mini|hochkant=1.6|Heutiger Zustand von Putuni ohne stehende Architektur die überdauert hat Putuni (auch Putuputuni), Putuni-Palast oder Putuni-KomplexAlexei Vranich: Interpreting the Meaning of Ritual Spaces: The Temple Complex of Pumapunku, Tiwanaku, Bolivia. Dissertation. The University of Pennsylvania (1999), S. 52 genannt (veraltet auch als Palast der SarkophageBrockhaus Enzyklopädie in zwanzig Bänden. Siebzehnte, völlig neubearbeitete Auflage des Grossen Brockhaus, F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1973, ISBN 3-7653-0000-4, Stichwort Tiahuanaco bezeichnet) ist eine der Hauptstrukturen der Ruinenstätte Tiwanaku in Bolivien und befindet sich westlich von Kalasasaya.

Geschichte Der Putuni-Komplex wurde als erstes vom spanischen Chronisten Pedro Cieza de León 1539 erwähnt, der angibt: „In der Nähe der Westwand des Kalasasaya-Komplexes befinden sich viele Löcher und Vertiefungen unter der Erde.“Alexei Vranich: Interpreting the Meaning of Ritual Spaces: The Temple Complex of Pumapunku, Tiwanaku, Bolivia. Dissertation. The University of Pennsylvania (1999), S. 51; zitiert nach Alexei Vranich: ‘near the west wall of the Kalisasaya Complex are many holes and concavities below the ground.’

Lage und Bezeichnung Putuni liegt westlich von Kalasasaya und bildet das räumliche Gegenstück zum halbunterirdischen Tempel von Tiwanaku im Osten.Charles Stanish: Lake Titicaca: Legend, Myth and Science. Band 2 (2011), S. 113. Die Bezeichnung Putuputuni ist Aymara und bedeutet so viel wie ‚wo es Löcher gibt‘, was möglicherweise eine Referenz auf die Vielzahl von Nischen ist, die den zentralen Hof umgeben.Carlos Javier Taranilla de la Varga: Breve Historia del Arte Precolombino. Ediciones Nowtilus (2021) Was der Zweck dieser Nischen bzw. Kammern war, ist unbekannt.Jean-Pierre Protzen, Stella Nair: The Stones of Tiahuanaco: A Study of Architecture and Construction. Band 75. Cotsen Institute of Archaeology Press, University of California, Los Angeles 2013, S. 58.

Beschreibung

Putuni besteht aus einer erhöhten Plattform mit den Maßen von etwa 48 × 40 m, die einen offenen abgesenkten Hof umgibt, der sich im Inneren der Plattform befindet. Laut dem Großen Brockhaus von 1973 handelt es sich bei dem abgesenkten Hof um eine 2 m eingetiefte Fläche.Brockhaus Enzyklopädie in zwanzig Bänden. Siebzehnte, völlig neubearbeitete Auflage des Grossen Brockhaus, F. A. Brockhaus, Wiesbaden 1973, ISBN 3-7653-0000-4, Stichwort Tiahuanaco Der Archäologe Alexei Vranich dagegen gibt an, dass die Plattform 1,2 m hoch ist.Alexei Vranich: Interpreting the Meaning of Ritual Spaces: The Temple Complex of Pumapunku, Tiwanaku, Bolivia. Dissertation. The University of Pennsylvania (1999), S. 52 In den zentralen, abgesenkten Hof führte einst eine dreifarbige Steintreppe, die möglicherweise im Rahmen einer französischen „Mission“ demontiert und nach Paris verschifft wurde. Unmittelbar hinter dem Haupttor führten einst zwei kleine Treppen auf die erhöhte Plattform, die den Hof begrenzte.Alexei Vranich: Interpreting the Meaning of Ritual Spaces: The Temple Complex of Pumapunku, Tiwanaku, Bolivia. Dissertation. The University of Pennsylvania (1999), S. 52 Im Gegensatz zu den meisten Komplexen in Tiwanaku besitzt Putuni sowohl ober- als auch unterirdische Strukturen. Bemerkenswert sind hierbei die unterirdischen (heute teilweise freigelegten) monumentalen Sandstein- und Andesit-Drainagekanäle.Alan Kolata: The Tiwanaku: portrait of an Andean civilization. Cambridge: Blackwell (1993), ISBN 1-55786-183-8, S. 155. Die monumentalen Putuni-Kanäle verlaufen 2,5 m unter Oberfläche.Justin Jennings, Edward R. Swenson: Powerful Places in the Ancient Andes. University of New Mexico Press, 2018, S. 225.

Nach dem Anthropologen Charles Stanish zeichnet sich Putuni durch die schönste Architektur in den alten Anden aus.Charles Stanish: Lake Titicaca: Legend, Myth and Science. Band 2 (2011), S. 113.

Haupttor Als das Haupttor von Putuni ausgegraben wurde, war es bereits auf ein paar Lagen Steine reduziert. Im Laufe der Zeit verschwanden auch die restlichen Steine.Jean-Pierre Protzen, Stella Nair: The Stones of Tiahuanaco: A Study of Architecture and Construction. Band 75. Cotsen Institute of Archaeology Press, University of California, Los Angeles (2013). S. 56. Nur Aufnahmen von Arthur Posnansky überdauerten.

Ausgrabungen Bei Ausgrabungen im Jahr 1989 entdeckte der Anthropologe Alan Kolata die Überreste einer Gebäudestruktur aus, die er als „Wohnkomplex der Elite“ deutete. Unter anderem wurden die Überreste eines eleganten polychromen Gebäudes ausgegraben, welches „Palast der mehrfarbigen Räume“ getauft wurde.Alan Kolata: The Tiwanaku: portrait of an Andean civilization. Cambridge: Blackwell (1993), ISBN 1-55786-183-8, S. 152.

Putuni-Monolith In Zentrum des versunkenen Hofs des Putuni-Palastes stand einst der Putuni-Monolith. Dabei handelt es sich um einen mittelgroßen Monolithen eines bestimmten Tiwanaku-Monolithengenres, den sogenannten „Monolithen mit ausgestreckten Armen“.Anna Guengerich, John W. Janusek: The Suñawa Monolith and a Genre of Extended-Arm Sculptures at Tiwanaku, Bolivia. Ñawpa Pacha (2020), S. 5. Der Putuni-Monolith wurde bei Ausgrabungen enthauptet vorgefunden.

Funde Im Putuni-Komplex wurde der untere Teil der Arapa-Blitz-Stele ausgegraben

Weblinks

Anne Ebert: Caminos – Eine Reise durch die Geschichte Lateinamerikas: Tiwanaku. Lateinamerika-Institut (LAI) der Freien Universität Berlin.

Einzelnachweise

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