Die Liga 1 ist die höchste Spielklasse im rumänischen Fußball. Die Liga wurde 1932 als Divizia A gegründet und nahm den Spielbetrieb in der Saison 1932/33 auf. Zuvor wurden die rumänischen Fußballmeister nach Gründung des rumänischen Fußballverbandes im Jahr 1909 in Pokalturnieren und ab 1921 mit regionalen Qualifikationsturnieren und einer landesweiten Finalrunde im K.-o.-System ermittelt.
Vor der Saison 2006/07 erfolgte die Umbenennung von Divizia A in Liga 1, da der Name aufgrund der anderweitigen Registrierung als Marke geändert werden musste.Cotidianul vom 15. Mai 2006, abgerufen am 6. März 2010 (rumänisch). Seit Mitte 2022 trägt die Spielklasse den Sponsorennamen SuperLiga României, nach dem Sportwettenanbieter SuperBet. Die Liga Profesionistă de Fotbal (LPF) schloss zunächst einen Vertrag über zwei Jahre mit dem Sponsor ab.
Regeln Seit der Saison (2020/21) spielen 16 Mannschaften in der Liga 1. Zuerst wird eine Vorrunde mit Hin- und Rückspiel durchgeführt, danach spielen die Teams der Plätze 1 bis 6 in einer Doppelrunde den Meister aus, während die zehn Mannschaften auf den Plätzen 7 bis 16 in einer Abstiegsrunde eine Einfachrunde spielen. Die Hälfte der Punkte aus der Vorrunde werden übernommen.
Der Meister nimmt an der 1. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League, der Zweitplatzierte und Pokalsieger an der 2. Qualifikationsrunde zur Europa Conference League teil. Am Ende der Abstiegsrunde spielt der Siebte in einem Spiel zuhause gegen den Achten. Anschließend trifft der Gewinner auf den Drittplatzierten. Der Sieger sichert sich einen weiteren Startplatz für die 1. Qualifikationsrunde zur UEFA Europa Conference League. Die Teams auf den Plätzen 15 und 16 steigen direkt ab. Die Mannschaften auf den Plätzen 13 und 14 spielen in der Relegation gegen den 3. bzw. 4. der Liga II gegen den Abstieg.
Falls zwei oder mehr Mannschaften am Ende der Saison punktgleich sind, entscheidet nicht die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich.
Geschichte Der Fußball kam Ende des 19. Jahrhunderts durch ausländische Arbeitnehmer nach Rumänien, die während der Industrialisierung in den Fabriken in den rumänischen Großstädten wie Bukarest, Ploiești oder Craiova ihr Geld verdienten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen sie, sich in Vereinen zu organisieren. So wurde im Jahr 1904 Olympia Bukarest von deutschen und rumänischen Arbeitern, United Ploiești im Jahr 1909 von holländischen und amerikanischen Arbeitern und der Bukarester FC von deutschen Arbeitern gegründet. Später stießen neben Arbeitern auch Studenten zu den Vereinen, so dass im Jahr 1909 die Idee entstand, einen eigenen Verband, The Association of Football Clubs zu gründen.
Romantische Ära (1909–1921) Saison Meister Turnier Teams 1909/10 Olympia Bukarest Cupa Asociațiunii Române de foot-ball 3 1910/11 Olympia Bukarest Cupa Asociațiunii Române de foot-ball (Hans Herzog) 3 1911/12 United Ploiești Cupa Alexandru Bellio 3 1912/13 Colentina Bukarest Cupa Hans Herzog 6 1913/14 Colentina Bukarest Cupa Hans Herzog 3 1914/15 Româno-Americană Bukarest Cupa Jean Luca P. Niculescu 6 1915/16 Prahova Ploiești Cupa Jean Luca P. Niculescu 4 1916–1919 Unterbrechung durch Ersten Weltkrieg 1919/20 Venus Bukarest Cupa Harwester 4 1920/21 Venus Bukarest Cupa Harwester 7
Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sowie die Zeit bis 1920 wird als romantische Ära bezeichnet. In dieser Zeit wurde der Spielbetrieb noch nicht im Ligenbetrieb ausgetragen, sondern es fanden regelmäßige Pokalturniere – zumeist eines im Frühjahr und eines im Herbst – statt. Von diesen Pokalturnieren wurde wiederum eines zur Ermittlung des rumänischen Fußballmeisters erkoren. Da das Staatsgebiet Rumäniens in der damaligen Zeit im Wesentlichen die historische Region der Walachei umfasste, werden die Turniere heute als Pokalturniere der Walachei bezeichnet.
