Rosa Bertram (* 22. Juni 1898 in Worms; † 24. März 1945 in Bensheim) war eine deutsche römisch-katholische Märtyrerin jüdischer Herkunft.
Leben mini|200x200px|Stolperstein für Rosa Bertram, Wollstr. 13 in Worms. Rosa Bertram war die Tochter des Zigarrenhändlers Julius Kuhn (1857–1910) und seiner Ehefrau Bertha Kuhn, geborene Herz (1864–1902). Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs Rosa bei nahen Verwandten auf. Am 30. Dezember 1919 trat sie vom jüdischen zum katholischen Glauben über und heiratete am 10. Januar 1920 in Worms Karl Bertram (1894–1959), der im August 1923 eine Ledertreibriemen-Fabrik in Worms, Wollstraße 13, von seinem kurz zuvor verstorbenen Vater übernahm. Aus der Ehe gingen die Söhne Otto (* 1922) und Heinz (* 1923) hervor.
In der Zeit des Nationalsozialismus hatte die Familie zunehmend unter den Nürnberger Gesetzen zu leiden. Bei der landesweiten Volkszählung 1939 wurden in Worms Rosa als Jüdin und ihr Sohn Heinz sowie in Pirmasens ihr Sohn Otto als Mischlinge 1. Grades eingestuft. Noch 1941 versuchte Karl Bertram erfolglos, seine Söhne von den Beschränkungen, die aufgrund der Ersten Verordnung des Reichsbürgergesetzes vom 14. November 1935 für beide galten, zu befreien.
Schließlich wurde Rosa Bertram am 19. Dezember 1944 verhaftet und kam über das Polizeigefängnis Worms in die Gestapo-Dienststelle in Bensheim. Bei der Vernehmung wurde sie mehrfach ins Gesicht geschlagen.
mini|200x200px |Gebäude der ehemaligen Gestapo-Dienststelle in Bensheim, Darmstädter Straße 52. In Bensheim war sie vier Monate lang mit 25 Russinnen in einer Zelle. Sie musste auf dem blanken Betonboden schlafen und bekam nur eine halbe Verpflegungsration. Aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse zog sie sich einen schmerzhaften Ausschlag zu. Ärztliche Hilfe wurde ihr jedoch verweigert. Am 24. März 1945 um 20.00 Uhr verließ sie zusammen mit 13 verbliebenen Gefangenen unter Bewachung der Gestapo Bensheim und wurde auf dem nahe gelegenen Kirchberg durch Genickschuss getötet.
Drei Tage später befreite die US-Army die Stadt Bensheim. Am 3. April 1945 wurde das Massengrab auf dem Kirchberg geöffnet und kurz darauf die Leiche von Rosa Bertram in das Familiengrab auf dem Hauptfriedhof Hochheimer Höhe in Worms überführt.
Ihre beiden Söhne haben die NS-Zeit überlebt.
Gedenken Die deutsche Römisch-katholische Kirche hat Rosa Bertram als Märtyrerin aus der Zeit des Nationalsozialismus in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen. Der Gedenkstein für das Kirchberg-Massaker verzeichnet ihren Namen. In Worms wurde 2008 in der Wollstraße 13 ein Stolperstein verlegt. Im Wormser Dom ist eine Gedenktafel angebracht.
Literatur Ludwig Hellriegel, Art.: Rosa Bertram, in: Helmut Moll, (Hg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz), Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Paderborn u. a. 1999, 8., erweiterte und aktualisierte Auflage 2024, S. 443–445.
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Einzelnachweise
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