Die Schlacht um die Philippinen begann am 8. Dezember 1941 und endete am 9. Mai 1942 mit der Besetzung des Commonwealth der Philippinen durch Kaiserlich Japanische Streitkräfte. Sie war das Resultat der japanischen Expansionsbewegung im südostasiatischen Raum während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg. Auf den Philippinen sollten im Besonderen amerikanische Militärflugplätze ausgeschaltet werden, von denen Angriffe auf die japanischen Hauptinseln und auf das japanisch besetzte China geflogen werden konnten.
Überblick
Kurz nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor begann die Kaiserlich Japanische Armee am 8. Dezember 1941 mit der Invasion der Philippinen. Nach anfänglichen Bombardements der amerikanischen Flugfelder landeten sie auf Luzon im Norden und auf Mindanao im Süden. Die Amerikanisch-Philippinische Armee begann sofort mit dem Rückzug, da sie den japanischen Invasoren unterlegen waren. Manila fiel am 2. Januar 1942, die Halbinsel Bataan, das vorletzte von Alliierten gehaltene Gebiet, am 9. April 1942. Die alliierten Soldaten wurden von den Japanern in Gefangenenlager ins Hinterland gebracht. Es kam zum Todesmarsch von Bataan. Nur auf der Bataan vorgelagerten Insel Corregidor konnten sich noch Einheiten bis zum 6. Mai halten, dann nahmen die Japaner auch diese ein.
Erst nach der erfolgreich geführten See- und Luftschlacht im Golf von Leyte Ende Oktober 1944 und der anschließenden amerikanischen Landung gelang es, die Philippinen wieder von den japanischen Besatzern zu befreien.
Die Philippinen Das philippinische Territorium besteht aus etwa 7.100 großen und kleinen Inseln, die sich über etwa 1.700 Kilometer von Süden nach Norden zwischen dem 5. und 21. Breitengrad Nord und über etwa 1.100 Kilometer von Osten nach Westen erstrecken. Die Philippinen liegen südlich von Formosa, dem heutigen Taiwan. Die Inselwelt verteilt sich über Luzon im Norden, die Visayas-Inseln in der Mitte, Mindanao im Süden und die Insel Palawan und der Sulu-Archipel westlich von Mindanao.
Die Philippinen 1941 Der Luftverkehr auf den Philippinen war zu dieser Zeit relativ gut entwickelt. Eisenbahnen gab es nur auf Luzon, Panay und Cebu, allerdings befanden sie sich in schlechtem Zustand. Auf dem flachen Land der Hauptinseln waren die Straßen gut ausgebaut. Wichtige Häfen sind die von Manila und Cebu City, und andere Häfen wie die von Iloilo City, Davao City und Legaspi City dienen dem Export lokaler Spezialitäten.
Vorgeschichte
Die erste Philippinische Republik wurde am 12. Juni 1898 nach der Unabhängigkeit von Spanien durch General Emilio Aguinaldo ausgerufen. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg entschieden die USA, die Philippinen für sich zu beanspruchen. So begann am 4. Februar 1899 der Philippinisch-Amerikanische Krieg. 1901 installierten die Amerikaner eine Besatzungsregierung.
Um den Vormarsch auf Java zu sichern, musste das strategisch wichtige Gebiet der Philippinen von den Japanern eingenommen werden.
Aufrüstung der Philippinen 1935 wurde der Commonwealth der Philippinen unter der Vorherrschaft der USA gegründet. Der erste gewählte Präsident Manuel Luis Quezon y Molina überzeugte General Douglas MacArthur davon, eine unabhängige philippinische Verteidigungsarmee aufzubauen. MacArthur wurde Militärberater auf den Philippinen, wo er diese Aufgabe mit der Unterstützung von Major James Basevi Ord und Major Dwight D. Eisenhower anging.
Der Truppenkern wurde von einheimischen Philippine Scouts gebildet, die schon im philippinischen Department der USA gedient hatten. Als die japanische Bedrohung zunahm, wurde von den USA Anfang 1941 eine Aufrüstung der Philippinen beschlossen. Dazu wurde am 26. Juli 1941 die United States Army Forces, Far East (USAFFE) gegründet. Am selben Tag fror Präsident Roosevelt alle japanischen Gelder in den USA ein. Das Hauptziel war nun die Verteidigung der Philippinen. Die USAFFE unter dem Kommando von MacArthur begann am 1. September mit der Rekrutierung und Ausbildung neuer Truppenteile. Im April des Folgejahres sollte das Unterfangen abgeschlossen sein.
