Reusch (fränkisch: RaischE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 170. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „raiš“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weigenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Reusch hat eine Fläche von 7,845 km². Sie ist in 1130 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6942,49 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Lanzenmühle und Zellesmühle.
Lage Das Pfarrdorf liegt an der Reusch (im Mittellauf Iffbach und im Unterlauf Iff genannt), einem linken Zufluss des Breitbachs. Im Nordwesten befindet sich das Waldgebiet Krähwinkel, ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Die Kreisstraße NEA 42/KT 1 führt nach Nenzenheim zur Staatsstraße 2418 (6,3 km nordöstlich) bzw. nach Weigenheim (1,6 km südöstlich). Die Kreisstraße NEA 43 führt nach Geckenheim (1,9 km südwestlich) bzw. nach Ippesheim zur Staatsstraße 2419 (2,4 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde 1227 als „Rische“ erstmals urkundlich erwähnt. Von 1319 bis 1600 wurde er in den Urkunden „Reysch“ bzw. „Reisch“ genannt, 1646 erstmals „Rëusch“. Der ursprüngliche Flurname leitet sich von rusch ab (mhd. für Binse).E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 170ff.
Von 1797 bis 1808 unterstand Reusch dem preußischen Justiz- und Kammeramt Uffenheim. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Reusch dem Steuerdistrikt Ippesheim zugewiesen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Reusch mit den Orten Lanzenmühle, Schloßmühle und Zellesmühle. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Um 1840 kamen die Rückerts- und Zapfenmühle von der Gemeinde Bergtheim hinzu. Hier noch bei Gemeinde Bergtheim aufgelistet. Beide Mühlen wurden aber nach 1864, Hier noch bei der Gemeinde Reusch aufgelistet. spätestens 1867 wieder nach Bergtheim umgemeindet. Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,828 km². Am 1. Juli 1972 wurde Reusch im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Weigenheim eingegliedert.
Baudenkmäler mini|hochkant|Ehemaliges Schulhaus In Reusch gibt es sechs Baudenkmäler: Friedhofsmauer und Grabdenkmal Haus 1a: Pfarrhaus Haus-Nr. 115: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Marien Haus-Nr. 116: Ehemaliges Schulhaus Haus-Nr. 117: Gasthaus Schwarzer Adler Haus-Nr. 121: Wohnstallhaus
ehemalige Baudenkmäler Haus-Nr. 2a: Ehemaliges Gemeindehaus (?). Erdgeschossiges Fachwerk-Doppelhaus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, am Eckstiel unleserliche Bauinschrift.H. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 170f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus-Nr. 2a: Haus-Nr. 13, 15, 27, 46: Kleine eingeschossige Wohnstallhäuser der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einfachem Fachwerk. Haus-Nr. 35: Zweigeschossiges Walmdachhaus auf hohem Untergeschoss mit Rundbogentor, Obergeschoss in verputztem Fachwerk, 18. Jahrhundert; weit vorspringendes, reich profiliertes Traufgesims. Haus-Nr. 63: Bemerkenswerte, dreiseitige Hofanlage des 18. Jahrhunderts. Erdgeschossiges Wohnstallhaus mit verputztem Zierfachwerk, auf der anderen Seite des Hofes Fachwerkscheuer in gleicher Firstrichtung. Quer dazu ein langgestreckter Kleinviehstall, darüber Holzlege mit Lattengitter. Erdkeller und Remise als winkelförmige Anbauten am Wohnstallhaus bzw. an der Scheuer. Haus-Nr. 67: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Fachwerkobergeschoss im Typus des mittleren 19. Jahrhunderts. Im Giebel Haustafel bezeichnet „Erbaut Elias Lindner 1860“. Haus-Nr. 68: Satteldachhaus Haus-Nr. 79: Erdgeschossiges Fachwerkhaus des späten 18. Jahrhunderts mit ausgebautem Stallteil, der Westgiebel in Sandsteinquadern.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Reusch gibt es drei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Reusch Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 388 455 490 462 470 491 480 465 479 481 508 476 445 426 395 403 410 407 370 477 489 489 365 335HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 100 88 90 95 95 89 90 89 86 Quelle Für die Gemeinde Reusch zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lanzenmühle (S. 52), Schloßmühle (S. 81) und Zellesmühle (S. 106). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt 458 Einwohner.
Ort Reusch Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 376 433 452 458 460 435 401 479 352 327 298 306Häuser 97 84 92 87 88 87 84 82 Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Marien und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 170.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Weigenheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1227 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim