Dieser Artikel behandelt die österreichische Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2022 in England. Österreich nahm zum zweiten Mal an der Endrunde teil und erreichte das Viertelfinale. In der FIFA-Weltrangliste verbesserte sich das Team damit um einen Platz auf den 20. Rang.
Qualifikation Österreich wurde für die Qualifikation in Gruppe G gelost. Als Gegner wurden zugelost Frankreich, Serbien, Kasachstan und Nordmazedonien, gegen das erstmals gespielt wurde. Die Österreicherinnen begannen die Qualifikation unter Dominik Thalhammer, der sie schon zur letzten EM und dort bis ins Halbfinale geführt hatte. Sie begannen die Qualifikation im Spätsommer/Herbst 2019 mit vier Siegen ohne Gegentor, mussten dann aber wegen der COVID-19-Pandemie für den April und Juni geplante Spiele verschieben. In der Pause kehrte Thalhammer zum LASK zurück, bei dem er Cheftrainer und Sportdirektor wurde. In: LASK.at. 11. Juli 2020, abgerufen am 10. Juli 2022. Ihm folgte mit seiner vorherigen Co-Trainerin Irene Fuhrmann erstmals eine Frau auf den Posten der Teamchefin.Sigi Lützow: Historisch: Irene Fuhrmann ist erste Teamchefin der ÖFB-Frauen. In: derStandard.at. 27. Juli 2020, abgerufen am 10. Juli 2022. Im September 2020 konnte die Qualifikation dann mit einem 5:0 in Kasachstan fortgesetzt werden. Dann folgten gegen Frankreich ein torloses Heimremis, wodurch der zweite Platz sicher war, und eine 0:3-Auswärtsniederlage, wodurch der Gruppensieg nicht mehr möglich war. Mit einem 1:0-Sieg gegen Serbien am 1. Dezember wurde aber der zweite Platz in der Liste der Gruppenzweiten vorerst belegt. Bis zum 23. Februar 2021 mussten die Österreicherinnen aber auf die Ergebnisse der anderen Gruppen warten, dann stand nach einem 2:0-Sieg der Portugiesinnen gegen Schottland fest, dass die Portugiesinnen wegen der weniger geschossenen Tore die Österreicherinnen nicht mehr aus den Top 3 der Gruppenzweiten verdrängen konnten und Österreich direkt für die Endrunde qualifiziert ist. Im Februar bestritten die Österreicherinnen – auch im Hinblick auf evtl. im April notwendige Play-offs der Gruppenzweiten – zwei Spiele auf Malta, wobei sie beim 1:6 gegen Schweden die meisten Gegentore ihrer Länderspielgeschichte kassierten.
Insgesamt wurden von den beiden Trainern 24 Spielerinnen in den Qualifikationsspielen eingesetzt. Alle acht Spiele bestritten Nicole Billa, Barbara Dunst, Sarah Puntigam, Carina Wenninger, Sarah Zadrazil und Torhüterin Manuela Zinsberger, die nur im zweiten Spiel gegen Frankreich Tore kassierte. Je einmal fehlten Verena Aschauer und Virginia Kirchberger. Ihren ersten Einsatz im Nationalteam hatten Marie-Therese Höbinger (eingewechselt im zweiten Spiel gegen Nordmazedonien) und Lisa Kolb (eingewechselt im zweiten Spiel gegen Frankreich), dagegen kam Carina Wenninger im letzten Qualifikationsspiel zu ihrem 100. Länderspiel.
Beste Torschützinnen waren Nicole Billa mit sieben Toren, Julia Hickelsberger-Füller, die nur fünfmal eingesetzt wurde, mit ihren ersten fünf Toren und Barbara Dunst, die ihre ersten vier Tore in der Qualifikation erzielte. Insgesamt trafen sieben Österreicherinnen ins Tor – weniger Spielerinnen trafen bei keiner direkt qualifizierten Mannschaft.
