mini|Wahlbeteiligung und Landtagswahlergebnisse seit 1952 Die Wahl zum 18. Landtag von Baden-Württemberg fand am 8. März 2026 statt. Es kam erstmals ein neues Wahlrecht zur Anwendung, das außer der Erststimme zusätzlich das von Bundestagswahlen bekannte System mit Zweitstimme für Landeslisten einführte. Zudem durfte ab dem Alter von 16 Jahren gewählt werden.
Die Wahl war durch den Zweikampf der beiden Regierungsparteien geprägt, bei dem Bündnis 90/Die Grünen mit ihrem neuen Spitzenkandidaten Cem Özdemir trotz leichter Verluste einen knappen Vorsprung vor der CDU bewahren konnte. Beide Parteien kamen jeweils auf rund 30 Prozent der Zweitstimmen. Mit einer Verdopplung ihres Stimmenanteils auf fast 19 Prozent wurde die AfD drittstärkste Partei. Die SPD erreichte mit nur noch 5,5 Prozent ihr bundesweit schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Die FDP verpasste erstmals seit Bestehen des Bundeslandes den Einzug in den Landtag. Die Partei Die Linke scheiterte ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde.
Organisation Termine Gemäß der Verfassung des Landes Baden-Württemberg muss die Wahl vor Ablauf der fünfjährigen Wahlperiode stattfinden, sofern es nicht zu einer vorzeitigen Landtagsauflösung kommt, was gemäß der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder bedarf, oder wenn die Auflösung von 10 % der Wahlberechtigten verlangt wird und bei einer binnen sechs Wochen vorzunehmenden Volksabstimmung die Mehrheit der Stimmberechtigten diesem Verlangen beitritt. Die Wahlperiode des 2021 gewählten Landtags endet am 30. April 2026. Am 8. April 2025 legte die Landesregierung den 8. März 2026 als Wahltermin fest.
Am selben Tag fanden auch die Kommunalwahlen in Bayern statt, die 2021 noch gleichzeitige Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026 fand zwei Wochen später statt.
Wahlrecht
Durch Gesetz vom 26. April 2022 wurde das Landtagswahlrecht an das der meisten anderen deutschen Länder angepasst und eine Zweitstimme analog zum Bundestagswahlrecht eingeführt. Erringen Parteien weniger Sitze aus Wahlkreissiegen, als ihnen aufgrund ihres Zweitstimmenergebnisses zustehen, erhalten sie die restlichen Sitze über die neu eingeführten Landeslisten anstatt wie zuvor über die besten Wahlkreisergebnisse. Das Mindestalter für das aktive Wahlrecht wurde auf 16 Jahre gesenkt.Gesetz zur Änderung der Verfassung des Landes Baden-Württemberg und des Gesetzes über die Landtagswahlen vom 26. April 2022 (GBl. S. 237) (PDF; 202 kB)
Die 70 Landtagswahlkreise, die Sperrklausel von fünf Prozent und die Sitzverteilung nach Sainte-Laguë-Verfahren blieben bei der Reform bestehen, ebenso etwaige Überhangmandate aus Wahlkreissiegen und daraus resultierende Ausgleichsmandate, so dass sich wieder eine landesweit proportionale Verteilung ergibt. Die Grundgröße des Landtags bleibt bei 120 Sitzen, diese Anzahl ist nicht so festgeschrieben wie die Größe des Bundestages seit 2025 (630 Sitze), denn 2021 wurden 154 Sitze vergeben, 2026 157.
Die 70 Landtagswahlkreise verteilen sich seit 1976 konstant folgendermaßen auf die vier Regierungsbezirke, die weitgehend auf die früheren Landesteile Baden, Württemberg, Hohenzollern und deren Nord-Süd-Teilung unter den Besatzungsmächten zurückgehen: Stuttgart 26, Karlsruhe 19, Freiburg 14, Tübingen 11. Das Bevölkerungsverhältnis zwischen den vier Bezirken ist seit 50 Jahren relativ konstant.
Wahlvorschläge Landeslisten konnten nur von Parteien eingereicht werden. In den Wahlkreisen hingegen konnten Kreiswahlvorschläge von Parteien und Einzelbewerbern eingereicht werden.§ 1 Landtagswahlgesetz Landeslisten und Kreiswahlvorschläge waren bis zum 75. Tag vor der Wahl einzureichen (23. Dezember 2025). Über ihre Zulassung wurde am 58. Tag vor der Wahl entschieden. Mit einer Landesliste waren 2000 und mit einem Kreiswahlvorschlag 150 Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten einzureichen. Parteien, die seit der letzten Landtagswahl ununterbrochen mit mindestens fünf Abgeordneten im Landtag vertreten waren, benötigten keine Unterstützungsunterschriften.§$ 24 Landtagswahlgesetz
Ausgangslage Vorherige Wahl 2021
Bei der Landtagswahl 2021 wurden die Grünen unter Führung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stärkste Kraft mit 32,6 Prozent, was das bundesweit historisch beste Ergebnis bei einer Landtagswahl für die Grünen darstellte. Der Koalitionspartner CDU erreichte mit 24,1 Prozent das niedrigste Ergebnis seiner Geschichte. Auch die SPD erreichte mit 11 Prozent ihr historisch niedrigstes Ergebnis, wurde jedoch wieder drittstärkste Kraft. Die FDP erreichte eines ihrer besten Ergebnisse mit 10,5 Prozent. Die AfD verzeichnete starke Verluste und wurde mit 9,7 Prozent die kleinste Fraktion im Landtag.
Diskutiert wurden nach der Wahl eine Fortsetzung der grün-schwarzen „Kiwi-Koalition“ oder einer Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP. Am 3. April 2021 einigten sich Grüne und CDU auf die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. Teile der Grünen favorisierten jedoch eine Ampelkoalition. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hingegen bevorzugte die Fortsetzung der bisherigen Koalition mit der CDU und setzte sich durch. Am 12. Mai 2021 wurde er mit 95 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Er erhielt fünf Stimmen weniger, als die Regierungskoalition über Sitze verfügt. Ministerpräsident Kretschmann trat bei der Landtagswahl 2026 nicht erneut an.
Bisher im Landtag vertretene Parteien
Eine Abgeordnete der Grünen trat während der Legislatur zur CDU über. Ein Abgeordneter der SPD trat zwischenzeitlich aus der Fraktion aus, gehört der Partei aber weiterhin an.
Fraktion/Landesverband Kurzbe-zeichnung Sitze (154) 2021 zuletzt Grüne 58 57 CDU 42 43 SPD 19 18 FDP/DVP 18 18 AfD 17 17
Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien Im Mai 2025 wurden Manuel Hagel (CDU) und Andreas Stoch (SPD) von ihren Parteien zu Spitzenkandidaten gewählt. Ebenfalls im Mai 2025 wählte der Landesparteitag der Grünen Cem Özdemir zum Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten (Özdemir kandidierte auf Platz 2 der Grünen-Landesliste, da laut Parteiregularien der Grünen immer eine Frau den ersten Listenplatz besetzen muss, in diesem Fall Thekla Walker). Hans-Ulrich Rülke wurde im Juli 2025 erneut zum Spitzenkandidaten der FDP gewählt. Landeschef Markus Frohnmaier (AfD) führte seine Partei als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in den Wahlkampf, kandidierte aber nicht für den Landtag; auf Platz eins der Landesliste stand Emil Sänze.
Kandidaten 100px100px100px100px100px100px 100px100pxrand|100px100pxCem ÖzdemirManuel HagelAndreas StochHans-Ulrich RülkeMarkus Frohnmaier
Landeslisten Alle 21 eingereichten Landeslisten von Parteien wurden zur Landtagswahl zugelassen: Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Freie Demokratische Partei (FDP) Alternative für Deutschland (AfD) Die Linke (Die Linke) Freie Wähler Die PARTEI Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis) Klimaliste Baden-Württemberg (KlimalisteBW) Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Volt Deutschland (Volt) Bündnis C – Christen für Deutschland (Bündnis C) Partei der Humanisten (PdH) Partei für Verjüngungsforschung (Verjüngungsforschung) Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer (Die Gerechtigkeitspartei) Partei der Rentner (PDR) Partei des Fortschritts (PdF) Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) Werteunion (WerteUnion)
Umfragen
Sonntagsfrage Institut Zeitraum derBefragung Befragte Methode Grüne CDU SPD FDP AfD Linke FW BSW Sonst. Landtagswahl 2026 08.03.2026 — — 30,2 % 29,7 % 5,5 % 4,4 % 18,8 % 4,4 % 1,9 % 1,4 % 3,7 % Forschungsgruppe Wahlen 04.03.–05.03.2026 1.069 T+S 28 % 28 % 8 % 5,5 % 18 % 5,5 % — — 7 % INSA 24.02.–03.03.2026 1.000 O 24 % 27 % 9 % 6 % 20 % 6 % — — 8 % Forschungsgruppe Wahlen 23.02.–26.02.2026 1.049 T+S 25 % 27 % 9 % 6 % 19 % 6 % — — 8 % Infratest dimap 23.02.–25.02.2026 1.530 T+O 27 % 28 % 7 % 6 % 18 % 5,5 % — — 8,5 % INSA 17.02.–23.02.2026 1.000 O 22 % 28 % 10 % 6 % 20 % 7 % — 3 % 4 % INSA 20.01.–27.01.2026 1.000 O 21 % 29 % 10 % 5 % 20 % 7 % — 3 % 5 % Infratest dimap 14.01.–20.01.2026 1.168 T+O 23 % 29 % 8 % 5 % 20 % 7 % — — 8 % Infratest dimap 08.10.–14.10.2025 1.158 T+O 20 % 29 % 10 % 5 % 21 % 7 % — 3 % 5 % INSA 07.10.–14.10.2025 1.000 O 17 % 31 % 11 % 7 % 20 % 7 % — 3 % 4 % Infratest dimap 07.05.–13.05.2025 1.146 T+O 20 % 31 % 10 % 5 % 19 % 7 % — 4 % 4 % INSA 29.04.–06.05.2025 1.000 O 17 % 31 % 12 % 6 % 19 % 8 % — 4 % 3 % Bundestagswahl 23.02.2025 — — 13,6 % 31,6 % 14,2 % 5,6 % 19,8 % 6,8 % 1,4 % 4,1 % 2,9 % INSA 03.02.–10.02.2025 1.000 O 20 % 31 % 13 % 5 % 18 % 4 % — 5 % 4 % Infratest dimap 05.12.–10.12.2024 1.156 T+O 22 % 33 % 13 % 4 % 15 % — — 4 % 9 % INSA 25.11.–02.12.2024 1.000 O 20 % 34 % 11 % 6 % 17 % 3 % — 6 % 3 % Infratest dimap 01.10.–08.10.2024 1.166 T+O 18 % 34 % 13 % 5 % 16 % — — 5 % 9 % INSA 26.09.–04.10.2024 2.000 T+O 18 % 32 % 13 % 6 % 18 % 3 % — 6 % 4 % INSA 05.08.–12.08.2024 1.000 O 19 % 31 % 11 % 7 % 16 % 3 % — 8 % 5 % INSA 04.06.–11.06.2024 1.000 O 19 % 30 % 12 % 7 % 15 % 3 % — 7 % 7 % Europawahl 09.06.2024 — — 13,8 % 32,0 % 11,6 % 6,8 % 14,7 % 1,9 % 3,8 % 4,5 % 10,9 % Infratest dimap 07.05.–14.05.2024 1.148 T+O 22 % 32 % 11 % 7 % 14 % — 3 % 4 % 7 % INSA 04.03.–11.03.2024 1.000 O 23 % 30 % 11 % 7 % 16 % 3 % — 7 % 3 % Infratest dimap 11.01.–16.01.2024 1.152 T+O 22 % 32 % 9 % 7 % 18 % — 3 % — 9 % Infratest dimap 21.09.–25.09.2023 1.162 T+O 22 % 29 % 12 % 8 % 20 % — — — 9 % Infratest dimap 13.07.–18.07.2023 1.185 T+O 24 % 26 % 13 % 7 % 19 % — — — 11 % INSA 20.03.–27.03.2023 1.000 O 28 % 27 % 13 % 9 % 12 % 3 % — — 8 % Infratest dimap 16.03.–21.03.2023 1.178 T+O 26 % 27 % 15 % 10 % 12 % — — — 10 % INSA 24.10.–31.10.2022 1.000 O 26 % 28 % 13 % 10 % 13 % 3 % — — 7 % Infratest dimap 20.10.–25.10.2022 1.175 T+O 27 % 26 % 15 % 9 % 13 % 3 % — — 7 % INSA 04.07.–11.07.2022 1.000 O 29 % 26 % 14 % 11 % 10 % 3 % — — 7 % Infratest dimap 12.04.–19.04.2022 1.170 T+O 28 % 26 % 15 % 11 % 9 % 3 % — — 8 % INSA 28.03.–04.04.2022 1.000 O 25 % 23 % 19 % 11 % 10 % 3 % — — 9 % Infratest dimap 04.03.–08.03.2022 1.152 T+O 27 % 24 % 18 % 13 % 9 % 3 % — — 6 % Infratest dimap 13.01.–18.01.2022 1.166 T+O 26 % 23 % 16 % 12 % 11 % 4 % — — 8 % Infratest dimap 07.10.–12.10.2021 1.162 T+O 27 % 17 % 20 % 15 % 9 % 3 % — — 9 % INSAUmfragen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, auf wahlrecht.de 04.10.–11.10.2021 1.000 O 24 % 20 % 21 % 16 % 9 % 3 % — — 7 %Bundestagswahl 26.09.2021 — — 17,2 % 24,8 % 21,6 % 15,3 % 9,6 % 3,3 % 1,7 % — 6,5 % Landtagswahl 2021 14.03.2021 — — 32,6 % 24,1 % 11,0 % 10,5 % 9,7 % 3,6 % 3,0 % — 5,5 %
Verlauf mini|575px|links|Verlauf der Umfragewerte seit der Wahl 2021
Direktwahl Ministerpräsident Institut Datum Infratest dimap 08.03.2026 45 % 32 % – 23 % Forschungsgruppe Wahlen 08.03.2026 46 % 33 % – 21 % Forschungsgruppe Wahlen 05.03.2026 47 % 24 % 8 % 7 % 14 % Forschungsgruppe Wahlen 27.02.2026 47 % 25 % 8 % 4 % 16 % Infratest dimap 26.02.2026 42 % 21 % 11 % 26 % Infratest dimap 22.01.2026 39 % 19 % 9 % 33 % Infratest dimap 16.10.2025 41 % 17 % 8 % 34 % Infratest dimap 15.05.2025 39 % 18 % 7 % 36 %
Prognose zu Direktmandaten Institut Datum Direktmandate Grüne CDU SPD FDP AfD Landtagswahl 2026 70 1356 0 0 1 election.de06.03.2026 70 1653001 poll.graphics05.03.2026702642002 poll.graphics02.03.2026701750003 Forschungsgruppe Wahlen27.02.2026702642002 election.de27.02.2026701158001 election.de20.02.202670959002 election.de13.02.2026 70 959002 election.de06.02.2026 70 959002 Landtagswahl 2021 70 58 12 0 0 0
Ergebnis