São Vicente (amtlich ) ist eine Großstadt im brasilianischen Bundesstaat São Paulo.
Lage Der Ort befindet sich sowohl auf dem Festland als auch im Westen der gleichnamigen Insel, deren Ostteil wiederum Teil der Hafenstadt Santos ist. Auf einer Fläche von 148 km² lebten laut Schätzung zum 1. Juli 2021 370.839 Einwohner, die vicentinos (Vicentinoer) genannt werden. Seit 1914 sind Insel und Festland mit einer Brücke verbunden. São Vicente ist Teil der Metropolregion Baixada Santista. Sie liegt 70 km von der Hauptstadt São Paulo entfernt.
Geschichte Im Jahre 1532 erreichte der portugiesische Seefahrer Martim Afonso de Sousa die Gegend. Nachdem sein Flaggschiff am 8. Januar 1532 gesunken war, sichtete er am 20. Januar 1532 den Hafen der Insel São Vicente in der Höhe von Santos,Eberhard Schmitt: Der Aufbau der Kolonialreiche. Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion. Band 3, Verlag C. H. Beck, München 1987, ISBN 3-406-30373-0, S. 131. um am 21. Januar 1532 die Segel zu setzen und an die Küste der Insel zu gelangen. Hier legte de Sousa am 22. Januar 1532 eine portugiesische Kolonie am „Sklavenhafen“ () an und ließ 400 an Bord befindliche Siedler an Land. Damit wurde São Vicente die erste permanente portugiesische Siedlung in Südamerika und war wichtig für die Belieferung der Kolonie mit Sklaven. São Vicente hatte 1548 sechs Zuckermühlen und 3600 Einwohner, darunter 3000 Sklaven.Alida C. Metcalf: Family and Frontier in Colonial Brazil. Santana de Parnaíba 1580–1822. University of Texas Press, Austin 2005, ISBN 0-292-70652-9, S. 32. Heute erinnern aber nur noch sehr wenige historische Monumente an diese Vergangenheit.
1914 wurde die Brücke fertiggestellt, die die Insel mit dem Festland verbindet. 1932 wurde zum 400-jährigen Bestehen der Stadt auf dem Felsen Pedras do Mato der Obelisk Marco-Padrão errichtet. Die Parkanlage Calçadão mit ihrem Jardim da Praia gilt mit 5 Kilometern Länge als längste der Welt.
Wirtschaft Die Stadt ist offiziell ein Badekurort (). Die Wirtschaft des Ortes mit seinen fünf Stränden wird vom Tourismus bestimmt, wenngleich auch noch in kleinerem Maße Fischerei betrieben wird. Für viele in Santos beschäftigte Pendler dient São Vicente als Wohnort.
Söhne und Töchter der Stadt Elisabeth Nobiling (1902–1975), Bildhauerin Wlamir Marques (1937–2025), Basketballspieler Reynaldo Güeldini (* 1954), Fußballspieler Jefferson de Oliveira Galvão (* 1983), Fußballtorwart Thatiana Regina Ignácio (* 1983), Sprinterin Robinho (* 1984), Fußballspieler Marcelo Antônio Guedes Filho (* 1987), Fußballspieler Renato Carlos Martins Júnior (* 1987), Fußballspieler Vinicius José Ignácio (* 1991), Fußballspieler Caio César da Silva Silveira (* 1995), Fußballspieler Larissa Pimenta (* 1999), Judoka
Weblinks
Präfektur von São Vicente (brasilianisches Portugiesisch) Website des Stadtrats, Câmara Municipal (brasilianisches Portugiesisch) Handelskammer von São Vicente Atlas do Desenvolvimento Humano no Brasil – São Vicent, SP, sozialstatistische Angaben (brasilianisches Portugiesisch)
Einzelnachweise
Zur Baixada Santista
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