Das erste vom Fußballverband organisierte Turnier war der Pokal des Rumänischen Fußballverbandes (Cupa Asociațiunii Române de foot-ball), der 1909/10 und 1910/11 ausgetragen wurde. 1910/11 war er auch als Hans-Herzog-Pokal (Cupa Hans Herzog) bekannt und sein Sieger wurde zum Meister Bukarests gekürt, um nachträglich zur Benennung des rumänischen Meisters herangezogen zu werden. Im Frühjahr der Jahre 1912, 1913 und 1914 wurde er erneut ausgetragen, wobei nur die letzten beiden Wettbewerbe von den späteren Geschichtsschreibern als Meisterschaft ausgewiesen wurden. In der Saison 1911/12 hatte der Alexandru-Bellio-Pokal (Cupa Alexandru Bellio), der im Herbst 1913 ein weiteres Mal zur Austragung kam, zur Ermittlung des Meisters gedient. Da die Arbeitszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts vielfach zwölf Stunden an sechs Tagen pro Woche betrug, gab es nicht viele Gelegenheiten zum sportlichen Wettkampf zwischen den Vereinen, so dass die wenigen Spiele sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckten und Begegnungen teilweise aus Zeitmangel nicht durchgeführt werden konnten.
Ab 1915 ersetzten zwei neue Pokalturniere die beiden bisherigen Wettbewerbe. Im Frühjahr jeden Jahres fand bis zum Jahr 1921 (von 1916 bis 1918 fanden gar keine Turniere statt, da viele Ausländer Rumänien verlassen hatten) der Jean-Luca-P.-Niculescu-Pokal (Cupa Jean Luca P. Niculescu) statt. Dieser diente in den Jahren 1915 und 1916 zur Ermittlung des rumänischen Meisters. Im Herbst wurde jeweils der Harwester-Pokal (Cupa Harwester) ausgetragen und in den Jahren 1919 und 1920 zur Ermittlung des Meisters (des darauffolgenden Jahres) herangezogen.
An den Turnieren nahmen nur Mannschaften aus Ploiești und Bukarest teil – abgesehen von der sporadischen Teilnahme von Oltenia Craiova. Dies lag darin begründet, dass Reisen in der damaligen Zeit mit großem Aufwand verbunden war, da als Verkehrsmittel lediglich die Eisenbahn zur Verfügung stand. Während Bukarest und Ploiești nur 60 Kilometer auseinanderliegen, waren nach Craiova bereits 250 Kilometer zurückzulegen.
Rumänische Fußballmeisterschaft (1921–1932) Saison Meister Teams 1921/22 Chinezul Timișoara 7 1922/23 Chinezul Timișoara 8 1923/24 Chinezul Timișoara 9 1924/25 Chinezul Timișoara 10 1925/26 Chinezul Timișoara 11 1926/27 Chinezul Timișoara 10 1927/28 Colțea Brașov 12 1928/29 Venus Bukarest 12 1929/30 Juventus Bukarest 12 1930/31 UDR Reșița 5 1931/32 Venus Bukarest 5 Durch die Verträge von Trianon und St. Germain erhielt Rumänien 1920 Siebenbürgen, die Bukowina sowie einen Teil des Banats zugesprochen und verdoppelte so sein Staatsgebiet. Dadurch wurde auch eine Reform des Spielbetriebs erforderlich, da aufgrund fehlender Infrastruktur ein Ligabetrieb noch nicht möglich war. Beginnend mit der Saison 1921/22 wurde der rumänische Fußballmeister nach einem neuen Modus ermittelt: Zunächst wurden in regionalen Turnieren die besten Mannschaften einer Region ermittelt. Diese Meister ermittelten zwischen Juli und September den rumänischen Meister. Diese Endrunde fand im K.-o.-System statt, wobei im Falle eines Unentschiedens ein Wiederholungsspiel auf dem Platz des Gegners ausgetragen wurde.
Nachdem bei der ersten Auflage die Teilnehmer an der Endrunde in sieben Regionen ermittelt worden waren, kamen Jahr für Jahr immer mehr Mannschaften hinzu, so dass immer mehr Qualifikationsturniere eingerichtet wurden, um die zurückzulegenden Strecken in Grenzen zu halten. Ab 1926 wurde zwischen den regionalen Turnieren und der nationalen Endrunde eine weitere Ebene eingezogen, indem in einigen Regionen die Sieger zunächst gegen die Sieger von Nachbarregionen antreten mussten, um an der Endrunde teilnehmen zu dürfen. Auf diese Weise wurden die Aufwände für Fahrten reduziert. Ab 1930 wurden die regionalen Turnieren zu fünf geografischen Gruppen zusammengefasst, die ihre Meister zur Endrunde um die rumänische Meisterschaft entsenden konnten: Der Bereich Nord umfasste den Nordwesten des Landes mit den Zentren Cluj und Oradea. Der Bereich West umfasste den Südwesten Rumäniens mit den Zentren Craiova, Arad und Timișoara. Zum Bereich Mitte gehörte das Zentrum des Landes mit den Städten Brașov, Sibiu und Târgu Mureș. Der Bereich Ost umfasste den Nordosten mit den Regionen Bukowina, Moldau und Bessarabien. Der Bereich Süd umfasste die Große Walachei und die Dobrudscha.