Datum Spielort Gegner Ergebnis Torschützinnen für Österreich 03.09.2019 Maria Enzersdorf Nordmazedonien 3:0 (3:0) Laura Feiersinger (25.), Julia Hickelsberger-Füller (43.), Barbara Dunst (45.+3) 08.10.2019 Niš Serbien 1:0 (1:0) Nicole Billa (12.) 08.11.2019 Skopje Nordmazedonien 3:0 (2:0) Billa (34./Elfm.), Sarah Zadrazil (45.+2), Dunst (78.) 12.11.2019 Maria Enzersdorf Kasachstan 9:0 (4:0) Hickelsberger-Füller (7., 19., 48., 90.+1), Billa (11.,57., 70.), Feiersinger (18.), Zadrazil (50. 22.09.2020 Schymkent Kasachstan 5:0 (1:0) Dunst (13., 49.), Verena Aschauer (63.), Sarah Puntigam (67.); Billa (75./Elfm.)27.10.2020Ursprünglicher Termin: 14. April 2020. Wiener NeustadtUrsprünglich geplanter Spielort war St. Pölten. Frankreich 0:0 27.11.2020Ursprünglicher Termin: 5. Juni 2020. Guingamp Frankreich 0:3 (0:2) 01.12.2020Ursprünglicher Termin: 9. Juni 2020. Altach Serbien 1:0 (0:0) Billa (79.)
Vorbereitung Zwischen dem Ende der Qualifikation und dem Beginn der EM-Endrunde liegen diesmal aufgrund der Verschiebung der Endrunde aufgrund der COVID-19-Pandemie knapp 19 Monate. In diese Zeit fiel der Beginn der Qualifikation für die WM 2023, die nach der EM abgeschlossen wird.
Im Jahr der EM-Endrunde fanden bisher folgende Spiele statt: Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Österreichische Torschützinnen 6:1 Marbella (ESP) Freundschaftsspiel Billa (2), Dunst, Magerl, Naschenweng, Wienroither 3:0 Marbella (ESP) Freundschaftsspiel Kolb, Feiersinger, Billa 3:1 Wiener Neustadt WM-Qualifikation Wenninger, Billa, Dunst 8:0 Wiener Neustadt WM-Qualifikation Degen, Makas, Naschenweng, Plattner (2), Puntigam (2), Schiechtl 1:2 Wiener Neustadt Freundschaftsspiel Zadrazil 4:0 Maria Enzersdorf Freundschaftsspiel Katharina Schiechtl, Maria Plattner, Nicole Billa, Annabel Schasching 1:0 Lier Freundschaftsspiel Maria Plattner
Anmerkung: Kursiv gesetzte Mannschaft sind nicht für die EM qualifiziert.
Kader Am 24. Mai wurde ein Kader benannt, der die EM-Vorbereitung begann.ÖFB-Frauen mit Kirchberger, Enzinger in EM-Vorbereitung. In: OeFB.at. Abgerufen am 10. Juli 2022. Verzichtet wurde zunächst auf Sarah Puntigam, Maria Plattner, Jasmin Eder, Julia Hickelsberger-Füller, Isabella Kresche, Annabel Schasching und Julia Magerl, da deren Saison im Klubfußball noch nicht beendet war. Sie standen dann aber im Aufgebot für das Spiel gegen Montenegro. Der endgültige Kader wurde am 27. Juni bekannt gegeben.Der EURO-Kader steht. In: OeFB.at. Abgerufen am 10. Juli 2022. Heraus fielen die Torhüterinnen Mariella El Sherif, Andrea Gurtner, Vanessa Gritzner und Kristin Krammer (zuvor auf Abruf), die Abwehrspielerinnen Lainie Fuchs, Adina Hamidovic (beide zuvor auf Abruf), Sabrina Horvat, Julia Magerl, Sophie Maierhofer und Patricia Pfanner (alle drei zuvor auf Abruf), die Mittelfeldspielerinnen Livia Brunmair, Lara Felix (beide zuvor auf Abruf), Jennifer Klein und Lena Triendl sowie die Angreiferinnen Annelie Leitner, Viktoria Pinther (beide zuvor auf Abruf) und Katja Wienerroither.
