Klein Bünzow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sie wird seit dem 1. Januar 2005 vom Amt Züssow mit Sitz in Züssow verwaltet. Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte die Gemeinde zum Amt Ziethen. Sie hat 762 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2015).Amt Züssow, Einwohner des Amtsbereiches Züssow, Stand: 31. Dezember 2015.
Geografie Geografische Lage Klein Bünzow ist eine flächenmäßig recht große Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sie liegt in einer flachen waldarmen Region ohne größere Erhebungen und Gewässer.
Die Gemeinde liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich von Anklam und rund 18 Kilometer östlich von Gützkow.
Gemeindegliederung
Ortsteile Groß Bünzow Groß Jasedow Klein Bünzow Klitschendorf Pamitz Ramitzow Salchow Wüstungen und Wohnplätze Krakow (Wohnplatz)
Nachbargemeinden Das sind: Karlsburg im N, Rubkow im O, Ziethen im S, Groß Polzin im SW, Schmatzin im W und Züssow im NW.
Geschichte Klitschendorf Klitschendorf wurde urkundlich erstmals 1257 als Clitsckindorp genannt. 1648 taucht nach vielen verschiedenen Schreibungen der aktuelle Namen auf. Auch danach sind noch andere Schreibungen bekannt. Der Name soll auf den Stift Clits zurückzuführen sein. Es scheint der Endung ..dorf.. nach eine frühdeutsche Gründung zu sein. Um 1548 war das bereits bestehende Gut im Besitz der Familie von Bünning, die vielerorts in Vor-Pommern mit verschiedenen Schreibweisen früh Erwähnung fand.
Als Besitzer des Gutes wurde Baron Gustav Gotthelf Hans von Kirchbach verzeichnet, der noch 1836 in den preußischen Freiherrenstand bestätigt wurde. 1838 verkaufte er es an G. Liphardt, der verpachtete es seinem Bruder H. Liphardt. Dieser Besitz ist noch in alten Matrikeln 1857 sowie 1865 verzeichnet. Klitschendorf hatte 1865 46 Einwohner in 8 Familien. An Bauten waren vorhanden: 3 Wohn- und 8 Wirtschaftsgebäude. 1914 führt das damalige Pommersche Güter-Adressbuch die Siemssen’schen Erben als Gutsbesitzer auf. Pächter war Franz Peters. Das Dorf ist eine Streusiedlung mit einigen externen Siedlungshöfen. Vom Gut sind heute noch überbaute Reste vorhanden.
Klitschendorf hatte am 31. Dezember 2014 28 Einwohner mit Hauptwohnung und drei mit Nebenwohnung.Amt Züssow, Einwohner des Amtsbereiches Züssow, Stand: 31. Dezember 2014 Am 31. Dezember 2015 hatte der Ort 26 Einwohner mit Hauptwohnung und drei mit Nebenwohnung.
Groß Bünzow mini|Kirche Groß Bünzow
Groß Bünzow wurde 1257 als Bunessowe urkundlich genannt. 1300 wurde erstmals nach Groß und Klein Bünzow unterschieden, hier mit der Bezeichnung majorem Bunsow. Danach gibt es sehr viele urkundliche Schreibweisen, erst 1859 wird heutige Schreibweise eingeführt. Trotz seiner slawisch orientierten Schreibweise mit -ow, ist eine Namensdeutung durch den Personennamen Bünnink (auch Bünning) anzunehmen.
Groß Bünzow ist der Kirch- und Pfarrort der Gemeinde, das örtliche Gut wurde als Rittergut geführt. 1249 wurde Hinricus Dowat und 1267 Gherhardus Bünnink urkundlich genannt, beide waren mit Teilen in Groß Bünzow besitzlich. Die Dowat starben 1500 und die Bünnink’s 1626 aus. Für erstere kamen 1521 die Lepels, für letztere bereits 1618 die von Bassewitz. Die Wakenitz und Ihlenfeld werden in der Folge genannt, die Wakenitz mussten 1697 nach Prozessen verzichten, als Nachfolger und Meistbietender bei der Versteigerung war Andreas von Fürstenberg, der 1699 den Lehnbrief erhielt. Er war Capitain im Leibregiment der schwedischen Königin. Seine Söhne starben und seine Tochter Euphemie erbte das Anwesen. Sie heiratete Hauptmann Hans Gotthelf Adolf Freiherr von Kirchbach, der damit wohl seit 1756 Besitzer der Güter Groß Bünzow, Hohensee, Klitschendorf und Pamitz wurde. 1844/46 verkaufte Baron Julius von Kirchbach Groß Bünzow an Graf Helmuth von Schwerin, der es bis 1853 behielt. Ihm folgte Major Freiherr Ferdinand von Otterstedt. Der Gothaische Hofkalender gibt dann folgend dem wegen späterer Adelslegimitation seiner Vorfahren aus dem Briefadel stammenden Wilhelm Karl von Bornstaedt-Relzow als Besitzer an. Später folgte die Familie des Familie des Hauptmanns Oskar von Suchodoletz (1876–1934), verheiratet mit Lisa von Seebach, die als Witwe bis in die 1970er Jahre in Greifswald lebte.