Die 1920er-Jahre standen im Zeichen von Chinezul Timișoara, das sechs Mal in Folge die Meisterschaft gewann – ein Rekord, der erst in der Saison 1997/98 von Steaua Bukarest eingestellt wurde und bis heute unübertroffen ist. Nachdem Chinezul aufgrund von finanziellen Problemen seine besten Spieler verloren hatte und sein Niveau dadurch nicht mehr halten konnte, wurden die Jahre von 1927 bis 1932 von ständigen Wechseln an der Spitze bestimmt. Bedingt durch den Modus (regionale Ausscheidungen, keine Rückspiele) scheiterten viele Meister frühzeitig. Erst 1932 gelang es mit UDR Reșița einem amtierenden Meister, erneut das Finale zu erreichen.
Profiliga (1932–1945) Saison Meister Teams 1932/33 Ripensia Timișoara 14 1933/34 Venus Bukarest 16 1934/35 Ripensia Timișoara 12 1935/36 Ripensia Timișoara 12 1936/37 Venus Bukarest 12 1937/38 Ripensia Timișoara 20 1938/39 Venus Bukarest 12 1939/40 Venus Bukarest 12 1940/41 Unirea Tricolor Bukarest 13 1941–1946 Unterbrechung durch Zweiten Weltkrieg An der rumänischen Fußballmeisterschaft durften nur Amateure teilnehmen. Dadurch wanderten die besten Spieler ins Ausland ab oder konnten mit ihren professionellen Vereinen wie Ripensia Timișoara nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Dies und die Tatsache, dass immer mehr Vereine gegründet wurden und am Spielbetrieb teilnahmen, führten dazu, dass das System bereits 1932 wieder aufgegeben wurde und ein Ligasystem eingeführt wurde. Hieran durften alle Mannschaften teilnehmen – unabhängig davon, ob sie aus Amateuren oder Profis bestanden.
Die Profiliga startete im Jahr 1932 zunächst mit der Divizia A, die in zwei Gruppen von zunächst sieben, im Jahr darauf acht Mannschaften ausgetragen wurde. Im Jahr 1934 wurde als zweithöchste nationale Spielklasse die Divizia B eingeführt, so dass es am Ende der Saison 1933/34 erstmals Absteiger gab. Nach Gründung der Divizia C im Jahr 1936 bestand erstmals das noch heute vorhandene System von drei nationalen Ligen, wobei die Divizia C bis 1963 nur unregelmäßig durchgeführt wurde.
Ab 1934 wurde die Divizia A in einer Gruppe ausgetragen, wodurch das zuvor durchgeführte Entscheidungsspiel um die Meisterschaft entfiel. Direkte Absteiger gab es keine, der Letztplatzierte trug Relegationsspiele gegen den Erstplatzierten der Divizia B aus. Mit Ausnahme der Saison 1937/38 wurde die Anzahl der Mannschaften auf zwölf belassen, lediglich die Abstiegsregelung wurde zugunsten der Divizia B verändert, indem ab der Saison 1938/39 mehrere Mannschaften direkt abstiegen.
Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb ab 1940 zunehmend eingeschränkt. Nachdem die Vereine aus dem Nordwesten durch den Zweiten Wiener Schiedsspruch von 1940 die Liga verlassen mussten, wurde der Spielbetrieb 1941 aufgrund der Kampfhandlungen zunächst unterbrochen und ab 1942 wieder mit regionalen Ausscheidungen und einer nationalen Endrunde durchgeführt. Diese Turniere, die als Bessarabien-Pokal bezeichnet werden, zählen aber nicht als offizielle Meisterschaften. Im Jahr 1944 wurde der Spielbetrieb schließlich ganz eingestellt.
Die 1930er-Jahre wurden von Ripensia Timișoara und Venus Bukarest dominiert, die von 1932 bis 1940 alle Meisterschaften gewannen. Von den wechselnden Konkurrenten sei hier nur Rapid Bukarest erwähnt, das in diesem Zeitraum sechs Mal in Folge den rumänischen Pokal gewinnen konnte.
Kommunistische Ära (1946–1990) Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Spielbetrieb im Jahr 1946 in der gleichen Besetzung fortgeführt, wie sie sich aus den Entscheidungen der Saison 1940/41 ergeben hatte, wobei die Mannschaften aus den zuvor an Ungarn abgegebenen Gebieten (Kreischgebiet und Siebenbürgen) wieder in diejenigen Ligen eingegliedert wurden, in denen sie in der Saison 1939/40 gespielt hatten.