mini|General MacArthur übernahm am 15. August 1941 das Kommando über die Armee auf den Philippinen
Am 31. Juli 1941 bestand die Amerikanisch-Philippinische Armee aus 22.532 US-Soldaten, darunter 1.434 US-Offiziere. Unter den restlichen 21.098 waren 11.937 Philippine Scouts. Ungefähr die Hälfte der Soldaten waren also Amerikaner. Dazu kamen die in Cavite stationierte Asienflotte und die Küstenwachboote in der Bucht von Manila. Bis Dezember 1941 wurde die Truppenstärke der Filipinos um rund 100.000 Mann erhöht. Im Dezember 1941 standen an modernen Kampfflugzeugen nur 91 P-40-Warhawk-Jäger und 34 B-17-Bomber zur Verfügung. Dazu kamen noch 48 P-35-Jäger, die den japanischen Jägern jedoch hoffnungslos unterlegen waren.
Im August 1941 stand fest, dass die Armee einer möglichen japanischen Invasion nicht widerstehen könnte, da Waffen wie Flugabwehrgeschütze, Panzer und moderne Kampfflugzeuge fehlten. Die USA stellten in Aussicht, bis Anfang 1942 für eine adäquate Aufrüstung zu sorgen. Eine angebotene Verlegung einer Einheit der Nationalgarde lehnte MacArthur aber ab.
Die amerikanische Truppenstärke wurde bis Ende November um 1.312 Offiziere, 25 Krankenschwestern und 18.047 zusätzlichen Soldaten ergänzt.
Truppendefizite der Amerikanisch-Philippinischen Armee Die größten Probleme in der Amerikanisch-Philippinischen Armee waren die Sprachunterschiede der Filippinos aus den verschiedenen Landesteilen der Inselrepublik. Dabei handelte es sich nicht nur um unterschiedliche Dialekte einer Sprache, sondern auch um generell unterschiedliche Sprachen wie Tagalog, Bikolano, Hiligaynon, Waray-Waray oder Cebuano. Zudem gab es Sprachschwierigkeiten zwischen Soldaten und Ausbildern, da die 6000 amerikanischen Ausbilder keine der sechsundzwanzig Sprachen der Filipinos und die meisten Filipinos damals kein Englisch sprachen. Viele Soldaten konnten weder schreiben noch lesen. Dazu kam die mangelhafte Ausbildung, da in einer so kurzen Zeit eine Ausbildung einer so großen Zahl neuer Rekruten unmöglich war. So ging zu Beginn der japanischen Invasion ein Großteil der Soldaten in den Kampf, ohne je ein Gewehr abgefeuert zu haben.
Bis auf die Philippine Scouts waren die Soldaten unzureichend ausgebildet. Die vorhandene Ausrüstung ließ zudem zu wünschen übrig. Es standen nur veraltete Waffen und schlechte Kleidung zur Verfügung. Zum Teil waren die Soldaten mit Lee-Enfield-Gewehren aus dem Ersten Weltkrieg ausgerüstet. Die Divisionen waren zudem nur mit 20 % der vorgesehenen Artillerie ausgestattet. Außerdem war die Versorgungslage der Truppe auch nicht die beste, da eine entsprechende Infrastruktur erst aufgebaut werden musste.
Die US-Asienflotte mini|Die USS Houston in der Bucht von Manila Die Aufgabe der United States Asiatic Fleet (Task Force 5) war es, die Gewässer und im Besonderen die Häfen der Philippinen zu schützen und zu verteidigen. Zu diesem Zweck waren ihre Schiffe über das komplette Inselarchipel verteilt. Die nördlichsten Einheiten lagen in Nord-Luzon und die südlichsten bei Borneo. Somit war die Flotte über eine Länge von 1.500 km verteilt. Das Flaggschiff, der Schwere Kreuzer Houston, befand sich zu Kriegsbeginn gerade bei der Insel Panay. Zur Asienflotte gehörten auch die zwei Leichten Kreuzer Marblehead und Boise. Hauptkomponente der Asienflotte waren 13 Zerstörer, von denen sich zwei aber zu Reparaturzwecken im Dock befanden. Dazu kamen 27 U-Boote, fünf Kanonenboote, sechs Torpedoboote sowie fünf Minensuchboote und andere kleinere Einheiten. Zu den kleineren Schiffen gehörte auch der Schoner Lanikai. Im Hafen von Manila lag im Dezember der Seeflugzeugträger Langley. Nur die Houston und die 27 U-Boote waren modernere Einheiten, während der Rest ältere Einheiten waren.
mini|Schwimmdock Dewey in Olongapo auf den Philippinen (9. März 1932). Im Dock liegt der Seeflugzeugtender Jason, oben rechts der U-Boot-Tender Canopus mit vier U-Booten.
