Irene Kiele (geboren am 7. November 1942 in Frankfurt (Oder)) ist eine deutsche Malerin, Grafikerin und Zeichnerin. Sie war eine Schülerin von Bernhard Heisig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, auf dessen 1961 gegründete Malklasse die in den 1970er-Jahren geprägte Bezeichnung „Leipziger Schule“ zurückgeht.
Leben und Werk Irene Kiele absolvierte eine Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistentin. Sie lebt seit 1963 in Leipzig. 1963 belegt sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGBK) in Leipzig ein Abendstudium. Von 1970 bis 1975 studierte sie an der HGBK in Leipzig bei Hans Mayer-Foreyt, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Bernhard Heisig. Nach einem Studienaufenthalt in Tallinn (Estland) im Jahr 1974 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Von 1976 bis 1979 erhielt sie einen Fördervertrag in Borna über Studien im Tagebau und in der Industrieregion. Im Jahr 1990 war sie Stipendiatin des Landes Sachsen-Anhalt, wobei sie sich der Pleinairmalerei in Wernigerode zuwandte.
Die Einflüsse der Leipziger Schule sind nur in wenigen frühen Arbeiten Kieles erkennbar (z. B. Selbstbildnis in Leipziger Häusern, Öl auf Leinwand, 1977). Die Traditionen der klassischen Moderne wie der Kubismus und der Konstruktivismus stellen einen wesentlicheren Bezugspunkt ihres künstlerischen Schaffens dar. Seit Mitte der 1970er Jahre widmet sich Kiele verstärkt (semi-)abstrakten Kompositionen von Elementar- und Naturphänomenen, z. B. dem Schlaf (1978) oder den Zuständen von Feuer in der Serie Elemente (1987) und Funke (2002–2009). Sie malt u. a. mit Öl, Gouache und Tempera und fertigt Lithografien an.
Kiele stellt seit ihrem Debüt 1977 im Stadtkulturhaus Borna kontinuierlich aus. Einige ihrer Werke befinden sich nach eigenen Angaben in den öffentlichen Sammlungen des Museums der bildenden Künste Leipzig, des Regierungspräsidiums Leipzig, der Kunstsammlungen Chemnitz und der Kunstsammlung der Sparkasse Leipzig.
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1977: Stadtkulturhaus (Debüt), Borna 1982 Galerie Wort & Werk, Leipzig 1995: Stadtmuseum Riesa 1998: Farbe der Sprache – Sprache der Farbe, Museum Weißenfels 1999: Kulturamt, Leipzig 2000: Regierungspräsidium, Leipzig 2002: Stadtarchiv, Leipzig (Künstlerporträt im Kalender der Stadt Leipzig) 2012: Forum Lipinski, Bund bildender Künstler, Leipzig 2022: Stadtbibliothek Leipzig, Wegezeichen
Beteiligungen
1978: Frankfurt („Junge Künstler der DDR“)
1979 und 1985: Leipzig, Bezirkskunstausstellung
1980: Leipzig, Galerie am Sachsenplatz („Gouachen und Temperablätter von Künstlern der DDR“) 1981: Leipzig, Galerie Sozialistische Kunst („Das Bild der Arbeiterklasse in der Leipziger Kunst der 70er Jahre“) 1982: Leipzig („10 Jahre Leipziger Grafikbörse“)
1982: Selbstbildnisse Leipziger Künstler. Ausstellung aus Anlass des 30. Gründungstages des Verbandes Bildender Künstler der DDR, Museum der bildenden Künste Leipzig. (Katalog) 1986: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Soldaten des Volkes - dem Frieden verpflichtet. Kunstausstellung zum 30. Jahrestag der Nationalen Volksarmee“) 1987/88: X. Kunstausstellung der DDR 1994: Zeitblick. Kunstlandschaft in Sachsen, Dresden (Werkkatalog) 1997: Lust und Last. Leipziger Kunst seit 1945, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. (KatalogLust und Last. Leipziger Kunst seit 1945, hrsg. Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg), Hatje Cantz Verlag, Berlin 1997, ISBN 978-3-89322-907-9, S. 88f) 1998: Städtebilder, Rathaus Leipzig 2002: Handzeichnung und Kleinplastik, Universität Leipzig 2005: Große Sächsische Kunstausstellung. Werkschau in sieben Leipziger Kirchen (Ausstellungskatalog) 2006/2007: Ausstellungen der Gedok-Gruppe, Leipzig 2008: Zeitfenster, Sächsischer Landtag, Dresden 2010: Länderwechsel, Kunststiftung ben zi bena, Merseburg 2014: Leipziger AllerART, Galerie Alte Schule Adlershof, Berlin-Adlershof 2015/2017: Galerie Kunstkonzil – Kunst aus Leipzig, Leipzig 2017: Hinter der Maske. Künstler in der DDR, Museum Barberini, Potsdam. Über 100 Werke von 87 Künstlerinnen und Künstlern. Irene Kiele war mit dem Gemälde „Selbstbildnis in Leipziger Häusern“ vertreten.DDR-Künstler und ihre Werke, losgelöst vom Staat, Märkische Allgemeine, 29. Oktober 2017 2018: 25. Jahresausstellung Leipziger Künstler, Leipziger Baumwollspinnerei 2021: Sammlung im Blick: Leipziger Schule, Museum der bildenden Künste LeipzigMdbK Ausstellungen: Sammlung im Blick: Leipziger Schule, 16. März bis 4. Juli 2021
Mitgliedschaften 1976 bis 1978 Kandidatin und bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR seit 1993: Mitglied des Bundes Bildender Künstler seit 1993: Mitglied des Leipziger Kunstvereins „Mobiles Büro für Erdangelegenheiten“
Literatur Klaus Nicolai, Bernd Weise (Hrsg.): Zeit Blick: Kunstlandschaft in Sachsen. Sächsischer Künstlerbund, Dresden 1994 (Ausstellungskatalog). Sheila Reimann (Hrsg.): Die Farbe der Sprache, die Sprache der Farbe. Irene Kiele. Mobiles Büro für Erdangelegenheiten, Leipzig 1998 (Ausstellungskatalog). Anneliese Hübscher: Künstlerporträt: Irene Kiele. In: Kalender der Stadt Leipzig 2002, S. 7–10. Ulla Heise: Kiele, Irene. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Internationale Künstlerdatenbank Online. Walter de Gruyter, Berlin 2005. Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 433
Weblinks Persönliche Website von Irene Kiele Irene Kiele in der Galerie Kunstkonzil Bildatlas: Kunst in der DDR Werke von Irene Kiele in der Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
Einzelnachweise
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