Elsie Margaret Binger Naumburg (geboren 7. Juli 1880 in New York City; gestorben 25. November 1953 ebenda) war eine US-amerikanische Ornithologin und Philanthropin.
Leben Elsie Binger wuchs als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie mit drei Brüdern in New York City auf. Ihre Eltern waren Frances Binger, geborene Newgass, und der Industrielle Gustav Binger, der 1867 aus Deutschland in die Vereinigten Staaten eingewandert war und dort geheiratet hatte. Elsie erhielt ihre Schulausbildung auf Privatschulen. 1908 heiratete sie Victor Reichenberger.
1912 reiste Elsie Reichenberger nach Deutschland, wo sie am Sachs-Institut der späteren Universität Frankfurt und mehrere Jahre bei Carl Eduard Hellmayr an der Universität München Zoologie studierte. Sie betrieb intensive Studien in den Sammlungen des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt am Main und in der Zoologischen Staatssammlung München. Victor Reichenberger starb 1913 und Elsie Reichenberger blieb bis kurz vor dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten in Deutschland. Zurück in New York arbeitete sie zunächst ehrenamtlich in der Abteilung für Ornithologie des American Museum of Natural History. Im Oktober 1918 wurde sie von dem Chefkurator des Museums, Frank M. Chapman, fest angestellt. 1923 heiratete sie Walter Wehle Naumburg, einen Amateur-Cellisten und Sohn Elkan Naumburgs.
Von Anfang der 1920er Jahre war Naumburg fast ein Jahrzehnt mit der Aufarbeitung der während der Roosevelt-Rondon Scientific Expedition gesammelten Vögel des Mato Grosso beschäftigt. Die mehr als 400 Seiten umfassende Veröffentlichung der Ergebnisse im Jahr 1930 war ihre bedeutendste wissenschaftliche Leistung. Von 1926 bis 1931 unterstützte sie aus eigenen Mitteln den deutsch-brasilianischen Forschungsreisenden und Vogelsammler Emil Kaempfer bei seiner Arbeit in Brasilien. Bei der Bearbeitung der von Kaempfer gesammelten Vögel stellte Naumburg fest, dass viele der von Kaempfer genannten Fundorte auf keiner Karte verzeichnet sind. Sie ließ sich für ein Jahr von ihrer ornithologischen Arbeit beurlauben und erstellte bei der American Geographical Society ein Ortslexikon und Karten der von Kaempfer besuchten Orte in Ostbrasilien und Paraguay. Anschließend begann sie mit der auf mehrere Teile angelegten Veröffentlichung ihrer Studien zu den von Kaempfer gesammelten Vögel. 1937 und 1939 erschienen zwei Teile, dann stellte Naumburg ihre Forschungsarbeit wegen des Zweiten Weltkriegs zugunsten ihres humanitären Engagements ein.
Naumburg übte zahlreiche Ehrenämter im beruflichen und sozialen Bereich aus. 1925 gründete Naumburgs Ehemann die Walter W. Naumburg Foundation. Die Stiftung veranstaltet die jährlich stattfindende International Naumburg Competition für junge klassische Musiker. Elsie Naumburg wurde Mitglied des Kuratoriums der Stiftung. Während des Zweiten Weltkriegs unterstützte Naumburg Projekte der Heilsarmee zugunsten von Flüchtlingen und kriegsbedingt arbeitslosen Musikern. 1946 begründete sie zur Erinnerung an ihren Mentor den Frank M. Chapman Memorial Fund. Die vom American Museum of Natural History verwaltete Stiftung leistet bis heute finanzielle Unterstützung für ornithologische Studien in der ganzen Welt.
Mitgliedschaften (Auswahl) Fellow of the American Geographical Society Fellow of the New York Academy of Sciences Fellow of the American Ornithologists’ Union Geschäftsführerin der National Audubon Society (1942–1948)
Veröffentlichungen (chronologische Auswahl)
Einzelnachweise
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