Die MET Group ist ein europäisches Energieunternehmen mit Sitz im zentralschweizerischen Baar im Kanton Zug.Gerald Hosp: Keine Entwarnung am Erdgasmarkt. In: Neue Zürcher Zeitung, S. 1. 28. August 2023. Das Unternehmen ist als Aktiengesellschaft organisiert und ist in den Bereichen Erdgas, Strom und Flüssigerdgas tätig. Zu den Geschäftsfeldern zählen der Großhandel mit verschiedenen Rohstoffen, der Handel und Vertrieb sowie Aktivitäten im Bereich Energieinfrastruktur und Industrieanlagen. Die MET Group ist in 21 Ländern durch Tochtergesellschaften sowie auf 33 nationalen Energiemärkten und 44 internationalen Handelsplätzen vertreten. MET befindet sich seit November 2022 zu 90 % im Besitz ihrer Mitarbeiter und zu 10 % im Besitz der Keppel Infrastructure, einer Tochterfirma von Keppel Corporation mit Sitz in Singapur.Schweizer Energieversorger MET startet Vertriebsaktivitäten in Deutschland und übernimmt Gasspeichergeschäft der Gas Union GmbH. In: news aktuell. 20. November 2020.
Im Jahr 2025 betrug der konsolidierte Umsatz der MET Group 28,5 Milliarden Euro, das Volumen des gehandelten Erdgases lag bei 242 Milliarden Kubikmetern. Geschichte Die MET Group wurde im Jahr 2007 von Benjamin Lakatos gegründet. Der Name des Unternehmens ist eine Abkürzung für MOL Energy Trading, da Lakatos bis dahin Leiter der Handelsabteilung des ungarischen Mineralkonzerns MOL war.Bernhard Fischer: Trader inkognito. In: Handelszeitung, Nr. 25, 22. Juni 2023, S. 4.Giorgio V. Müller: Management-Buyout bei Zuger MET Group. In: Neue Zürcher Zeitung. 31. Mai 2018, S. 30.
2018 kaufte Lakatos mithilfe eines Kredits der ING-Bank die bisherigen Aktionäre MOL und die Private-Equity-Firma WISD Holding (György Nagy), die bis dahin eine Mehrheit hielten, aus. Somit hielt er 80 % des Unternehmens und 20 % die Schlüsselmanager. Das Unternehmen wurde dann in ein Unternehmen im Besitz des Managements umgewandelt. Die Gruppe ist im Besitz der MET Capital Partners AG, einer neu registrierten Investmentplattform von Lakatos. Die Manager beteiligen sich über ein Aktienprogramm, der MET ManCo AG. Im Jahr 2020 übernahm Keppel Infrastructure, eine Tochterfirma der Keppel Corporation, einen Anteil von 20 % an der MET Group. Die beiden Unternehmen gingen eine strategische Partnerschaft ein, um gemeinsam Investitionsmöglichkeiten in europäische Energieinfrastrukturanlagen zu prüfen. Im November 2022 verkaufte Keppel Infrastructure die Hälfte seiner Anteile, sodass seitdem 90 % der Unternehmensanteile von den Mitarbeitern gehalten werden.
Am 30. November 2022 wurde Benjamin Lakatos zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt, nachdem Csaba Lantos von dem Posten zurückgetreten war.
Im Juni 2023 wurde die MET Green Assets Holding in der Schweiz gegründet, unter der alle MET-Anlagen für erneuerbare Energien zusammengefasst sind. 2025 übernahm die MET Group 100 % der Anteile an der kommunalen Gasspeichergesellschaft Epe (KGE).
Zudem stieg MET Group 2025 als neuer Mehrheitseigentümer bei Mega ein, einem Energieversorger in Belgien und den Niederlanden.
Anfang 2026 übernahm Huibert Vigeveno den Vorstandsvorsitz, während Lakatos Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde. Vigeveno war zuvor Aufsichtsratsvorsitzender der Shell China gewesen und hatte dort die Übernahme der BG Group verantwortet.