Da der Flottenkommandant Konteradmiral William A. Glassford die Entscheidung traf, mit der kompletten Flotte nach Borneo zu laufen, sich dort zu sammeln und aufzutanken, verließen alle Schiffe am späten Nachmittag des 8. Dezember in der Dunkelheit ihre Positionen, so dass sich am 10. Dezember kein einziges einsatzfähiges größeres Kriegsschiff der Asienflotte mehr in philippinischen Gewässern befand.
Die einzigen verbliebenen Schiffe waren die Küstenwachschiffe und die Schiffe, die gerade zur Reparatur in den Häfen lagen. Dazu kamen die U-Boote und eine nicht zu vernachlässigende Zahl an Frachtschiffen. Allein 40 große Frachter lagen vor Manila.
Der japanische Angriffsplan Manila, die philippinische Hauptstadt, liegt nur 2.900 km von Tokio entfernt. Formosa und Hongkong sind weniger als 1.100 km entfernt. Damit lagen amerikanische Stützpunkte im direkten Zugriffsbereich des japanischen Einflussgebiets, das nach dem Motto Asien den Asiaten von jeglicher westlicher Unterwanderung bereinigt werden sollte. Dies musste möglichst schnell geschehen, bevor die USA den Angriff auf Formosa, China oder sogar Japan selbst starten konnten. Daher war die Invasion der Philippinen kurz nach der Kriegseröffnung mit dem Angriff auf Pearl Harbor eine unabdingbare Folge. Um die Kommunikation mit den USA zu unterbrechen, sollten Wake und Guam eingenommen werden. Gleichzeitig sollten Angriffe auf die alliierten Truppen in Südostasien erfolgen, die aus Niederländern, Briten und Australiern bestanden.
Mitte September 1941 führte das Hauptquartier der Kombinierten Flotte, nachdem es die Genehmigung des Admiralstabs der Marine erhalten hatte, eine Kartenübung am Marine College in Meguro, Tokio, durch und prüfte die Durchführbarkeit dieses Plans. Das war die sogenannte „Map Exercise at the Naval College“. Für die Philippinen waren vorgesehen:
Marineschiffe: Etwa 60 Schiffe, bestehend aus zwei Kreuzern, 14 Zerstörern, 17 U-Booten, vier Wasserflugzeugtendern als Kern Luftwaffe: Etwa 160 Flugzeuge (Summe aus Heeres- und Marineluftstreitkräften) Bodentruppen: Ungefähr 40.000 Soldaten
Für die Operation wurde am 6. November 1941 gemäß der Ergänzungsschrift in der Marine Department Instruktion Nr. 1 des Großen Hauptquartiers, die japanische Südarmee aufgestellt, die aus drei Regionalarmeen und einigen Armeen mit entsprechender Luftunterstützung bestand. Das Kommando hatte General Hisaichi Terauchi. Zur Invasion der Philippinen wurde die 14. Armee unter Generalleutnant Homma Masaharu bestimmt, die aus der 16. und 48. Division und der 65. Selbstständigen Gemischten Brigade bestand.
Für den Transport zwischen den Inseln sind die Philippinen sehr stark vom Luftverkehr abhängig, daher sollte das Primärziel die Einnahme von Militärflugplätzen sein. Obwohl es hundert oder mehr Flughäfen gab, waren sie im Allgemeinen klein, und viele von ihnen waren als Luftwaffenstützpunkte für Operationen ziemlich ungeeignet. Die wichtigsten Stützpunkte auf den südlichen Philippinen, die von der Luftwaffe als Einsatzstützpunkte genutzt wurden, waren auf Mindanao Davao, Zamboanga, Delmonte, Cagayan und Cotabato und auf anderen Inseln Jolo, Iloilo und Cebu.
Der Angriffsplan mit Namen Operation M sah vor, am ersten Kriegstag Luftangriffe auf amerikanische Flugstützpunkte zu starten, um möglichst die völlige Luftherrschaft zu erhalten. Gleichzeitig sollten Landungen auf den Batan-Inseln, Aparri, Vigan und Legaspi auf Luzon und in Davao auf Mindanao von vereinten Land- und Seestreitkräften vorgenommen werden.
Die Hauptlandung der 14. Armee sollte dann im Golf von Lingayen und in der Bucht von Lamon erfolgen. Das Ziel war die Einnahme von Manila und die folgende Besetzung von ganz Luzon. Masaharu Homma sollte dies in knapp 50 Tagen erledigen. Die Hälfte der 14. Armee war anschließend für weitere Einsätze im Süden vorgesehen, während die übrige Hälfte den Rest der Philippinen bis Mindanao erobern sollte.