1865 hatte Groß Bünzow 109 Einwohner in 20 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Kirche, 1 Schule, 9 Wohn- und 13 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Fabrik (Windmühle). Das Rittergut wurde nach der Wirtschaftskrise aufgesiedelt, das 65 ha Restgut betreute der Landwirt Bruno Griefahn.
Das Dorf war ein Angerdorf, erst nach 1945 wurde das Bild der Ansiedlung durch die Neubauernsiedlungen und neuere Wohnbauten an der Straßenkreuzung der K 15 verändert. Das Gut ist mit dem Gutshaus noch teilweise erhalten.
Groß Bünzow wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet. Groß Bünzow hatte am 31. Dezember 2014 gemeldet 79 Einwohner mit Hauptwohnung und 2 mit Nebenwohnung. Für den Ort waren am 31. Dezember 2015 mit Hauptwohnung 79 Einwohner nachgewiesen, und 2 mit Nebenwohnung.
Groß Jasedow Groß Jasedow wurde erstmals in der Lubinschen Karte 1618 als „Jasdow“ genannt. Groß Jasedow ist eine slawische Gründung, der Name ist bislang nicht gedeutet.
Das Dorf war ein Rittergut, das eine Pertinenz zum Gut Karlsburg war. Schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte das Gut Carl Heinrich Behrend von Bohlen, wie im Hausbuch der Bismarck-Bohlen nachzulesen ist. Theodor Alexander Friedrich Philipp Graf von Bismark-Bohlen war seit 1828 Besitzer des Gutes, Groß Jasedow wurde als Vorwerk geführt und war berühmt durch seine Schweinezucht.
1865 hatte Groß Jasedow 117 Einwohner in 19 Familien. An Bauten waren vorhanden: 9 Wohn- und 10 Wirtschaftsgebäude.
Das Dorf wird seit 1863 von der Bahnstrecke Angermünde-Stralsund tangiert. Die Dorfanlage war ursprünglich lt. MTB 1880 ein Gutsdorf mit dem Gut und der obligatorischen Landarbeiter-Katenreihe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch die Neubauernhöfe und andere Bebauungen ein typisches halbkreisförmiges Angerdorf gebildet, das zum Gut und zur Bahnstrecke offen ist. Der Park des Gutes wurde nach dem Krieg auch teilweise bebaut.
Das ehemalige Gutsgelände ist heute noch teilweise erhalten, mit Verwalterhaus, Tabakscheune, Stallungen und Stallspeicher. Die Tabakscheune hatte später Nutzungen als Schafstall, Schmiede und Stellmacherei, da der Tabakanbau bei den hiesigen Bodenverhältnissen nicht ertragreich war.
Groß Jasedow hatte am 31. Dezember 2014 88 Einwohner mit Hauptwohnung und 4 mit Nebenwohnung.
Groß Jasedow hatte am 31. Dezember 2015 85 Einwohner mit Hauptwohnung und 3 mit Nebenwohnung.
Pamitz mini|Gutshaus in Pamitz
Pamitz war stets eine Pertinenz zu Groß Bünzow. Deshalb wird es als Besitzung den Lepels, Wakenitze, von Fürstenberg und dann den Kirchbachs zuzuordnen sein. Es wurde im Dreißigjährigen Krieg total zerstört und fiel wüst.