Geschäftsbereiche Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: den Bereich Vertrieb und Handel, der die Abteilungen Handel und Großhandel sowie den Verkauf in Europa umfasst, und den Bereich Vermögenswerte, der die Abteilungen Grüne Vermögenswerte und Flexible Vermögenswerte umfasst.
Die Produkte sind aufgeteilt auf die Bereiche Erdgas, Strom und LNG (Flüssigerdgas).
Erdgas Anfangs waren die Geschäftstätigkeiten der MET Group hauptsächlich auf den Großhandel von Erdgas ausgerichtet. Mit einem Anteil von rund 70 % ist das Erdgas der größte Geschäftsbereich, rund 8 % des Verbrauchs in Kontinentaleuropa gingen über die MET Group. Sie versorgt damit Partner von KMU und Industrieunternehmen bis hin zu Kommunen und anderen Großhandels- und Handelsunternehmen. Im Jahr 2025 betrug das Volumen des gelieferten Erdgases mehr als 242 Milliarden Kubikmeter.
Am 19. November 2020 übernahm die MET Group das Gasspeichergeschäft der Gas-Union GmbH in Deutschland. Somit verfügt sie seitdem auch über eine eigene Gasinfrastruktur in unterirdischen Gasspeichern.
Strom 2013 stieg die MET Group auch in das Stromsegment ein. Im Jahr 2014 erwarb sie das Kraftwerk Dunamenti in Ungarn und erweiterte damit ihre Aktivitäten auf die Stromerzeugung.MET Power AG completes acquisition of 74.8pc stake in Dunamenti. In: MTI-Econews Ungarn. 1. Juli 2014.
Die MET Group liefert Strom an Endkunden in Italien, in der Slowakei, in Ungarn, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Deutschland, Spanien und Frankreich. Das Unternehmen erweiterte seine Aktivitäten im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und richtete dafür die Abteilung „Green Assets“ ein.MET Group ernennt Christian Hürlimann zum CEO des Bereichs erneuerbare Energien. In: AWP Finanznachrichten. Nr. 458, 3. Mai 2021.
2018 eröffnete sie für ihr erstes Projekt für erneuerbare Energien, den „MET Dunai Solar Park“ in Szazhalombatta (Ungarn). Die Anlage produziert Strom für fast 9000 Haushalte.MET-group opens solar power park in Szazhalombatta. In: MTI-Econews Ungarn. 26. Oktober 2018. 2020 wurde der zweite Solarpark, der „MET Kabai Solar Park“ in Kaba, Ungarn eröffnet, der mehr als 23 000 Haushalte mit Strom versorgen soll. 2021 erwarb die MET Group ebenfalls den Black Sea Windpark und den Windpark Suvorovo in Bulgarien, womit sie 15 % des Strombedarfs in Bulgarien abdeckt. 2023 erwarb das Unternehmen ebenso ein Solarprojekt in Mecklenburg-Vorpommern und trat in den deutschen Markt für erneuerbare Energien ein.Markteintritt erneuerbare Energie. In: Zuger Presse. 22. August 2023, S. 4.
2025 ging das Solarkraftwerk „Ferrera Erbognone“ in Norditalien in Betrieb. Im Juni 2025 weihte die MET Group in Ungarn einen Batteriespeicher mit 40 Megawatt Leistung und 80 Megawattstunden Kapazität ein. Stand 2025 gilt die Batteriespeicheranlage als die größte des Landes.
LNG (Liquefied Natural Gas) Im Flüssigerdgas-Sektor ist die MET Group im Import tätig, unter anderem zur Versorgung ihrer Vertriebsregionen in Kroatien und im weiteren Mittelmeerraum aufgrund der hohen Vorleistungsnachfrage in Spanien, Italien, Bulgarien und in der Türkei. Zudem importiert das Unternehmen LNG unter anderem nach Belgien, Großbritannien und Deutschland. Das gesamte Flüssigerdgasgeschäft wird über die MET International AG abgewickelt.MET makes first LNG deal. In: MTI-Econews Ungarn. 22. Juli 2016.
Im Jahr 2025 verdreifachte die MET Group ihr Importvolumen an LNG nahezu und belieferte damit 16 verschiedene Märkte weltweit.
