Der Balletterzherzog (Titelzusatz: Ein Wiener Spiel von Tanz und Liebe, Verleihtitel in Deutschland: Das K. und K. Ballettmädel) ist ein österreichischer Stummfilm, den Max Neufeld 1926 nach einem Drehbuch, das er zusammen mit Jacques Bachrach und H.W. Czech geschrieben hatte, für den Produzenten Hugo Engel realisierte. Im Ausland lief er unter dem Titel Virtue bzw. The Prince and the Dancer. Die Hauptrollen des Beziehungsdreiecks waren mit Albert Paulig, Dina Gralla und Werner Pittschau besetzt, ferner war als Ballettmeister der beliebte Operettenkomiker Richard Waldemar und die damals auch als Filmproduzentin in Erscheinung getretene Darstellerin Carmen Cartellieri in der Rolle der Prima Ballerina zu sehen.
Handlung Eine Dreiecksgeschichte. Erzherzog Sixtus und sein Adjutant Paul konkurrieren um die Zuneigung der jungen Ballettelevin Gabi/Eliza. Diese steigt, unterstützt vom Zufall und einem Gerücht, zur Prima Ballerina der Wiener Staatsoper auf. Keck und verschmitzt weiß sie mit dieser Rolle umzugehen. Im finalen Manöver klären sich die Fronten. Militärische Ehre wie privates Glück werden gerettet.Büttner-Dewald S. 395.
Produktionsnotizen mini|Privatphoto: „Albert Paulik, Dina Gralla, Werner Pittschau, (Protagonisten der Dreiecksgeschichte), Drehpause während des Films Der Balletterzherzog 1926.“ (Sammlung von Schauspieler Werner Pittschau). mini|Dina Gralla, Werner Pittschau, Standfoto aus Der Balletterzherzog, 1926
Der Film, eine Produktion der Hugo Engel-Film GmbH (Wien), wurde von dem österreichischen Kamerapionier Hans Theyer photographiert. Die Bühnenbauten errichteten Hans Ledersteger und Franz Meschkan, in die Aufnahmeleitung teilten sich Willy Sturmfeld und Franz Plaszky. Der Regie assistierte der nachmals als Komödienspezialist bekannt gewordene E. W. Emo.
Nachdem er bereits am 29. Oktober 1926 im Elite-Kinoim 1. Bezirk in der Wollzeile 34, Eröffnung am 29. März 1912, im Jahr 2000 geschlossen. Vgl. Wien uraufgeführt worden war, wurde er der österreichischen Zensurbehörde am 5. September 1927 in einer Länge von 2328 Metern auf 6 Akte vorgelegt. Eine Pressevorführung gab es im Elite-Kino am 10. September 1927.
In Deutschland lag er der Reichsfilmzensur am 18. November 1927 vor, die ihn unter der Nummer B.17292 mit Jugendverbot belegte. Hier mass der Film 2559 Meter auf 6 Akte. Am 22. November 1927 wurde er mit geändertem Titelvgl. dazu Caneppele, Zensur S. 224 : Paimanns Filmlisten Wien VII: „Vorerst geben wir Ihnen folgenden Aenderungen der Titel bekannt : C Der Balletterzherzog geändert in: Das K.u.k. Ballettmädel“. als Das K. und K. Ballettmädel im Berliner Beba-Palast Atriumin Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 178. Großkino für 2025 Zuschauer, erbaut 1926 von Friedrich Lipp. Vgl. erstaufgeführt.
Er wurde auch in Dänemark, Schweden und Portugal, in Übersee in Brasilien und Amerika gezeigt.vgl. IMDb/releaseinfo
Rezeption
Für Heinz Adamek ist Der Balletterzherzog sogar ein „satirischer Film“:
Literatur Heinz Adamek: Kunstakkorde – diagonal: Essays zu Kunst, Architektur, Literatur und Gesellschaft. Böhlau Verlag, Wien 2016, ISBN 978-3-205-20250-9, S. 230. Francesco Bono, Paolo Caneppele, Günter Krenn (Hrsg.): Elektrische Schatten: Beiträge zur Österreichischen Stummfilmgeschichte. Filmarchiv Austria Verlag, 1999, ISBN 3-901932-02-X, S. 190. Elisabeth Büttner, Christian Dewald: Das tägliche Brennen: eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis 1945. Band 1, Verlag Residenz, 2002, ISBN 3-7017-1261-1, S. 73, 395 u. 503. Paolo Caneppele: Entscheidungen der Wiener Filmzensur 1926–1938. (= Entscheidungen der Wiener Filmzensur, Materialien zur österreichischen Filmgeschichte, herausgegeben von Paolo Caneppele) Film Archiv Austria Verlag, 2002, ISBN 3-901932-20-8, S. 224. Armin Loacker: Unerwünschtes Kino: der deutschsprachige Emigrantenfilm 1934–1937. Herausgegeben von Armin Loacker und Martin Prucha. Verlag: Filmarchiv Austria, 2000, ISBN 3-901932-06-2, S. 114. Armin Loacker: Kunst der Routine: der Schauspieler und Regisseur Max Neufeld. Verlag Filmarchiv Austria, 2008, ISBN 978-3-902531-46-9, S. 176, 179–180.
Weblinks
Abbildungen: Filmplakat zu Der Balletterzherzog 1926. Filmplakat der Titania Film Stockholm. Hier hieß der Film Wiener Luft. Photo von Dina Gralla u. Werner Pittschau.
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1926 Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Stummfilm Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Ballett Kategorie:Tanzfilm