Virginia Kirchberger und Annabel Schasching reisten zunächst als Backup mit nach England und wurden am 4. Juli 2022 nachnominiert, nach einem positiven COVID-19-Fall (Lisa Kolb) bzw. einer Verletzung von Maria Plattner vor dem Eröffnungsspiel. Nr.Nummern bei der Endrunde Spielerin VereinStand: Juni 2022 Geburtsdatum Länder-spieleStand: 26. Juni 2022 Länder-spieltore LetzterEinsatz -ToreAlle 2017 (0 = EM-Teilnehmer ohne Einsatz) EM 2022 Sp. Tor 21 Isabella Kresche SKN St. Pölten 28. November 1998 2 0 22.06.2022 – 23 Jasmin Pal 24. August 1996 2 0 30.11.2021 – 1 Manuela Zinsberger 19. Oktober 1995 79 0 26.06.2022 5 4 Abwehr 4 Celina Degen 16. Mai 2001 5 1 26.06.2022 – 2 Marina Georgieva SC Sand 13. April 1997 13 0 26.06.2022 0 4 19 Verena Hanshaw 20. Jänner 1994 85 10 26.06.2022 4 4 1 13 Virginia Kirchberger 25. Mai 1993 88 2 30.11.2021 5 3 Katharina Naschenweng 16. Dezember 1997 30 3 22.06.2022 0 3 1 1 6 Katharina Schiechtl SV Werder Bremen 27. Februar 1993 62 8 26.06.2022 5 11 11 Viktoria Schnaderbeck 4. Jänner 1991 80 2 12.06.2022 5 3 7 Carina Wenninger FC Bayern München 6. Februar 1991 116 6 22.06.2022 5 4 1 12 Laura Wienroither 13. Jänner 1999 23 2 26.06.2022 – 3 Mittelfeld 8 Barbara Dunst 25. September 1997 55 9 26.06.2022 0 4 1 16 Jasmin Eder SKN St. Pölten 8. Oktober 1992 55 1 22.06.2022 1 10 Laura Feiersinger 5. April 1993 92 16 26.06.2022 5 4 18 Julia Hickelsberger-Füller SKN St. Pölten 1. August 1999 17 5 26.06.2022 – 4 1 14 Marie-Therese Höbinger 1. Juli 2001 19 5 26.06.2022 – 3 17 Sarah Puntigam HSC Montpellier 13. Oktober 1992 120 18 26.06.2022 5 4 5 Annabel Schasching SK Sturm Graz 26. Juli 2002 3 1 22.06.2022 – 9 Sarah Zadrazil 19. Februar 1993 96 13 26.06.2022 4,1 4 Angriff 15 Nicole Billa TSG 1899 Hoffenheim 5. März 1996 79 43 26.06.2022 5 4 1 22 Stefanie Enzinger SKN St. Pölten 25. November 1990 30 6 26.06.2022 1,1 20 Lisa Makas SKN St. Pölten 11. Mai 1992 71 19 26.06.2022 4,1 3 Anmerkungen: Positionen gemäß Angaben des ÖFB, die UEFA ordnet die Spielerinnen teilweise anders zu.Österreich. Kader. In: UEFA.com. Abgerufen am 10. Juli 2022.
Stand: 26. Juni 2022 (nach dem Spiel gegen Belgien)
Endrunde
Bei der Auslosung am 28. Oktober 2021 wurde Österreich in die Gruppe mit Gastgeber England, Norwegen sowie Nordirland gelost und bestritt das Eröffnungsspiel gegen die Engländerinnen. England und Österreich sind die einzigen Mannschaften, die die drei Gruppenspiele in drei verschiedenen Stadien bestreiten werden. Nordirland und England sind auch Gegner in der aktuell laufenden Qualifikation für die WM 2023. Das erste Spiel gegen die Nordirinnen zwei Tage vor der EM-Auslosung – das erste überhaupt zwischen den beiden Mannschaften – endete in Belfast 2:2, das Rückspiel fand im April 2022 statt, das Hinspiel gegen England in Sunderland im November 2021 und das Rückspiel nach der EM-Endrunde. In bisher sechs offiziellen Spielen – davon vier WM-Qualifikationsspiele – gegen England haben die Österreicherinnen immer verloren. Gegen Norwegen wurde in fünf Spielen nur ein Punkt gewonnen und nun im letzten Gruppenspiel erstmals gewonnen.
Im Viertelfinale trafen die Österreicherinnen erstmals in einem Pflichtspiel auf Deutschland, gegen das in bis dahin zwei Freundschaftsspielen immer verloren wurde.
Gruppenspiele
K.-o.-Runde
Einzelnachweise und Fußnoten
Osterreich #2022 Frauen Kategorie:Frauensport (Österreich)