Unternehmensstruktur Benjamin Lakatos ist Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats. Weitere Mitglieder des Aufsichtsrates sind Jean-François Cirelli, Charles-Eduard van Rossum, Cindy Lim sowie Tan Boon Leng. Vorstandsvorsitzender der Gruppe ist Huibert Vigeveno. Zum Vorstand gehören zudem Tom Van de Cruys, Ankur Khera, Klaus Reinisch, György Domokos Vargha, Gergely Szabó und Péter Pozsgai, Bence Novák, Noubi Ben Hamida, Alexander Alting von Geusau, Johannes Niemetz und Clive Turton.
Das Unternehmen beschäftigte 2025 über 1350 Mitarbeiter. Der konsolidierte Umsatz der MET Group betrug 28,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen handelte 242 Milliarden Kubikmeter Gas und 160 Terawattstunden Strom.
Standorte Die MET Group ist Stand 2025 in 21 Ländern mit Tochtergesellschaften aktiv sowie auf 33 nationalen Energiemärkten und 44 internationalen Handelsmärkten vertreten. Für den internationalen Verkauf von Gas wurde 2010 die MET International AG (METI) mit Sitz in der Schweiz gegründet.
Tochtergesellschaften (Stand Dezember 2025):
Schweiz: MET Holding AG, MET Gas and Energy Marketing AG, MET Asset Management Holding AG, MET Green Assets Holding AG, MET Renewables Holding AG, MET Renewables AG, SwissWinds Holding SA, Keppel MET Renewables AG, MET Sales and Trading Holding AG Ungarn: MET Magyarország Zrt., E2 Hungary Zrt., MET Asset Management Support Zrt., MET Green Assets Operation Zrt., Dunamenti Erőmű Zrt., MET Dunai Energiatároló Kft., MET Services Kft. Österreich: MET Austria Energy Trade GmbH Deutschland: MET Germany GmbH, MET Germany Holding GmbH, MET Speicher GmbH, MET Epe Speicher GmbH Frankreich: MET France SAS, Comax France SAS Italien: MET Energia Italia S.p.A., Solar Park S.r.l. Spanien: MET Energía España S.A.U., Cogen Energía España S.L.U., Energy by Cogen S.L.U., Hefesto Solar S.L. Slowakei: MET Slovakia a.s. Tschechien: MET Česká republika a.s. Polen: MET Polska S.A. Rumänien: MET Romania Energy SRL Bulgarien: MET Energy Trading Bulgaria EAD, MET Kavarna Wind EOOD, MET Suvorovo Wind EOOD Kroatien: MET Croatia Energy Trade d.o.o. Serbien: MET SRB d.o.o., PEPO Energy d.o.o., NIS-MET Energowind d.o.o., WPP d.o.o. Ukraine: MET Ukraine LLC Türkei: MET Turkey Enerji Ticaret A.Ş. Albanien: MET Albania Sh.a. Bosnien und Herzegowina: MET Energy BH d.o.o. Singapur: MET Asia Energy Pte. Ltd. Niederlande: MEGA Group International SA Zypern: Trud HoldCo 1 LLC, Trud ShipCo 1 LLC
Kritik Obwohl der Erdgaskurs 2019 sehr tief lag, erwirtschaftete die MET Group im Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 11,7 Milliarden Euro. Public Eye äußerte den Verdacht, dass die Firma nicht genügend Transparenz bei ihren Finanzunterlagen zulässt. Sie vermuteten, dass ihr Standort in der Schweiz nur zum Zweck dient, das Geld von russischen und ungarischen Oligarchen zu waschen. 2016 sagte der damalige Geschäftsführer der MET International AG, Jan Massmann, der Erdgaskurs habe nichts mit dem Umsatz der MET Group zu tun, denn die Firma verdiene ihr Geld nicht durch die Produktion von Erdgas. Sie vermittle lediglich das Erdgas an ihre Kunden und die Kosten für diese Dienstleistung seien immer die gleichen.
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Einzelnachweise
Kategorie:Energieversorger (Schweiz) Kategorie:Unternehmen (Baar ZG) Kategorie:Unternehmensgründung 2007