Pamitz wurde urkundlich erstmals 1694 als Pamitzow genannt. Der Name ist nicht gedeutet. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es von der Familie von Kirchbach wieder aufgebaut. Bei dieser Familie blieb es bis 1835. Das Gut wurde dann an Carl Felix Bernhard von Buggenhagen auf Buggenhagen verkauft. In dessen Besitzzeit wurde in Pamitz eine Ziegelei aufgebaut, die sich aber nicht bewährte und wieder aufgegeben wurde. Dessen Erben verkauften es 1847 an Leopold Rudolph von Oertzen, seinerzeit Landrat des Anklamer Kreises. Oertzen war der Erwerb mit einer so genannten Geld-Kavel seines Vaters möglich geworden. Oertzen war zweimal verheiratet und wurde später Geheimer Regierungsrat. Sein erster Schwiegervater war der Staatsminister Ludwig von Lützow-Boddin. Letztlich konnte er aber Gut Pamitz nicht halten. Seine älteren Söhne schlugen dann militärische Karrieren ein, Karl Ludwig von Oertzen und Fritz von Oertzen wurden beide Generalleutnant; sein Sohn aus zweiter Ehe Detwig wurde Pastor und Orient-Missionar. Pamitz gehörte dann vor 1893 kurz dem Offizier Rudolf Graf von Baudissin, dessen jüngster Sohn Leutnant Graf Werner von Baudissin in Pamitz geboren wurde. Bald fiel Pamitz nachfolgend in bürgerliche Hände. Nach 1900 übernahm es der Landwirt Ernst Krog, vor 1914 Felix Schlesinger aus Berlin-Grunewald. Das Dorf blieb ein Gutsdorf, aber etwa in den 1920er Jahren durch Bauernhöfe in Richtung Nordosten erweitert. Das Gut und sein Park sind heute noch relativ gut erhalten. Nach der Aufsiedlung des Gutes bestanden 1939 vierzehn Erbhöfe im ungefähren Mittelwert um die 25 ha. Der größte landwirtschaftliche Betrieb umfasste 102 ha und stand im Eigentum der Familie Karl Vathje.
Pamitz hatte 1865 114 Einwohner in 19 Familien. An Bauten waren vorhanden: 6 Wohn- und 12 Wirtschaftsgebäude.
Am 1. Januar 1951 kam Pamitz zu Wahlendow. Pamitz hatte am 31. Dezember 2014 75 Einwohner mit Hauptwohnung und 2 mit Nebenwohnung. Am 31. Dezember 2015 hatte Pamitz 74 Einwohner mit Hauptwohnung und 2 mit Nebenwohnung.
Ramitzow Ramitzow wurde erstmals 1257 als Ramessowe und auch Rameshowe urkundlich erwähnt. Es ist eine slawische Gründung, der Name ist nicht gedeutet. Drei slawische Siedlungen südlich des Dorfes sind ein archäologischer Nachweis für die Gründung.
Im 15. Jahrhundert wurde es als Dominal geführt. 1495 übergab es Herzog Bogislaw X. an Hans Wulffe im Tausch gegen die von dessen Schwiegervater Roloff von dem Borne erhaltene Begüterungen in Pritzwald bei Wusterhusen. Mit Ramitzow waren Daugzin und Relzow als Besitz verbunden. Die Besitzer waren auch in der Folge in Relzow wohnhaft. 1611 verpfändet Karsten Wolff (wie er sich jetzt nannte) die Güter Ramitzow, Daugzin und Relzow für 18 Jahre an Christoph von Owstin. Die Verpfändungen reichen dann ständig wechselnd bis Mitte des 18. Jahrhunderts. Dann erwarb es die Familie von Hertell, von der der Hofjägermeister August Gualter Hermann von Hertell-Poggelow 1818 genannt wurde. Er starb 1848 und hinterließ es seiner zweiten Witwe Bertha von Krauthoff-Groß Bünzow und den minderjährigen Kindern. Zwischenzeitlich war es so wohl im Besitz des Gutsherrn von Krauthoff, bevor es 1863 vom inzwischen volljährigen Rittmeister Hermann von Hertell-Grünrade (1837–1906) zurückerworben wurde. 1865 verpachtete der es an Wichmann.
1865 hatte Ramitzow 77 Einwohner in 11 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Schule, 8 Wohn- und 7 Wirtschaftsgebäude.
Die Dorfanlage ist 1880 ein Gutsdorf, das sich aber in jüngerer Zeit in ein Straßen- und Haufendorf gewandelt hat. Vom Gut sind noch das Gutshaus von 1840, das als Verwalterhaus des Vorwerkes diente, ein Stallgebäude und der Restpark vorhanden. Für den 1914 ist die Gutsgröße von 328 ha belegt. In den 1930er Jahren gehörte das Rittergut Ramitzow zum Gutsbereich des Gutes Daugzin, Besitzer Hermann von Hertell, Verwalter Dr. Helmut Liese.
Ramitzow hatte am 31. Dezember 2014 54 Einwohner mit Hauptwohnung und 2 mit Nebenwohnung. Ramitzow hatte dann am 31. Dezember 2015 mit Hauptwohnung 56 Einwohner und 2 mit Nebenwohnung.
Salchow Salchow wurde 1257 erstmals urkundlich als Selechowe bei der Weihe der Ziethener Kirche urkundlich genannt. Der slawische Name bedeutet sowohl vom Stamm als auch wünschen. Südlich von Salchow, bei den Salchower Scheunen ist eine slawische Siedlung nachgewiesen, die die slawische Gründung bestätigt.