen von etwa 20 Metern in Tucacas in Carabobo in Venezuela gefunden. Aechmea aquilega var. aquilega (Syn.: Aechmea meyeri, Aechmea aquilegioides ): Sie gedeiht terrestrisch oder lithophytisch. Sie kommt in den südlichen brasilianischen Bundesstaaten Pernambuco sowie Alagoas vor. Aechmea araneosa : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo vor. Aechmea arenaria : Sie gedeiht in sandigen Böden in Trockenwäldern in Höhenlagen von 200 bis 300 Metern in Peru nur in San Martin. Aechmea aripensis : Sie gedeiht epiphytisch oder lithophytisch im Nebelwald in Höhenlagen von 900 bis 1020 Metern auf der Insel Trinidad und in Venezuela. Aechmea atrovittata : Sie wurde 2007 aus dem brasilianischen Bundesstaat Alagoas erstbeschrieben. Sie gedeiht epiphytisch im Küstenwald in einer Höhenlage von etwa 10 Metern. Aechmea avaldoana : Sie wurde 2014 aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia erstbeschrieben. Sie gedeiht terrestrisch in einer Höhenlage von etwa 990 Metern. Aechmea azurea : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern nur im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo. Aechmea bahiana : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia vor. Aechmea bambusoides : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais vor. Aechmea baudoensis : Sie wurde 2011 aus Kolumbien erstbeschrieben. Sie gedeiht als Epiphyt im kolumbianischen Chocó. Aechmea biflora (Syn.: Streptocalyx biflorus ): Sie gedeiht im tropischen Regenwald in Ecuador nur in Pastaza. Aechmea blanchetiana (Syn.: Streptocalyx laxiflora , Aechmea laxiflora , Aechmea remotiflora ): Sie gedeiht terrestrisch im Küstengebüsch (Restinga) nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Aechmea blumenavii : Es gibt zwei Varietäten nur im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina: Aechmea blumenavii var. alba: Sie unterscheidet sich von der Nominatform durch weiße statt leuchtend gelbe Kronblätter. Aechmea blumenavii var. blumenavii : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 300 bis 850 Metern. Aechmea bocainensis : Sie gedeiht im Mata Atlântica im südöstlichen Brasilien. Aechmea brachystachya (Syn.: Streptocalyx brachystachys ): Sie gedeiht epiphytisch in Regenwäldern nur in der peruanischen Region Loreto. Aechmea bracteata : Es gibt zwei Varietäten: Aechmea bracteata var. bracteata (Syn.: Aechmea barleei , Aechmea isabellina , Aechmea macracantha , Aechmea regularis ): Sie gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von 30 bis 1400 Metern. Sie ist von Mexiko über Guatemala, Honduras, Nicaragua bis Costa Rica und von Kolumbien bis Venezuela weitverbreitet. Aechmea bracteata var. pacifica (Syn.: Aechmea laxiflora ): Sie gedeiht meist epiphytisch oder manchmal lithophytisch in Höhenlagen von 5 bis 940 Metern in Mexiko sowie Costa Rica. Aechmea brassicoides : Über sie ist wenig bekannt. Der Fundort des Typusmaterials ist „Kaieteur Savannah, Potaro River, Guyana“. Aechmea brevicollis : Sie gedeiht terrestrisch oder epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 100 bis 270 Metern in Brasilien nur in Amazonas, in Kolumbien nur in Vaupes und in Venezuela nur in Amazonas. Aechmea bromeliifolia : Es gibt zwei Varietäten: Aechmea bromeliifolia. var. albobracteata : Dieser Endemit gedeiht am Waldrand am Übergang zum feuchten „Campo-Grasland“ nur im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso.