Paul Adalbert Perks (* 4. Oktober 1879 in Görlitz, Provinz Schlesien; † 26. April 1939Fritz Peters: Bremen zwischen 1933 und 1945. Eine Chronik. Bremen 1951, Neuauflage: Dogma, Bremen 2012, ISBN 978-3-86741-373-2, S. 173 in Bochum, Provinz Westfalen) war ein deutscher Maler, Grafiker, Plakat- und Glaskünstler sowie Hochschullehrer.

Leben mini|Lucca, Werbeplakat (Lithografie), um 1899 mini|Innenraum St. Trinitatis in Wiesa mini|Deckengemälde im Tonnengewölbe über dem Altarraum St. Trinitatis in Wiesa mini|Totentanz, Fenster des Hauptfriedhofs Bochum Perks studierte an der Kunstakademie Dresden. Dort war er Schüler von Otto Gussmann, mit dem er zusammenarbeitete und den Jugendstil in Dresden prägte. Bis 1906 schuf er aus Mitteln der Freiherr von Bielschen Stiftung für Fresko-Malerei eine Serie von Fresken im Schloss Kötitz (heute Wermsdorf, Schloss 1945 abgerissen). Auch schuf er Deckengemälde und entwarf Fenster für St. Trinitatis in Wiesa (Thermalbad Wiesenbad).

1919 wurde er von Erich Kleinhempel berufen als Lehrer an die Kunstgewerbeschule Bremen, ab 1934 umbenannt in Nordische Kunsthochschule,Die Kunst und das schöne Heim, Band 75 (1937), S. 160 und leitete dort bis 1939 das Atelier für dekorative Malerei. Vom 1. bis zum 31. Oktober 1931 zeigte Kunsthalle Bremen eine Ausstellung über Arbeiten von Paul Perks ab 1919, darunter Ölbilder, Zeichnungen und Aquarelle sowie Entwürfe und Kartons zu Wandmalereien.Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Ausgabe vom 3. Oktober 1931 (Digitalisat)

Im Bremer Adressbuch ist er ab 1920 unter der Adresse Landweg 14, Bremen-Ostertor, und ab 1927 bis zu seinem Tode 1939 in seinem Wohnhaus mit Atelier Alten Eichen 32 in Bremen-Horn, schräg gegenüber dem Künstlerkollegen Eduard Scotland, nachweisbar. Das Wohnhaus war von den Bremer Architekten Behrens & Neumark entworfen worden und wurde 1991 abgebrochen.

Seine letzte Arbeit waren Fenster des Hauptfriedhofs Bochum, die in Anlehnung an alte Totentanz-Darstellungen verschiedene Personen darstellte: Den Tod, den Bergmann, den armen sowie den reichen Mann usw. Der Kämpfer war einem SA-Mann mit Hakenkreuzflagge nachempfunden. Die Fenster wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.Bilder der Fenster der Großen Trauerhalle des Hauptfriedhofs finden sich in „Weiter Serien historische Bilder“, Flickr-Album der Stadt Bochum Weiterhin stammen erhaltene florale Ornamente mit Tierzeichen und Okuli von Perks.Bochum-Altenbochum, Zentralfriedhof, Webseite im Portal glasmalerei-ev.de, abgerufen am 14. März 2021 Er starb noch vor der Fertigstellung der Trauerhalle und wurde auf eigenen Wunsch auf dem Friedhof beigesetzt. An ihn erinnert neben dem Eingang zur Trauerhalle sein ehemaliger Grabstein.

Perks war Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Dresden und Vorstandsmitglied im Künstlerbund Bremen.

Werk (Auswahl) um 1899: Lucca, Werbeplakat (Lithografie) 1899: Erster Preis Preisausschreiben für ein Plakat Deutsche Congnacbrennerei vorm. Gruner & Co. in SiegmarDigitalisat 1901: Internationale Kunstausstellung Dresden 1901: Gestickter WandteppichDigitalisat 1904: Ausmalungen und Fenstergestaltung St. Trinitatis in Wiesa (Thermalbad Wiesenbad), Entwurf Schilling & GraebnerDigitalisat 1905/1906: Zyklus von Wandgemälden in Schloss KötitzDie Kunst. Ausgabe von 15. März 1906, S. 312 (doi:10.11588/diglit.12156#0342) 1907: Zwei Kirchenfenster, dargestellt sind die Reformatoren Melanchthon und Luther, für die Lutherkirche DöhlenDigitalisat bis 1908: Mosaik an der 32. Bezirksschule in Dresden (Die sieben Schwaben), Architekt Hans ErlweinDigitalisat bis 1908: Wandbild Jugend und AlterDigitalisat 1908: Kirchenfenster, Stiftung der Gemeinde Ponickau in der Kirche St. Bartholomäus (Röhrsdorf)?Digitalisat bis 1910: Dekorationsmalerei im Schloss AlbrechtsbergDigitalisat bis 1910: Zyklus von Deckenmalereien in Vestibül, Treppenhaus und Wandelhalle des Neuen Rathauses ChemnitzDigitalisat 1910: Dekorationsmalerei in der Gaststube und der Weinstube vom Städtischen Vieh- und Schlachthof Dresden, Architekt Hans ErlweinDigitalisat bis 1911: Dekorationsmalerei im Vestibül und Klassentüren der Höheren Töchterschule Dresden, Architekt Hans ErlweinDigitalisat bis 1911: Fenster im Sitzungszimmer des Hochbauausschusses im Rathaus zu DresdenDigitalisat bis 1912: Dekorationsmalerei im Sitzungssaal der Handelskammer zu DresdenDigitalisat 1912: monumentales Wandbild Kreuzigung in der Lutherkirche Döhlen bis 1913: Dekorationsmalerei in einem privaten VorzimmerDigitalisat bis 1913: Dekorative MalereienDigitalisat 1914: Saal der Stadt Dresden im Sächsischen Haus auf der Werkbundausstellung in Köln, Architekt Hans Erlwein, farbige Abstimmung des Raums und Entwurf des FußbodensDigitalisat 1920: Gefallenenehrung im Haupttreppenhaus des Gerichtsgebäudes an der Domsheide, Bremen: Ehrengedenktafeln für Gefallene aus dem Gerichtspersonal und zwei Gemälde (sterbende Krieger) im bekrönenden BogenAugustiny, Waldemar: Prof. Paul Perks zum Gedenken. In: Bremer Zeitung, 30. April 1939 Digitalisat 1922: Entwürfe für Dekorationsmalerei für das Bremer Haus auf der Kunstausstellung München 1922 (nicht angenommen): „Empfangszimmer eines Reeders“ und „Gartensaal eines Reeders“H.: Zu den Arbeiten von Paul Perks, Bremen. In: Moderne Bauformen 23 (1924), S. 253, Abb. 52–53 1923: Ausmalung der Thermalschwimmhalle mit Eisenbetonwölbung in Bad Ragaz (Schweiz), Architekt John Diethelm (1881–1954); nach 1945 übermaltH.: Zu den Arbeiten von Paul Perks, Bremen. In: Moderne Bauformen 23 (1924), S. 253 bis 1924: Ausmalung einer kleinen, überwölbten Kneipstube im Burgkellers zu Jena („Schluckein“); Umbau des Burgkellers durch Emil Högg und R. MüllerH.: Zu den Arbeiten von Paul Perks, Bremen. In: Moderne Bauformen 23 (1924), S. 253, Abb. 51 1925/1926: Stadthalle Bremerhaven, Ausmalung des Alten Saals, Entwurf der vier großen silbernen Deckenleuchter (zerstört)Hagedorn, Julius: Die Stadthalle in Bremerhaven. In: Deutsches Bauwesen 3 (1927) 12, Sonderheft Bremen, S. 285–288Kettner, Heinrich: Die Stadthalle in Bremerhaven. In: Deutsche Bauzeitung 62 (1928) 45, S. 385–391 1928: Konzerthaus Die Glocke, Bremen Domsheide: Drei antikisierende Figuren, Apoll und zwei Musen, auf der Supraporte des Bühnenportals im Kleinen Konzertsaal; Ausmalung eines der Klubräume des Künstlervereins im zweiten Stock: „launige“ Malereien im SpielzimmerKain, Robert: Saalbau „Zur Glocke“ am Dom. Die Weihe des Hauses. Ein Rundgang durch das neue Haus. In: Bremer Nachrichten, 20. Oktober 1928 1928: Ausmalung der Heilandskirche in Hamburg-Uhlenhorst, Winterhuder Weg 132, Architekt Emil HeynenMartin Feddersen: Zu der Heilandskirche in Hamburg-Uhlenhorst von Emil Heynen. In: Moderne Bauformen 27 (1928), S. 450–452() 1928: Entwürfe für Lederbespannungen im Herrenzimmer von Schloss Hohehorst bei Bremen (Ausführung Adolf Hagens) 1938: Totentanz, Glasfenster in der Großen Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof Bochum (zerstört) 1939: Florale Ornamente mit Tierzeichen, Okuli der Großen Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof BochumBochum-Altenbochum, Zentralfriedhof, Webseite im Portal glasmalerei-ev.de, abgerufen am 14. März 2021

Literatur

Waldemar Augustiny: Prof. Paul Perks zum Gedenken (Nachruf). In: Bremer Zeitung, 30. April 1939Digitalisat

Weblinks

Paul Adalbert Perks, Datenblatt im Portal rkd.nl (RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis) Paul Perks, Auktionsresultate im Portal artnet.de

Einzelnachweise

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